14 Tage Autorundreise durch Schottland

In diesem Übersichtsartikel schildere ich Euch den genauen Verlauf unserer vierzehntägigen Rundreise mit dem Mietwagen durch das nördliche Schottland. Dabei erzähle ich Euch in diesem und weiteren Beiträgen von unseren Erfahrungen, unseren Sightseeing Highlights und dem Geocaching während der Reise.

Falls Ihr auch mal nach Schottland möchtet, findet Ihr hier vielleicht die ein oder andere Anregung. Schaut doch mal rein!

 

 

Einschränkungen durch Corona

Wir haben die Planung unserer Schottland-Reise schon Ende letzten Jahres begonnen und die letzten Buchungen im Februar durchgeführt. Von der Corona-Pandemie hatten wir damals noch nichts geahnt. Wir waren glücklich Tickets für das Royal Edinburgh Military Tattoo und für die Highland-Games in Braemar ergattern zu können. Auch eine organisierte Tour über die Orkneys und einen Besuch in der Glenfiddich Destillerie hatten wir gebucht. Je näher unser Urlaub rückte und das COVID-19 Virus sich ausbreitete, desto mehr unserer Buchungen wurden verständlicherweise vom Veranstalter abgesagt. Bis auf die Glenfiddich Destillerie haben wir inzwischen von allen unser Geld zurück bekommen. Die Glenfiddich Destillerie ist da eine unrühmliche Ausnahme, von der ich Euch im Detailartikel über die Snow Roads und den Cairngorms Nationalpark berichten werde.

Vor der Einreise nach Schottland müssen wir den „Passenger Locator“ ausfüllen. Das ist ein Fragebogen von der Schottischen Regierung, der eine Nachverfolgung unserer Bewegungen im Land ermöglicht. Bei der Passkontrolle im Flughafen von Edinburgh wurde diese Registrierung überprüft.

Während der Reise habe ich mich ehrlich gesagt sicherer als in Deutschland gefühlt. Die Schotten legen, was das Abstandsgebot und die Regeln zur Umsetzung angeht, wesentlich mehr Disziplin an den Tag als ich es in Deutschland erlebe. An einigen Stellen wurde uns sogar die Temperatur gemessen bevor wir ein Gebäude betreten durften.Die Abstandsregeln in den Restaurants und Hotels wurden jeweils vorbildlich umgesetzt.

Schwierig gestaltete sich das spontane Abendessen in einem Restaurant. Wir haben schnell gemerkt, dass einige Restaurants geschlossen sind und die verbliebenen mit reduzierter Kapazität arbeiten und daher oft ausgebucht waren. Deshalb haben wir meist versucht, schon mindestens einen Tag vorher einen Platz in dem Restaurant unserer Wahl zu reservieren. Bei allen Restaurants mussten wir unsere Kontaktdaten hinterlegen. In Portree und in John O’Groats ist uns eine solche Reservierung nicht mehr gelungen. Hier waren wir froh eine Ferienwohnung gebucht zu haben und selbst kochen zu können.

Nachdem wir erst während der Rundreise von unserer abgesagten Distillerie-Tour gehört haben, war es uns nicht mehr möglich bei einer anderen Distillerie zu buchen. Viele sind noch geschlossen und andere bieten nur sehr kleine Gruppen an, die schon Tage im Voraus ausgebucht sind.

Trotz der Einschränkungen hat uns unser Schottland-Urlaub sehr gut gefallen.

 

Geocaching in Schottland

In der Vorbereitung unserer Tour war ich überrascht zu sehen, wie viele Geocaches es in Schottland gibt: In der Region nördliches Schottland gibt es derzeit 12.671 aktive Geocaches. Zu den besonderen Caches für die Statistik gehören sicher der 2000er Geocache auf dem Ben More und die Box auf dem Gipfel des Ben Nevis, die die höchste in ganz Großbritannien ist.

Der Besuch beim GCF0 ist dieses Jahr förmlich in Wasser gefallen – wegen starkem Regen haben wir auf diese Tour verzichtet. In 2016 hatte ich aber schon die Gelegenheit zu dieser Dose aufzusteigen. Unsere Erlebnisse findet Ihr in dem Beitrag „ Geocaching in Schottland: GCF0 – Der älteste Cache auf der Insel!“ .

Unsere Schottland-Tour habe ich jedoch nicht als Geocaching-Reise geplant – unser Schwerpunkt liegt ganz klar auf der grandiosen Natur und dem Sightseeing. Dennoch gab es an fast allen Sightseeing-Spots auch Geocaches, die meist schnell und einfach zu loggen waren.

In Erinnerung geblieben sind mir auch einige besonders raffiniert versteckten Dosen in Inverness. Hier sprechen die vergebenen Favoritenpunkte für sich.

 

Fahren in Schottland

Die Schotten fahren auf der „falschen“ Seite, also auf der linken Seite. Da wir nach Schottland geflogen sind, haben wir von zuhause einen Mietwagen für die vierzehn Tage gebucht. Der Vorteil bei einem Mietwagen ist dann auch, dass das Lenkrad auf der rechten Seite ist, was einen Vorteil beim Überholen gegenüber dem eigenen Auto darstellt. Derzeit ist die Anreise mit dem eigenen Auto nur eingeschränkt möglich, da bei der Nutzung einer Fähre aus Frankreich oder den Niederlanden wegen Corona eine zweiwöchige Quarantäne in Schottland vorgeschrieben ist.

Die Straßen sind im Süden breit und zum Teil mehrspurig ausgebaut. Je weiter wir nach Norden kommen, umso schmaler und kurviger werden diese. Besondere Vorsicht ist bei den sogenannten „Single Track Roads“ geboten – diese bestehen nur aus einer einzigen Spur, die man sich mit dem Gegenverkehr teilen muss. Um an einander vorbei zu kommen, gibt es „Passing Places“ zum Ausweichen. Auch hier ist bei den Einheimischen die Disziplin vorhanden und das Warten auf den anderen klappt gut. Auf diesen Straßen sollte man nicht mehr als 50 km/h einplanen. Dies haben wir schmerzlich auf der NC500 merken müssen, da hier 300 Kilometer schnell zu einer tagesfüllenden Angelegenheit werden können.

 

Unser Reiseverlauf

Im Folgenden findet Ihr unseren genauen Reiseverlauf stichpunktartig wieder. Über besonders interessante Punkte unserer Mietwagenreise werdenich in loser Folge einen Detailartikel schreiben und Euch mit vielen Bildern diese Tage genauer vorstellen. Falls Euch bestimmte Punkte besonders interessieren, so schreibt bitte einen Kommentar unter diesen Beitrag!

Tag 1 – Edinburgh

Im Jahr 2016 hatten saarzwerg und ich schon mehrere Tage in Edinburgh verbracht. Was wir damals dort erlebt hatten, findet Ihr im Artikel „Geocaching in Schottland: Edinburgh“ .

Tag 2 – Culross und Stirling Castle

Auf der Strecke zwischen Edinburgh und dem Lochearnhead gibt es neben den oben erwähnten noch viele weitere Sightseeing-Ziele. Was wir in 2016 dort erlebt haben, findet Ihr im Beitrag „Geocaching in Schottland: Zwischen Edinburgh und Stirling“ .

Tag 3 – Durch die Highlands

  • Fahrstrecke: 191km
  • (Bergwanderung Ben More & GCF0 – ausgefallen wegen starkem Regen)
  • Glen Coe
  • Bucht von Kentallen
  • Cull Bay Strand
  • Hotel: Cruachan Hotel (2 Nächte), Fort William

Diese Strecke war ein Teil unserer Tour aus dem Jahr 2016. Damals sind wir über Fort William hinaus bis zum Loch Ness gefahren. Natürlich habe ich auch darüber ausführlich im Artikel „Geocaching in Schottland: von den Highlands nach Loch Ness“ berichtet.

Tag 4 – Gipfelsturm Ben Nevis

  • Bergwanderung Ben Nevis (1300hm, 16km, 7h)
  • Hotel: Cruachan Hotel (2 Nächte), Fort William

Tag 5 – Zu Besuch bei der Harry Potter Brücke

  • Fahrstrecke: 158km, Road to the Isles
  • Glenfinnan Viaduct (Vormittags gegen 11 Uhr fährt die Dampflok darüber)
  • Fähre Mallaig – Armadale
  • Ferienwohnung: Skye Bay (3 Nächte), Portree

Tag 6 – Der nördliche Teil von Skye

  • Isle of Skye
  • Fahrstrecke: 79km
  • Wanderung “Old Man of Storr” und Storr Gipfel (630hm, 9km, 5h)
  • Kilt Rock Waterfall
  • Kilmur Friedhof
  • Ferienwohnung: Skye Bay (3 Nächte), Portree

Tag 7 – Der westliche Teil von Skye

  • Isle of Skye
  • Aussichtspunkt Dunvegan Castle
  • Neist Point Lighthouse (270hm, 4km, 2h)
  • Fairy Pools
  • Ferienwohnung: Skye Bay (3 Nächte), Portree

Tag 8 – Zu Besuch beim Highlander und weiter über die NC500

  • Fahrstrecke: 325km, North Coast 500
  • Eilean Donan Castle
  • Gebirgspass Bealach Na Bà
  • Applecross Bucht
  • Corrieshalloch Gorge Schlucht
  • B&B: Harbour House (1 Nacht), Ullapool

Tag 9 – Über die NC500

  • Fahrstrecke: 301km, North Coast 500
  • Calda House & Ardvreck Castle
  • Sango Bay Strand
  • Smoo Cave
  • Ferienwohnung: John O’Groats (2 Nächte), John O’Groats

Tag 10 – Über die Orkneys

Tag 11 – Treppen, Schlösser und ein mittelalterliches Dorf

  • Fahrstrecke: 217km, North Coast 500
  • Whaligoe Steps
  • Dunrobin Castle
  • Dornoch Strand und Ortskern
  • Stadtbummel Inverness
  • B&B: Drumdale Bed and Breakfast (2 Nächte), Inverness

Tag 12 – Urquhart Castle und Loch Ness

Tag 13 – Schlösser und ein Schlachtfeld

  • Fahrstrecke: 181km, Snow Roads Seanic Road
  • Schlachtfeld von Culloden
  • Cawdor Castle
  • Brodie Castle
  • Balmoral Castle
  • Hotel: The Deeside Inn (1 Nacht), Ballater

Tag 14 – Loch Muick und Braemar

  • Stadtbummel Ballater
  • Fahrstrecke: 146km, Snow Roads Scenic Road
  • Spittal of Glenmuick: Wanderung zum See
  • Braemar Castle
  • Braemar Highland Games Gelände
  • Gästehaus: Tigh Na Leigh (1 Nacht), Alyth

Tag 15 – St. Andrews

  • Fahrstrecke: 134km
  • St. Andrews: Stadtbummel Altstadt, verfallenes Schloss und Kathedrale
  • Flughafen – Rückflug Deutschland

 

Interaktive Karte von unserer Rundreise

Auf der folgenden Karte könnt Ihr den genauen Verlauf unserer Rundreise durch das nördliche Schottland sehen. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Falls in der Beschreibung eines Markers unten links drei Punkte angezeigt werden, so ist das ein Link zu weiterführenden Informationen. Bitte beachtet, dass alle Links zu booking.com Provisionslinks sind.

Falls Euch unsere Reiseroute interessiert, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei herunterladen.

 

Mein Fazit

Für saarzwerg und mich war dies die erste größere Reise in diesem Jahr. Zu Beginn der zweiten Corona-Welle hatten wir Angst, dass wir auch diese Reise absagen müssen. Aber wir hatten Glück und konnten fliegen. Und es hat sich trotz der Einschränkungen gelohnt. Schottland ist ein tolles Land mit netten und hilfsbereiten Menschen. Die Natur ist atemberaubend – die schönsten Stellen waren für mich die Insel Skye und die recht einsame Westküste der nördlichen Highlands. Durch die kleinen Straßen war die Zeit an der Westküste recht knapp. Die Wanderungen auf den Ben Nevis und am Old Man of Storr vorbei zum Gipfel waren anstrengend, aber auch jeden Schweißtropfen wert. Zu meinen Sightseeing Highlights dieser Reise gehören ganz klar die beiden Schlösser Stirling Castle und Dunrobin Castle, sowie das Glenfinnan Viaduct. Bei unseren Unterkünften möchte ich die beiden Gästehäuser Drumdale Bed and Breakfast in Inverness und Tigh Na Leigh in Alyth herausheben, die beide sehr liebevoll gestaltet sind und deren Besitzer sehr hilfsbereit waren.

Obwohl dieses nun schon mein zweiter Besuch in Schottland war, wird es sicher nicht mein letzter gewesen sein!

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Wir hat Euch dieser Übersichtsartikel gefallen? Seid Ihr selbst schon in Schottland unterwegs gewesen? Was sind Eure Empfehlungen für eine solche Tour? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Artikel!

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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