Schottland – Tagestour auf die Orkneys

Während unserer 14-tägigen Schottland-Rundreise verbringen wir einen Tag auf den Orkney-Inseln. Wir setzen mit unserem Mietwagen auf der Fähre über und sehen uns zwei sehr alte Steinkreise, die Ausgrabungsstätte Skara Brae, die Yesnaby Cliffs und zwei Kirchen an.

Unterwegs schauen wir nach dem ein oder anderen Geocache. Kommt mit auf die virtuelle Reise über die Orkneys …

 

 

Die Fährüberfahrt

Eigentlich war geplant diese Tour als organisierten Ausflug ab John’o’Groats zu machen. Wir hatten schon alles gebucht – doch leider wurde uns die Tour ein paar Wochen vorher abgesagt. Also schauten wir mal, wie wir einen Trip auf die Orkneys als Tagestour selbst organisieren können. Über das Internet buchten wir uns Tickets für die Fähre Gill’s Bay – St. Margarets Hope, die etwa sechs Kilometer von unserer Unterkunft in John’o’Groats abfährt. Wir buchen die erste Fähre, die morgens um 9:30 startet und eine Stunde später St. Margarets Hope auf den Orkneys erreicht. Vor Ort haben wir dann genau sechs Stunden, bevor wir wieder am Fährhafen sein müssen.

Kurz vor 9:00 Uhr fahren wir als einer der ersten in die Warteschlange an der Fähre. Wir haben Glück und es ist sonnig und warm an diesem Morgen. Ich steige aus und laufe zum Pier. In der Ferne kann ich schon unsere Fähre kommen sehen: Es ist ein moderner Katamaran.

Zum Anlegen muss der Kapitän das Schiff um 180 Grad drehen und mit dem Heck zur Rampe fahren.

Dann ist es soweit – wir dürfen auf das Schiff fahren, stellen den Mietwagen ab und laufen auf das Oberdeck, wo wir während der Fahrt die beste Sicht auf die Umgebung haben.

Wir fahren zunächst ein kurzes Stück an der Küste entlang und drehen dann nach Norden zu den Orkneys ab.

Die größeren Orkney-Inseln sind um eine riesige Bucht mit dem Namen Scapa Flow angeordnet, die einen geschützten Naturhafen bildet. Im Zweiten Weltkrieg ankerte dort ein Teil der britischen Kriegsflotte, weshalb auch heute noch Überreste von ehemaligen militärischen Anlagen zu sehen sind. Als unsere Fähre durch Scapa Flow fährt, kommen wir an einer Bohrinsel vorbei, die hier entweder nur geparkt oder gewartet wird.

Nach einer knappen Stunde Fahrt erreichen wir St. Magarets Hope.

Das Entladen der Fahrzeuge geht recht fix und schon wenige Minuten später fahren wir über die Straßen der Orkney-Insel South Ronaldsay nach Norden.

 

Der Ring of Brodgar

Unser erstes Ziel heute ist der Ring of Brodgar – eine ringförmige Steinsetzung, die vermutlich aus dem Jahr 2700 vor Christi Geburt stammt. Wir fahren einige Meter an dem Steinkreis vorbei und halten rechts auf dem großen und kostenlosen Besucherparkplatz. Von dort führt ein Weg auf die andere Seite der Straße und weiter bis zum Steinkreis, der auf einer kleinen Anhöhe aufgestellt wurde.

Für mich ist sehr überraschend, dass der Besuch dort keinen Eintritt kostet. Die Steine selbst und das Innere des Kreises sind abgesperrt und dürfen nicht betreten werden.

Die Steine sind recht groß und vermutlich auch sehr schwer. Natürlich frage ich mich, was die Menschen damals bewogen haben muss, mit ihren bescheidenen technischen Möglichkeiten, diese tonnenschwere Steine hierher zu bringen und aufzustellen.

Wir spazieren einmal um den Steinkreis herum und ich mache unzählige Fotos von diesem mystischen Ort.

Etwa eine halbe Stunde verbringen wir am Ring of Brodgar, bevor wir unsere Rundfahrt über die Orkneys fortsetzen.

 

Die Ausgrabung von Skara Brae

Wir fahren weiter zum Museum von Skara Brae. Dies ist die einzige Sehenswürdigkeit, die wir vorbuchen mussten, da wegen Corona nur eine begrenzte Anzahl von Besuchern eingelassen wird. Da wir etwas früh dort ankommen, nutzen wir die Zeit für ein ausgedehntes Picknick an den dort vorhandenen Tischen und Bänken. Bevor wir hinein gehen, machen wir noch schnell ein Beweisfoto für den Virtual Skara Brae (Virtual Reward), dessen Fragen während des Besuches hier gut zu beantworten sind.

Nachdem wir uns drinnen das kleine Museum angeschaut haben, gehen wir in den Außenbereich. Leider ist die nachgebaute Hütte wegen Corona geschlossen.

Die Ausgrabungsstätte von Skara Brae ist eine jungsteinzeitliche Siedlung, die in die Zeit zwischen 3100 und 2500 v. Chr. datiert wird. Sie liegt etwas erhöht in der Nähe des Strandes.

An dieser Stelle wurden mehrere Häuser samt Inventar ausgegraben.

Man kann sich richtig vorstellen, wie komfortabel die Menschen in der Steinzeit gelebt haben: In ihren Häusern gab es schon sowas wie ein Bett (links) und einen Schrank (hinten in der Mitte).

Nach dem Besuch der Ausgrabung führt uns der ausgeschilderte Rundweg am Skail House, einem Herrenhaus, vorbei.

Mit Picknick benötigen wir für das Museum und den Besuch der Ausgrabung insgesamt 90 Minuten.

 

Die Yesnaby Cliffs

Von Skara Brae fahren wir weiter zu den Klippen von Yesnaby. Ganz in der der Nähe der Klippen an den Überresten einer Anlage aus dem Zweiten Weltkrieg gibt es einen kleinen Parkplatz.

Von dort sind es nur wenige Meter bis zu den Klippen, an denen es wirklich tief nach unten zum Meer geht. Es gibt kein Geländer, weshalb gerade bei Wind höchste Vorsicht geboten ist.

Wir spazieren etwas an der sehr zerklüfteten Küste entlang und schauen den vielen Seevögeln zu, die sich hier angesiedelt haben.

Nach etwa zwanzig Minuten Aufenthalt am westlichsten Punkt unserer Tour setzen wir unsere Fahrt fort.

 

Kurzer Halt am Cache

Quasi schon auf dem Rückweg (nach Osten) zur Fähre, wollen wir noch einen Geocache mit richtiger Dose suchen. Unsere Wahl fällt auf den Tradi Thank you Orcadians.

Er führt uns zu einem kleinen Steinhaus mit Parkplatz davor. Nach kurzer Suche werden wir fündig!

 

Die Standing Stones of Stennes

Wir fahren den gleichen Weg zurück, den wir gekommen sind. Etwas hinter dem Ring of Brodgar kommen wir an einem weiteren, etwas kleineren Steinring vorbei: den stehenden Steinen von Stennes.

Auf dem kleinen Parkplatz stellen wir unser Fahrzeug ab und betreten durch ein Gatter eine Weide. Dort stehen zwischen vielen Schafen einige riesige Steine in einem Kreis. Hier dürfen wir uns frei bewegen und auch in den Kreis hinein gehen.

Am Rand der Weide gibt es einige Informationstafeln, die erklären, wie die Menschen damals diese Steine aufgerichtet haben. Wenn ich mich unmittelbar davor stelle, merke ich erst, wie riesig die sind.

Zehn Minuten und viele Fotos später sitzen wir schon wieder im Auto und fahren zurück in die Hauptstadt Kirkwall.

 

Die St. Magnus Cathedral

Wir passieren den Hafen auf dem Weg in die Altstadt.

Direkt neben der Kathedrale gibt es einen kleinen Parkplatz, wo wir unser Auto abstellen können. Wir stehen nun mitten in der Altstadt von Kirkwall, der Hauptstadt der Orkneys.

Wir laufen die wenigen Meter hinüber zur Kirche: Leider ist sie komplett geschlossen. Wir können sie nur von außen besichtigen.

In der Nähe wurde der Tradi Thing Sites: St Magnus Cathedral platziert. Auf dem Weg dorthin laufen wir an den Überresten des Earl’s Palace vorbei.

Weiter die Straße hoch kommen wir zu dem Tradi, der sich auf der Innenseite der Mauer befindet. Zum Glück ist wenigstens das Tor zum Friedhof offen, so dass wir den Tradi ohne Probleme loggen können.

Ich mache noch einige Fotos von der Kirche und dem Friedhof. Dann kaufen wir uns in der Hauptstraße ein Eis und wir steigen wieder ins Auto.

 

Die Italian Chapel

Der letzte Sightseeing-Spot auf Orkney ist die Italien Chapel. Dabei handelt es sich um eine kleine Kapelle, die von italienischen Kriegsgefangenen im Zweiten Weltkrieg in einem Gefangenenlager errichtet wurde. Die Kapelle hat das Gefangenenlager überlebt.

Wenn man sich diese Kapelle von der Seite anschaut, so sieht man, dass sie aus den Standardteilen einer Blechbaracke errichtet worden ist.

Um die Kapelle von innen anschauen zu können, müssen wir einen Eintritt bezahlen. Aber es lohnt sich: Die Kapelle ist drinnen sehr schön verziert.

Besonders die Deckengemälde empfinde ich als sehr gelungen.

Als wir die Kapelle verlassen, piepst mein GPS und mir fällt in der Nähe der Tradi Italian Chapel auf. Leider suchen wir vergebens und da wir langsam zur Fähre zurück müssen, bleibt auch keine Zeit für eine ausgedehnte Suche. So fahren wir ohne diesen Fund zum Fährhafen zurück.

 

Die Rückfahrt mit der Autofähre

Die Italian Chapel steht auf einer kleinen Insel, die wie auch die Insel mit dem Fährhafen über einen großen befahrbaren Damm mit dem Mainland von Orkney verbunden ist. Diese Dämme wurden damals von den italienischen Kriegsgefangenen angelegt, um das Eindringen von Schiffen und U-Booten in den Naturhafen von Scapa Flow zu verhindern. Bei der Fahrt über einen solchen Damm kommen wir an einem versenkten Blockadeschiff vorbei.

Kurz vor 17 Uhr ist es dann soweit, wir dürfen auf die Fähre fahren.

Natürlich verbringen wir wieder die komplette Fahrt auf dem Aussichtsdeck. Bei der Ausfahrt aus Scapa Flow kommen wir dieses Mal sehr nah an den ehemaligen Feuerleittürmen aus dem Zweiten Weltkrieg vorbei. Von hier aus wurden die mächtigen Küstenbatterien gegen Seeziele gesteuert.

Etwas später passieren wir noch einen Leuchturm, der gerade von der Abendsonne angestrahlt wird.

Kurz nach 18 Uhr verlassen wir die Fähre und fahren über das schottische Festland zur unserer Ferienwohnung in John’o’Groats. Damit geht ein schöner Tag auf den Orkneys zu Ende.

 

Interaktive Karte unserer Orkney-Tour

Auf der folgenden Karte könnt Ihr den genauen Verlauf unserer Tour über die Insel Orkney sehen. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Bei den Geocaches öffnet ein Klick auf den Namen das zugehörige Listing auf geocaching.com. Alle Sightseeing-Ziele, die ich hier im Beitrag vorstelle, findet Ihr auch in dieser Karte.

Falls Euch meine Tour interessiert, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei mit allen Wegpunkten und Geocaches herunterladen.

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Dieser Beitrag gehört zu einer Artikelserie über unsere 14-tägige Mietwagenreise durch das nördliche Schottland. Eine Übersicht über alle Orte und Sightseeing-Spots, die wir besucht haben, findet Ihr in meinem Beitrag „14 Tage Autorundreise durch Schottland“ .

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Wie hat Euch diese Tourempfehlung gefallen? Seid Ihr selbst schon auf auf den Orkneys unterwegs gewesen? Was habt Ihr dort erlebt? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag!

 

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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