Schottland – Über die North Coast 500 von Skye bis Ullapool

Wir verlassen die Insel Skye und fahren über 300 Kilometer nach Norden über die North Coast 500, eine der schönsten Autorouten Schottlands. Zu Beginn machen wir einen Fotostopp am Eilean Donan Castle, bevor wir dann über einspurige Straßen durch die grandiose Natur der Highlands fahren.

Wir halten den Atem bei der Fahrt über den Bergpass Bealach na Bà an und schauen uns eine enge Schlucht mit Hängebrücke und Skywalk an. Kommt mit auf die virtuelle Reise durch die grandiose Landschaft Schottlands …

 

 

Die North Coast 500

Nach drei Übernachtungen in einer Ferienwohnung in Portree auf der Insel Skye wird es Zeit für uns weiterzuziehen. Der Plan für heute ist, gute 300 Kilometer auf einer der schönsten Rundstraßen Schottlands zu unternehmen: auf der North Coast 500! Die NC 500 ist eine 500 Meilen lange Rundstraße, die in Inverness beginnt, einmal quer durchs Land bis nach Applecross an der Westküste verläuft und von dort meist an der Küste entlang über Ullapool nach Norden nach Dorness an der Nordküste führt. Von dort geht sie weiter immer an der Nordküste entlang über Thurso bis nach John’o’Groats. Danach folgt sie der Ostküste über Wick und Dornoch bis nach Inverness zurück.

Wer einsame Landschaften und kleine Örtchen liebt, für den ist dieser Roadtripp genau das Richtige!

Da die Straßen überwiegend schmal und einspurig sind, solltet Ihr Euch für einen Tag nicht zuviel Strecke vornehmen. Mit etwas Sightseeing sollten es nicht mehr als 300 Kilometer pro Tag sein.

 

Kurzer Fotostopp am Highlander-Castle

Wir starten morgens um neun Uhr in Portree und verlassen die Insel über die große Skye-Bridge.

Danach folgen wir der Hauptstraße bis nach Dornie, wo sich die bekannte Burg Eilean Donan Castle befindet, in der der Kinofilm Highlander seinen Anfang nimmt. Da saarzwerg und ich diese Burg bei unserem früheren Schottland-Besuch besichtigt haben, wollen wir heute nur einen kurzen Fotostopp einlegen. Ich fahre zunächst an der Burg vorbei etwas nach Süden bis zu einer kleinen Parkbucht auf der See-Seite. Dort habe ich diesen schönen Blick auf die Burg mit den violett-blühenden Hügeln dahinter.

Anschließend fahren wir zurück zum offiziellen Parkplatz bei der Burg, der bei uns kostenlos war. Wir spazieren etwas am Meer auf und ab und schießen ein paar Fotos von dem Highlander-Schloss, welches sehr fotogen ist.

Wir haben echt Glück mit unserem Reisetermin. Die blühende Heide auf den Hügeln hinter der Brücke schaut doch toll aus, oder?

Nach einer knappen Stunde Fotostopp an der Burg setzen wir gegen halb 12 Uhr mittags unser Fahrt fort.

Wir fahren nochmal bis Auchtertyre und nehmen die A890 nach Norden. Bei Lochcarron biegen wir in die NC500 ein und folgen ihr für den Rest des Tages.

 

Über den Bergpass Bealach na Bà

Etwa 10 Kilometer und eine Bucht weiter ist schon ein kleiner Nervenkitzel angesagt: Die Single-Track-Road schraubt sich in Serpentinen den Hang hinauf. Leider ist das Wetter nicht mehr so toll, es nieselt und die Wolken hängen tief. Wir sind froh, dass uns keine Autos entgegen kommen.

Ein paar Serpentinen später haben wir schon etwas an Höhe gewonnen und mir fällt unten in der Bucht ein kleiner Hafen auf. Dort scheint gerade eine kleine Ölbohrinsel zu Reparatur abgestellt worden zu sein?

Wir folgen weiter unserer kleinen Bergstraße, die kontinuierlich nach oben geht. Inzwischen haben wir den Hang verlassen und fahren durch ein kleines Tal hinauf zu einem Übergang.

Oben angekommen stellen wir den Wagen in einer Parkbucht ab und schauen uns die Straße mal von oben an.

Aber noch haben wir nicht den höchsten Punkt des Passes erreicht. Der liegt einen knappen Kilometer weiter, wo sich auch ein großer Parkplatz befindet. Vom Meer bis hier hoch haben wir nun 626 Höhenmeter überwunden. Vom Parkplatz ist es nur ein kleiner Spaziergang bis zu einem gemauerten Aussichtspunkt.

Trotz der vielen Wolken ist die Sicht auf die Bucht unter uns recht klar. Hier oben in der kargen Gebirgslandschaft suchen wir die erste Dose des Tages, den Tradi The Road to Applecross (Bealach na Bà). tower27 ist heute der schnellste und findet die Dose als erster. Dann genießen wir noch etwas die Aussicht …

… bevor wir wieder in unseren Mietwagen steigen und weiter der NC500 folgen. Nun geht es nur noch bergab.

Gegen 13:30 Uhr haben wir die Abfahrt hinter uns gelassen und erreichen wieder das Meer.

 

In der Bucht von Applecross

Da wir in der Abfahrt keinen geeigneten Picknickplatz gefunden haben und es nun schon recht spät geworden ist, beschließen wir am Campingplatz von Applecross unsere Mittagspause einzulegen. Wir setzen uns auf die Steine und picknicken mit Meerblick.

Die Bucht ist schön anzuschauen. Sie ist umrahmt von Hügeln mit viel blühendem Heidekraut.

Vom berühmten gelb-orangenen Sandstrand von Applecross können wir leider nicht viel sehen, da wir wohl den falschen Zeitpunkt erwischt haben: Es ist gerade Flut.

 

Weiter nach Shieldaig

Nun kommt der für mich schönste Abschnitt dieser Tagesetappe: Das Wetter ist inzwischen besser geworden, ja sogar sonnig, und wir folgen dem Straßenverlauf der NC500 entlang der Ostküste von Schottland.

Was will man mehr: blaues Meer, blauer Himmel, grüne und violette Hügel und wir auf einer kleinen einspurigen Teerstraße mittendrin?!

Plötzlich sehe ich etwas entfernt im Meer. Ich bitte unseren Fahrer tower27 mal kurz anzuhalten. Erst als ich mein Teleobjektiv komplett ausgefahren habe, kann ich erkennen, was da durch die Bucht fährt: Ich sehe das erste Mal ein aufgetauchtes U-Boot „in freier Wildbahn“. Man merkt deutlich, dass Schottland eine lange Militärtradition hat.

Wir setzen unsere Fahrt fort. Ab und zu tauchen rechts und links der Straße immer mal wieder ein paar einsame Höfe auf.

Und dann ist großes Kino angesagt: Ein Highland-Stier interessiert sich für eine Highland-Kuh. Dieses Schauspiel schauen wir uns eine gute Viertelstunde an – ich mache unzählige Fotos.

Anschließend fahren wir wieder weiter. Wir folgen der kleinen Teerstraße, die kilometerlang ohne eine einzige Abzweigung ist.

Dann geht es einen kleinen Hügel hinauf. Oben angekommen sind wir zunächst etwas sprachlos – die Landschaft hat sich etwas verändert: Wir haben wieder einen schönen Aussichtspunkt erreicht. Vor uns in der Heide grasen die Schafe, dahinter eine Bucht und am Horizont kommen höhere Berge … wunderschön!

Und in Richtung dieser Berge fahren wir nun. Die Landschaft wird rauer und die Straße kurviger.

Am Ende der Bucht fahren wir durch ein kleines Dorf mit einer Reihe schöner Häuser direkt am Meer.

Wir haben Shieldaig erreicht, wo wir eine kleine Pause einlegen.

 

Einfach nur eine grandiose Landschaft

Noch kann ich mich an dieser grandiosen Landschaft nicht satt sehen. Ich sitze auf dem Beifahrersitz und kann während der Fahrt unzählige Fotos von der abwechslungsreichen Natur machen.

Die Hügel um uns herum werden allmählich höher.

Die North Coast 500 ist leider nicht durchgehend ausgeschildert. Zum Glück habe ich mir in der Vorbereitung dieser Tour einen GPS-Track angefertigt und auf unser Auto-Navi geladen. Ohne diese Vorbereitung hätten wir sicher an so mancher der seltenen Abzweigungen dumm aus der Wäsche geschaut.

Nur an wenigen Stellen ist die Straße zweispurig ausgebaut. Hügel, Seen und Buchten wechseln sich ab.

Wir kommen immer weiter nach Norden. Wir freuen uns, dass wir im August unterwegs sind – die blühende Heide ist schon sehr beeindruckend.

In den Hügel sind wir fast alleine, nur selten kommt uns ein Auto entgegen. An den Buchten ist dann schon mehr los – dort gibt es einige kleine Dörfer.

Allmählich nähern wir uns Ullapool.

 

Die Calloch Schlucht

Knapp 20 Kilometer vor der Stadt steht noch ein letzter Sightseeingpunkt auf dem Programm: die Schlucht von Calloch. Vom ausgeschilderten Parkplatz führt ein kleiner Wanderweg in die Tiefe zu einem Flusslauf, der sich tief in den Fels eingeschnitten hat. Dort unten gibt es eine große Hängebrücke, die die enge Schlucht überspannt.

Wir laufen über die Brücke und folgen dem Pfad auf der anderen Seite bis zu einem kleinen Skywalk, der in die Schlucht hinein ragt. Von dort kann ich die Hängebrücke fotografieren und mir wird erst da bewusst, wie tief die Schlucht darunter ist.

An dieser Stelle liegt der Earthcache Corrieshalloch Gorge, bei dem zwei einfache Fragen zu beantworten sind. Wir wandern den gleichen Weg wieder zurück zu unserem Auto.

 

Der Abend in Ullapool

Zwanzig Minuten später haben wir schon den Endpunkt unserer heutigen Etappe erreicht: Ullapool, ein kleines Fischereistädtchen. Nach einem ausgedehnten Abendessen im Morefield Motel gönnen wir uns noch einen kleinen Spaziergang am Hafen von Ullapool. Auch hier reihen sich die kleinen Häuser entlang der Waterfront auf.

Die Schiffe im Hafen werden sehr schön von der untergehenden Sonne angestrahlt.

Ich laufe vor bis zum Kai, um dort noch ein Foto von der Häuserzeile zu machen, auf dem man nicht so viele Autos sehen kann.

Damit geht es sehr schöner Tag zu Ende und ich freue mich schon auf den nächsten, wo wir unsere Fahrt über die North Coast 500 fortsetzen werden …

 

Meine Übernachtungsempfehlung für Ullapool

Leider haben wir während unserer Vorbereitung kein freies Hotel im Ortskern von Ullapool finden können. Daher haben wir uns das Hotel Habour House (Provisionslink) gebucht, welches etwa eine halben Kilometer vor dem Ortseingang von Ullapool liegt.

Bei der Ankunft werden wir schon angenehm überrascht: Wir bekommen wahlweise einen Gin oder Whisky auf Kosten des Hauses.

Unser Zimmer war OK und das Bad etwas klein im Vergleich zu unserer Ferienwohnung der letzen Tage, jedoch modern und funktionell. Das Hotel hat einen großen Frühstücksraum mit einem sehr üppigen und leckeren Buffet. Wir werden von einem österreichischen Kellner bedient, der sich freut, mal wieder etwas deutsch reden zu dürfen.

Hinter dem Hotel befindet sich ein großer Garten, der hinunter bis zur Bucht reicht. Von dort habt Ihr einen tollen Blick auf den Hafen und die kleinen Fischerhäuschen dahinter.

Uns hat es in diesem Hotel sehr gut gefallen – wir würden es jederzeit wieder buchen!

 

Interaktive Karte unserer Road-Tour

Auf der folgenden Karte könnt Ihr den genauen Verlauf unserer Tour über einen Teil der North Coast 500 von Skye bis nach Ullapool sehen. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Bei den Geocaches öffnet ein Klick auf den Namen das zugehörige Listing auf geocaching.com. Alle Sightseeing-Ziele, die ich hier im Beitrag vorstelle, findet Ihr auch in dieser Karte.

Falls Euch meine Tour interessiert, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei mit allen Wegpunkten und Geocaches herunterladen.

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Dieser Beitrag gehört zu einer Artikelserie über unsere 14-tägige Mietwagenreise durch das nördliche Schottland. Eine Übersicht über alle Orte und Sightseeing-Spots, die wir besucht haben, findet Ihr in meinem Beitrag „14 Tage Autorundreise durch Schottland“ .

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Wie hat Euch diese Tourempfehlung gefallen? Seid Ihr selbst schon auf auf der North Coast 500 unterwegs gewesen? Was habt Ihr dort erlebt? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag!

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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