Geocaching-Meisterschaft 2026: Unsere Qualifikation!

Nervenkitzel pur bei der Qualifikation zur 20. Geocaching-Meisterschaft: 41 Teams kämpfen um nur 16 Startplätze, während ein unerbittlicher Countdown läuft – am Ende steht unser Team „The curious five“ mit gemischten Gefühlen auf Platz 9 und fährt nach Berlin!

Von frustrierenden Nullrunden über kreative KI-Unterstützung bis hin zu kniffeligen Falträtseln und Emoticon-Bilderrätseln – war diese Marathon-Quali mit 16 Aufgaben zu hart oder genau richtig?

 

 

Die Qualifikation zur 20. Geocaching Meisterschaft

Die Qualifikation zur 20. Geocaching-Meisterschaft stand an und ich kann dir sagen, der Puls war zeitweise auf Anschlag, obwohl es schon meine dreizehnte Teilnahme an einer solchen Qualifikation war. Insgesamt hatten sich 42 Teams angemeldet, um einen der begehrten Startplätze in Berlin zu ergattern. Da das Team Thalheim letztlich nicht antrat, kämpften wir gegen 40 andere Mannschaften in einer intensiven Online-Ausscheidung. Nur die besten sechzehn dürfen am Ende teilnehmen, was den Druck natürlich ordentlich erhöht hat.

Die Organisation hatte sich dafür etwas ganz Besonderes einfallen lassen und eine eigene Webseite programmiert. Das System war so aufgebaut, dass zwar alle Teammitglieder Antworten eingeben konnten, aber final durfte nur der Teamleiter die Lösung abschicken. Das Ganze war technisch leider nicht immer ganz reibungslos, denn ab und zu hängte sich das System auf und wir mussten die Seite im Browser neu laden, was in der Hitze des Gefechts natürlich für Nervenkitzel sorgte. Jede der Aufgaben war mit einer Maximalzeit belegt, die uns als unerbittlicher Countdown direkt vor Augen geführt wurde.

Da sich die einzelnen Rätsel immer zu festgesetzten Uhrzeiten öffneten, waren wir von kurz nach 9 Uhr bis um 17 Uhr durchgehend am Rödeln. Die einzige Verschnaufpause war eine knappe Stunde Mittagspause, die uns gewährt wurde, bevor es direkt mit der nächsten Knobelrunde weiterging.

Es war ein echter Marathon für den Kopf, bei dem wir als Team „The curious five“ alles gegeben haben. Insgesamt galt es, 16 verschiedene Rätsel zu knacken, die uns mal mehr und mal weniger Schweißperlen auf die Stirn getrieben haben. Damit du dir ein Bild von diesem digitalen Auswahlverfahren machen kannst, stelle ich dir diese Aufgaben nun im Detail vor.

1. Aufgabe: Der Schwarm

Nachdem der Startschuss gefallen war, ging es für uns auch direkt mit der ersten Aufgabe los, die unser Gedächtnis ordentlich auf die Probe stellte. Wir mussten ein klassisches 8×8-Memory lösen, was bei der Menge an Feldern schon eine gewisse Konzentration erfordert. Unser Team war aber super eingespielt, sodass wir relativ schnell alle Paare aufgedeckt hatten. Sobald das letzte Pärchen gefunden war, erschien auf dem Bildschirm ein QR-Code, den wir fix gescannt haben. Dieser verriet uns schließlich das gesuchte Lösungswort, das ich dann als Teamleiter im System eingegeben habe.

Im ersten Moment fühlte sich das nach einem richtig guten Start an, weil wir flüssig durchgekommen sind. Später beim Blick in die Auswertung folgte dann jedoch die kleine Ernüchterung: Wir haben für diese Aufgabe 14 von 42 möglichen Punkten erhalten. Da zeigt sich mal wieder, wie hoch das Niveau bei der Qualifikation zur Geocaching-Meisterschaft ist und dass jede Sekunde zählt, um im Ranking der 41 Teams oben mitzuspielen.

2. Aufgabe: Das Dreieck

Diese dreiteilige Herausforderung war nicht nur ziemlich schwierig, sondern auch extrem zeitintensiv. Im ersten Teil ging es darum, die exakten Koordinaten von drei Bauwerken in Berlin zu bestimmen, wie sie dort um das Jahr 1890 herum zu finden waren. Da war Millimeterarbeit gefragt, denn nur bei einer sehr genauen Eingabe akzeptierte das System unsere Antwort. Die Organisatoren hatten uns dafür ursprünglich über eine Stunde Zeit gegeben, die aufgrund kleinerer technischer Probleme sogar noch ein wenig verlängert wurde.

Das Besondere an dieser Qualifikationsrunde war, dass diese Aufgabe parallel zu den nachfolgenden Rätseln lief. Hier war also echtes Organisationstalent gefragt, um die Ressourcen im Team sinnvoll aufzuteilen und nicht den Überblick zu verlieren. Nachdem wir die historischen Standorte endlich korrekt im System hinterlegt hatten, schaltete sich der zweite Teil frei. Dabei handelte es sich um eine spezifische Frage, die wir mit einer gezielten Recherche über Google lösen konnten.

Zum krönenden Abschluss im dritten Teil mussten wir dann noch die genaue Entfernung zwischen zwei weiteren Koordinaten berechnen. Es war ein ständiges Hin und Her zwischen Karten, historischen Quellen und Berechnungen. Als ich später in die Auswertung schaute, war ich sichtlich erleichtert: Wir haben hier 35 von 42 möglichen Punkten geholt.

3. Aufgabe: Meine Freunde

Nach der intensiven Recherche zu den Berliner Bauwerken stand uns bei der dritten Aufgabe ein klassisches Logikrätsel bevor. Da die Zeit bei der Qualifikation zur Geocaching-Meisterschaft bekanntlich im Nacken sitzt, haben wir uns für eine moderne Herangehensweise entschieden. Ich habe die KIs von ChatGPT und Google Gemini mit ins Boot geholt, um die Aufgabe so schnell wie möglich zu knacken.

Allerdings hat uns die Technik hier eine kleine Falle gestellt. Wir haben die von der KI generierten Ergebnisse nur rudimentär überprüft und die Antworten dann direkt abgegeben. Das stellte sich im Nachhinein als Fehler heraus, denn leider waren am Ende nur drei der fünf Fragen tatsächlich richtig beantwortet.

Trotz dieses Patzers konnten wir uns am Ende noch 25 von 42 möglichen Punkten sichern.

4. Aufgabe: Mein Bruder Fritz

Bei der vierten Aufgabe mussten wir ein Quadrat ausdrucken und so geschickt falten, dass sich daraus ein Lösungswort ergibt, doch leider hat uns die komplizierte Faltanleitung unter dem Zeitdruck leicht überfordert.

Da die Uhr unerbittlich tickte, blieb mir als Teamleiter nur das Raten der Lösung, was enttäuschenderweise komplett schiefging und uns das erste Mal bittere 0 Punkte einbrachte. Diese Nullnummer bei der Qualifikation zur 20. Geocaching-Meisterschaft war ein herber Rückschlag, den wir erst einmal verdauen mussten. Kurz nach dem Zeitende konnten wir die richtige Antwort ablesen.

5. Aufgabe: Vertreibung

Bei der fünften Aufgabe müssen wir auf einem Plan der U-Bahnstation Alexanderplatz die Flugroute unserer Fledermaus Frieda anhand kleiner Symbole für Richtungsänderungen rekonstruieren.

Da die Zeit wieder einmal knapp wurde, konnten wir ungünstigerweise nur einen Teil der Route bestimmen und mussten die Lösung vor Zeitende einreichen, um die Teilpunkte zu sichern. Trotz der unvollständigen Flugbahn haben wir für diese knifflige Orientierungsaufgabe immerhin noch 25 von 42 Punkten ergattert.

6. Aufgabe: Hunger

In der sechsten Aufgabe stehen wir vor der Herausforderung, 24 Umrisse von Berliner Seen auf einer Karte genau zuzuordnen.

Unser Team teilt sich für die Suche effizient auf, was halbwegs zufriedenstellend läuft, auch wenn die Zeit am Ende nicht für alle Gewässer ausreicht. Mit 15 von 24 möglichen Punkten beenden wir diese Runde und kämpfen uns weiter durch das dichte Feld der 41 Mannschaften. Eine wirklich schöne Aufgabe, die uns Spaß macht!

7. Aufgabe: Schöner hängen

In der siebten Aufgabe identifizieren wir anhand von Beschreibungen fünf Festungen in Europa und bestimmen deren Koordinaten, was uns als Team richtig gut gelingt.

Mit der Unterstützung von ChatGPT berechnen wir anschließend die kürzeste Route und klären die Unterschiede zwischen „Geotute“ und „Geotäte“, sodass wir alle Fragen inhaltlich korrekt beantworten. Hier erreichen wir stolze 37 von 42 Punkten.

8. Aufgabe: Altstädte

In der letzten Aufgabe am Vormittag der Qualifikation stehen wir 15 Bildern mit jeweils einer Frage und drei Auswahlmöglichkeiten gegenüber, was mein Team zunächst recht souverän meistert.

Da die Zeit wie so oft viel zu kurz bemessen ist, entscheide ich mich gegen Ende dazu, die verbleibenden Fragen von hinten nach vorne nach meinem Bauchgefühl zu beantworten, um überhaupt rechtzeitig Ergebnisse abzusenden. Überraschenderweise erweisen sich einige meiner geratenen Antworten als richtig, sodass wir für diese Runde solide 26 von 42 Punkten mit in die Mittagspause nehmen.

9. Aufgabe: Markttag

Nach der Mittagspause startet die nächste Runde mit drei Bildern von Marktständen, bei denen klickbare Elemente und ein Hinweis in einer Zeitung uns den Weg weisen.

Wir müssen die Gegenstände an den Ständen identifizieren und in Morsezeichen umwandeln, doch leider fällt der Groschen bei meinem Team erst sehr spät, sodass ich nur ein Lösungswort rechtzeitig abschicken kann. Da bei dieser kniffligen Aufgabe etwa die Hälfte aller Teams eine Nullrunde einfährt, genügen uns diese Teilinformationen erstaunlicherweise noch für solide 26 von 42 Punkten.

10. Aufgabe: Ein bekanntes Gesicht

In der zehnten Aufgabe der Qualifikation erwartet uns ein kreatives Emoticon-Bilderrätsel, bei dem unser Team verschiedene Orte in Berlin anhand kleiner Symbole entschlüsselt.

Wir teilen uns effizient auf und bestimmen 23 der 32 gesuchten Begriffe richtig, was uns stolze 35 von 42 Punkten einbringt und uns als Team richtig viel Spaß bereitet.

11. Aufgabe: Der Gesandte aus der Luft

Die elfte Aufgabe erweist sich als richtig frustrierend, da wir zwei Schwarz-Weiß-Ausdrucke einfärben und mithilfe eines roten Luftballons ein Lösungswort bestimmen müssen.

Unserem Team gelingt dies überhaupt nicht, weshalb ich die nächste Nullrunde für uns verbuchen muss. Erst am Ende sehe ich in der Auswertung, dass insgesamt nur zwei der 41 Teams diese harte Nuss knacken konnten, was meinen Frust zumindest ein kleines bisschen lindert, allerdings die Frage aufwirft, ob es diese Aufgabe wirklich in der Qualifikation gebraucht hätte?

12. Aufgabe: Der Kommandant

In der zwölften Aufgabe der Qualifikation erwartet unser Team ein klassisches Logikrätsel, bei dem jedes meiner fünf Teammitglieder jedoch nur einen Teil der notwendigen Informationen erhält.

Wir fütteren ChatGPT mit diesen Puzzleteilen, wodurch wir präzise Ausschlussbedingungen erhalten, die wir gemeinsam abstimmen und vor der Abgabe noch einmal gründlich überprüfen. Diese konzentrierte Zusammenarbeit zahlt sich richtig aus, denn wir beenden die Aufgabe als zweitbestes Team und sichern uns stolze 41 von 42 Punkten. Zu meiner Überraschung können nur elf Teams diese Aufgabe richtig lösen.

13. Aufgabe: Der Rhythmus der Küche

In der 13. Aufgabe werfen wir einen Blick in eine Festungs-Küche, in der Köche am Fließband arbeiten, und erkennen schnell, dass ein Lochstreifen ihre Arbeitsweise vorgibt.

Unser Team versteht, dass wir die Anweisungen ab dem markierten Platz diagonal abarbeiten müssen, um die Teller mit den richtigen Komponenten zu bestücken. Wir geben die korrekte Lösung innerhalb der Zeit ab und sichern uns damit solide 26 von 42 Punkten für unser Punktekonto.

14. Aufgabe: Das zauberhafte Band

In der vierzehnten Aufgabe vergleicht unser Team im ersten Teil erfolgreich zwei Bilder und identifiziert den Spitzhut als identisches Element.

Der zweite Teil erweist sich als deutlich schwieriger, da ich aus Pappe einen kleinen Hut nachbauen muss, um mittels eines Textstreifens nach dem Prinzip einer Skytale eine Botschaft zu entschlüsseln. Da die Zeit unaufhaltsam abläuft und ich zwischen den Begriffen Zimmer, Lampe und Tresen schwanke, entscheide ich mich für die falsche Kombination Zimmerlampe, was uns am Ende immerhin noch 10 von 42 Punkten für den ersten Teil des Rätsels einbringt.

15. Aufgabe: Die Fenster zum Hof

Die vorletzte Aufgabe der disjährigen Qualifikation erweist sich als echter Frustbringer, da unser Team zwei Bilder von Fensterscheiben übereinanderlegen muss, uns aber die zündende Idee und die passenden Grafikprogramme für die Umsetzung fehlen.

Da die Zeit unaufhaltsam abläuft, kann ich am Ende überhaupt nichts abgeben, was uns leider eine weitere Nullrunde einbringt. Erst später sehe ich in der Auswertung, dass nur sieben der 41 Teams in der Lage waren, dieses extrem schwierige Rätsel erfolgreich zu lösen.

16. Aufgabe: Geheimnisse der Backsteinmauern

In der letzten Aufgabe blüht unser Team noch einmal richtig auf und löst drei von vier Kniffligkeiten souverän.

Beim vierten Rätsel grenzen wir die Lösungsmöglichkeiten nur ein und landen wir durch geschicktes Ausprobieren per Prüfen-Knopf den entscheidenden Treffer.

Wir positionieren die anschließend erhaltenen Koordinaten mit höchster Sorgfalt auf der Karte und geben die Lösung weit vor dem Zeitlimit ab, was uns stolze 40 von 42 Punkten beschert. Mit diesem Ergebnis schließen wir die finale Runde als drittbestes Team ab und beenden den Qualifikationstag mit einem echten Erfolgserlebnis.

 

Die Ergebnisse

Punkt 17 Uhr beenden wir die letzte Aufgabe der Qualifikation zur 20. Geocaching-Meisterschaft, wobei unser Team wegen einiger Nullrunden zunächst kein wirklich gutes Gefühl hat. Ich muss mich bis fast 19 Uhr gedulden, bevor die Ergebnisse in einer spannenden Videokonferenz verkündet werden. Als schließlich bei Platz 9 unser Name aufgerufen wird, bricht großer Jubel aus, denn wir fahren im Sommer tatsächlich zum Finale nach Berlin.

Dem Team VLERZ aus Leipzig gratuliere ich herzlich zum verdienten Sieg in der Qualifikationsrunde. Gleichzeitig empfinde ich es als sehr bedauerlich, dass unsere befreundeten Teams aus Wiesbaden und der Pfalz es in diesem Jahr leider nicht unter die besten 16 geschafft haben. Jetzt blicke ich voller Vorfreude auf die kommenden Herausforderungen in der Hauptstadt.

 

Mein Fazit

Nachdem ich nun zum 13. Mal an einer Qualifikation teilgenommen habe, blickte ich mit gemischten Gefühlen auf das diesjährige Event zurück, wobei meine subjektive Meinung die Arbeit des Organisationsteams natürlich nicht schmälern sollte.

Mir gefiel die grafische Gestaltung der Aufgaben insgesamt sehr gut, doch leider waren dieses Mal auch echte Frust-Hämmer dabei, bei denen die Zeit für unser Team schlichtweg zu kurz war, um alle Rätsel zu lösen. Die Story empfand ich als wenig schlüssig und das technische System, bei dem nur ich als Kapitän die Ergebnisse einreichen durfte, war für meinen Geschmack unnötig komplex und die gesamte Quali durch die hohe Aufgabenanzahl schlicht zu lang.

Für die kommende Meisterschaft in Berlin wünsche ich mir, dass das gemeinsame Erlebnis und der Spaß wieder im Vordergrund stehen und alle Herausforderungen in der vorgegebenen Zeit lösbar sind. Eine faire Differenzierung der Platzierungen ließe sich schließlich problemlos über die benötigte Zeit erreichen, ohne dass Frustmomente entstehen müssen. Letztlich will den Sieg am Ende wahrscheinlich ohnehin niemand unbedingt erzielen, da man sonst die Verantwortung für die Ausrichtung der nächsten Meisterschaft trägt, oder wie siehst du das?

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Übrigens: Eine Übersicht über alle meine bisherigen Teilnahmen an Qualifikationen und der Geocaching-Meisterschaft habe ich euch auf der Seite „Meine Teilnahmen bei der Geocaching Meisterschaft“ übersichtlich aufgelistet.

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Wie hat euch dieser Beitrag gefallen? Kennt ihr die Geocaching-Meisterschaft? Habt ihr schon mal an einer Qualifikation teilgenommen? Wie immer freue ich mich über eure Kommentare unter diesem Beitrag!

Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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