8 Tage Autorundreise durch Norditalien und San Marino

Heute möchte ich eine kleine Artikelserie beginnen, in der ich Euch unsere selbstorganisierte Autorundreise durch Norditalien und San Marino vorstelle. Unseren Schwerpunkt haben wir dabei auf die schönen Altstädte der Toskana und das nahe San Marino gelegt.

In diesem Beitrag gebe ich Euch Tipps für eine solche Tour, zeige Euch unsere ausgesuchten Unterkünfte und berichte Euch, was wir uns alles angeschaut haben. Schaut doch mal rein!

 

 

Unsere Planungsidee

Nachdem wir uns im Frühjahr die Provence mit dem Auto angeschaut haben und das so toll war, wollen wir das gleiche Konzept für die Toskana und San Marino anwenden. Der Länderpunkt des letzteren steckt mir schon lange in der Nase!

Also habe ich eine Reise mit dem eigenen Auto geplant. Da die Fahrstrecke aus dem Saarland gute 1000 Kilometer lang ist, habe ich uns auf der An- und Rückreise jeweils eine Übernachtung in der Nähe des Gardasees eingeplant. Bei der Suche nach passenden Unterkünften war es uns wichtig, dass diese in fußläufiger Entfernung zu den historischen Altstädten liegen, so dass wir ohne Auto abends gemütlich Essen gehen und dabei beide auch ein Glas Wein genießen können.

Als Reiseziele habe ich uns San Marino, Siena, Florenz und Pisa herausgesucht. Als weitere interessante Orte auf der Route habe ich Arezzo, San Gimignano und Verona ermittelt. Bei der An- und Rückreise habe ich dazu noch einen Stopp in Trient und am Reschensee eingebaut.

Da wir uns recht kurzfristig für diese Reise entschieden haben, war ich überrascht, dass ich über booking.com doch noch sehr vernünftige Unterkünfte gefunden habe. Wichtig war mir, neben der Entfernung zur Altstadt, auch eine vorhandene Möglichkeit meinen Wagen abstellen zu können. Obwohl noch keine Hauptsaison war, gibt es in den italienischen Altstädten kaum freie Parkplätze – von den Kosten will ich da gar nicht erst anfangen zu reden.

Weiter unten findet Ihr die interaktive Karte, wo Ihr meine gpx-Datei mit unserer Fahrstrecke und den von uns gebuchten Unterkünften herunterladen könnt.

 

Fahren in Italien

Aus dem Saarland habe ich die Strecke über den Grenztunnel Füssen und den Fernpass gewählt, was mal wieder keine so gute Idee war, da es dort einige längere Staus gab. Eigentlich wollte ich anschließend über den Reschenpass fahren – mein Navi plante jedoch im Inntal kurzfristig auf den Brenner um, was aber auch nicht besser war. Gerade, als wir dort ankamen, gab es einen LKW-Unfall und wir mussten auf die kurvenreiche Umgehung ausweichen. Das hat am Ende dazu geführt, dass wir für die knapp 700 Kilometer bis Trient knapp neuneinhalb Stunden benötigt haben.

Die großen Entfernungen in Italien sind wir auf der Autobahn gefahren, die Maut kostet. Hier war ich (wie auch schon in der Provence) angenehm von meinem Bip&Go-Transponder überrascht, den ich auch in Italien nutzen kann. So habe ich an den Mautstellen keine Zeit verloren und konnte die mit einem großen gelben “T” markierten Spuren nutzen. Auf unserer Strecke waren die Autobahnen überwiegend frei und gut in Schuss.

In der Nähe der großen historischen Altstädte muss man Nerven zeigen – hier habe ich einen recht chaotischen Verkehrsfluss erlebt, bei dem mir nicht immer ganz klar war, wer wann warum zuerst in den bis zu vierspurigen Kreisverkehr fährt. Als sehr gefährlich empfinde ich die Fahrweise der unendlich vielen Rollerfahrer, die sich durch die teilweise verstopften Straßen zwischen den Autos hindurch schlängeln.

Zu unserer Zeit waren die Parkplätze oft schon recht voll – zum Glück haben wir aber immer etwas gefunden oder kurz gewartet, bis etwas frei wurde. Bis auf Arezzo waren alle kostenpflichtig. An manchen Stellen kann man die Parkgebühr sogar über einen vorhandenen Bip&Go-Transponder begleichen.

 

Essen in Italien

In Italien nehmen wir uns gerne Zeit, um uns vor ein Café oder eine Bar zu setzen und gemütlich einen Aperol Spritz zu trinken. In italienischen Cafés und Bars wird (zumindest abseits der Touristenströme) zu den Getränken etwas kostenlos zum “Knabbern” gereicht. Der Preis für diesen fast überall erhältlichen Aperitif ist ein guter Indikator dafür, ob man ein günstiges Restaurant gefunden hat. Bei unserem Besuch haben die Preise zwischen 4,50 € und 12 € variiert.

Den besten und zugleich günstigsten tranken wir im Studentenviertel von Pisa, wo es auch fast eine komplette Pizza kostenlos dazu gab.

Apropos Pizza – überall, wo wir unterwegs waren, wurden mittags Pizzastücke vom Blech für kleines Geld angeboten. Für uns war dies das ideale kleine Mittagessen.

Abends haben wir uns dann meist ein gutes Restaurant gesucht, wo wir es uns haben gut gehen lassen. Das italienische Essen ist aufgeteilt in Antipasti (Vorspeisen), Primo piatto (erster Hauptgang), Secondo piatto (zweiter Hauptgang) und Dolci (Dessert). Ein vergünstigtes Komplettmenü, so wie in der Provence üblich, haben wir nirgends gefunden. Meist hat uns eine Vorspeise und einer der beiden Hauptgänge vollkommen ausgereicht.

Ich liebe den italienischen Vorspeisen-Teller mit verschiedenen Salami und Schinken, mit Mortadella und verschiedenen Käsen.

Die Küche von San Marino unterscheidet sich da nicht von der italienischen. Dazu ein schönes Glas Rotwein und ein gemütlicher Platz draußen vor dem Restaurant … was will man mehr?

Eine andere leckere Vorspeise sind die verschiedenen Crostinis, die in dieser Region angeboten werden. Das sind Brotscheiben mit verschiedenen Belägen – ich mag da besonders den mit Hühnerleber.

Besonders angetan hat es mir die Ribollita, eine Brotsuppe, die wir in Florenz in einer Studentenkneipe essen konnten.

Bei den Hauptgängen haben wir uns meist für Pasta entschieden. Bei den Angeboten haben wir aber nichts Besonderes mehr entdecken können – sie entsprachen meist dem, was wir auch bei den saarländischen Italienern finden können.

 

Unser Reiseverlauf

Im Folgenden erzähle ich Euch, wie wir die einzelnen Tage unserer Rundreise durch Norditalien und San Marino gestaltet haben. Natürlich haben wir bei allen Besuchen auch nach Geocaches geschaut, von denen mal mehr und mal weniger vorhanden waren, ohne dass ich sie hier extra erwähne. Die LabAdventures, die meist ganz gut als Touristenführer getaugt haben, habe ich jeweils aufgelistet. so, aber nun zu unserem selbstgeplanten Roadtrip:

1. Tag – Trient

  • Anreise aus Saarland nach Trient (690 km, 9:04h)
  • Trient (1Ü)
    • Stadtbummel durch die historische Altstadt

2. Tag – San Marino

  • Fahrt nach San Marino (360km, 3:40h)
  • San Marino (1Ü)
    • Stadtbummel durch die historische Altstadt

    • Besichtigung der Rocca Guaita
    • Spaziergang vorbei an den drei Türmen

3. Tag – Arezzo & Siena

  • Fahrt nach Arezzo (133km, 2:20h durch die Berge)
  • Arezzo
    • Stadtbummel und Mittagsimbiss

  • Über unsere Erlebnisse in Arezzo habe ich ausführlich und mit vielen Bildern in meinem Blogbeitrag Norditalien – Ein Spontanbesuch in Arezzo berichtet.
  • Fahrt nach Siena (72km, 1:05h)
  • Siena (1Ü)
    • Stadtbummel durch die historische Altstadt
    • Piazza del Campo

    • Palazzo Publico & Torre del Mangia
    • Dom von Siena

4. Tag – San Gimignano & Florenz

  • Fahrt nach San Gimignano (44km, 0:50)
  • San Gimignano
    • Stadtbummel durch die historische Altstadt

    • Spaziergang zur Rocca Di Montestaffoli (Festungsruine)
    • Besteigung des Torri Dei Salvucci
    • 1 LabAdventure bestehend aus 5 Labs
  • Was wir alles in San Gimignano erlebt haben, könnt Ihr im Beitrag Norditalien – San Gimignano, die Stadt der Türme nachlesen.
  • Fahrt nach Florenz (62km, 1:10h)
  • Florenz (3Ü)
    • Stadtbummel durch die historische Altstadt

5. Tag – Pisa

  • Mit dem Zug (1h) nach Pisa
  • Pisa
    • Durch die Fußgängerzone zur Piazza dei Miracoli (mit schiefem Turm)

    • Besichtigung des Doms, des Baptisteriums, Camposanto Monumentale und Besteigung des schiefen Turms

    • 2 LabAdventures bestehend aus jeweils 5 Labs
  • Mit dem Zug (1h) nach Florenz
  • Abendessen in Florenz

6. Tag – Florenz

  • Florenz
    • Besichtigung der Kathedrale, der Krypta, des Baptisteriums und Besteigung des Glockenturms und der Kuppel (Brunelleschi Pass)

    • Besuch der Markthallen
    • Piazza della Signoria und Palazzo Vecchio
    • Piazza della Repubblica
    • Ponte Vecchio

    • Spaziergang zur Piazzale Michelangelo mit toller Aussicht über Florenz
    • 2 LabAdventures bestehend aus jeweils 5 Labs (schwer, nur teilweise gespielt)
  • Über unsere Erlebnisse in Florenz habe ich ausführlich und mit vielen Bildern in meinem Blogbeitrag Norditalien – Florenz, die Perle der Toskana berichtet.

7. Tag – Verona

  • Fahrt nach Verona (245km,2:40h)
  • Verona (1Ü)
    • Besichtigung der römischen Arena

    • Piazza delle Erbe

    • Besteigung des Torre Dei Lamberti mit toller Aussicht und Virtual
    • Piazza dei Signori
    • Besichtigung der Kathedrale
    • Porta Borsari (Stadttor)
    • Ponte Scaligero
    • 1 LabAdventure bestehend aus 5 Labs (lange Laufwege, nur einen gespielt)
  • B&B Arsenale Suites (Provisionslink)
    • Öffentliches Parkhaus, 16€/T

8. Tag – Spiazzi & Reschensee

  • Fahrt nach Spiazzi (50km, 0:50h)
  • Spiazzi
    • Besichtigung der Madonna della Corona

  • Fahrt zum Reschensee (240km, 3:10h)
  • Reschensee
  • Besuch eines Bunker-Lostplace (GC2MEFR)
  • Spaziergang um die versunkene Kirche (GC7B7QJ)

  • Fahrt nach St. Valentin (9km, 0:10h)
  • St. Valentin (1Ü)
    • Spaziergang am Haidersee
  • Hotel Hofer (Provisionslink)
    • kostenloser Privatparkplatz

9. Tag – Rückreise

  • Rückreise ins Saarland (540km, 6:50h)

 

Interaktive Karte von unserer Rundreise

Auf der folgenden Karte könnt Ihr den genauen Verlauf unserer Rundreise durch Norditalien und San Marino sehen. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Falls in der Beschreibung eines Markers unten links drei Punkte angezeigt werden, so ist das ein Link zu weiterführenden Informationen. Bitte beachtet, dass alle Links zu booking.com Provisionslinks sind.

Falls Euch unsere Reiseroute interessiert, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei herunterladen.

 

Mein Fazit

Auch diese selbstgeplante Autorundreise hat mir wieder super gefallen. Ich liebe es, mir die historischen Altstädte anzuschauen und dort sowohl Sightseeing als auch Geocaching zu betreiben. Gerade am Anfang der Tour haben die angebotenen LabAdventures gut als Stadtführer getaugt. Mit dem Besuch von San Marino habe ich seit langem mal wieder einen neuen Länderpunkt einsammeln können. Hier war ich froh, dass wir in der Altstadt über Nacht geblieben sind, da es dann etwas ruhiger wird, wenn die vielen Tagestouristen den Berg verlassen haben. Würde ich die Reise erneut planen, so würde ich mehr Zeit in Siena verbringen wollen, da ein einziger Nachmittag sehr knapp bemessen ist. Am überfülltesten empfand ich Florenz. Von allen unseren Zielen haben mir Pisa und Verona am besten gefallen.

Falls auch Ihr gerne Sightseeing mit Geocaching verbindet, so möchte ich Euch diese (Genuß-) Tour ans Herz legen!

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Wir hat Euch dieser Übersichtsartikel gefallen? Seid Ihr selbst schon in Norditalien oder San Marino unterwegs gewesen? Was sind Eure Empfehlungen für eine solche Tour? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Artikel!

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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