Nov 272017
 

Im zweiten Teil meiner großen Südamerika-Artikelserie berichte ich Euch von unserem Besuch in Cusco, das vor langer Zeit die Hauptstadt des Inkareiches war.

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Wir werden uns die Stadt und die darüber liegende Inkafestung anschauen. Geocaches sind hier zwar selten, dafür aber interessant. Kommt mit auf die virtuelle Reise in 3400 Metern Höhe …

 

 

Die Anreise

Cusco liegt ca. 600 Kilometer östlich von Lima im Andenhochland. Der Flug von Lima nach Cusco dauert knappe eineinhalb Stunden. Es gibt auch eine Busverbindung – die Fahrt durch die Anden dauert im Normalfall jedoch um die 22 Stunden.

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Während des Fluges genieße ich meinen Fensterplatz – wir überfliegen viele Berge. Nur schneebedeckte Gipfel vermisse ich noch.

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Beim Anflug auf Cusco wird es spannend …

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Cusco liegt in einem Talkessel auf über 3400 Metern Höhe. Unser Flugzeug fliegt Cusco in einer großen Schleife über die Berge an. Während des Anfluges kann ich mir diese große Stadt (sie hat ca. 350.000 Einwohner) genau anschauen.

 

Proviant besorgen

Nach unserer Ankunft in Cusco haben wir Gelegenheit zum Einkaufen in einem kleinen Supermarkt. Eigentlich wollen wir unseren Vorrat an Schokolade etwas auffüllen. Überraschenderweise kosten die Tafeln hier umgerechnet zwischen 8 und 10 Euro, was uns dann, auch wenn auf der Verpackung Machu Picchu abgebildet ist, doch etwas zu viel ist.

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Wegen der Höhe kaufen wir uns noch ein paar Koka-Bonbons, die angeblich gegen die Höhenkrankheit helfen sollen. Das werden wir mal ausprobieren. Zum Glück haben wir bisher noch keine Probleme – aber unsere maximale “Übernachtungshöhe” ist ja erst am Titicacasee erreicht.

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Scheinbar sind die Reisebusse und Hotels auf “schwächelnde” Touristen vorbereitet: In den meisten Hotels und Bussen gibt es große Sauerstoffflaschen, aus denen man bei Bedarf einen Zug nehmen kann. Wer es weniger “dramatisch” möchte, kann im Hotel auch einfach einen Kokatee bestellen – schmeckt meiner Meinung nach zwar etwas bitter, ist aber durchaus trinkbar. Mir selbst haben jedoch weder der Tee noch die Bonbons geholfen. Ab dem Titicacasee (3800m) habe ich jede Nach mit Kopfschmerzen zu kämpfen gehabt.

 

Ein erster Stadtrundgang

Heute schauen wir uns Cusco mal etwas genauer an. Von unserem Hotel sind alle Sehenswürdigkeiten gut zu Fuß erreichbar.

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Das Stadtbild der Altstadt ist geprägt durch enge Gassen. Leider scheint manchmal der Fahrstil der Einheimischen diesen Gegebenheiten wenig angepasst. Als Fußgänger sollte man stets den Bürgersteig nutzen und beim Überqueren der Straße besser einmal zu viel nach rechts und links schauen.

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Ab und an kommt man an Einheimischen vorbei, die in ihrer traditionellen Kleidung mit ihren Lamas versuchen ein wenig Geld bei den Touristen zu verdienen, die ein Foto machen möchten.

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Kurze Zeit später erreichen wir den zentralen Platz in Cusco: den Plaza Mayor oder auch Plaza de Armas, wie er von den Spaniern genannt wurde. Dort weht die Flagge von Peru und von Cusco. Letztere schaut aus wie ein Regenbogen und soll die vielen verschiedenen indigenen Bevölkerungsgruppen der Anden symbolisieren.

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Mitten auf dem Paza Mayor befindet sich ein Brunnen, auf dem der neunte Inka (-Herrscher) Pachacutec zu sehen ist.

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Nach seinen Plänen wurde Cusco errichtet und er hat das Inkareich wesentlich vergrößert und Cusco zum damaligen “Nabel der Welt” gemacht. Sein Name “Pachacutec”  stammt aus der Quechua-Sprache und bedeutet übersetzt „der, der die Welt verändert“.

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Von den Inka ist in Cusco leider nur noch wenig übriggeblieben. Die spanischen Eroberer haben die meisten der Inka-Bauwerke zerstört und ihre eigenen Gebäude darüber errichtet.Und weil die Inka-Grundmauern so stabil waren, dass sie kaum von den Spaniern entfernt werden konnten, erkennt man heute noch in Cusco die dunkelgrauen Fundamente in Inka-Bauweise: Mauern aus perfekt passenden Steine ohne erkennbare Fugen.

Rund um den Platz gibt es noch viele Gebäude aus der Kolonialzeit.

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Das größte Gebäude am Platz ist die Kathedrale von Cusco, die von 1560 bis 1654 auf den Grundmauern des Palastes des 8. Inka Viracocha erbaut wurde.

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Die größte Türe in der Mitte wird nur für den Papst geöffnet.

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Die anderen beiden sind ebenfalls verschlossen. Die Kathedrale besteht eigentlich aus drei Kirchen. Der Eingang für die Besichtigung ist auf der linken Seite, dort, wo im Giebel die bunten Heiligenfiguren und der kleine Glockenturm zu finden sind. Leider ist in dieser Kirche das Fotografieren verboten.

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Die Kathedrale ist innen sehr groß. Um die Einheimischen an den katholischen Glauben heranzuführen gibt es viele Gemälde, die Szenen aus der Bibel enthalten. Das interessanteste ist das Gemälde vom Abendmahl – hier wurden die Speisen auf dem Tisch um eine Platte mit einem Meerschweinchen ergänzt. Diese gelten in Peru als Delikatesse …

 

Besuch im Sonnentempel

Unser Reiseleiter führt uns heute durch die Altstadt zum ehemaligen Kloster Santo Domingo, welches heute ein Museum ist.

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Der Eingang ist links von der Kirche durch das Tor. Die Besichtigung kostet Eintritt. Im Inneren darf man sich ohne Führung frei bewegen.

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Im Inneren der Klosteranlage befindet sich der Kreuzgang.

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An einer Seite hängt ein großer vergoldeter Bilderfries, welcher Szenen aus der Zeit der Konquistadoren darstellt.

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Das Besondere an diesem Kloster ist jedoch, dass es auf den Grundmauern eines ehemaligen Inkatempels errichtet wurde. Vor der Eroberung durch die Spanier war dieser Tempel wohl der wichtigste Tempel überhaupt. Er trägt die Bezeichnung ” Coricancha”. Das kommt aus der Quechua-Sprache und bedeutet soviel wie “goldener Tempel” oder “goldener Hof”.

Der Tempel wurde durch die Eroberer komplett zerstört. Durch die stabile “fugenlose” Bauweise konnten die Spanier jedoch nicht alle Mauern des Tempels komplett entfernen. An einer Stelle blieben sogar mehrere Räume stehen, die dann als Zellen in die Klosterbauten integriert wurden. Im Jahre 1950 ereignete sich ein schweres Erdbeben, was einige längst verloren geglaubte Teile des Tempels wieder zum Vorschein brachte.

Die Wände dieser übriggebliebenen Tempelräume haben kleine Fenster. Von einem bestimmten Punkt im ersten Raum kann ich durch alle Fenster der anderen Räume hindurch schauen. Der Tempel war zur Ehren von Inti (dem Sonnengott) erbaut worden. Die Position der Fenster diente vermutlich der Bestimmung besonderer Tage im Jahr über den Stand der Sonne.

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Im Museum erfahren wir mehr über die Bauweise der Inka. Sie waren in der Lage die Steine sehr genau und akkurat zu behauen. Wichtige Steine im Fundament wurden zusätzlich mit Klammern zusammengehalten. Dazu wurde flüssiges Metall in die ausgeschlagenen Vertiefungen gegossen, was, sobald es ausgehärtet war, die Steine fest verbunden hat.

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In einem anderen Raum sehen wir ein Beispiel, wie die Inkas aus Gold die Verzierungen für ihre Tempel hergestellt haben.

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Diese Verwendung und Zurschaustellung von Gold hat schließlich zum Untergang der Inka geführt. Sie haben bis zum Schluss nicht verstanden, warum die Konquistadoren so versessen auf dieses Edelmetall waren.

 

Die Inkafestung Sacsayhuamán

Wir werden mit dem Reisebus aus der Stadt in die umliegenden Berge gefahren. Es ist nur eine kurze Fahrt von wenigen Kilometern. Über dem Talkessel von Cusco liegt an dessen Rand die ehemalige Festung Sacsayhuamán. Das Beeindruckende an dieser Festung sind die gewaltigen Mauern, die aus sehr großen Steinen aufgebaut wurden und die zackenförmig um die Anlage verlaufen.

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Als ich vor der Mauer stehe, frage ich mich, wie die Inka diese Steine überhaupt hierher transportieren konnten. Von der genauen Bearbeitung und Einpassung mal ganz abgesehen.

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Vor den Mauern befindet sich eine große Freifläche, auf der eine kleine Lama-Herde dafür zuständig ist das Gras niedrig zu halten. So lange man sich nicht zu nahe an sie heranwagt, lassen sie sich nicht vom Fressen abbringen.

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Gegenüber der Festung ist ein kleiner Hügel, der aus erkalteter Lava besteht. Hier wurde einer der wenigen in der Stadt vorhandenen Geocaches platziert: der Earthcache “Striated Extrusion of Sacsayhuamán“. Wir können die Fragen beantworten und machen ein Beweis-Selfie.

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Ist doch schön, wenn ein Plan funktioniert …

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Nachdem der Cache abgehakt ist, wollen wir uns die Festung anschauen. Wir betreten sie durch das große Eingangstor.

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Außer den Mauern ist hier nicht mehr viel übrig. Es geht über Treppen stetig nach oben auf den höchsten Punkt in der Anlage. Hier merkt man schnell die dünne Luft. An der Stelle sind wir schon fast 3600 Meter über dem Meeresspiegel.

Von hier oben haben wir auch einen tollen Ausblick auf Cusco. Es ist gut zu sehen, wie die Stadt immer mehr in die Hänge “hineinwächst”.

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Von unserem Aussichtspunkt können wir sogar die Kathedrale (links), die Jesuitenkirche (Mitte) und die Plaza Mayor sehen.

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Anschließend werden wir wieder mit dem Bus nach unten in die Stadt gefahren. Hätte ich mir das Ganze früher auf der Karte angeschaut, so wäre ich lieber von der Festung zu Fuß in die Stadt gelaufen. Es ist nicht sehr weit und unterwegs gibt’s sicher schöne Ausblicke auf die Stadt.

 

Geocaching in Cusco

An einem Nachmittag haben wir kein Programm. Diesen nutzen wir, um einen ausgedehnten Geocaching-Spaziergang durch Cusco zu machen. Wir beginnen mit dem Multi “Plaza Tour Cusco“, der uns laut Beschreibung zu den schönsten Plätzen der Stadt führen soll. Er beginnt in der Nähe eines Stadttores.

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An fünf Stationen sind unterwegs Fragen zu beantworten. Die Koordinaten sind recht genau und so finden wir schnell die nötigen Informationen. Dabei laufen wir einmal quer durch die Altstadt, meist durch Gassen mit wenig Verkehr.

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Es lohnt sich immer mal wieder einen Blick in die Innenhöfe zu werfen. Ziemlich am Anfang der Tour haben wir diese schönen Malereien entdeckt.

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Kurze Zeit später stehen wir schon auf dem nächsten Platz. Im Hintergrund weht wieder die Fahne Perus. Hier müssen wir Ausschau nach einem kleinen Schild eines Denkmals halten. Als wir den Koordinaten vertrauen, ist die Information schnell gefunden.

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Und weiter geht’s – wieder ein Platz mit einer Kirche. Im unteren Teil des Gebäudes auf der linken Seite kann man gut die Inka-Grundmauern mit den behauenen Steinen erkennen.

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Die vielen kleinen Glocken in den Bögen haben es mir angetan. Ich mache gleich mehrere Fotos aus verschiedenen Perspektiven. Irgendwie fühle ich mich an die alten Western, die in Mexiko spielen, erinnert.

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Nachdem wir dann auch noch die letzten Stationen ohne Probleme gefunden haben, heißt es Rechnen. Nachdem wir die Finalkoordinaten ermittelt haben, wundern wir uns, dass die doch gut einen knappen Kilometer entfernt liegen. Es ist heiß und teilweise geht es ziemlich den Hang hinauf. Wir merken wieder die dünne Luft. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir den GroundZero und können das geforderte Beweisfoto machen!

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Den Rückweg zum Hotel plane ich etwas großzügiger – mit einem “kleinen” Umweg komme ich auch noch bei der Kirche Sán Cristobal vorbei, wo ich die Antworten für den Earthcache “Mirador de Sán Cristobal” ermittele.

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Von dort oben habe ich wieder einen sehr schönen Blick auf die Stadt.

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An der Rückseite vom Aussichtspunkt sind wieder Überreste aus der Inka-Zeit zu sehen.

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Das Kreuz ist mit den typischen Textilien der einheimischen Bevölkerung geschmückt. Mittlerweile geht langsam die Sonne unter. Um diese Jahreszeit wird es zwischen 18 und 19 Uhr dunkel. Wir sind zufrieden – alle drei Geocaches, die sich in Laufreichweite befinden, haben wir während unseres Aufenthaltes in Cusco loggen können.

 

Hotelempfehlung

Unser Hotel in Cusco hat mir sehr gut gefallen. Wir waren mitten in der Altstadt im “Novotel Cusco” (Werbelink) untergebracht. Die Lage ist sehr zentral. In wenigen Minuten erreicht man zu Fuß die Plaza Mayor und die Kathedrale. Das Frühstücksbuffet ist sehr reichhaltig und sowohl die Liebhaber deftiger Speisen als auch Gesundheitsbewusste kommen hier voll auf Ihre Kosten. Der vordere Teil des Hotels ist in einem kolonialen Gebäude mit Innenhof untergebracht. Dieser Innenhof ist heute mit Glas überdacht und kann zum Frühstücken genutzt werden.

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In den Gängen fühle ich mich in die Vergangenheit zurück versetzt. Während ich dies hier schreibe, merke ich erst, wie gut mir dieses Hotel gefallen hat.

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Die Abende lassen wir in der Bar zusammen mit unserer Reisegruppe bei einem Pisco Sour ausklingen.

 

Essen für Mutige

Etwas oberhalb von unserem Hotel schräg gegenüber vom Marriot Hotel haben wir durch Zufall ein kleines unscheinbares Restaurant mit landestypischen Speisen gefunden. Es heißt Mama Seledonia. Von der Straße geht zunächst eine steile Holztreppe nach oben in den Gastraum.

Ich hatte mal wieder Alpaka-Steak – dieses Mal mit Kartoffelpüree und Quinoa-Salat.

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Saarzwerg war da mutiger – sie hat sich ein “Cuy al horno” bestellt. Das ist gegrilltes Meerschweinchen.

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Ich habe da mal probiert – vielleicht habe ich auch nur eine schlechte Stelle erwischt – aber es hat für meinen Geschmack etwas streng geschmeckt und ich war froh, von meinem Alpaka-Steak statt werden zu dürfen.

 

Mein Fazit

Cusco ist so ganz anders als Lima. Hier erkenne ich noch an vielen Stellen die Überreste der Inka-Bauwerke. Die Plaza Mayor mit der Kathedrale und der Jesuitenkirche aus der Kolonialzeit entspricht dem, was ich mir unter Peru vorgestellt habe. Jetzt bin ich im Urlaubsland angekommen. Trotz der Höhe kann ich mich hier gut bewegen und auch die längeren Strecken des Multis gut zurücklegen. Geocaching steht hier bei mir nicht an erster Stelle – eher Land und Leute kennenzulernen. Trotzdem gefallen mir die drei Geocaches in Cusco ziemlich gut. Wenn Ihr mal eine Reise nach Peru plant, dann solltet Ihr Cusco auf jeden Fall einen Besuch abstatten – es lohnt sich!

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Wie hat Euch dieser virtuelle Rundgang durch Cusco gefallen? Möchtet Ihr mehr Bilder von dieser Tour sehen? Dann werft doch mal einen Blick in das zugehörige Webalbum.

Seid Ihr selbst schon mal dort gewesen? Was habt Ihr dabei erlebt? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Artikel.

Alle Touren unserer großen Südamerika-Reise findet Ihr unter “Geocaching in Südamerika – Touren-Übersicht“.

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