Cacheempfehlung – Die Urseehochmoor-Runde bei Lenzkirch

Wer eine entspannte Wanderung mit echtem Naturerlebnis und dazu noch abwechslungsreichen Geocaches sucht, findet hier eine der gelungeneren Runden im Schwarzwald.

Die detaillierte Beschreibung im Beitrag liefert alles, was man für einen gut geplanten Ausflug braucht.

 

 

Die Urseehochmoor-Runde

Heute nehme ich dich mit auf eine entspannte Wanderung durch das Urseehochmoor bei Lenzkirch im Schwarzwald. Es gilt als eines der am besten erhaltenen Hochmoore im südlichen Schwarzwald und seine Entstehung reicht bis in die letzte Eiszeit vor etwa zehntausend Jahren zurück. Damals hinterließ der Feldberg-Gletscher beim Rückzug eine abflusslose Senke.

Die abwechslungsreiche Landschaft bietet alles, was das Herz begehrt, während ich mich auf die Runde begebe, die der Owner krachsepp so liebevoll gestaltet hat. Insgesamt warten 17 meist toll hergerichtete Traditional-Caches, eine Letterbox und ein finaler Bonuscache auf mich. Zusätzlich nehme ich noch einen interessanten Earthcache eines anderen Owners mit.

Die gesamte Laufstrecke beträgt angenehme 6,4 Kilometer, auf denen ich lediglich 60 Höhenmeter überwinden muss. Das macht die Tour sehr kurzweilig. Ich wandere dabei über breite Forstwege, entdecke zwischendurch ein paar schmale Pfade und nutze auch kurze Abschnitte auf asphaltierten Fahrwegen. Dabei genieße ich die Ruhe der Natur.

Ohne Bonus und Earthcache benötige ich für die reine Runde etwa 2,5 Stunden, was perfekt für einen Vormittag ist, an dem man ohne große Anstrengung viele Funde sammeln möchte. Die Kombination aus urwüchsiger Moorlandschaft und kreativen Dosen macht diesen Ausflug zu meiner Empfehlung für Geocaching im Schwarzwald.

 

Vom Parkplatz zum Aussichtspunkt

Ich parke mein Cachemobil kurz vor 10 Uhr am im Listing angegebenen Parkplatz und starte meine Tour direkt auf einem breiten Forstweg, der mich in das faszinierende Gebiet rund um das Urseehochmoor führt. Nach nur kurzer Zeit erreiche ich den ersten Tradi Urseehochmoor – Der „Schwarzkittel“ der Runde von Owner krachsepp und freue mich über die wirklich toll gebastelte Dose, die den Standard für die kommenden Verstecke hoch ansetzt.

Ich folge dem breiten Forstweg weiter und kann auf diesem Abschnitt drei weitere Geocaches finden und erfolgreich loggen, während ich immer wieder einen Blick in das rechts unter mir liegende Tal erhaschen kann.

Schließlich komme ich an einem Aussichtspunkt an, der mit Bänken und Tischen die perfekte Picknickmöglichkeit bietet, und beobachte, wie die Sonne mittlerweile das Tal erhellt, während es auf meiner Seite im Schatten leider noch kühl bleibt.

Direkt an der Infotafel des Aussichtspunkts widme ich mich dem zweiten Teil des Earthcaches Urseetal (der erste befindet sich in Lenzkirch), schieße mein Beweisfoto für die Logbedingung und setze meinen Weg auf dem Forstweg fort.

 

Weiter durch den Wald zum Wendepunkt

Da es mir noch viel zu früh zum Rasten ist, setze ich meine kleine Wanderung durch das faszinierende Gebiet rund um das Urseehochmoor fort. Da die Abstände zwischen den einzelnen Dosen der von krachsepp angelegten Runde im Allgemeinen recht kurz sind, kann ich gleich nach der nächsten Dose schauen, die ich schnell finde.

Der breite Forstweg bleibt angenehm eben und ist recht gut zu gehen.

Unterwegs wechseln sich dichter Nadelwald und lichter Laubwald häufig ab.

Nach einiger Zeit komme ich an einer riesigen, bemoosten Wurzel vorbei, die fast schon mystisch wirkt, und suche ganz in der Nähe den nächsten Geocache dieser Serie.

Zwischen den Steinen werde ich schließlich fündig und bin absolut begeistert von der handwerklichen Qualität, denn der Kopf eines Skelettes mit einer Schlange dient hier als kreative Halterung für den Petling.

Der Owner gibt sich hier wirklich richtig Mühe mit den aufwendig gestalteten Dosen, was die Suche in dieser abwechslungsreichen Schwarzwaldlandschaft zu einem echten Erlebnis macht, und genau so macht mir Geocaching einfach riesigen Spaß.

 

Auf der anderen Seite des Tals zurück

Nach dem Fund folge ich dem Forstweg und biege rechts in einen breiten Weg ein, während zu meiner Rechten der Urseebach plätschert, der sich hier als kleiner Bergbach ein charmantes V-Tal in die Landschaft gegraben hat.

Etwas weiter und einige Funde später erreiche ich erneut eine ganz besondere Dose, bei der das Versteck in einem liebevoll selbst gezimmerten Vogelhaus untergebracht ist, was einmal mehr beweist, dass sich Krachsepp bei dieser Runde wirklich große Mühe gibt.

Danach öffnet sich die Landschaft ein wenig und ich laufe an einer weiten Wiese entlang, …

… wobei die mittlerweile stark scheinende Sonne für eine fast schon mystische Atmosphäre sorgt, da am Übergang von Licht zu Schatten die Feuchtigkeit als feine Wolken zum Himmel steigt.

An der nächsten Abzweigung treffe ich auf den Premiumwanderweg Hochschwarzwälder Hirtenpfad, der als Genießerpfad zertifiziert ist und an die historische Waldweidewirtschaft der Hirtenbuben erinnert, und teile mir mit ihm ein kurzes Wegstück meines Pfades durch das eiszeitliche Relikt des Urseetals.

Noch etwas weiter trennen sich die beiden Wege wieder und ich folge nun dem asphaltierten Fahrweg durch eine offene und sehr sonnige Wiesenlandschaft, …

… wo ich prompt die nächste toll gebastelte Dose entdecke.

Ich wandere weiter durch die Wiese zur nächsten Station, für die eine kleine Klettereinlage in einem trockenen Rohr nötig wird, das unter dem Weg hindurchführt.

Danach komme ich dem Ursee immer näher.

 

Vorbei am Moor

Mein asphaltierter Weg führt mich jetzt direkt am sagenumwobenen Ursee vorbei, der das Herzstück dieses Naturschutzgebiets bildet und als einer der wenigen echten Gletscherseen im Schwarzwald gilt, die nach der letzten Eiszeit in einer tiefen Karstmulde zurückgeblieben sind.

Am Rand des Sees erkenne ich einige abgestorbene Bäume, die bizarr aus dem feuchten Untergrund ragen, während der See selbst unter den vielen Moorpflanzen und der dichten Verlandungszone kaum noch als offene Wasserfläche zu erkennen ist.

Das Wasser, das ich zwischen den Torfmoosen ausmache, ist tief dunkel und fast schwarz, was mich spontan an die unheimliche Szene in den Totensümpfen aus Herr der Ringe denken lässt. Diese düstere Schönheit ist typisch für ein Hochmoor, das über Jahrtausende hinweg durch das Absterben von Pflanzen unter Luftabschluss gewachsen ist und heute einen wichtigen Lebensraum für seltene Arten bietet.

Kurz vor der Straße suche ich den nächsten Tradi der Runde von Krachsepp, der sich hier in der abwechslungsreichen Landschaft versteckt, bevor ich schließlich die Landstraße quere und auf der gegenüberliegenden Seite dem schmalen Weg tiefer in den Wald folge.

Die Stille des Waldes nimmt mich sofort wieder auf, während ich mich auf die letzten Geocaches freue, die diese Tour so besonders machen.

 

Weiter zu der schönen Letterbox

Auf meinem Weg durch den Wald suche ich zunächst noch einen weiteren Geocache an einer markanten Fichte, bevor ich mich der mit Spannung erwarteten Letterbox dieser Runde von Krachsepp widme. In der Nähe der Koordinaten führt ein kleiner, verwunschener Pfad den Hang hinauf, dem ich neugierig folge, bis ich an einem alten Baumstumpf fündig werde oder es zumindest für einen Moment glaube.

Schnell stellt sich jedoch heraus, dass dies nur ein geschickt platzierter Hinweis auf das eigentliche Ziel der Letterbox ist, also befolge ich die Anweisungen und werde schließlich an einem Baum fündig.

Vor mir liegt eine beeindruckend große Box mit Logbuch, die erneut als fantastische Bastelarbeit begeistert und für die ich sehr gerne einen Favoritenpunkt als Anerkennung für die Mühe des Owners vergebe.

Auf dem Weg zurück zu meinem Auto finde ich glücklicherweise schnell den letzten noch fehlenden Hinweis, um die finalen Koordinaten des Bonuscaches zu berechnen.

Am Auto angekommen, lege ich meinen Rucksack ab, doch der Ehrgeiz packt mich noch einmal und ich beschließe, einen Blick auf den letzten noch fehlenden Tradi Urseehochmoor – Unterwelten der Serie zu werfen. Vor Ort stelle ich jedoch fest, dass sich das Versteck direkt unter einer Brücke im Wasserbereich befindet, und da ich leider keine Gummistiefel dabei habe, entscheide ich mich vernünftigerweise dazu, auf diesen Log zu verzichten und den Tag trocken zu beenden.

 

Umparken und ab zum Final

Ich parke nun mein Cachemobil um und fahre direkt zu den berechneten Koordinaten des Bonuscaches, der den krönenden Abschluss dieser abwechslungsreichen Runde im Schwarzwald bildet. Dort angekommen, kann ich mein Auto glücklicherweise ganz mühelos abstellen und mache mich sofort an die Suche. Nach nur kurzer Zeit werde ich tatsächlich fündig und halte erneut eine ganz besondere Dose in der Hand.

Mit einem Lächeln trage ich mich in das Logbuch ein und lasse die Eindrücke der 6,4 Kilometer langen Wanderung durch die mystische Moorlandschaft noch einmal Revue passieren, bevor diese tolle Geocaching-Runde für mich jetzt endgültig zu Ende geht.

 

Abschluss in Lenzkirch

Das einzige, was mir jetzt noch zum perfekten Abschluss fehlt, ist die erste Station vom Earthcache, die sich direkt in der Ortsmitte von Lenzkirch befindet. Daher fahre ich in den Ortskern und parke mein Auto bequem auf dem kostenlosen Parkplatz gegenüber vom Kurpark, der mit seinen gepflegten Grünanlagen und dem historischen Musikpavillon das Herzstück des heilklimatischen Kurorts bildet, welcher seine touristische Bedeutung bereits im 19. Jahrhundert durch die reine Schwarzwaldluft erlangte.

Die noch fehlende Information für den geologischen Cache über das Urseehochmoor ist vor Ort schnell gefunden und die erforderliche Mail an den Owner umgehend geschrieben, sodass ich nun auch diesen Earthcache offiziell loggen darf.

Da es inzwischen schon Mittag ist und die Sonne herrlich scheint, setze ich mich gemütlich in den Kurpark und genieße dort mein mitgebrachtes Mittagspicknick.

Das ist dann aber wirklich meine allerletzte Tätigkeit hier im Schwarzwald, da damit mein ereignisreicher Wanderurlaub endgültig zu Ende geht und ich nun die lange Rückfahrt ins Saarland antrete.

 

Interaktive Karte meiner Tour

Auf der folgenden Karte könnt Ihr meine genaue Route und die Geocaches sehen, die ich während dieser Halbtagestour loggen konnten. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Ein Klick auf die Lab- und Geocaches öffnet die jeweilige Beschreibung.

Falls Euch die Route, Wegpunkte und Geocaches interessieren, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei herunterladen. Die zugehörige Wanderung habe ich inzwischen in mein Komoot eingestellt.

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Wie hat Euch diese Cacheempfehlung gefallen? Welches Caches habt Ihr bei Eurem Besuch im Schwarzwald besucht? Ich hoffe, ich habe nicht zu viel gespoilert? Wie immer freue ich mich auf Euer Feedback unter diesem Artikel!

Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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