Geocaching-Tour durch die Maginotline bei Bitche

Oft werde ich gefragt, ob ich nicht einen Tipp für eine Geocaching-Tour durch die Maginotlinie hätte? Vor einiger Zeit habe ich eine solche unternommen um Freunden die Maginotlinie zu zeigen.

Am Ende des Artikels findet Ihr die Gpx-Datei von unserer Tour. Kommt mit auf die virtuelle Reise in die Bunker der Maginotlinie!

 

 

Eine Warnung

Die Bunker der Maginotlinie wurden in den 1930er-Jahren gebaut und wurden zum Teil schon direkt nach dem zweiten Weltkrieg nicht mehr gepflegt. Ein Besuch ist sehr gefährlich. Die Treppenhäuser gehen 20 bis 30 Meter in die Tiefe. Ein Geländer ist nicht immer vorhanden. Es besteht hier eine akute Lebensgefahr. In den Bunkern ist es logischer Weise dunkel – es wird genügend Licht benötigt, um sich zurechtzufinden und die Hindernisse und Löcher in den Gängen und Räumen zu sehen.

Ob ein Zugang erlaubt ist, sollte mit dem Besitzer der jeweiligen Anlage geklärt werden.

In allen Bunkern dieser Tour liegt oder lag ein Geocache. Oftmals gibt es rund um den Bunker noch Reste der Infanteriesperren. Diese bestehen aus einbetonierten Halterungen für den Stacheldraht („Schweineschwänze“) und fast unsichtbaren (ebenfalls einbetonierten) Eisenspitzen, auf die Ihr keinesfalls treten solltet, da Ihr sonst einen Fall für das Krankenhaus werdet.

Wie immer gilt: „Jeder ist für sein tun selbstverantwortlich“. Ich rate Euch davon ab, die verlassenen Bunker der Maginotlinie zu besuchen!

 

Raiders of the lost place I

Wir treffen uns am angegebenen Parkplatz gegen zehn Uhr morgens. Die Autos stellen wir am Straßenrand ab und folgen dem breiten Fahrweg in den Wald. Wir erreichen das „Abri Caverne“, einen befestigten unterirdischen Unterstand der Maginotline. In diesen konnten sich die Soldaten der Intervalltruppen, die in den Schützengräben zwischen den Bunkern stationiert waren, ausruhen und versorgen. Ein Unterstand ist eine unterirdische Kaserne mit Küche, Stromgenerator und Schlafräumen.

Im Abri ist der Mystery „Raiders of the lost place I“ versteckt. Im Checker findet Ihr eine genauere Angabe, wo im Bunker die Dose versteckt ist. Bis auf die Küche ist dieses Abri fast leergeräumt.

 

Abri du Freudenberg

Nachdem wir wieder Tageslicht sehen, folgen wir weiter dem Forstweg. Nach einigen hundert Metern stehen wir vor dem Eingang eines weiteren „Abri Caverne“. Darin liegt der Mystery „Abri du Freudenberg„, der aktuell leider nicht mehr lösbar ist, da die benötigte Webseite nicht mehr existiert. Ihr könnt Euch aber mit dem Multi „La Galerie du Freudenberg“ helfen, der vorher in diesem Bunker versteckt war und inzwischen archiviert ist. Aus dem ehemaligen Rätsel erhaltet Ihr die folgende Information „Hint: Eintreten, den längsten weg nehmen, aufsteigen, oben“ und dann sollte es auch mit dem Geocache klappen.

Update 23.04.2019: Der Owner hat diesen Artikel gelesen und das Listing repariert – somit ist der Cache wieder machbar. Vielen Dank für die schnelle Reaktion!

Das schöne an diesem Unterstand ist – da der Zugang so anstrengend ist – das noch so viel von der ehemaligen Einrichtung vorhanden ist. Besonders gut hat mir die Küche gefallen: Herd und Wasserboiler gehören immer noch zum Inventar.

In einem Mannschaftsraum sind an der Wand die ausklappbaren Tische und Bänke noch nicht entfernt worden.

Einen Raum weiter finde ich sogar noch die Metallbetten der Soldaten vor.

Das besondere an diesem Unterstand ist jedoch der lange Gang zu dem Beobachtungsbunker, der auf der anderen Seite der Hauptstraße Richtung Deutschland liegt.

Es dauert schon ein paar Minuten, bis wir das andere Ende des Ganges erreicht haben.

Nachdem wir die Dose im Beobachtungsbunker geloggt haben, treten wir den langen Rückweg ins Tageslicht an.

 

La galère du Seelberg

Wir müssen nun zunächst mit dem Auto zum nächsten Parkplatz fahren. Dort angekommen stellen wir unser Cachemobil am Straßenrand ab. Bitte achtet darauf, dass Ihr die Bauern, die dort öfters vorbeifahren nicht behindert.

Der Mystery „La galère du Seelberg“ ist etwas schräg – wir lösen den Cache alternativ über seinen Namen und durchsuchen einfach den kompletten Bunker.

Die kleine Kasematte besteht aus zwei Stockwerken und einem großen Treppenhaus. Sie liegt auf einer Weide. Wir haben Glück: heute sind keine Tiere da. Die Suche geht recht schnell und wir loggen den Cache …

 

L’abris caverne du Petit-Rederching

Erneut parken wir um – von der Kasematte bis zu diesem Parkplatz ist es nicht weit. Der Multi „L’abris caverne du Petit-Rederching“ ist leider schon lange archiviert. Wir konnten Ihn damals noch suchen. Heute schauen wir uns dieses „Abri Caverne“ noch einmal an. Es ist meines Wissens der einzige Unterstand in der Maginotlinie mit drei Eingängen.

Auf meiner Karte ist der Notausgang dieses Abris eingezeichnet. Wir laufen dort vorbei und finden ein kleines Gebäude vor. Leider ist der Zugang zugeschüttet worden.

Der im Multi beschriebene Eingang ist zum Glück noch vorhanden. Die Luft im „Untergeschoss“ ist schlecht. In diesem Unterstand finden wir den Luftfilterraum gut bestückt vor: diese großen roten Kohlefilter sind in vielen Maginot-Bunkern nicht mehr erhalten geblieben.

Zwei der drei Treppenhäuser wurden von der benachbarten Bauschuttdeponie übererdet – es lohnt sich also nicht diesen Treppen nach oben zu folgen.

Neben den Toiletten gibt es diesen großen Waschraum.

Dieses Abri ist doppelt so groß wie die letzten beiden, die wir besichtigt haben.

 

Petit Ouvrage de Welschhof

Für mich ist diese kleine Maginot-Festung das Highlight der ganzen Tour. Die Geocacherin „Heldenmaus“ hat dort den Multi „Petit Ouvrage de Welschhof“ versteckt. Um die Dose zu finden, benötigt Ihr eine UV-Lampe.

Die Terrain-Angabe T5 ist hier absolut berechtigt. Um in die Festung zu gelangen müsst den Diamantgraben eines Kampfblockes überwinden. Bei uns lag dort einladend ein Holzbrett. Beim Überschreiten hämmerte es dauernd in meinem Kopf: „was passiert, wenn das bricht?“. Danach betreten wir den Kampfblock durch ein großes Loch in der Betonwand. Dieser Bunker hat dort wohl einen direkten Treffer einer Kanone erhalten. Auf der Innenseite ist der Splitterschutz aufgebogen und scharfkantig!

Über einen vorherigen Besuch in dieser „Petit Ouvrage“ habe ich im Artikel „LP: Petit Ouvrage de Welschhof“ berichtet. So kann ich gut vergleichen, was sich verändert hat.

Wieder folgen wir dem Treppenhaus in die Tiefe. Dieser Bunker ist recht groß und hat viele Gänge im Bereich der Kaserne. Ohne Plan kann man sich dort schnell verirren. Gleich rechts befindet sich das Kraftwerk der Festung. Sogar Teile des großen Schiffsdiesels und dem Generator sind noch vorhanden.

Ein paar Räume weiter ist die Küche. Hier mussten ca. 160 Mann täglich versorgt werden. Der Raum steht heute etwas unter Wasser.

Wir folgen der langen Hauptgalerie bis zur Abzweigung und von dort nach links. Wir steigen die Treppen zum Block 2 hinauf. Das besondere an diesem Block ist sein Kampfturm.

Unter dem Turm befindet sich ein Hebel mit einem Gegengewicht. Durch diese Technik konnte der 100 Tonnen schwere Turm mit einer Kurbel von Hand ausgefahren werden.

Am Turm ist eine Leiter die zum Kampfraum an der Spitze führt. Die Waffe ist nicht mehr vorhanden. Es war eine Kombinationswaffe aus Maschinengewehr Reibel MAC 31  und einer Panzerabwehrkanone mit 25mm.

Wir gehen wieder hinunter und folgen an der Abzweigung dem anderen Gang. So gelangen wir in den Block  3. Dort befindet sich kein Turm – jedoch eine Glocke mit der gleichen Kombinationswaffe.

Daneben liegt ein ehemaliger Werkzeugschrank. Die Positionen der einzelnen Werkzeuge sind eingemalt.

Nachdem wir alles gefunden haben, was wir für den Multi benötigen, treten wir wieder den langen Rückweg an. Die Treppenhäuser sind recht hoch und haben viele Stufen ;-)

Dann sehen wir wieder Tageslicht!

Mit den gefundenen Angaben berechnen wir das Final und finden die Dose, die außerhalb des Bunkers platziert wurde.

 

Le Haut-Poirier

Diese Petit-Ouvrage liegt auf Privatbesitz und ist nicht zugänglich. Als wir dort ankommen, ist die Anlage eine große Schafweide. Der Weidezaun ist an den ehemaligen Infanteriesperren befestigt, die hier noch gut erhalten sind.

Der Tradi „Le Haut-Poirier“ am Eingang zur Festung ist gut zu finden. Es liegt vor dem Privatgrundstück.

Bitte betretet das Privatgrundstück nicht – es macht auch keinen Sinn – diese kleine Festung ist fest verschlossen und unzugänglich.

 

Le tresor du Grand Bois

Wir parken erneut um und folgen dem Teerweg bis nach unten. An laufen wir in einem großen Bogen zur Kasematte. Bitte passt auf die Bienenstöcke auf und stört sie nicht!

Der Eingang ist offen, wir können bequem eintreten. Wir suchen wie im Listing des Mysteries „Le tresor du Grand Bois“ angegeben zunächst den Schlüssel und dann den Tresor. Letztes dauerte bei uns etwas länger … aber dann konnten wir uns doch ins Logbuch schreiben.

Gegen 17 Uhr sind wir mit unserer Tour durch. Dabei haben wir uns etwa eine Stunde Mittagspause mit einem „kleinen“ Picknick gegönnt.

 

Interaktive Karte von der Tour

Auf der folgenden Karte könnt Ihr den genauen Verlauf unser Tour durch die Maginotlinie sehen. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken.

Falls Euch diese Tour interessiert, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei herunterladen.

** ** ** ** **

Wie hat Euch meine virtuelle Rundfahrt durch die Maginotlinie gefallen? Wäre sie auch etwas für Euch? Seid Ihr schon dort gewesen? Was ist Euer Tipp für die Maginotline? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag!

 Facebooktwittergoogle_pluspinterest

Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.