Jun 122017
 

Heute stelle ich Euch die Batterie Todt vor: vier große Kanonenbunker des Atlantikwalls, wovon einer heute ein privates Museum ist. Natürlich haben saarzwerg und ich auch zwei weiteren verlassenen Bunkern dieser Batterie einen Besuch abgestattet.

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Kommt mit auf die virtuelle Reise zu den Geschützbunkern der Batterie Todt!

 

 

Die Batterie Todt

In der Nähe von Audinghen nahe der Küste befindet sich die ehemalige Batterie Todt, die zum Atlantikwall gehörte. Sie besteht aus vier großen Geschützbunkern für 38 cm Schiffskanonen. Einer dieser Bunker ist heute ein Museum, ein zweiter ist komplett zerstört und die restlichen beiden sind verlassen. Von der V3-Festung Mimoyecques sind es gerade mal 20 Minuten mit dem Auto bis zur Batterie Todt.

 

Turm 1 – Das Museum

Vor dem Bunker sind ein kleiner Parkplatz und ein kleines Holzhaus, in dem der Ticketverkauf stattfindet. Da es ein privates Museum ist, werden hier 8,50€ pro Erwachsenem verlangt, was ich persönlich für recht teuer erachte.

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Auf dem Gelände ist ein Rundweg ausgeschildert, auf dem wir uns ohne Führung frei bewegen dürfen. Gleich zu Beginn ist ein Eisenbahngeschütz (K5) mit einer 28 cm Kanone ausgestellt. Daneben sehen wir die Geschosse, die damit verschossen wurden. Wiederum daneben sind einige Hindernisse aufgebaut, die früher dazu dienten den nahen Strand vor einer Invasion durch die Alliierten zu schützen.

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Zum Eisenbahngeschütz dürfen wir hinaufgehen. Von dort oben haben wir einen schönen Blick auf den Ärmelkanal. Am Geschütz ist gut die Mechanik zu erkennen, mit der die Kanone geladen werden konnte.

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Wir gehen weiter um den Bunker herum. Auf der Rückseite ist ein Halbkettenfahrzeug ausgestellt.

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Interessanter ist aber der Geschützbunker selbst – leider fehlt die Kanone. Für das Museum wurde die Öffnung mit Glas verschlossen.

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Im Zweiten Weltkrieg war in jedem der vier Türme dieser Batterie je eine Schiffskanone Kaliber 38 cm untergebracht. Diese hatte eine Reichweite von bis zu 55 Kilometern und konnte so die Südküste von England unter Beschuss nehmen..

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Wir folgen weiter dem Rundweg, der uns nun zum Eingang des Geschützbunkers führt. Gleich im Eingangsbereich ist ein Geschoss augestellt, das von der großen Schiffskanone im Inneren des Bunkers verschossen werden konnte.

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An einigen Stellen ist ein Fotografieren-verboten-Schild angebracht, weshalb ich Euch nicht alle Räume dieses Bunkers zeigen kann. Dort, wo sich früher die Kanone befunden hat, wurde für das Museum eine zweite Ebene eingezogen, auf der nun diverses Kriegsmaterial aus dem Zweiten Weltkrieg gezeigt wird. Es gibt einige Informationstafeln, die auch deutschen Text enthalten.

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Besonders markant an dem großen Geschützraum sind die vielen Öffnungen, die durch den dicken Betonpanzer nach außen führen. Sie ermöglichten, dass die Druckwelle und der Pulverdampf, der beim Abfeuern der großen Kanone entsteht, nach außen abziehen konnten.

Der Rundweg führt uns nun in den Keller. Dort sind einige Räume mit Puppen so eingerichtet, dass man sich gut vorstellen kann, wie damals das Leben in diesem Bunker gewesen sein muss.

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Auf unserem weiteren Weg kommen wir an einem großen Dieselaggregat vorbei, das den Bunker und seine Kanone mit Strom versorgt hat.

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Danach kommen wir noch an der Waffenkammer vorbei, wo viele historische Waffen ausgestellt sind. Damit ist der Rundgang durchs Museum schon beendet. Wir haben uns hier nur eine knappe Stunde aufgehalten.

Auf der Webseite des Museums findet Ihr die aktuellen Öffnungszeiten, die Eintrittspreise und weitere Informationen. Leider ist die komplette Webseite nur auf französisch.

 

Turm 3 – Die Ruine

Nach dem Besuch im Museum parken wir unser Auto um. Zunächst geht es über eine feldwegähnliche Straße durch einen kleinen Wald. Darin liegen rechts und links der Straße die restlichen Türme. In der Vorbereitung hatte ich mir einen Parkplatz markiert – der ist aber heute gesperrt und so parken wir am breiten Straßenrand.

Ein kleiner Pfad führt von der Straße ins Dickicht. Wie erwartet führt der Pfad zur Ruine des dritten Turmes der Batterie. Leider können wir von hier noch nicht hinein – ein großes und dichtes Brennesselfeld verhindert unseren Zugang. Aber was wir von hier sehen, ist schon mal nicht schlecht.

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Der Pfad führt um den Bunker herum zu einem breiten Weg. Von hier können wir uns bequem dem Bunker nähern. Die stabile Decke des Geschützraumes ist hier kaum noch vorhanden. Überall liegen große Betontrümmer.

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Der Geschützraum ist gut an den Öffnungen zu erkennen. An der Mauer ist noch ein kleiner Teil der Decke samt Splitterschutz vorhanden.

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Die Zugänge in den Keller sind verschüttet. Weitere Räume sind nicht mehr vorhanden. Dieser Turm der Batterie Todt wurde komplett gesprengt und ist heute nur noch eine Ruine.

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Für eine erste Erkundung und um ein paar Fotos zu machen, ist sie jedoch einen Besuch wert. Wie verlassen diese Ruine und folgen dem breiten Weg nach Westen.

 

Turm 4 – Ein echter Lostplace

Einige Zeit später stehen wir auf der Zuwegung zum Turm 4 der Batterie Todt. Schon aus der Ferne ist der große “Betonklotz” zu erkennen.

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Dort angekommen sind wir sehr überrascht, dass der Geschützbunker noch weitestgehend intakt ist und vor allem nicht verschlossen wurde, wie so viele andere Bunker hier in der Gegend.

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Der Eingang steht offen und wurde bisher noch nicht zugemauert. Türen sind keine mehr vorhanden.

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Wie zücken unsere Lampen und gehen hinein. Leider waren auch hier schon die Sprayer zu Gange. Schade, dass sie überall ihre Bilder hinmalen müssen.

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Wir erkennen denselben Aufbau wie im Museum. Nur der Abgang in den Keller ist nicht dort, wo er im Museum war? Wir erreichen den großen Geschützraum. Natürlich fehlt auch hier die große Schiffskanone. Der Raum steht unter Schlamm. Da wir keine Gummistiefel mit haben, können wir uns hier nicht weiter umschauen.

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Wie gehen wieder zurück zu den Nebenräumen – also links vom Haupteingang.

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Gleich im ersten Raum rechts gibt es noch einige Originalzeichnungen aus dem Zweiten Weltkrieg. Leider wurden auch diese teilweise von den Spayern übertüncht.

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Besonders interessant finde ich die Karrikatur von Churchill – der deutsche Maler war wirklich begabt.

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Mir fällt auf, dass es hier einen Tradi zu suchen gibt: den “Le Blockhaus de P’tit Quinquin“. Leider habe ich vergessen mir die Spoilerbilder auszudrucken oder auf’s Smartphone zu laden.

Wir gehen nach draußen – ich hoffe auf einen schnellen Datenempfang  – werde aber enttäuscht.

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Wenn wir schon mal hier draußen sind, können wir ja auch mal um den Bunker herum laufen – vielleicht bekomme ich hier irgendwo einen guten Empfang?

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Wir laufen über das Dach des Anbaus und rund um den Geschützraum.

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So erreichen wir auch die Kanonenöffnung auf der Vorderseite. Ich steige die hohen Stufen hinauf, um von dort oben mal einen Blick ins Innere zu werfen.

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Leider steht der innere Teil der Geschützbettung unter Wasser.

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Wir laufen weiter – mit einem guten Empfang wird es scheinbar bei meinem Mobilfunkvertrag heute nichts mehr. Ohne Spoiler haben wir keine Chance den Tradi im Inneren zu finden. Schade!

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Zum Abschluss mache ich noch dieses Foto von saarzwerg, welches die Dimensionen zeigt. Die Geschützbunker der Batterie Todt sind wirklich riesig. Damit geht unser Besuch bei diesem beeindruckenden Lostplace zu Ende.

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Wie hat Euch dieser virtuelle Rundgang gefallen? Wie immer freue ich mich über Eure Kommentare unter diesem Artikel!

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Falls Euch dieses Thema interessiert, dass schaut doch mal in den Artikel “Geocaching & Sightseeing: Die großen Bunker im Pas de Calais“, dort findet Ihr alle Links zu verschiedenen Bunkern, die ich Euch vorstellen möchte.

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