Mai 292017
 

Vor Kurzem haben saarzwerg und ich einen Kurztrip in die Region Pas de Calais unternommen, um dort historische Stätten aus dem Zweiten Weltkrieg zu besichtigen – als “Basis” haben wir ein Hotel im historischen Zentrum von Calais gewählt.

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Kommt mit auf die virtuelle Reise in die Vergangenheit zu den großen Bunkern im Pas de Calais!

 

 

Calais

Als Basis für unser verlängertes Wochenende haben wir uns Calais ausgesucht. In der Mitte des historischen Stadtkerns liegt das Hotel “ibis Styles Calais Centre” (Werbelink), dass wir Euch empfehlen können. Es hat eine tolle Lage, moderne (leider auch kleine) Zimmer, ein gutes Frühstücksbuffet und kostenloses WLAN auf dem Zimmer.

Falls Ihr Freude an guter französischer Küche zu erschwinglichen Preisen habt, so möchten wir Euch das Restaurant “Histoire Ancienne” ans Herz legen – wir haben dort ein tolles Drei-Gänge-Menü genossen! Es befindet sich in der selben Straße wie das Hotel.

Dank der guten Lage dieses Hotels lassen wir unser Auto abends stehen und erkunden zu Fuß die Altstadt und die Restaurants. Am Marktplatz steht der “La Tour du Guet”, an dem wir den gleichnamigen Tradi “La tour du Guet” suchen und finden.

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Der nächste Geocache befindet sich ebenfalls an einem Turm – dieses Mal am Leuchtturm von Calais.

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Auch diesen können wir dank Hint gut und schnell finden.

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Auf dem Weg zum Restaurant kommen wir an der Kirche Notre Dame vorbei. Hier gibt es keinen Geocache zu suchen.

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Etwas außerhalb des Stadtkerns, aber immer noch gut zu Fuß zu erreichen befindet sich das Rathaus von Calais, welches besonders schön verziert ist. Dabei wurde sein Bau erst 1911 begonnen und 1924 dann endlich abgeschlossen.

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Bei einem weiteren Spaziergang – wir haben ja zum Glück zwei ganze Abende – schlendern wir auch mal Richtung Meer. Den Tradi “Le calvaire du marin” am Hafen können wir leider nicht finden.

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Gegenüber liegt das Fort Risbane, welches leider gerade renoviert wird. Daher können wir uns dieses nicht genauer anschauen.

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Ein paar Minuten später erreichen wir den Strand. Er ist ganz in der Nähe des großen Fährterminals, wo die Fähren nach Dover abfahren.

 

Mimoyecques (V3-Bunker)

Am nächsten Morgen fahren wir zunächst eine knappe halbe Stunde landeinwärts nach Süden, um den ehemaligen V3-Bunker Mimoyecques zu besichtigen.

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Dort wurde im Zweiten Weltkrieg ein Bunkerkomplex für die V3-Waffe (“Hochdruckpumpe”), eine 140 Meter lange Kanone, gebaut. Der Hauptstollen des Komplexes ist heute ein Museum.

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Von unserem Besuch dort werde ich Euch in dem Artikel “Geocaching & Sightseeing: Der V3-Bunker von Mimoyecques” berichten.

 

Batterie Todt

Als Nächstes sind wir eine weitere knappe halbe Stunde weiter nach Süden zur Batterie Todt gefahren. Der Turm 1 dieser vier Kanonen starken Batterie wurde von einem Privatmann als Museum ausgebaut.

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Die restlichen drei Türme verfallen langsam im nahen Wald. Den Türmen drei und vier haben saarzwerg und ich einen kleinen “inoffiziellen” Besuch abgestattet.

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Vom Museumsbesuch und der Erkundung der Türme drei und vier werde ich Euch im Beitrag “Geocaching & Sightseeing: Die Batterie Todt” berichten.

 

Cap Gris-Nez

Bei dieser Tagestour entlang der Opalküste soll auch das “Landschaftliche” nicht zu kurz kommen. Daher haben wir unsere späte Mittagspause mit einem Picknick an das Cap Gris-Nez verlegt.

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Von dort sieht man bei klarem Wetter die Kreidefelsen Englands – wir hatten Glück – während unseres Picknicks konnte wir die tollen Ausblicke auf’s Meer und nach England genießen!

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Auch hier sind die Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg allgegenwärtig. Wegen der vielen Menschenmassen, die diese schöne Stelle besuchen, wurden sie jedoch verschlossen und zubetoniert. Statt Bunker erkunden haben wir uns auf’s Geocaching konzentriert – zwei Geocaches haben wir hier erfolgreich absolviert: den Earthcache “Les Œufs du Gris-Nez/The Eggs of Gris-Nez” und den Tradi “Le cran de Quette“.

 

Cran d’Escalles

“Cran” ist die französiche Bezeichnung für eine Lücke in der Steilküste, an der man von oben bis zum Meer gelangt. Kurz vor dem Cap Blanc-Nez liegt die “Cran d’Escalles”, wo sich ebenfalls ein Besuch lohnt.

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Vom Parkplatz sind es nur wenige Minuten hinunter zum Meer. In Kriegszeiten ist die Lücke in der Steilküste von einem Bunker bewacht worden. Heute dient er als Versteck für den Tradi “#19 Le Cap Blanc Nez“.

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Von hier unten haben wir einen tollen Blick entlang der Steilküste. Wer möchte, kann auch von hier zum Cap Blanc-Nez hinaufwandern und dabei noch weitere Geocaches suchen. Wir nehmen stattdessen das Auto …

 

Cap Blanc-Nez

Oben am Cap ist ein großer Parkplatz. Von dort führen mehrere Wege zum Denkmal, welches auf dem höchsten Punkt über der Steilküste errichtet wurde. Wieder kommen wir an Bunkern vorbei. Alle sind verschlossen. Ihre Betondecke wird heute meist als Aussichtsplattform genutzt.

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Weiter vorne am Cap gibt es einige Beobachtungsbunker, die das Feuer der Kanonen im Hinterland lenken konnten.

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Auch dieser Beobachtungsbunker wird heute als Aussichtsplattform genutzt.

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Am Denkmal können wir die Aufgabe für den Virtual “Points to View (Cap Blanc Nez)” schnell und gut erledigen. Auch zwei Tradis befinden sich auf den Rundweg hier oben: “#12 Le Cap Blanc Nez” und “#13 Le Cap Blanc Nez“.

Etwas spannender finde ich den Tradi “#14 Le Cap Blanc Nez“, der sich in der Nähe des Parkplatzes befindet. Ich laufe den Hang hinunter durch hohes Gras und stehe plötzlich vor dem Eingang eines kleinen Bunkers, der nicht verschlossen wurde. Vom Parkplatz aus habe ich hier unten überhaupt keine Bunker erkennen können. Innen gibt es nur einen großen Kampfraum, dessen Scharte ebenfalls zubetoniert wurde. Die Dose ist dank Hint schnell gefunden.

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Einige hundert Meter unterhalb des Cap Blanc-Nez suchen wir einen weiteren Virtual: den “Early Flyer (Cap Blanc Nez)” am Denkmal eines der ersten französichen Piloten.

 

Bunker am Blériot-Plage

Da wir noch etwas Zeit bis zum Abendessen haben, lege ich noch einen kurzen Zwischenstop am Strand in einem kleinen Vorort von Calais ein. Dort ist mir in der Vorbereitung auf Google-Earth ein kleines Bunkerfeld aufgefallen. Bei bestem Wetter und tollem Sonnenschein wandern wir etwas den Strand entlang.

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Nach einiger Zeit kommen wir zu einem Geschützbunker. Laut meinen Recherchen sollte der zu der Stp 80 Pinguin (“Marineküstenbatterie Fort Lapin”) gehören.

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Der Bunker ist ein Regelbau M176 und beherbergte eine  15cm Schiffskanone. Ich nutze die Gelegenheit etwas darin herum zu klettern. Bedingt duch die sich bewegenden Dünen liegt der Bunker nicht mehr eben auf und ist stark geneigt.

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Trotzdem gibt es einen grandiosen Ausblick von Innen auf den Horizont!

Wir spazieren weiter und erreichen die Überreste des Fort Lapin,  dessen Bau 1690 von Vauban begonnen wurde, um Calais zu schützen. Direkt daneben steht ein verschlossener deutscher Bunker. Dazwischen suchen wir den Tradi “#1 Fort Lapin“, den wir gut finden können.

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Allmählich wird es Zeit für das Abendessen. Über die Dünenkrone laufen wir Richtung Auto zurück. Dabei kommen wir an weiteren Bunkern vorbei. Diese sollten laut meinen Recherchen zum Widerstandsnest 79 “Otter” gehört haben.

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Von der Dünenkrone hatten die Bunker einen guten Blick über das Meer.

 

Blockhaus von Éperlecques

Am nächsten Morgen verlassen wir Calais in Richtung St. Omer. Vor der Rückfahrt ins Saarland stehen noch zwei Bunkeranlagen auf meinem Plan. Wir beginnen am Bunker von “Éperlecques”, wo eine große verbunkerte V2-Fabrik errichtet werden sollte.

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Heute ist dieses Gelände ein Museum. Mittels mehrsprachigen Informationstafeln und Audio-Erklärungen wird dieser Bunker “erlebbar” gemacht.

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Von unserem Besuch dort werde ich Euch im Artikel “Geocaching & Sightseeing: Das Blockhaus von Éperlecques” berichten.

 

 

La Coupole

Als letztes Ziel für unserer verlängertes Wochenende habe ich die V2-Fabrik in Heffaut geplant. Dort wurde ein ehemaliges Bergwerk mit einer riesengroßen Betonkuppel versehen, um die darunter geplante V2-Produktion zu schützen.

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Auch diese Anlage ist heute ein Museum und versteht sich als Mahnmal gegen den Krieg und den Terror des Nazi-Regimes.

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In der Betonkuppel werden unter anderem die V1 und V2 ausgestellt und Modelle der Produktionsstätten gezeigt. Im letzten Teil meiner Artikelserie werde ich Euch “La Coupole” näher vorstellen.

 

Mein Fazit

Alle diese hier vorgestellten Orte liegen nicht weit voneinander entfernt. Beim Mega “GeoNord 2017 – Oxygen” habt Ihr die Gelegenheit einen Besuch dieser Locations mit einem Mega zu verbinden.

saarzwerg und mir hat dieses verlängerte Wochenende sehr gut gefallen. Wer sich für Militärgeschichte interessiert, der findet in der Region “Pas de Calais” vieles, was sich zu besichtigen lohnt. Jenseits der Museen sind einige Bunker mit Geocaches “markiert”. Auch der Lostplace-Fan wird in dieser Region auf seine Kosten kommen.

Und das alles in einer schönen Landschaft – das Pas de Calais ist immer eine Reise wert! Auf der Rückfahrt ins Saarland hat saarzwerg gleich den Wunsch geäußert, nochmal hierher zurück zu kommen, um die Gegend mit dem Fahrrad zu erkunden.

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Wie hat Euch dieser Reisebericht gefallen? Wäre diese Region etwas für Euch? Interessiert Ihr Euch für die großen Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg? Seid Ihr schon dort gewesen? Was sind Eure Empfehlungen für die Region? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Artikel!

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  Eine Antwort zu “Geocaching & Sightseeing: Die großen Bunker im Pas de Calais”

  1.  

    Vielen Dank für diesen interessanten Bericht (mal wieder). Wir selber werden am GeoNord Event teilnehmen und eine ganze Woche vor Ort sein. Hast du noch weitere Tipps?

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