Apr 032013
 

Seit August letzten Jahres habe ich das Garmin GPSmap 62s in Gebrauch und konnte es so ausgiebig testen. Meine Erfahrungen mit dem GPS könnt ihr in diesem Artikel lesen.

Garmin GPSmap 62s Test

Nach der Geobergtour 2011 auf die Zugspitze war ich etwas enttäuscht vom Empfang meines Garmin Oregon 550 in den Bergen. Die Trackaufzeichnung hatte viele Ausreißer. Von meinen bisherigen Geocachingtouren kannte ich das so nicht. Dazu kam, dass der Touchscreen des Oregons mit Handschuhen nicht zu bedienen ist – also sollte für den alpinen Gebrauch ein neues Gerät her. Über Winter hatte ich Zeit mich mit der Materie zu beschäftigen und so schrieb ich Mitte 2012 Garmin mit der Frage an, ob sie mir nicht ein Testgerät für meine Geobertour 2012 zur Verfügung stellem möchten und die Antwort war JA!

Pünktlich zur Bergtour war das Garmin GPSmap 62s da und ich konnte es testen. Vorneweg – ich war begeistert vom Empfang und bin es immer noch. Die Akkulaufzeit war gefühlt besser als bei meinem Oregon. Ich benutze die schwarzen Eneloop Akkus und die hielten zwei bis drei Tage auf dieser Bergtour. Nach Abwägung der Vor- und Nachteile hab ich mich sogar dafür entschieden das Gerät zu kaufen und es auch als Haupt-GPS zum Geocaching zu verwenden…

Packungsinhalt & Gerät

In der Packung befindet sich das GPS-Gerät, ein USB-Kabel, die Kurzanleitung in mehreren Sprachen und der Gürtelclip mit dem Garmin-Karabiner. Gut gefallen hat mir, dass sich – im Gegensatz zum Oregon –  der Rückendeckel auch abnehmen läßt, wenn noch der Gürtelclip daran befestigt ist. Wie bei allen Garmin ist er jedoch verkehrt herum angebracht – umgekehrt könnte man das GPS bequem ablesen,  ohne es abzunehmen zu müssen wenn es am Rucksack oder Gürtel hängt. Keine Ahnung, warum Garmin das nicht mal ändert?!

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Unter dem Rückendeckel ist Platz für zwei AA-Akkus oder Batterien und eine Micro-SD-Speicherkarte. Eine Sandisk 16-GB-Karte wurde bei mir ohne Probleme akzeptiert. Oberhalb des Batteriefaches habe ich für das Foto die Gummilasche, die den USB-Anschluss und einen MCX-Stecker für eine optionale externe GPS-Antenne verschließt, weggeklappt.

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Handling & Software

Die folgenden Bildschirmabschüsse stammen von der derzeit aktuellsten Firmware 4.80. Dieses GPS hat keinen Touchscreen. Es wird über die Tasten auf der unteren Vorderseite bedient. An der Seite gibt es noch ein Ein-/Aus-Schalter.

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Auf der linken Seite gibt es die Taste FIND, die in Menü zum Suchen von Wegpunkten, Koordinaten, Geocaches, usw. springt. Mit der Taste MARK kann man die aktuelle Koordinate im Gerät abspeichern und dabei die Koordinaten auch verändern. Das Eingeben oder Verändern von Koordinaten finde ich jedoch nicht optimal gelöst – man muss dazu mit der Navigationstaste (Große Taste mit Pfeilen in der Mitte) im folgenden Bildschirm die Zahlen eingeben.

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Sehr unglücklich finde ich dabei, dass man den Cursor im Positionsfeld nur mit den Pfeilen in acht Richtungen über die untere Hälfte des Bildschirms steuern kann. Die Navigationstaste spricht bei meinem Gerät leider nur sehr ungenau an, statt seitlich springt der Cursor schon mal diagonal. Um die Ziffer oder den Pfeil auszuwählen muss man dann noch die ENTER-Taste betätigen. Bei meinem uralten eTrex mit dem kleinen Daumen-Joystick war die Bedienung einfacher, schneller und flüssiger. Für die Geocaching-Meisterschaft im Juni werde ich wohl wieder mein Oregon mitnehmen, da es dort auf die Zeit ankommt… Für “normales” Geocaching kann ich mit dieser unhandlichen Eingabe leben.

In allen anderen Punkten finde ich die Benutzersteuerung durchdacht und intuitiv. Hier die Bildschirme für das Hauptmenü, Dashboard und den Kompass.

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Beim Hauptmenü kann man noch zwischen einer zwei- und einer drei-spaltigen Darstellung wählen. Ich habe mich für die drei-spaltige entschieden – ich habe noch gute Augen und so geht mehr auf die Anzeige. Seit dem letzten Firmware-Update werden auf dem Kompass bei einem als Zeil ausgewählten Geocache noch zwei Buttons angezeigt um den Cache gleich als gefunden zu markieren oder um die Navigation abzubrechen.

Nach dem Drücken der PAGE-Taste geht ein kleines Band mit Symbolen auf – durch erneutes Drücken kann man das Band verschieben. Damit kann man schnell zwischen den Bildschirmen des Gerätes hin und herspringen.

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Die MENU-Taste zeigt zum aktuellen Bildschirm die möglichen Funktionen an. Ein erneutes Drücken führt dann zum Hauptmenü. Die Bildschirme ja bei Garmin überwiegend gleich. Bis auf die Tastensteuerung (und damit erreichbare Abkürzungen), die Steuerung der Bildschirme über die PAGE-Taste und die Eingabe der Koordinaten habe ich keine Unterschiede in der Bedienung zum Oregon feststellen können.

Hier noch die Bildschirme für Geocaching: Beschreibung, Funktionen, Loggen und Hint.

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Meine Pro und Cons

Hier meine absolut subjektive Einschätzung der Vor- und Nachteile des Garmin GPSmap 62s:

VorteilNachteil
  • Sehr guter Empfang
  • Lange Akkulaufzeit
  • Mit dicken Handschuhen bedienbar
  • Micro-SD-Steckplatz für mehr Karten
  • Chirps können gesucht und programmiert werden
  • Sehr umständliche Koordinateneingabe
  • Kein Wherigo-Player

Varianten und Preise

Ein Vergleich der Gerätevarianten kann man leicht bei Garmin durchführen. Bei der 62er Variante ohne Buchstaben (s, c oder t) in der Typbezeichnung fehlt der 3-Achsen-Kompass und der Micro-SD-Steckplatz. Daher würde ich mich nicht für dieses Gerät entscheiden. In der Typbezeichnung steht der Buchstabe c für die integrierte 5 Megapixelkamera, der Buchstabe ‘s’ für den Micro-SD-Kartensteckplatz samt 3-Achsenkompass und der Buchstabe ‘t’ für voristallierte  Karten. Kein Gerät dieser Serie hat einen Wherigo-Player an Bord.

 

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Mein Fazit

Ich habe mich bewußt für den 62s entschieden, weil er vom Preis-Leistungs-Verhältnis genau das bietet, was ich benötige. Den 3-Achsen-Kompass und den Micro-SD-Steckplatz habe ich bei meinem Oregon zu schätzen gelernt, die integrierte Kamera meines Oregons 550 habe ich jedoch kaum benutzt und für Wherigos benutze ich lieber mein Smartphone…

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  15 Antworten zu “Mein GPSmap 62s Test”

  1.  

    Hallo

    Super Test, hat mir viele Fragen beantwortet. Jedoch konnte mir nur etwas nicht beantwortet werden: Kann man die AA-Akkus direkt am Gerät aufladen oder braucht man da eine Ladestation?

    Gruss
    DK

    •  

      Das Aufladen im Gerät kam mit dem Oregon 600/650, sprich sollte frühestens im GPSmap 64 drin sein.

      Das GPSmap 62 hat ja auch keine Möglichkeit, Akkus von Batterien zu unterscheiden.

      Ein vernünftiges Ladegerät wäre schön eine sinnvolle Investitionen.

      •  

        Vielen Dank für die Antwort.

        Dann muss wohl ein gutes Ladegerät hinhalten :)

        Gruss

        •  

          Ich benutze schon seit Jahren das BC700 zusammen mit den schwarzen Eneloops und bin sehr zufrieden damit. Falls du es bei Amazon bestellen möchtest, habe ich bei mir im Shop (Amazon, Link rechts oben) das Ladegerät und die Akkus eingestellt…

          •  

            Cool, danke. Werde ich mir bestimmt noch anschauen. Werde jedoch höchstwahrscheinlich auf was zurückgreifen müssen, dass mit USB oder “Zigarettenzünder” funktioniert (oder halt einfach einen adapter dazu kaufen)

          •  

            Von USB rate ich dringend ab, aber fürs BC700 gibts ein Zigarettenanzünder-Netzteil optional zu kaufen.

  2.  

    ah…ok…ich habe von mammut dicke fleece handschuhe.da gehts gut.
    mal gespannt wie das neue oregon 650 ist.

    glg

    ps: dein blog gefällt mir jetzt noch besser.sieht gut aus.

  3.  

    hi joerg,

    also unser oregon lässt sich super mit dicken handschuhen bedienen.
    und ich glaube das du pünktlich zur geobergtour 2012 das gerät bekommen hast oder?

    glg

    •  

      Hi Markus,

      ich habe den Tippfehler im Artikel behoben – natürlich konnte ich das GPSmap 62s auf der Geobergtour 2012 testen.

      Bei der Vorbereitung, den Firnkurs in den Vogesen und dem Eiskurs in der Schweiz hatte ich jedoch Probleme mein Oregon mit dicken Handschuhen (Skihandschuhe) zu bedienen – diese Probleme hatte ich beim GPSmap 62s mit den Tasten so nicht mehr…

      VG,
      Joerg

  4.  

    @Eastpak – danke für die Hinweise – ich habe nun im kompletten Artikel SD durch Micro-SD ersetzt.

    Bei der aktuellen Firmwareversion funktioniert auch beim GPSmap62s die FIND-FIND-Taste zum Anzeigen der letzten markierten Punkte.

    Über eine Funktion zum freien Belegen der Tasten konnte ich jedoch nichts in Erfahrung bringen.

    Eine schöne Seite mit Tipps und Tricks über das GPSmap62s habe ich hier gefunden.

  5.  

    iirc hat die 62er Serie eine Funktion bekommen, mit der man eine Taste mit einer beliebigen Funktion belegen kann.

  6.  

    Hi,

    das GPSMap 60 hat die wunderbare FIND-FIND-Funktion, mit der man gerade eben eingebene Punkte sofort aufrufen kann ohne den Umweg über das Menü. (also 2x FIND drücken und dann erscheint eine Liste der letzten Markierten Punkte). Das gab es definitiv am Anfang bei 62er nicht. Wurde das mit der Firmware inzwischen nachgeliefert?

    Gruß S-Man

  7.  

    Nachtrag: Stimmt, mit dickeren Handschuhen wird es etwas eng.
    Zum präzisen Bedienen des Touchscreens und parallel als Handschlaufe hab ich den Krusell Touch Screen Pointer im Einsatz. Mehr Infos dazu gibts hier: http://www.dosenfischer.de/garmin-oregon-geraeteschutz/

  8.  

    Hallo Eastpak1984,

    du hast natürlich recht, wie die meisten Garmins hat auch dieses nur einen microSD-Karten-Steckplatz. SD-Karten oder die älteren miniSD-Karten passen da nicht rein.

    Mit Handschuhen hab ich mein Oregon gerade mal ausprobiert – mit dünnen Handschuhen geht es tatsächlich – mit dicken Handschuhen, so wie ich sie auf dem Gletscher benutze, hat es nicht geklappt – da komme ich mit den Tasten besser klar…

    Sobald ich wieder eine vernünftige Internetverbindung habe, werde ich es im Artikel ergänzen.

    Danke für deine Verbesserungsvorschläge und viele Grüße aus dem Saarland,
    Jörg

  9.  

    Du schreibst, die Oregons seien nicht handschuhtauglich – hast du das geprüft, oder abgelesen?
    Mein Oregon 300 und das 550 kommen wunderbar mit Handschuhen aus, da das Display auf Druck reagiert, und nicht auf die Leitfähigkeit der Haut. Verwechselst du da was mit dem Smartphone?

    Der Vollständigkeit halber: Es fehlt jeweils das µ beim Kartenslot – SD-Karten passen nicht in das Gerät.

    Ansonsten ein netter Bericht

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