Deutschlands Schönster Wanderweg 2026: Die Nominierten aus Rheinland-Pfalz

Vier Wege, vier völlig unterschiedliche Landschaften – und alle vier in Rheinland-Pfalz. Wer wissen möchte, welcher davon wirklich lohnt, findet im Beitrag ehrliche Eindrücke von jemandem, der alle selbst gelaufen ist.

Ob enge Sandsteinschluchten, seilgesicherte Schiefersteige oder der Blick über einen Vulkankrater – die nominierten Wege haben wenig gemeinsam, außer dass sie alle sehenswert sind. Der Beitrag hilft, den richtigen für den eigenen Geschmack zu finden.

 

 

Wahl zu Deutschlands schönstem Wanderweg 2026

Für die Publikumswahl zu Deutschlands schönstem Wanderweg 2026 hat das Wandermagazin die nominierten Tagestouren veröffentlicht. Bis zum 30. Juni 2026 kann online abgestimmt werden. Unter den Vorschlägen befinden sich vier Wege aus Rheinland-Pfalz, die unterschiedliche Landschaftsräume abbilden und sowohl für Wandernde als auch für Geocacher interessante Strukturen bieten. Ich bin alle vier Touren bereits gewandert und habe sie in meinem Blog ausführlich dokumentiert, jeweils mit Blick auf Wegführung, Gelände, Besonderheiten und die Möglichkeiten für Geocacher.

 

PS Felsenwald bei Pirmasens: Sandstein, Schluchten und Felsformationen

Der PS Felsenwald ist ein zertifizierter Premiumwanderweg mit 68 Erlebnispunkten. Die Strecke misst 13,4 Kilometer und umfasst 381 Höhenmeter im Aufstieg. Charakteristisch für diesen Weg ist der hohe Anteil an schmalen Naturpfaden, die durch dichte Wälder und entlang großer Buntsandsteinformationen führen. Die Route verläuft überwiegend wellig und endet mit einem markanten Schlussanstieg. Die Markierung ist sehr gut sichtbar und besteht aus einem roten Schild mit der Aufschrift „PS Felsenwald“.

Der Startpunkt liegt am Wanderparkplatz im Pirmasenser Ortsteil Ruhbank. Von dort führt der Weg zunächst leicht bergab durch eine enge Schlucht, das sogenannte Mordloch. Ein kurzer Abstecher zu einer Felsklippe bietet einen ersten Blick in die bewaldete Umgebung. Anschließend geht es hinunter zum Eisweiher, bevor ein kurzer, steiler Anstieg zum Kugelfels folgt. Dieser Abschnitt führt unter großen Felsendächern hindurch und eng zwischen den Felswänden entlang.

Im weiteren Verlauf verläuft der Weg auf schmalen Pfaden quer zum Hang. Hier passiert man das Gebetbuch, eine Formation, die an ein halb geöffnetes Buch erinnert, sowie den gebrochenen Fels, einen abgestürzten Steinblock. Nach einer kleinen Felsspalte erreicht man den Schillerfelsen, an dem eine Bank unter einem Felsvorsprung zur Rast einlädt. Danach führt die Route hinunter in das offene Glastal, vorbei an einem Brunnen, und steigt am Ende des Tals steil zu einem Forstweg an, über den man das Pirmasenser Felsentor erreicht. Dieser natürliche Steinbogen liegt an einem gesicherten Steilhang, den der Wanderweg direkt durchquert.

Hinter dem Felsentor führt der Weg wieder ins Tal, wo das Forsthaus Beckenhof und die PWV-Hütte Am Starkenbrunnen liegen. Beide bieten sich für eine Pause an. Zum Abschluss folgt der längste Anstieg der Tour hinauf zur Pirmasenser Kanzel. Die Bank auf dem Felsen ist ein guter Ort für eine letzte Rast, bevor der Weg zurück zur Ruhbank führt.

Für Geocacher ist der PS Felsenwald besonders interessant. Der Wandermulti begleitet die gesamte Runde. An Station 1 ist ein Schild mit roter Schrift unter einem Felsendach zu finden, das leicht mit den regulären Wegmarkierungen verwechselt werden kann. An den Felsen liegen weitere Caches wie Kugelfels –reloaded–, Felsenland Pfalz: 1. Pirmasenser Felsentor und Felsenland Pfalz: 3. Die Pirmasenser Kanzel. Einige davon erfordern eine kleine Kletterpartie oder ein Bergungswerkzeug. Unterwegs kreuzt man zudem Caches der Reihen Nordic Walking 3 und Ein kurzer Weg. Da der Mobilfunkempfang im Wald lückenhaft ist, sollten die Daten vorab offline gespeichert werden.

Wer die Tour im Detail nachlesen möchte, findet meinen vollständigen Erfahrungsbericht auf meinem Blog.

 

Traumschleife Altlayer Schweiz: Schiefer, Steige und ein schattiges Bachtal

Die Traumschleife Altlayer Schweiz ist ein Premiumwanderweg mit 90 Erlebnispunkten. Offiziell misst die Strecke 8,67 Kilometer und umfasst 326 Höhenmeter. Die Markierung erfolgt durch das Traumschleifen-Logo des Saar-Hunsrück-Steigs. Die Runde kombiniert ein tief eingeschnittenes Bachtal, Relikte des historischen Schieferbergbaus und eine kurze, seilgesicherte Passage, die dem Weg seinen alpinen Charakter verleiht.

Der Startpunkt liegt am Wanderportal am Ortsrand von Altlay. Zunächst führt der Weg über offene Wiesen und Weiden abwärts, bevor er in den Wald eintaucht und das Tal des Altlayer Bachs erreicht. Der Pfad folgt dem Bachlauf in zahlreichen Windungen, überquert ihn immer wieder über kleine Holzstege und führt an vergitterten Stolleneingängen und schroffen Schieferwänden vorbei. Dieser Abschnitt vermittelt einen guten Eindruck vom früheren Schieferabbau in der Region.

Im Mittelteil verändert sich die Wegcharakteristik deutlich. Der sanfte Pfad wird zu einem steilen, felsigen Anstieg über schmale Schieferbänder. Die ausgesetzten Stellen sind mit Drahtseilen gesichert, erfordern aber dennoch Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Oben angekommen öffnet sich der Blick über das dicht bewaldete Tal und die Höhen des Hunsrücks. Der Weg verläuft nun entlang exponierter Felskanten und bietet mehrere Aussichtspunkte.

Das letzte Drittel der Runde ist deutlich entspannter. Die Route führt an Waldrändern, Hecken und Feldern entlang und bietet weite Blicke auf Altlay, bevor sie wieder am Wanderparkplatz endet.

Für Geocacher ist der zugehörige Wandermulti angenehm gestaltet. Die Stationen folgen der natürlichen Wegführung, und alle Fragen lassen sich über die offiziellen Infotafeln beantworten. Festes Schuhwerk ist aufgrund der schieferigen und bei Nässe rutschigen Passagen unbedingt erforderlich.

Eine ausführliche Beschreibung meiner Wanderung auf dieser Traumschleife findet sich in meinem Blog.

 

HeimatSpur MaareGlück: Vulkanische Landschaften und Kraterblicke

Die HeimatSpur MaareGlück ist ein zertifizierter Premium‑Spazierwanderweg und damit der einzige nominierte Weg, der nicht als klassischer Premiumwanderweg geführt wird. Etwa 11,4, Kilometer umfasst die Runde, überwindet 327 Höhenmeter und ist ideal für eine kurze Genussrunde oder einen entspannten Geocaching‑Spaziergang. Die Markierung erfolgt über das typische Logo der Heimatspuren in der Vulkaneifel. Trotz der Kürze bietet die Strecke eine dichte Abfolge landschaftlicher Höhepunkte.

Der Startpunkt liegt am Wanderparkplatz oder im Ortszentrum von Schalkenmehren. Von dort führt der Weg zunächst flach am Ufer des Schalkenmehrener Maars entlang. Anschließend steigt der Pfad sanft auf den Kraterwall an und erreicht das Maarkreuz, von dem sich ein weiter Blick über das Maar und den Ort eröffnet.

Der Weg folgt nun dem schmalen Grat der Kraterwand. Zur einen Seite liegt Schalkenmehren, zur anderen Seite öffnet sich der Blick auf das Weinfelder Maar mit seiner markanten Kapelle. Über naturbelassene Pfade führt die Heimatspur anschließend durch das Naturschutzgebiet wieder bergab, bevor die Runde erneut das Ufer des Schalkenmehrener Maars erreicht und am Naturfreibad vorbeiführt.

Für Geocacher bietet die Region zahlreiche traditionelle Dosen, Virtuals und Earthcaches. Da der Empfang in den Senken der Maare schwanken kann, empfiehlt es sich, die Daten vorab offline zu speichern. In meinem Blog habe ich die MaareGlück‑Runde beschrieben entgegen der empfohlenen Richtungbeschrieben um den Wandermulti machen zu können.

Wer sich dafür interessiert, findet meinen vollständigen Bericht auf meinem Blog.

 

Pfälzer Hüttentour: Hütten, Höhenmeter und weite Blicke

Die Pfälzer Hüttentour ist ein Premiumwanderweg mit 61 Erlebnispunkten. Die Runde misst 18,4 Kilometer und umfasst 668 Höhenmeter. Sie verbindet Naturerlebnis, aussichtsreiche Höhenzüge und die regionale Hüttenkultur. Die Wegführung ist hervorragend ausgeschildert und kombiniert breite Waldwege mit schmalen Naturpfaden. Auf dieser Strecke lassen sich fünf der zehn Hütten der Aktion Hüttenhopping erwandern.

Der Startpunkt liegt an einem Wanderparkplatz, von dem der Weg zunächst sanft ansteigend durch die Übergangszone zwischen Wald und Weinbergen führt. Der erste längere Anstieg führt zur Ringelsberghütte. Danach folgt der Abschnitt zur St. Anna Kapelle und zur St. Anna-Hütte. Weiter geht es über breite Waldwege zur Trifelsblickhütte und anschließend zur Landauer Hütte am Zimmerbrunnen, bevor der Weg zum Orensfelsen ansteigt. Der Abstieg führt zum Landauer Naturfreundehaus am Kiesbuckel, bevor die Runde über verschiedene Varianten zurück zum Ausgangspunkt führt.

Für Geocacher liegen entlang der Strecke zahlreiche Dosen, darunter Abschnitte des Bürstenbinder‑Powertrails. Da der Empfang im Pfälzerwald nicht überall zuverlässig ist, sollten die Daten vorab offline gespeichert werden.

Eine ausführliche Beschreibung meiner Tour im Rahmen des Hüttenhoppings findet sich in meinem Blog.

Übrigens: Das Hüttenhopping findet auch in diesem Jahr wieder statt – alle Informationen dazu findet ihr auf der Webseite des Veranstalters Garten Eden Pfalz.

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Wie hat euch meine Vorstellung der vier nominierten rheinland-pfälzischen Wanderwege gefallen? Wäre eine dieser Wanderungen auch etwas für euch? Habt ihr schon mal am Hüttenhopping teilgenommen? Wie immer freue ich mich auf eure Kommentare unter diesem Beitrag!

Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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