Cacheempfehlung: Helene ++ Der Bunker ++ bei Lampertheim

Ein echter Bunker im Vorgarten, dazu ein Owner der seinen Cache seit neun Jahren mit Herzblut pflegt – dieses Setup gibt es wohl kein zweites Mal im deutschen Geocaching.

Zugang zum Bunker Helene, der sich in einem Vorgarten in Lampertheim befindet und einen Geocache beherbergt

Wer wissen will, was dahinter steckt, findet hier den vollständigen Bericht samt Interview.

 

 

Der Mystery „Helene ++ Der Bunker ++“

Bei der Planung meiner Geocaching-Tour zu Staubfingers „Back to the future“ fiel mir in direkter Nähe ein weiterer Geocache auf, der eine auffällig hohe Favoritenquote verzeichnet: der Mystery-Cache „Helene ++ Der Bunker ++„. Um diesen Cache überhaupt loggen und vor Ort spielen zu können, müssen vorab online diverse Recherchefragen rund um das Thema historische Bunkeranlagen bearbeitet werden. Bei diesem theoretischen Teil hatte ich einige Probleme mit den Details – der Owner reagierte jedoch erfreulicherweise sehr zeitnah auf meine Nachricht und griff mir mit hilfreichen Hinweisen unter die Arme.

Vor Ort angekommen, standen wir vor einem weiteren Rätsel, das direkt im Zielgebiet gelöst werden muss. Wenn man sich exakt an die zuvor ermittelten Koordinaten stellt und die Umgebung genau im Blick behält, lässt sich dieses Rätsel problemlos lösen. Danach zeigen sich die Finalkoordinaten und der Weg ist frei zum eigentlichen Final, wo sich die Bunkeranlage befindet.

Im Zugang zum Bunker Helene, der sich in einem Vorgarten in Lampertheim befindet und einen Geocache beherbergt

Der historische Schutzraum ist im Inneren sehr detailreich und stimmungsvoll eingerichtet, was die authentische Atmosphäre des Lost Places unterstreicht. Gute zwanzig Minuten konzentrierter Suche und Interaktion waren im Inneren nötig, um die Rätsel zu lösen und schließlich an das Logbuch zu gelangen. Bei unserem Durchlauf funktionierte die verbaute Technik einwandfrei und alles lief genau so ab, wie es vom Erbauer vorgesehen war.

Mein persönliches Fazit zu diesem Cache: Klein, aber fein!

 

Das Interview mit dem Owner Torfkopp1 zu „Helene ++ Der Bunker ++“

Nach meinem Besuch konnte ich es mir nicht nehmen lassen, den Creator von „Helene ++ Der Bunker ++“ zu kontaktieren, um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Im Interview stand er mir geduldig Rede und Antwort und gab spannende Einblicke in sein Projekt.

Erzähl uns zunächst etwas über dich Stell dich kurz vor: Wer bist du abseits des Geocachings – und seit wann bist du im Hobby aktiv?

Ich bin Marcus, besser bekannt als Torfkopp1. Ich bin seit 2015 beim Geocaching aktiv. Abseits des Hobbys Geocaching, bin ich Baumpfleger.

Ursprung & Vision

Die Initialzündung  – Wie kam dir die Idee zu „Helene ++ Der Bunker ++“? Woher stammt der Name „Helene“ und gab es eine bestimmte Vision, die du für diese Location im Kopf hattest?

Unsere Nachbarin besitzt einen Bunker in ihrem Vorgarten. Allerdings konnte ich dort vorerst keinen Geocache legen, da die geltenden Abstandsregeln dies nicht zuließen. Also habe ich testweise 2 Events abgehalten. Die Idee kam gut an, also ging es ans Werk.

Da das Grundstück und der Bunker unserer Nachbarin Helene gehören, war schnell klar, dass der Geocache ihr gewidmet werden sollte.

Ein bereits vorhandener Geocache befand sich aber leider innerhalb des erforderlichen Mindestabstands. Deshalb habe ich mich zuerst mit dem Owner des bereits vorhandenen Caches, unterhalten und ihn gebeten, seinen Cache für die Bunkeridee zu verschieben, damit die Abstandsregeln passen. Er hat freundlicherweise zugestimmt. An dieser Stelle ein Dankeschön an ihn, dass es geklappt hat.

Der Jackpot im Vorgarten – Einen echten Bunker im eigenen Vorgarten zu haben, ist der absolute Hauptgewinn für jeden Owner. War der Bunker für dich damals ein Kaufargument für das Haus, oder hast du erst nach dem Einzug realisiert, welches Geocaching-Potenzial hier unter dem Rasen schlummert?

Der Bunker gehört mir nicht, sondern ist eine Leihgabe unserer Nachbarin Helene. Über die vielen Besucher freut sie sich jedes Mal aufs Neue und verfolgt das Geschehen mit großem Interesse.

Teamwork – Bist du Einzelkämpfer an der Heimfront oder hast du ein Team im Rücken? Wer war für welche Bereiche zuständig – Technik, Basteln, Story?

Das Projekt habe ich gemeinsam mit meiner Frau (Lola0901) geplant und organisiert. Obwohl sie zu diesem Zeitpunkt selbst noch keine Erfahrung mit Geocaching hatte, hat sie mich von Anfang an tatkräftig unterstützt. Die Grundidee stammt von mir, beim Basteln und der Technik habe ich mich im Internet schlau gemacht.

Bauphase & Technik

Vom Reißbrett unter die Erde – Wie viel Zeit verging vom ersten Gedankenblitz bis zum „Publish“-Klicken – und wie viele Arbeitsstunden stecken schätzungsweise in dem Projekt?

Die Umsetzung hat mehrere Monate in Anspruch genommen. Insgesamt sind dabei locker 50 bis 60 Stunden Arbeit in Anspruch genommen worden und natürlich viel Herzblut eingeflossen.

Es werde Licht (und Strom!) – Im Gegensatz zu vielen Wald-Caches konntest du bei „Helene“ aus dem Vollem schöpfen und echten Netzstrom nutzen. Welche technischen Spielereien und Effekte wurden dadurch überhaupt erst möglich, die man sonst bei „normalen“ Caches vermisst?

Es wurden mehrere Lichter sowie Soundmodule verbaut. Weitere Details möchte ich jedoch nicht vorwegnehmen, denn jeder darf sich selbst ein Bild davon machen.

Atmosphäre & Requisiten – Die Liebe zum Detail in der Deko ist beeindruckend. Wo hast du die ganzen thematischen Relikte und Bunkereinrichtungen aufgetrieben? Flohmarkt, Schrottplatz, Bundeswehr-Bestände oder Eigenbau?

Für die Beschaffung des Materials waren mehrere Besuche auf dem Flohmarkt nötig, außerdem habe ich Bekannte und Freunde gefragt, ob sie was für mich hätten. Parallel dazu, habe ich fleißig im Internet nach weiteren Materialien gesucht.

Game-Design & Testing

Das 20-Minuten-Phänomen – Der Cache ist als knackiges, 15–20-minütiges Rätselerlebnis direkt vor dem Loggen konzipiert. Wie schwer war es, die Rätsel so zu balancieren, dass sie in dieser kurzen Zeit lösbar sind, aber trotzdem den Kopf rauchen lassen?

Das Konzept habe ich mir mit meinen Cacherkollegen zusammen entwickelt und anschließend testen lassen.

Der Härtetest – Was waren die wichtigsten Erkenntnisse aus deinen Betatests im eigenen Garten? Gab es eine Station, die du nach dem Feedback der Test-Cacher komplett umwerfen musstest?

Ja, ursprünglich waren NFC Codes geplant. Da deren Auslesens auf iPhones damals nicht zuverlässig funktionierte, habe ich das System komplett auf QR-Codes umgestellt. So konnte es dann jeder problemlos nutzen.

Rückschläge & Wartung

Hürdenlauf – Einen Bunker direkt am Wohnhaus für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, bringt sicher ganz eigene Herausforderungen mit sich. Was war das größte technische, feuchtigkeitstechnische oder bürokratische Problem während der Bauphase?

Bürokratischen Probleme gab es glücklicherweise keine. Allerdings war der Bunker randvoll mit Müll und musste entrümpelt und geputzt werden. Ich weiß gar nicht mehr, wie viele Fuhren Müll wir weg gefahren haben.

9 Jahre und kein bisschen leise – „Helene ++ Der Bunker ++“ existiert bereits seit 9 Jahren und blickt auf weit über 1700 Logs zurück. Wie schafft man es, eine unterirdische Location über fast ein Jahrzehnt so gut in Schuss zu halten? Was ist dein Geheimnis für diese Langlebigkeit?

Es sind ständig Wartungen nötig. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit im Bunker fallen immer wieder Soundmodule aus, die dann auswechselt werden müssen. Auch Schlösser müssen hin und wieder aufgrund von Verschleiß ausgewechselt werden, damit alles weiterhin funktioniert.

Der menschliche Faktor

Leben mit der Home-Zone – Wenn der Cache im eigenen Vorgarten liegt, bekommt man als Owner ja zwangsläufig viel mit. Wie fühlt es sich an, wenn man im Sommer auf der Terrasse sitzt oder den Rasen mäht, während unter den eigenen Füßen gerade Cacher im Bunker um das Final rätseln?

Helene freut sich über Besuch und fühlt sich dadurch keineswegs gestört. Im Gegenteil, sie begrüßt den Besuch und die freundlichen Cacher sehr. Auch wenn wir sie häufiger besuchen, treffen wir oft auf den ein oder anderen Geocacher und nehmen uns gerne Zeit für ein Gespräch.

Ausklang

Die skurrilste Geschichte – Was war das seltsamste Logfoto, der lustigste Vorfall an der Gartentür oder die denkwürdigste Begegnung, die du in all den Jahren mit einem Cacher auf deinem Grundstück hattest?

Das möchte ich so nicht festlegen, ich freue mich über jeden Log. Es kommt aber häufiger vor, das wegen dem WLAN Passwort geklingelt wird. Obwohl nicht einmal ein WLAN Passwort benötigt wird. Das finden wir wiederum sehr amüsant.

Ausblick – Hast du nach 9 Jahren „Helene“ schon Ideen für ein nächstes Projekt auf deinem Grundstück – oder bist du mit diesem unterirdischen Highlight erst einmal wunschlos glücklich?

Ich bin mit der aktuellen Situation sehr zufrieden, weshalb es bei Helene bleibt. Ab und zu wird mein Projekt aber gepimpt und dekorativ umgestaltet, was mir die Möglichkeit gibt, mich immer wieder kreativ auszuleben.

Schlusswort – Magst du noch einen Schlusssatz für unsere Leser und die Geocaching-Community formulieren?

Dieses Projekt war für uns eine lange aber vor allem schöne Reise voller Ideen, Herausforderungen und vieler hilfsbereiter Menschen. Ich freue mich weiterhin auf zahlreiche Besuche bei meinem Geocache. Vielen Dank für das Interview.

Vielen Dank für deine Zeit und die tiefen Einblicke in dieses absolut außergewöhnliche Vorgarten-Projekt!

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Wie hat euch meine Cacheempfehlung gefallen? Habt Ihr diesen Mystery-Cache selbst schon gesucht und wie hat er euch gefallen? Wie immer freue ich mich über eure Kommentare unter diesem Beitrag!

Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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