Cacheempfehlung: Bikeport bei Gießen

Wer einen Geocaching-Ausflug ins Hessische plant, sollte den Multicache Bikeport auf dem Radar haben – Ein Cache mit 28 Stationen, kostenlosem Kaffee und technischen Rätseln, die selbst erfahrene Geocacher überraschen.

Außenansicht einer hölzernen Fahrradüberdachung im Vorgarten eines Reihenhauses in Lang-Göns

Außerdem verrät Owner Barfussmann im Interview, wie aus einer spontanen Idee ein siebenjähriges Projekt mit über 3.500 Fundlogs wurde.

 

 

Der Kalendercache „

Über das verlängerte Pfingstwochenende reise ich nach Langgöns im Landkreis Gießen, um den in der Community hochfavorisierten Kalendercache „Der Bikeport“ samt dem dazugehörigen Bonus-Cache zu absolvieren. Gegen kurz nach halb elf parke ich mein Cachemobil am Straßenrand und laufe die wenigen Meter zum Startpunkt. Der namensgebende Bikeport entpuppt sich als eine hölzerne Fahrradüberdachung, die sich im Vorgarten eines lokalen Reihenhauses befindet.

Außenansicht einer hölzernen Fahrradüberdachung im Vorgarten eines Reihenhauses in Lang-Göns

Dort scanne ich zunächst den Startcode im Geocaching-Planer, womit die Tour offiziell beginnt. Im Anschluss öffne ich den dort installierten, großen Schrank. Im Inneren finden sich diverse Annehmlichkeiten für Geocacher, wie etwa kostenlose Getränke und Mückenspray, sowie eine Box mit Utensilien, die für die Lösung der Rätsel unterwegs zwingend mitgenommen werden müssen.

Blick in einen geöffneten Holzschrank mit kostenloser Verpflegung und einer Ausrüstungsbox für Geocacher

Der Multi-Cache setzt sich aus insgesamt 28 Stationen zusammen, von denen 18 auf einem Rundweg im nahegelegenen Waldgebiet verlaufen, während die restlichen zehn direkt am Bikeport zu lösen sind. Aufgrund der hohen Tagestemperaturen bietet der überwiegende Teil der Außenaufgaben im kühlen und schattigen Wald eine willkommene Abkühlung.

Schattiger Waldweg mit dichtem Blätterdach im Forst nahe Gießen

Alle Aufgaben sind fair gestaltet, abwechslungsreich und bieten selbst für erfahrene Spieler neue Aha-Effekte. Gegen Ende der Runde führt die Strecke an einer Lichtung vorbei, die zum ersten Mal eine freie Aussicht auf die regionale Landschaft ermöglicht.

Blick über eine sonnige Waldlichtung auf die umliegende Landschaft im Landkreis Gießen

Grundsätzlich gilt es an jeder Station ein Rätsel zu lösen, um die Koordinaten für den nächsten Wegpunkt zu erhalten. Für den Fall von Problemen ist ein gestuftes Hilfesystem integriert, das wahlweise Spoilerbilder, Texthinweise oder direkt die nächsten Koordinaten bereitstellt. Ich selbst muss dieses gut funktionierende System im gesamten Verlauf nur ein einziges Mal in Anspruch nehmen.

Stelle auf dem Rundweg, wo ich so meine Probleme hatte mit Blick auf Weide mit Holzhaus im Wald bei Lang-Göns

Die finalen Stationen befinden sich wieder am Bikeport und schließen den Multi-Cache mit verschiedenen technischen Gimmicks ab. Gegen 14:30 Uhr trage ich mich schließlich in das Logbuch ein. Zum Abschluss nutze ich noch die Gastfreundschaft des Owners bei einem kostenlosen Getränk, wobei vor Ort sogar eine Kaffeemaschine sowie eine Trittbox für kleinere Geocacher bereitstehen.

Detailaufnahme des Geocaching-Logbuchs im Bikeport neben einer Kaffeemaschine

Wer diesen Kalendercache bisher noch nicht absolviert hat, findet im Online-Kalender aktuell noch freie Termine für einen Besuch.

 

Der Wherigo „

Beim „Bonus zum Bikeport“ handelt es sich ebenfalls um einen Kalendercache, der allerdings ohne separate Terminreservierung unmittelbar im Anschluss an den Haupt-Multicache absolviert werden darf. Die dafür notwendigen Startinformationen und Utensilien befinden sich direkt im Final des Multis. Der Bonus-Cache umfasst insgesamt elf Stationen sowie das abschließende Final, wobei die Wegführung streckenweise die Route des zuvor absolvierten Hauptweges tangiert.

Ein schmaler, von Pflanzen gesäumter Waldweg im hessischen Forst

Bei vielen der Aufgaben wird eine Powerbank benötigt, die der Owner direkt vor Ort zur Verfügung stellt. Die Rätsel gestalten sich sehr abwechslungsreich und beinhalten auch für erfahrene Spieler vereinzelte Aha-Effekte. Ich persönlich empfinde den Bonus im direkten Vergleich als etwas schwächer ausgearbeitet als den Multi-Cache, und auch die Wegführung ist an einigen Stellen spürbar zugewachsen. Dennoch hinterlasse ich bei meinem Logeintrag auch für diesen Cache einen Favoritenpunkt. Für den gesamten Bonus benötige ich weitere zweieinhalb Stunden Zeit.

Danach setze ich meine Fahrt fort und steuere meine Unterkunft in Bad Homburg vor der Höhe an. In der dortigen Kurstadt am Fuße des Taunus werde ich die nächsten beiden Tage ebenfalls mit Geocaching verbringen. Bleibt gespannt – auch davon werde ich euch noch berichten!

Übrigens: Vom selben Owner stammt auch das Jedi-Archiv, welches ich auf meiner Tour durch den Taunus besucht habe, ebenfalls sehr zu empfehlen!

 

Das Interview mit dem Owner Barfussmann

Ein genialer Cache im Wald, technische Spielereien und ein Owner mit Herz: „Bikeport“ begeistert die Community seit Jahren. Wir haben einen Blick hinter die Kulissen geworfen und mit dem Kopf hinter dem Meisterwerk gesprochen.

👤 Zur Person

Wer steckt dahinter? Stell dich kurz vor: Wer bist du abseits des Geocachings – und seit wann bist du im Hobby aktiv?

Das schöne Hobby Geocaching betreibe ich seit 2011 und habe auch sehr früh angefangen, eigene Dosen zu legen. Wobei ich von Anfang an den Anspruch hatte, keine 08/15-Dosen zu gestalten – was mir größtenteils wohl auch gelungen ist.
 Seitdem ich vor ein paar Jahren intensiv mit dem Discgolfspielen begonnen habe, hat sich die Zeit, die ich mit Geocaching verbringe, jedoch drastisch reduziert.
 Ich finde Geocaching immer noch toll und es macht mir weiterhin viel Spaß, aber mein neues Hobby bringt mir einfach noch mehr Freude – und Freizeit gibt es nun mal leider nicht unbegrenzt.

Ursprung & Vision

Die Initialzündung – Wie kam dir die Idee zu „Bikeport“? Gab es ein spezielles Erlebnis oder einen bestimmten Cache, der dich zu diesem Projekt inspiriert hat?

Es gibt tatsächlich einen mittlerweile archivierten Cache, der mich damals inspiriert hat: Ein klassischer Wald-Multi mit 15 Rätselstationen namens Dicke Eiche (reloaded) (GC754E0).
 Nachdem ich dort zusammen mit meinem Kumpel Heckebock den FTF gemacht hatte, dachte ich mir: Das hat echt Spaß gebracht! Da waren viele Sachen dabei, die ich auch nach fast sieben Jahren intensiven Cachens vorher noch nie gesehen hatte.
 Vielleicht kann ich ja auch mal so etwas in der Art legen: Einen umfangreichen Multi mit richtig vielen Stationen, bei denen hoffentlich einiges dabei ist, was die Cacher so noch nicht kennen. Tatsächlich habe ich mich bei den vielen Stationen (immerhin 40 Stück, wenn man Hauptcache und Bonus zusammenzählt) nur bei sehr wenigen von anderen Caches inspirieren lassen.

Location-Scouting & Story – Der Ort trägt massiv zur Stimmung bei. Du nutzt den Wald direkt vor deiner Haustür. Wie hast du die einzelnen Stationen festgelegt? Du verzichtest bei „Bikeport“ und dem zugehörigen Bonus auf eine ausgefeilte Story. Was hat dich zu diesem minimalistischen Ansatz bewogen?

Es ist schon sehr praktisch, den Wald direkt vor der Haustür zu haben. Und ebenfalls sehr praktisch ist es, vor der Haustür ein wenig Platz zu haben, um dort Stationen unterzubringen, die ich ungern in den Wald gelegt hätte. Bei anstehenden Wartungen bin ich relativ schnell vor Ort oder kann häufig sogar Cacher direkt damit beauftragen, wenn es nur darum geht, eine Kleinigkeit auszutauschen.
 Es gibt Caches mit einer echt tollen Story, welche das Gesamterlebnis ganz sicher steigert – insbesondere, wenn die Stationen perfekt dazu passen. Es gibt aber auch Caches, bei denen mich die Story nur nervt und ich gut darauf hätte verzichten können. Ich vermute mal, dass das nicht nur mir so geht. Und natürlich gibt es auch noch alles dazwischen.
 Caches mit Story hatte ich schon bei zwei meiner Wherigos verwirklicht. Bei diesem Multi wollte ich dann gerne darauf verzichten, da ich nicht erkennen konnte, wie ich hier eine packende Story einbauen sollte. Eine Story hätte auch die Auswahl der Stationen beschränkt, da diese im Idealfall irgendwie zur Geschichte passen müssten, ohne dass es allzu bemüht wirkt. Es wurde übrigens auch noch in keinem Log erwähnt, dass eine Story vermisst wurde.

Teamwork – Bist du ein kreativer Einzelkämpfer oder hast du ein Team im Rücken? Wenn ja: Wer war für welche Bereiche zuständig (Technik, Basteln, Logistik)?

Da bin ich tatsächlich Einzelkämpfer. Nur bei der Umsetzung einer technischen Station hatte ich Hilfe von meinem Sohn. Außerdem tauchen meine Frau und meine Tochter mal kurz in verschiedenen Videos auf.
 Natürlich gab es auch noch ein paar Hilfreiche Betatester.

Bauphase & Technik

Vom Reißbrett in den Wald – Wie viel Zeit verging vom ersten Gedankenblitz bis zum Klick auf „Publish“? Wie viele Arbeitsstunden stecken schätzungsweise in dem gesamten Projekt?

Da der erste Gedankenblitz mit meinem oben erwähnten FTF zusammenfällt, kann ich die Zeit recht genau mit acht Monaten beziffern. Wobei die meiste Zeit für das Ideensammeln verwendet wurde. Wie viele Stunden ich genau mit Planung, Bau und später mit der Wartung verbracht habe, kann ich beim besten Willen nicht sagen. Es sind natürlich schon einige, aber ich habe darüber kein Buch geführt.
 Anders als bei den Finanzen! Da habe ich tatsächlich von Anfang an genau notiert, wofür ich wie viel ausgegeben habe – einfach aus Neugier. Es wurde zwar nicht direkt danach gefragt, aber vielleicht interessiert es den einen oder anderen Leser ja: Bis zum Publish habe ich für den Bau des Hauptcaches tatsächlich „nur“ etwa 400 Euro ausgegeben. Die meisten Komponenten hatte ich aus Kostengründen in China bestellt. Damals war die Lieferzeit mit in der Regel rund vier Wochen noch einiges länger als heute, und zeitweise hatte ich über 30 ausstehende Lieferungen, auf die ich gewartet habe.
 Niemals hätte ich damit gerechnet, dass im Laufe der Jahre (etwas mehr als sieben sind es momentan) noch so viel mehr Ausgaben dazukommen würden. Ständig müssen Stationen ausgetauscht werden, weil sie kaputtgegangen sind, gemuggelt wurden oder einfach durch etwas Besseres ersetzt werden. Um die Zeit für Wartungen zu reduzieren, habe ich von vielen Stationen gleich Ersatz daheim rumliegen. Hinzu kamen etliche Anschaffungen, die für die Cacher für etwas Luxus sorgen sollten – viele Ideen dazu kamen aus nicht wirklich ernst gemeinten Log-Einträgen.
 Genau so wenig hätte ich aber damit gerechnet, dass so fleißig gespendet wird! Die Spenden haben schnell ausgereicht, um die Anschaffungs- und die hohen Wartungskosten zu decken. Als die Spenden dann anfingen, die Kosten zu übersteigen, kam ich auf die Idee, kostenlose Softdrinks anzubieten, um diese Lücke wieder zu schließen. Das hat aber so gar nicht geklappt – was schlicht daran lag, dass die Spendenbereitschaft dank der eigentlich kostenlosen Getränke noch einmal deutlich anstieg.
 Da der Überschuss aber auf keinen Fall für private Zwecke genutzt werden sollte, blieb mir irgendwann nichts anderes mehr übrig, als auch noch einen aufwendigen Bonus zu gestalten. Auch ein paar Tradis sind dank der Spendenüberschüsse schon entstanden, die ansonsten wohl eher nicht das Licht der Welt erblickt hätten. Für Bikeport und den Bonus zusammen habe ich mittlerweile tatsächlich über 10.000 Euro ausgegeben. Ein Wert, den ich niemals vermutet hätte, wenn ich nicht säuberlich Buch geführt hätte. Ich möchte gar nicht wissen, was einige andere Owner, die noch viel aufwendigere Caches gebaut haben, insgesamt ausgegeben haben.
 Ich hätte aber auch niemals gedacht, dass bei den Spenden so viel zusammenkommen würde.

Es werde Licht! – Viele Cacher sind von den technischen Spielereien absolut beeindruckt. Wie hast du die Stromversorgung gelöst, damit fast alles ohne mitgebrachte Powerbanks oder Batterien funktioniert?

Es sind tatsächlich einige Stationen dabei, welche in irgendeiner Form Strom benötigen. Ich habe gerade mal nachgerechnet: Immerhin 17 der 40 Stationen! Das war mir selbst gar nicht bewusst, dass es so viele sind.
 Gelöst habe ich das ganz unterschiedlich. Ein paar Stationen hängen am Hausstrom, einige andere laufen mit Batterien oder haben eine Powerbank vor Ort bereitliegen. Beim Bonus muss man eine der dafür extra bereitgestellten Powerbanks mit auf die Runde nehmen.

Wohlfühloase Bikeport – Noch bei keinem anderen Cache habe ich so eine ausgeprägte Gastfreundschaft vor Ort erlebt. Welche Gedanken hast du dir im Vorfeld gemacht, damit sich die Geocacher bei dir so rundum wohlfühlen?

Ganz am Anfang gab es tatsächlich noch deutlich weniger, worüber sich Cacher freuen konnten. Da gab es z.B. nur Wasser zur Erfrischung und zwei oder drei andere Kleinigkeiten. Aber dass sämtliche ECA (erweiterte Cache-Ausrüstung), die benötigt wird, vor Ort bereitgestellt wird – das war natürlich von Anfang an so.
 Im Laufe der Zeit kam dann noch so einiges dazu. Einige Ideen stammten, wie bereits erwähnt, direkt aus den Logs. Und finanziert wurden diese Annehmlichkeiten alle dank der fleißigen Spender.

Game-Design & Testing

Die richtige Balance finden – Wie gehst du an das Balancing der Rätsel heran? Hast du eine Faustregel, damit der Frustfaktor niedrig, aber der Stolz beim Lösen hoch bleibt?

Es ist in der Tat gar nicht so einfach, hier die richtige Balance zu finden. Ein Cache, bei dem alle Rätsel auch von Kindern problemlos gelöst werden können, ist für Erwachsene in der Regel wenig spannend. Ein paar leichte Rätsel, wenn die Station ansonsten nett gemacht ist, können natürlich gern mal dabei sein, sofern sie nicht überhandnehmen.
 Bei zu schweren Rätseln kommt hingegen schnell Frust auf. Da hilft es, ein paar Betatester durchlaufen zu lassen, um allzu harte Nüsse zu erkennen. Aber selbst wenn man glaubt, einen guten Schwierigkeitsgrad gewählt zu haben, so gibt es bei der Fähigkeit, Rätsel zu lösen, doch erhebliche Unterschiede in der Community.
 Darum war es mir wichtig, dass ich bei Bikeport und dem Bonus ein Hilfesystem anbiete, bei dem man auch ohne Telefonjoker auf jeden Fall weiterkommt, wenn man mal ein Rätsel nicht gelöst bekommt. Tatsächlich würde ich ganz spontan schätzen, dass mindestens zwei Drittel der Besucher an mindestens einer der Stationen diese Hilfe auch nutzen. (Auch wenn meine Betatester es alle ohne Hilfe geschafft haben – aber die waren auch alle überdurchschnittlich fit).

Der Härtetest – Was waren die wichtigsten Erkenntnisse aus den Betatests? Gab es eine Station, die du nach dem ersten Feedback noch einmal komplett umwerfen musstest?

Wenn ich mich richtig erinnere, gab es tatsächlich nur eine einzige Station, die vor den Betatests noch unnötig kompliziert war und daher vereinfacht wurde. Grundlegend geändert werden musste nichts.
 Allerdings wurden im Laufe der Zeit eine technische Station, die ständig Probleme bereitet hatte, sowie fünf weitere, bei denen mir einfach etwas Besseres eingefallen ist, durch etwas komplett Neues ersetzt.

Rückschläge & Wartung

Hürdenlauf – Was war das größte technische oder bürokratische Problem während der Bauphase und wie hast du es schlussendlich gelöst?

Gab es größere technische Probleme? Eigentlich nicht. Nur viele kleinere.
 Und bürokratische Probleme habe ich einfach geschickt vermieden.

Das Geheimnis der ewigen Jugend – Trotz über 2.400 Funden in fast sieben Jahren ist dein Cache immer noch in einem top Zustand. Wie oft bist du tatsächlich zur Wartung vor Ort und was ist dein Geheimnis für diese extreme Langlebigkeit?

Es ist mir ausgesprochen wichtig, dass sich meine Caches in einem guten Zustand befinden. Das kann man leider nur erreichen, wenn man sich auch intensiv darum kümmert.
 Ich habe das große Glück, dass ich die Cacher, die den Bikeport und/oder den Bonus besuchen, häufig persönlich antreffe. Bei der Gelegenheit frage ich regelmäßig nach, ob mit den Stationen alles in Ordnung ist. In so einem Gespräch bekommt man oft auch Dinge mitgeteilt, die in einem Log vermutlich nicht erwähnt worden wären. 
Ich gehöre außerdem zu den Ownern, die ihre Cachewartungen sehr umfangreich durch entsprechende Logs dokumentieren und dabei immer ausdrücklich die Stationen erwähnen, um die sich gerade gekümmert wurde. Das erleichtert es mir unter anderem, herauszufinden, wie lange eine bestimmte Stage seit der letzten Wartung durchgehalten hat.
 Auf aktuell 517 Wartungslogs komme ich derzeit. Wobei ich tatsächlich für jede kleinere Reparatur einen eigenen Log schreibe. Ich logge allerdings nicht jedes Mal, wenn ich das Verbrauchsmaterial von Stage 22 oder die Getränke auffülle – sonst kämen da vermutlich noch ein paar hundert dazu.
 Ein Grund für den guten Zustand ist auch die Tatsache, dass es kaum eine Station gibt, die nicht schon aus dem einen oder anderen Grund komplett ausgetauscht werden musste – und die üppig fließenden Spenden, die mir das erlaubt haben.
 Ein weiteres Geheimnis ist, dass ich häufig gar nicht selbst vor Ort sein muss. Wenn es sich nicht um eine Reparatur, sondern um einen schlichten Austausch handelt, mache ich es mir gerne mal bequem und lasse die Cacher diesen Austausch im Rahmen ihrer Runde durchführen.

Der persönliche Tiefpunkt – Gab es einen Moment während der Bauphase, an dem du ernsthaft daran gezweifelt hast, ob das Projekt jemals fertig wird? Was hat dich motiviert, trotzdem weiterzumachen?

Nein, einen solchen Moment gab es während der Bauphase definitiv nicht.
 Es gab nur im laufenden Betrieb etliche Diebstähle durch Muggel, die mir Probleme bereitet haben. Diese Diebstähle haben nicht nur ganz erheblich zu den hohen Gesamtkosten beigetragen, sondern mir auch Kopfzerbrechen bereitet, wie ich darauf angemessen reagiere. Bisher habe ich dafür aber immer eine gute Lösung gefunden.

Der menschliche Faktor & Ausblick

Die skurrilste Geschichte – Über 2.000 Funde bedeuten auch jede Menge Logs. Was war das seltsamste Logfoto oder die lustigste Anekdote, die dir ein Cacher im Nachgang erzählt hat?

Hauptcache und Bonus haben zusammen sogar schon über 3.500 Fundlogs bekommen. Jeden einzelnen dieser Logs habe ich gelesen und mich darüber gefreut. Die tollen Rückmeldungen, die man bekommt, wenn man einen schönen Cache legt, sind der Hauptgrund, warum ich diesen ganzen Aufwand überhaupt betreibe.
 Neben den Texten freue ich mich natürlich auch über hochgeladene Fotos. Ich habe mir gerade noch einmal die derzeit 266 Bilder angeschaut. Alle sehr nett, aber es ist keines dabei, das extrem heraussticht und hier erwähnt werden müsste. Richtig coole Bilder gibt es hingegen bei einem anderen Cache von mir: Das Jedi-Archiv (Link zum Cache: GC6G8WM oder direkt zur Bildergalerie).
 Einige nette Geschichten, die ich im Nachgang erzählt bekommen habe, betreffen den „Barfussmann-Test“. Dabei geht es darum, ob man das Listing aufmerksam gelesen hat und weiß, dass man den 4 kg schweren Stein nicht mitschleppen muss. Den Test haben die meisten wohl bestanden, aber eben nicht alle. Einmal gab es z. B. ein Team aus mehreren Frauen und einem Mann. Die Frauen wussten alle, dass der Stein nicht benötigt wird – haben den Mann den Brocken aber brav schleppen lassen, weil er als Einziger das Listing vorab nicht gelesen hatte.

Der Blick in die Zukunft – Hast du schon Ideen für ein nächstes Projekt oder hat dich der Bau (und Caches wie „Bikeport“) erst mal für eine Weile ausgepowert?

Größere Projekte wie der Bikeport und sein Bonus sind auf absehbare Zeit erst einmal definitiv nicht geplant. Große Projekte bedeuten in der Regel halt auch immer einen enormen Wartungsaufwand.

Schlusswort – Welche Botschaft oder welchen Rat möchtest du unseren Lesern und der Geocaching-Community noch mit auf den Weg geben?

Puh…
Vielleicht: Spielt Discgolf! Das macht noch mehr Spaß als Geocaching! 😉
Nein, im Ernst – ich wüsste gar nicht, welchen großen Rat ich hier verbreiten sollte. Habt einfach Spaß da draußen!

Vielen Dank für deine Zeit, das tolle Gespräch und die tiefen Einblicke in dieses beeindruckende Projekt! 💚

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Wie hat euch meine Vorstellung von Bikeport samt Bonus und Owner-Interview gefallen? Wart ihr vielleicht selbst schon vor Ort? Wie immer freue ich mich auf eure Kommentare unter diesem Beitrag!

Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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