Cacheempfehlung: Radioaktiv und Schützenhaus bei Velburg

Interaktive Rätsel, durchdachte Technik und ein Owner, der nach fast jedem Besuch zur Wartung vorbeischaut – der Beitrag erklärt, was diesen Cache von den meisten anderen unterscheidet.

Wer schon glaubt, ausgefallene Geocaches zu kennen, sollte sich „Radioaktiv“ bei Velburg ansehen. Der Beitrag zeigt, was möglich ist, wenn jemand wirklich Zeit und Leidenschaft investiert.

 

 

Der Kalendercache Radioaktiv

Da die Anreise aus dem Saarland in die Oberpfalz recht weit ist, bin ich bereits am Vortag nach Neumarkt angereist, um die Altstadt per Adventure Lab zu erkunden. Am nächsten Morgen geht es in nur 15 Minuten weiter nach Deusmauer bei Velburg. Am im Listing empfohlenen Parkplatz (Platz für ca. 3–4 Autos) warten meine Freunde bereits.

Das Rätsel des Mystery-Cache ☢️ ☢️ ☢️ Radioaktiv ☢️ ☢️ ☢️  war vorab zügig gelöst. Überraschend: Der im Listing verlinkte Terminkalender ist aktuell noch erstaunlich leer – sogar an manchen Wochenenden! Gegen 10 Uhr starten wir über landwirtschaftliche Wege Richtung Ziel.

Landwirtschaftlicher Weg zwischen grünen Wiesen auf dem Weg zum Geoache.

‚Radioaktiv‘ selbst spielt wettergeschützt.

Der Container, in der der Geocache "Radioaktiv" spielt.

Die interaktiven Elemente und Rätsel funktionieren tadellos und machen richtig Spaß. Als wir einmal stocken, hilft ein QR-Code mit einem sanften ‚Schubs‘ weiter. Nur gegen Ende sind wir kurzzeitig ‚blind‘ und übersehen den Hilfe-QR-Code – doch eine kurze WhatsApp an den Owner wird sofort beantwortet.

Beeindruckende Dekoration in Form eines gelben Schutzanzugs im Geocache "Radioaktiv".

Nach gut drei Stunden tragen wir uns stolz ins Logbuch ein. Die gesamte Laufstrecke liegt insgesamt unter einem Kilometer. Durch die Abwechselung zwischen Rätseln und interaktiven Elementen vergeht die Zeit wie im Flug. Man merkt dem Cache seine 2,5 Jahre nicht an – alles wirkt wie neu.

Mein Fazit: WOW! Ich bin sprachlos, was hier geschaffen wurde. Rätsel und Technik sind perfekt austariert, es kam nur Freude und nie Frust auf. Eine ganz klare Empfehlung und ein sicherer Platz in meiner persönlichen Top-10-Liste!

Übrigens: Falls ihr eine Empfehlung für eine Unterkunft in der Nähe benötigt, so schaut doch bitte in meinen Beitrag Lab- und Geocaching in der Altstadt von Neumarkt in der Oberpfalz.

 

Die Letterbox Schützenhaus

Weiter ging es zur Letterbox Schützenhaus, ebenfalls von sgegd1. Nach nur 250 Metern Fußweg über landwirtschaftliche Wege erreichten wir die markante Box am Waldrand.

Die große Box der Letterbox "Schützenhaus" im Wald.

Das Innenleben ist ein echtes Paradebeispiel dafür, was technisch auf kleinstem Raum möglich ist – interaktiver Spielspaß pur! Wichtig: Packt unbedingt eine 1-Euro-Münze und einen 9V-Block ein, sonst kommt ihr hier nicht weiter. Für diese kreative Leistung habe ich sehr gerne einen Favoritenpunkt vergeben. Zeitaufwand vom Parkplatz und zurück: ca. 20 Minuten.

 

Das Interview mit dem Owner sgegd1 zu Radioaktiv

Nachdem mich die Geocaches von sgegd1 absolut begeistert haben, wollte ich unbedingt wissen: Wie entsteht so ein Meisterwerk eigentlich? Ich habe beim Owner nachgehakt und hinter die Kulissen von „Radioaktiv“ geblickt. Hier ist das Interview für euch.

Der Ursprung & die Vision

Die Initialzündung: Wie kam dir die Idee zu „Radioaktiv“? Gab es ein spezielles Erlebnis oder einen Film, der dich zu diesem Endzeit-Szenario inspiriert hat?

Ich hatte als erstes das Final fertig, dazu brauchte ich noch ein Motto und bald war die Idee zum Radioaktiv geboren.

Location-Scouting: Der Ort trägt massiv zur Stimmung bei. Wonach hast du gesucht und wie hast du letztlich diesen speziellen Platz für den Cache gefunden?

Der Platz für den Cache liegt auf meinem Privatgrundstück und die Location war schon vorhanden, ich musste nur ausräumen und umbauen.

Teamwork: Warst du als „Lonely Wolf“ unterwegs oder wer hat dich bei diesem Mammutprojekt unterstützt? Wer war für welche Gewerke (Technik, Basteln, Story) zuständig?

Das meiste habe ich alleine gemacht, bei der Deko hat meine Frau mitgeholfen und eine Idee stammt auch noch von meinem Sohn.

Der Owner des Geocaches "Radioaktiv" mit seiner Frau.

Bauphase & Technik

Vom Reißbrett in den Wald: Wie viel Zeit verging vom ersten Gedankenblitz bis zum „Publish“-Klicken – und wie viele Arbeitsstunden stecken schätzungsweise in dem Projekt?

Zeit vergingen etwa 6 Monate, genau kann ich das gar nicht mehr sagen. Arbeitsstunden waren es schon viele, ich habe immer mal wieder daran gearbeitet. Auch heute benötige ich noch Zeit für Wartung und Reparatur.

Es werde Licht: Viele Cacher (mich eingeschlossen) sind von der Beleuchtung beeindruckt. Wie hast du die Stromversorgung technisch gelöst, damit niemand im Dunkeln steht?

Ich hatte etwa 30 m entfernt einen Stromanschluss, habe dann von dort ein Kabel bis zum Cache gegraben, um Strom an der Location zu haben. Dies ermöglicht, mehr Ideen umzusetzen. Im Winter gibt es auch eine kleine Heizung, mehr ist leider aufgrund der Kabellänge nicht möglich. Im Sommer ist dort ein Ventilator vorzufinden, um den Aufenthalt etwas angenehmer zu machen.

Atmosphäre & Requisiten: Die Liebe zum Detail in der Deko ist wahnsinnig toll. Wo hast du die ganzen „radioaktiven“ Relikte und Requisiten aufgetrieben? Flohmarkt, Schrottplatz oder Eigenbau?

Teilweise mit dem 3D Drucker selbst hergestellt, im Internet bestellt oder geschenkt bekommen. Auf dem Flohmarkt wurden wir bisher leider nicht fündig.

Game-Design & Testing

Die Balance finden: Deine Rätsel sind fordernd, aber fair. Wie hast du die Schwierigkeit austariert, damit der Frustfaktor niedrig, aber der Stolz beim Lösen hoch bleibt?

Ich habe das in etwa so versucht zu machen, wie ich es selbst gerne vorfinden würde. Ich möchte es auch nicht zu schwer haben, damit der Frust nicht so groß ist. Auch wollte ich den Cache nicht zu sehr in die Länge ziehen.

Der Härtetest: Was waren die wichtigsten Erkenntnisse aus deinen Betatests? Gab es eine Station, die du nach dem Feedback komplett umwerfen musstest?

Es gab keinen Beta Test, ich war selbst der Beta-Tester 😊, es gab aber nach den ersten Besuchern immer mal wieder kleine Nachbesserungen.

Rückschläge & Wartung

Hürdenlauf: Was war das größte technische oder bürokratische Problem während der Bauphase und wie hast du es schlussendlich gelöst?

Das größte Problem waren eigentlich meine Nachbarn, die Geocache nicht kennen und am liebsten auch keine fremden Leute hier haben möchten. Deshalb sind auch die Einhaltung der Wegpunkte so wichtig, damit es da keine Probleme gibt.

Ewige Jugend: Trotz 940 Funden in zweieinhalb Jahren wirkt alles wie neu. Wie oft bist du zur Wartung vor Ort und was ist dein Geheimnis für diese Langlebigkeit?

Ich mache eine Wartung nach fast jedem Team, soweit es mir möglich ist. Grund dafür ist, dass es viele Sachen gibt, die kontrolliert werden müssen, damit auch die nächsten ihren Spaß haben und alles funktioniert.

Zum Schluss

Was war das seltsamste Logfoto oder die lustigste Geschichte, die dir ein Cacher im Nachgang erzählt hat?

Was immer wieder Lustig ist, dass doch der ein oder andere sich mal erschreckt.

Magst Du noch einen Schlusssatz für meine Leser formulieren?

Ich freue mich über alle Besucher! Sollte ich Zeit haben und Zuhause sein, kann es auch vorkommen, dass ich euch mal über den Weg laufe und ein kurzer Ratsch gehalten wird.

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Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung des Owners sgegd1.

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Jetzt seid ihr gefragt: Welcher der vorgestellten Caches von sgegd1 hat euch am meisten neugierig gemacht? Wart ihr vielleicht selbst schon vor Ort? Teilt eure Eindrücke mit der Community hier unter dem Beitrag!

Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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