Lab- und Geocaching in Bad Homburg vor der Höhe

Bad Homburg hat mehr zu bieten als ein typisches Kurstädtchen – wer genauer hinschaut, entdeckt thailändische Tempel, russisch-orthodoxe Kapellen und eine kompakte mittelalterliche Altstadt, die zusammen ein überraschend vielseitiges Bild ergeben.

Drei Tage, zwei ausgedehnte Spaziergänge und sieben Geocaches mit zusammen über 11.000 Favoritenpunkten – dieser Bericht zeigt, wie sich eine Reise nach Hessen lohnen kann, wenn man weiß, wo man sucht. Die Restauranttipps und die GPX-Dateien für eigene Touren sind direkt inklusive.

 

 

Bad Homburg als Basis für tolle Geocaches

Die Stadt Bad Homburg vor der Höhe liegt im Ballungsraum Frankfurt am Main am südlichen Rand des Taunus in Hessen. Historisch erlangte die ehemalige Residenzstadt der Landgrafen von Hessen-Homburg ab dem 19. Jahrhundert internationale Bedeutung als mondänes Kurbad, dessen Heilquellen den Aufstieg zu einem Treffpunkt der europäischen Aristokratie begründeten. Heute zeugen das barocke Landschloss mit dem markanten Weißen Turm sowie der weitläufige, im englischen Landschaftsstil angelegte Kurpark von dieser geschichtsträchtigen Vergangenheit.

Diesen geschichtsträchtigen Ort wähle ich mir als Basis, um einige Kalendercaches zu spielen. In den drei Tagen in Hessen spiele ich die folgenden Geocaches, die ich Euch alle ausnahmslos empfehlen kann:

Während unserer beiden ausgedehnten Spaziergänge durch Bad Homburg konnte ich die folgenden schon recht alten Geocaches finden und loggen:

Bei der Suche nach Dosen mit vielen Favoritenpunkten sind mir auch noch die folgenden beiden Geocaches am äußeren Rand von Bad Homburg ins Auge gefallen:

  • VHS mit 575 FavP (Traditional, GC36C51, Large, 1,5/1) platziert am 22/10/2011 von 4-men
  • TB Hotel Bad Homburg v.d.H. mit 218 FavP (Traditional, GC262KG, Regular, 1/1) platziert am 5/04/2010 von Johanna76

Diese beiden Caches habe ich jeweils mit dem Cachemobil angefahren und geloggt. Sie haben mir – als Traditional Cache – gut gefallen, sind jetzt aber auch nicht so besonders, wie die Kalendercaches, weswegen wir in diese Region gefahren sind.

Einige dieser besonderen Geocaches werde ich Euch in Form von Cache-Empfehlungen demnächst noch näher vorstellen.

 

Durch den Kurpark von Bad Homburg

Um von unserer Unterkunft ins Stadtzentrum zu gelangen, laufen wir durch den im 19. Jahrhundert von Peter Joseph Lenné gestalteten Kurpark Bad Homburg. Dabei kommen wir auch am Schwanenteich vorbei, einer zentralen Wasserfläche im südlichen Teil der Parkanlage.

Ruhiger Schwanenteich im Kurpark von Bad Homburg mit Spiegelungen der umliegenden Bäume auf der Wasseroberfläche

Nicht weit entfernt vom Teich sprudelt hier tagsüber ein toller Springbrunnen.

Wasserfontäne des aktivierten Springbrunnens im historischen Kurpark Bad Homburg bei Tageslicht

An der stadtzugewandten Seite des Kurparks säumen sich die großen historischen Villen, die am Abend oft besonders beleuchtet werden.

Beleuchtete historische Villenfassaden an der Promenade am Rande des Kurparks in der Abenddämmerung

Gleich vor unserer Unterkunft, am Rand des Kurparks, steht ein kleiner Tempel namens Thai Sala. Dieses Bauwerk wurde im Jahr 1914 errichtet, um an den Besuch des thailändischen Königs Chulalongkorn im Jahr 1907 zu erinnern, der sich in der Kurstadt zur Genesung aufhielt.

Der historische thailändische Tempel Thai Sala im Kurpark Bad Homburg umgeben von Bäumen

Besonders die teilweise vergoldete Unterseite des Daches finde ich bemerkenswert.

Nahaufnahme der filigranen und detailreich vergoldeten Dachkonstruktion des thailändischen Pavillons

Etwas weiter weg, auf der gegenüberliegenden Seite des Kurparks steht ein weiteres imposantes Gebäude: Eine russische Kapelle. Diese russisch-orthodoxe Kirche Allerheiligen wurde zwischen 1896 und 1899 nach Plänen des Architekten Louis Benois erbaut, wobei der russische Kaiser Nikolaus II. und seine Gemahlin Alexandra Feodorowna bei der Grundsteinlegung anwesend waren.

Die russisch-orthodoxe Kapelle in Bad Homburg mit ihrer markanten goldenen Zwiebelkuppel hinter Bäumen

Das wichtigste und zugleich größte historische Gebäude ist das Kaiser-Wilhelms-Bad. Der großflächige Renaissancebau wurde von 1887 bis 1890 errichtet, diente als zentrales Kurmittelhaus der Stadt und wurde nach Kaiser Wilhelm I. benannt.

Außenansicht des monumentalen Kaiser-Wilhelms-Bads im Kurpark mit seiner historischen Fassade

Der Kurpark ist sehr schön angelegt. Wir schlendern gerne zwischen den blühenden Sträuchern hindurch.

Spazierweg im Kurpark Bad Homburg flankiert von grünenden und blühenden Ziersträuchern

Im nordöstlichen Teil des Parks finden wir noch einen weiteren Tempel, die Pagode Chulalongkorn Sala. Diese zweite thailändische Sala wurde im Jahr 2007 anlässlich des 100. Jubiläums des Aufenthalts von König Chulalongkorn in Bad Homburg als Geschenk der thailändischen Regierung errichtet.

Die rot-goldene thailändische Pagode Chulalongkorn Sala im nordöstlichen Bereich des Kurparks

Besonders das mehrstöckige Dach der Pagode finde ich sehr interessant.

Ansicht des mehrstufig geschichteten und traditionell verzierten Daches der Chulalongkorn-Sala

Zum Abschluss unseres Besuchs im Kurpark schaue ich noch bei der Elisabethenquelle vorbei. Der runde Pavillon mit dem weißen Denkmal in der Mitte ist ein schönes Fotomotiv.

Der von Säulen getragene Rundpavillon über der historischen Elisabethenquelle mit der weißen Marmorstatue der Quellnymphe im Zentrum

Damit schließen wir den Rundgang durch den Kurpark ab.

 

Rund um die Fußgängerzone

Auf dem Weg zum Schloss komme ich an dem Kulturzentrum Englische Kirche und dem Denkmal für die Landgräfin Elizabeth vorbei. Die Kirche wurde in den 1860er-Jahren im neugotischen Stil für die englischen Kurgäste erbaut und dient heute, nach ihrer Entwidmung in den 1950er-Jahren, als städtischer Kulturraum.

Die neugotische Fassade der ehemaligen Englischen Kirche in Bad Homburg bei Tageslicht

Anschließend erreichen wir die Fußgängerzone auf der Louisenstraße, die die zentrale Achse des Zentrums darstellt. Hier säumen Läden und Geschäfte die verkehrsberuhigte Zone.

Blick entlang der belebten Fußgängerzone Louisenstraße in Bad Homburg mit Geschäften und Passanten

Nachdem wir in eine Gasse abgebogen sind, kommen wir zur katholischen Sankt-Marien-Kirche, die am Abend toll beleuchtet ist.

Die beleuchtete Fassade der katholischen Sankt-Marien-Kirche in der abendlichen Innenstadt von Bad Homburg

Von der kleinen Fahrradstraße, die wir jetzt entlanglaufen, bekommen wir einen tollen Blick auf das Schloss mit dem markanten Weißen Turm.

Blick von einer Seitenstraße auf den freistehenden Weißen Turm des Schlosses Bad Homburg

Kurz vor dem Schlosseingang liegt die evangelische Erlöserkirche mit ihren vier markanten Türmen.

Außenansicht der neoromanischen Erlöserkirche mit ihren vier markanten Ecktürmen in Bad Homburg

Wir laufen weiter zum Schlosstor.

 

Im Schloss und den Schlossgärten

Wir betreten durch das große, schmiedeeiserne Tor mit dem landgräflichen Wappen darüber die Schlossanlage.

Das große Schmiedeeisentor mit dem historischen Familienwappen über dem Schlosseingang

Dort biegen wir gleich nach rechts ab und schauen uns etwas im Park der Orangerie um.

Blick in den geordneten Gartenbereich der Orangerie

Danach gehen wir vor zum Schlossgebäude, welches aber am Abend schon verschlossen ist. Die barocke Schlossanlage wurde ab 1679 unter Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg erbaut, nachdem die mittelalterliche Burg bis auf den Bergfried abgerissen worden war.

Die barocke Außenfassade des geschlossenen Schlosses Bad Homburg im fahlen Licht der Abenddämmerung

Also schlendern wir weiter durch den Park. Dabei bekomme ich diesen Blick auf die Seitengebäude des Schlosses mit dem Weißen Turm, dem weithin sichtbaren Wahrzeichen der Stadt, im Innenhof.

Perspektive aus dem Schlossgarten auf die historischen Seitengebäude und den aufragenden Weißen Turm

Am nächsten Tag schauen wir noch einmal hier vorbei, dieses Mal jedoch früher. Jetzt ist das Schloss geöffnet und wir können in den Innenhof gehen.

Der weitläufige Innenhof des Schlosses Bad Homburg bei sonnigem Tageslicht

Leider ist die letzte Führung schon um 16 Uhr. Wir sind zehn Minuten zu spät. Daher können wir auch nicht mehr den Weißen Turm besteigen. Dieser freistehende, 48 Meter hohe Butterfassturm wurde im 14. Jahrhundert als Bergfried der früheren Burg Hohenberg errichtet und erhielt im Jahr 1630 seinen markanten Glockenhelm.

Nahaufnahme des runden, weiß verputzten Bergfrieds namens Weißer Turm mit seinen rötlich abgesetzten Zinnen

Vom Innenhof gehen wir durch das große Tor in Richtung der Altstadt.

Blick durch einen großen Torbogen des Schlosses hinaus

Von draußen werfe ich noch einen letzten Blick zum imposanten Haupteingang des Schlosses zurück.

Die monumentale Portalanlage des Schlosshauptwegs von der Stadtseite aus fotografiert

Anschließend biegen wir nach links ab und drehen noch eine gemütliche Runde durch den Schlosspark rund um den See.

Der von alten Bäumen gesäumte Schlossparksee mit Enten auf der ruhigen Wasseroberfläche

Danach verlassen wir den Park zur Altstadt hin.

 

In der historischen Altstadt

Wir verlassen den Schlosspark durch ein kleines Tor in der Mauer und stehen unmittelbar in der historischen Altstadt.

Ein kleiner steinerner Durchgang in der Schlossmauer führt direkt in eine schmale Pflasterstraße der Altstadt

Die Gassen sind hier recht eng. Dieser historische Stadtkern, auch als Rind’sche Stift oder Altstadtbereich bekannt, geht in seinen Ursprüngen auf die mittelalterliche Siedlung um die Burg Hohenberg zurück und entging im Gegensatz zu anderen Stadtteilen den großen Umgestaltungen der Barockzeit.

Enge Gasse der Bad Homburger Altstadt mit historischem Kopfsteinpflaster und dicht aneinandergereihten Häuserfassaden

An der nächsten Kreuzung bekomme ich einen Blick auf den Hexenturm.

Blick auf den runden, mittelalterlichen Hexenturm aus Stein an einer Straßenkreuzung der Altstadt

Eine Gasse weiter tauchen die ersten Fachwerkhäuser auf.

Eine schmale Gasse mit historischen, gut erhaltenen Fachwerkhäusern mit dunklem Balkenwerk

Wir scheinen den Ortskern erreicht zu haben, die Fachwerkhäuser werden zahlreicher und größer.

Marktplatzähnlicher Bereich in der Altstadt gesäumt von mehrstöckigen, restaurierten Fachwerkhäusern

Bei der Ritter-von-Marx-Brücke beenden wir unseren Rundgang und gehen die Treppe zum Schlossplatz hinauf. Von hier ist der Hexenturm und die Brücke gut zu sehen. Die im Jahr 1905 errichtete Bogenbrücke überspannt den Graben und verbindet die Innenstadt mit den neuen Siedlungsgebieten in Richtung Dornholzhausen, wobei sie nach dem ehemaligen Homburger Bürgermeister Wilhelm Ritter von Marx benannt wurde.

Ansicht der steinernen Ritter-von-Marx-Brücke und des angrenzenden Hexenturms von einer erhöhten Treppenstufe aus

Von hier ist es nur ein Katzensprung zur Klosterhofschänke, wo wir zu Abend essen wollen.

 

Meine Hotelempfehlung für Bad Homburg

Für unsere beiden Nächte in Bad Homburg buchen wir uns das Hotel Haus am Park (Provisionslink). Es liegt verkehrsberuhigt am Rande des großen Kurparks und verfügt über eigene Parkplätze, die für 9 € am Tag genutzt werden können.

Unser Zimmer im ersten Stock ist sehr geräumig und hat einen Schreibtisch mit Stuhl, verfügt aber über keinen Balkon.

Blick in das geräumige Hotelzimmer im ersten Stock mit Holzkreuzschreibtisch, Stuhl und Blick aus dem Fenster

Auch das Badezimmer ist recht modern eingerichtet und verfügt über eine Dusche. Hier hätte ich mir mehr Wasserdruck und einen größeren Duschkopf gewünscht.

Das modern geflieste Badezimmer des Hotelzimmers mit einer gläsernen Duschkabine und Waschbecken

Das Frühstück wird in Buffetform angeboten und es ist sehr reichhaltig. Es gibt warme und kalte Speisen, Zerealien und Marmeladen.

Sollten wir noch einmal nach Bad Homburg kommen, so würde ich mir wegen der Lage dieses Hotel jederzeit wieder buchen wollen.

 

Meine Restaurantempfehlung für Bad Homburg

Insgesamt zwei Abende verbringen wir in Bad Homburg.

Für unser erstes Abendessen reservieren wir uns einen Tisch draußen im Biergarten der Alten Schreinerei Pfeiffer, einem traditionsreichen Gastbetrieb mit tollem Biergarten im Innenhof und nettem Personal.

Außenbereich der Gaststätte Alte Schreinerei Pfeiffer

Dort testen wir mal den regionalen Apfelwein. Am besten schmeckt mir der Apfelwein Rosé, der durch den Zusatz von Beeren- oder Johannisbeersaft seine charakteristische Färbung und Note erhält.

Zwei gefüllte, traditionelle Apfelweinglässer mit rautenförmigem Schliffgerippe gefüllt mit verschiedenen Sorten Apfelwein

Dazu bestelle ich mir ein Schnitzel mit Frankfurter Grüner Soße und Bratkartoffeln. Die kalte Kräutersauce ist eine geschützte regionale Spezialität, die traditionell aus genau sieben Kräutern wie Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpernelle, Sauerampfer und Schnittlauch zubereitet wird.

Ein paniertes Schnitzel mit goldbraunen Bratkartoffeln und einer großzügigen Portion grüner Kräutersauce auf einem weißen Teller

Am zweiten Abend schauen wir ganz spontan in der „Zur Klosterschänke“ vorbei, die sich unmittelbar am Schlossplatz am Übergang zur Homburger Altstadt befindet. Wir bekommen einen der letzten noch freien Plätze draußen.

Außenbestuhlung der Klosterschänke direkt auf dem historischen, kopfsteingepflasterten Schlossplatz vor der alten Hausfassade

Auch hier teste ich wieder den lokalen Apfelwein und eine weitere regionale Spezialität: hessische Grillrippchen mit Kartoffelstampf und Sauerkraut.

Ein deftiges gegrilltes Rippchen serviert mit einer Portion Sauerkraut und hausgemachtem Kartoffelpüree

Auch das ist sehr zu empfehlen, da das Fleisch gut gewürzt und passend zubereitet ist.

 

Interaktive Karte meiner Touren durch Bad Homburg

Auf der folgenden Karte könnt ihr die von mir besuchten Wegpunkte auf meinen beiden Touren durch den Kurpark, die Schlossgärten, die Altstadt und die Fußgängerzone von Bad Homburg sehen. Die Lab- und Geocaches, die ich geloggt habe, habe ich euch ebenfalls in die Karte eingezeichnet. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Bei den Lab- und Geocaches öffnet sich das Listing bei einem Klick auf den Cachenamen. Bitte beachtet, dass der Link zur Unterkunft ein sogenannter Provisionslink ist. Bucht ihr über diesen, bekomme ich eine kleine Provision, ohne dass ihr mehr zahlt. Damit unterstützt ihr meinen Blog!

Falls euch meine beiden Touren interessieren, so könnt ihr hier meine gpx-Datei herunterladen. Inzwischen habe ich diese beiden Touren (Tour1, Tour2) auch in meinem Komoot eingestellt.

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Wie hat euch mein Bericht von meinem Besuch in Bad Homburg gefallen? Seid ihr selbst schon dort gewesen? Was habt ihr in der Stadt unternommen und angeschaut? Wie immer freue ich mich auf eure Kommentare unter diesem Beitrag.

Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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