Provence – Wanderung in den Dentelles de Montmirail & Séguret

Am vorletzten Tag unserer großen Provence-Rundfahrt wollen wir in den Dentelles de Montmirail Wandern gehen. Dazu haben wir uns eine “kleine” Tour entlang der Dentelles Sarrasines (“Sarazenenzähne”) ausgesucht. Neben einer grandiosen Felslandschaft gibt es dort auch einige Geocaches zum Suchen.

Nach der Wanderung besuchen wir noch das kleine befestigte Dorf Séguret, wo wir den Nachmittag verbringen wollen. Kommt mit auf die virtuelle Reise …

 

 

Die Wanderung durch die Dentelles de Montmirail

In der Vorbereitung unserer Tour durch die Provence habe ich mir eine kleine Wanderung entlang der Dentelles Sarrasines herausgesucht: Sie wurde bei Komoot mit 7,66 Kilometern und 350 Höhenmetern angegeben. Dort war zu lesen, dass die reine Wanderzeit 2:48 h betragen soll. Die Tour wurde mit schwer bewertet. Soweit die Theorie …

Auf dem ersten Teil der Wanderung liegt ein Tradi und weitere elf Geocaches (1 Earthcache und 10 Tradis) der Serie Balade dans les Dentelles.

Hinauf zum Col de Cayron

Gegen viertel vor zehn Uhr morgens erreichen wir den großen Wanderparkplatz “les Florêts” oberhalb von Girondas. Da der Parkplatz schon auf etwa 320 Metern Höhe liegt, ist das der ideale Startpunkt zu den großen Felszähnen. Als wir dort ankommen, ist es bis auf die Wohnmobile, die hier übernachtet haben, noch recht leer.

Von dort sind die Felsen schon zu sehen, die sich gute 300 Meter über uns befinden. Wir laufen über den Parkplatz und biegen an dessen Ende in einen Wanderpfad ein, der mit „Col de Cayron“ markiert ist.

Unterwegs kommen wir an einer kleinen Quelle vorbei, an der wir den ersten Geocache des Tages suchen: den Tradi A la fresh!. Hier packt saarzwerg der Ehrgeiz und nach einer kleinen Klettereinlage trägt sie uns beide ins Logbuch ein. Anschließend beginnt der Anstieg zunächst hinauf zu einem breiten Forstweg und dann weiter zum Col. Dabei kommen wir immer mal wieder an baumfreien Stellen vorbei, die uns einen tollen Blick auf das Felsmassiv der Sarazenenzähne eröffnen.

Je näher wir dem Col kommen, um so weniger steil wird der Anstieg. Im oberen Teil wird Wein angebaut, wovon um diese Jahreszeit aber noch nicht viel zu sehen ist.

Nach zwanzig Minuten erreichen wir den Col de Cayron.

Weiter zum Rocher du Midi

Auf dem Pass (franz. Col) treffen sich vier breite Weg und ein Pfad, welcher in fast gerader Linie steil nach oben zu den Felsen führt. Wir biegen scharf nach rechts in den breiten Forstweg ein, auf dem wir nun eben – vorbei an den Weinbergen – in Richtung des Rocher du Midi wandern.

Auf der kompletten Strecke können wir recht weit in die Landschaft blicken – der Ausblick ist schon toll!

Auf dem Weg zum Rocher du Midi können wir insgesamt drei Funde und einen DNF bei den Tradis der Serie loggen. Um zwanzig vor elf Uhr erreichen wir die große Informationstafel, die uns auf den Aussichtspunkt (“Belvédère”) und den Weinbau in dieser Region hinweist.

Um zum Aussichtspunkt hinauf zu gelangen, überwinden wir auf einem gut angelegten Weg mit einigen Treppenstufen knapp 50 Höhenmeter.

Auf dem Gipfel wurde eine kleine Plattform angelegt und darauf eine Informationstafel, die uns erklärt, was wir in der Ferne erkennen könnten.

Wir drehen uns um und schauen in Richtung des Felsmassivs: unterhalb dieser Felswand wollen wir entlang wandern. Schon jetzt ist klar, dass da noch einige Höhenmeter vor uns liegen.

Auf der Aussichtsplattform beantworten wir noch schnell die Fragen zum Earthcache #5 : Les Dentelles de Montmirail und suchen auf dem Rückweg hinunter zum Wanderweg den Tradi 6 : Balade dans les Dentelles, den wir ebenfalls nicht finden können. Die Dosen hier oben sind wirklich in einem schlechten Zustand und die Hinweise leider nicht sehr hilfreich …

Über schmale Pfade hinauf auf den Grat

Am Forstweg angekommen, überqueren wir diesen und folgen auf der anderen Seite einem kleinen Wanderpfad, der sich steil nach oben durch die Bergflanke schlängelt. Je höher wir kommen, um so besser wird die Aussicht auf das vor uns liegende breite Rhônetal.

An den Stellen, wo sich unser Wanderpfad verzweigt, halten wir uns rechts und folgen dem Verlauf der Bergschulter. Unser Pfad wird zunehmend steiniger.

Unterwegs suchen wir noch zwei weitere Tradis der Serie, die wir aber auch schon wieder nicht finden können. Nach einer gefühlt endlosen Suche, bei der wir viel Zeit verschwenden, geben wir genervt auf. Dabei entschädigt uns der grandiose Ausblick ein wenig: Hier schauen wir auf den Rocher du Midi, auf dem wir vor Kurzem noch gestanden sind.

Allmählich wird unser Pfad flacher. Wir haben den größten und steilsten Anstieg hinter uns gebracht. Nun laufen wir bequem und recht flach über den Bergrücken in Richtung der großen Felsen.

Dann piepst mein GPS: Eir suchen den Tradi #9 : Balade dans les Dentelles, den wir dank seiner großen Dose nun wieder gut finden können. Kurz danach sehen wir einen großen Felszahn aus der Nähe.

Jetzt haben wir das Felsmassiv erreicht. Unser Wanderpfad verläuft nun unmittelbar unterhalb der Felsen hindurch. In einer Spalte finden wir den #10 : Balade dans les Dentelles, den wir loggen.

Mittagspause mit Aussicht

Langsam bekommen wir Hunger. Ein Blick auf die Uhr bestätigt uns, dass es inzwischen schon fast halb ein Uhr mittags ist. Wir suchen uns eine flache Stelle mit Aussicht und packen unser Picknick aus.

Auf dem Speiseplan stehen frisches Baguette mit Tarpenade und Oliven – eine Spezialität der Region, die wir auf einem Wochenmarkt kaufen konnten.

Entlang an den Felsen

Nach einer guten halben Stunde Mittagspause setzen wir unsere Wanderung fort. Wir folgen weiter dem Pfad, der sich unterhalb der Felsen entlang zieht.

Mal geht es leicht nach oben und dann wieder leicht nach unten. Auf diesem Teil des Weges kommen uns einige Wanderer entgegen. Es scheint der beliebteste Teil der Wanderung zu sein. Der Weg ist schmal und manchmal müssen wir uns etwas durch die Vegetation kämpfen.

Plötzlich hören wir Stimmen über uns und wir schauen, wo die herkommen. Wir schauen nach oben und sehen in den Felsen ein paar Kletterer, die gerade dabei sind, durch einen Riss in der Wand nach oben zu steigen.

Diese Felswände sind sehr beliebt zum Klettern – wir werden an diesem Tag noch an weiteren Kletterern in den Felsen vorbei kommen. Wir folgen weiter unserem Pfad. An einer kleinen Abzweigung kommt von unten ein weiterer Pfad vom Col de Cayron hoch. Auf meiner GPS-Karte sehe ich, dass das wohl der Pfad ist, der auf direktem Weg von hier herauf führt.

Kurze Zeit später kommen wir zur nächsten Abzweigung – dieses Mal mit einem weiteren Weg nach oben. Da ich noch den Tradi #11 : Balade dans les Dentelles suchen will, folge ich dem Pfad und erhalte diesen grandiosen Ausblick!

Auch diesen Tradi kann ich nicht finden und drehe daher um und gehe wieder zurück zur Abzweigung.

Der lange und schwierige Abstieg

Um zwanzig Minuten nach ein Uhr beginnen wir unseren Abstieg, in dem wir weiter dem Pfad entlang der Felsen folgen. Nun wird es ruhiger und es sind keine Wanderer mehr zu sehen. Das hätte uns zu denken geben sollen. Der Pfad ist deutlich stärker zugewachsen als bisher. Kurze Zeit später stehen wir vor einem Geröllfeld mit recht großen Felsbrocken. Dieses müssen wir überqueren oder besser gesagt überklettern.

Spätestens an dieser Stelle wird mir klar, warum dieser Wanderweg als schwer eingestuft worden ist. Danach folgt noch ein zweites Geröllfeld, was die gleichen Schwierigkeiten aufweist.

Es geht kontinuierlich nach unten, mal etwas steiler, dann wieder etwas weniger und an manchen Stellen sogar wieder etwas nach oben. Als wir um eine Biegung kommen, sehen wir ein kleines Felstor.

Anschließend wird das Gelände immer steiler und unser Pfad windet sich in kleinen Serpentinen zum Teil über Schotter nach unten. Kurz vor dem Erreichen des Forstweges, der das Ende des Abstieges markiert, wird es so steil, dass wir nicht mehr vernünftig wandern können. Wir hangeln uns von Baum zu Baum, um nicht zu stürzen. Um 15 Uhr, also eine Stunde und zwanzig Minuten später, erreichen wir endlich die Forststraße und sind froh heil dort angekommen zu sein. Insgesamt sind wir auf einer Strecke von nur 1,4 Kilometern 260 Höhenmeter abgestiegen.

Gemütlich zurück zum Parkplatz

Zurück bis zum Parkplatz sind es auf dem GPS nun nur noch 2,2 km. Jedoch geht es jetzt wieder hinauf zum Col de Cayron, bei dem von hier aus noch einmal 120 Höhenmeter auf einer breiten Forststraße zu überwinden sind. Dabei wandern wir zwischen den Weinbergen hindurch. Die Sonne scheint, ja brennt, recht heiß, da es hier keinen Schatten gibt.

Auf unserer linken Seite haben wir wieder die Felswand der Sarazenenzähne im Blick.

 

Hinauf bis zum Pass benötigen wir eine knappe dreiviertel Stunde. Von dort laufen wir den gleichen Weg wie am Morgen zum Parkplatz zurück, dieses Mal aber zum Glück nur abwärts, wofür wir gerade mal noch eine Viertelstunde benötigen. Damit geht unsere “kleine” Wanderung zu Ende.

Mein Fazit

Laut meinem GPS hatte unsere Wanderung 9,1 km und wir haben dabei 660 Höhenmeter überwunden. Mit Pausen und Geoaching waren wir knapp sechseinhalb Stunden unterwegs gewesen. Daran zeigt sich, dass auch eine kurze Wanderstecke “länger” dauern kann.

Mit dem jetzigen Wissen, würde ich – wenn ich die Dentelles Sarrasines nochmal besuchen möchte – die Strecke anders planen: Ich würde vom Parkplatz wieder bis zum Col de Cayron aufsteigen, dann aber den direkten Weg nach oben zu den Felsen nehmen, dann an ihnen entlang laufen, zum Rocher du Midi absteigen und anschließend über den Forstweg zurück zum Parkplatz wandern. Aber hinterher ist man immer schlauer!

 

Das befestigte Dorf Séguret

Vom Wanderparkplatz fahren wir 7,5 km nach Séguret. Schon von der Zufahrtsstraße ist das kleine befestigte Dort, welches unterhalb eines kleinen Hügels liegt, gut zu erkennen.

Ich wechsele zum Zoom-Objektiv und schaue mir die Häuser genauer an.

Dann folgen wir der Straße und parken an einem kleinen Parkplatz unterhalb des Dorfes. Von dort sind es nur wenige Minuten zu Fuß bis zum Stadttor.

Im Tor ist eine kleine Kachel angebracht, die Séguret zeigt, wie es einmal im 17ten Jahrundert ausgeschaut haben soll.

Wir folgen weiter der schmalen Straße bis zur Marie (Rathaus).

Gleich daneben befindet sich ein kleines Café mit selbstgebackenen Spezialitäten. Nach der anstrengenden Wanderung gönnen wir uns dort eine ausgiebige Kaffeepause mit diversen Leckereien.

Gleich gegenüber am Brunnen gibt es einen überdachten Bereich, wo ein paar Tische und Stühle aufgestellt wurden. Wir haben Glück: einer ist noch frei und wir setzen uns dort hin.

Während wir Kaffee trinken, schaue ich mir den Brunnen etwas genauer an – im oberen Teil sind tolle Wasserspeier zu sehen.

Nach einer guten halben Stunde Pause setzen wir unseren Spaziergang durch diesen malerischen Ort fort. Es macht uns großen Spaß durch diese kleinen engen Gassen zu schlendern.

So verbringen wir eine gute Stunde in Séguret und fahren anschließend wieder nach Vaison-la-Romaine zurück, wo wir zu Abend essen und übernachten. Die Restaurant- und Hotelempfehlungen dazu findet Ihr im Beitrag Provence – Mont Ventoux und Vaison-la-Romaine.

 

Interaktive Karte von unserer Wanderung

Auf der folgenden Karte könnt Ihr den genauen Verlauf unserer Wanderung durch die Dentelles de Montmirail sehen. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Den Parkplatz, den wir genutzt haben, die Geocaches, die wir dort gesucht haben und ein paar interessante Wegpunkte der Wanderung und von unserem Besuch in Séguret habe ich auch auf der Karte eingezeichnet.

Falls Euch unsere Tour interessiert, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei herunterladen.

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Dieser Beitrag ist Teil einer Artikelserie über unseren Besuch in der Provence. Unsere komplette Reiseroute findet Ihr im Überblicksbeitrag “8 Tage Autorundreise durch die Provence“, wo Ihr auch die Links zu den weiteren Detailberichten, die ich bereits zu ausgewählten Zielen unserer Reise geschrieben habe, findet.

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Wie hat Euch dieser Reisebericht über unseren Besuch der Detelles de Montmirail und von Séguret gefallen? Seid Ihr selbst schon in der Provence unterwegs gewesen? Was sind Eure Empfehlungen für diese Region? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Artikel!

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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