Lemberger Flößertour: bizarre Felsen, Geocaching und kein Lostplace!

Am letzten Wochenende wanderten saarzwerg und ich den gut 13 Kilometer langen Premiumwanderweg Lemberger Flößertour im Pfälzerwald. Unterwegs konnten wir trotz der recht langen Strecke nur drei Tradis suchen. Dafür gab es Felsen pur mit einem schönen Aussichtspunkt und bizarren Felsformationen. Sogar riesige Felsdächer waren zu sehen.

In der Vorbereitung dieser Tour machte ich mir Hoffung einen besonderen Bunker besichtigen zu können. Leider kam es etwas anders … kommt mit auf die virtuelle Wanderung über die Lemberger Flößertour!

 

 

Die Lemberger Flößertour

Lemberg ist eine kleine Ortschaft in der Nähe von Pirmasens. Am Ortsrand bei den Sportplätzen befindet sich ein großer Wanderparkplatz, an dem zwei Premiumwanderwege beginnen. Den Rothenberg-Weg sind saarzwerg und ich schon im letzten Jahr gewandert. Daher wollen wir uns heute die recht neue Lemberger Flößertour vornehmen. Als wir gegen halb elf Uhr am Wanderparkplatz ankommen, ist noch kaum was los und wir haben die große Auswahl unter den vielen freien Parkplätzen.

Eine große Informationstafel weist auf die Flößertour hin. Der Premiumwanderweg hat eine Länge von 13,8 Kilometern und laut meinem GPS werden dabei etwa 470 Höhenmeter überwunden. Die Gehzeit ist auf der Tafel mit 4:10 Stunden angegeben. Die Highlights liegen alle im mittleren Drittel der Tour.

Wie es sich für einen Premiumwanderweg gehört, ist auch dieser sehr gut und durchgängig markiert. Die Wanderung wurde im Jahr 2020 vom Deutschen Wanderinstitut mit 57 Erlebnispunkten ausgezeichnet, was ich als eher durchschnittliche Bewertung bezeichnen möchte.

Mit Fotografieren, Geocaching und einer ausgedehnten Mittagspause sind wir insgesamt ziemlich genau fünf Stunden unterwegs.

 

Hinunter zum Bach

Wir schultern unsere Rucksäcke und wandern los. Zunächst laufen wir an den beiden Sportplätzen vorbei und biegen dann in den Wald ein. Dort führt uns ein kleiner Pfad bergab.

An der ersten großen Weggabelung wird uns klar, dass wir den gleichen Weg am Schluss der Wanderung wieder hinauf müssen, da sich erst am Wegweiser der Weg trennt. Wir folgen den Markierungen nach rechts und wandern so in der empfohlenen Laufrichtung gegen den Uhrzeigersinn.

Danach folgt ein kleiner Aufstieg über einen breiten Forstweg und anschließend laufen wir durch einen idyllischen Wald über einen Pfad hinunter zur Landstraße.

Wir queren die Straße und folgen ihr ein wenig, bis links ein kleiner Pfad hinunter zum Bach abbiegt.

 

Der lange Aufstieg

Über eine kleine Brücke wechseln wir die Bachseite. Nun beginnt für uns der lange Aufstieg hinauf zum Grafenstein.

Im Aufstieg wechseln sich breite Forstwege und kleine Pfade ab. Allmählich wird es steiler. Der schmale Pfad verläuft zwischen kleinen Felsbrocken hindurch und gewinnt schnell an Höhe.

Auf zwei Kilometern überwinden wir etwa 250 Höhenmeter und benötigen dafür knapp 40 Minuten.

 

Vorbei am Stephanshäuschen

Danach erreichen wir eine kleine Hütte, die unter Denkmalschutz steht. Leider ist die Tür verschlossen und wir können die Hütte nur von außen bewundern.

Auch wenn es etwas gewittrig ausschaut, so haben wir dennoch Glück mit dem Wetter. Es ist immer noch trocken. Durch das vorgezogene Dach könnten wir uns hier aber auch gut unterstellen.

Da es für unsere Mittagspause noch etwas zu früh ist, werfen wir noch einen letzten Blick zurück zur Hütte und wandern dann weiter.

 

Hinauf auf den Grafenstein

Kurz hinter der Hütte biegen wir in einen breiten Forstweg ein. Auf meiner Karte ist eine Quelle eingezeichnet. Als wir jedoch den zugehörigen Wegweiser erreichen, muss ich feststellen, dass ich ein gutes Stück zurücklaufen müsste, um die Quelle zu besuchen. Dazu habe ich keine Lust. Also folgen wir weiter den Markierungen und es folgt ein kleiner Anstieg hinauf zum Grafenstein: Auf 600 Metern sind noch einmal 50 Höhenmeter zu überwinden. Am Grafenstein angekommen, schauen wir uns zunächst die große Gedenktafel an und laufen danach rechts am Felsen vorbei.

Auf seiner Rückseite hat der Pfälzerwaldverein eine große Eisentreppe errichtet, die uns den Aufstieg auf den Felsen ermöglicht.

Oben angekommen, schauen wir uns erst einmal um: Im Nordosten kann ich Pirmasens sehen …

… und auf der gegenüberiegenden Seite die bewaldeten Hügel des Pfälzerwaldes.

Nachdem wir den Aussichtspunkt wieder verlassen haben, nehme ich mein GPS und suche den Tradi Grafenfels. Leider suche ich zunächst auf der falschen Ebene vergebens. Etwas tiefer werde ich dann aber noch fündig und kann unsere Namen im Logbuch eintragen.

 

Die bizarren Felsen am Fleckstein

Dieses Mal laufen wir auf der anderen Seite des Grafenfelsen vorbei zurück zum markierten Wanderweg. Diesem folgen wir ein kleines Stück bergab, bis wir einen steilen Hang erreichen. Dort hat sich scheinbar ein Holzfäller ausgetobt und der macht Werbung für seine Lieblingsbrauerei.

Am Kunstwerk biegt ein kleiner Pfad in den Hang ab. Die Markierungen zeigen uns, dass wir diesem folgen sollten.

Eine Biegung später erleben wir einen Wow-Effekt: Vor uns taucht ein bizarrer Felsen mit einem ausladenden Dach auf. Wir haben den Fleckstein erreicht.

Wir wandern unter dem Dach durch und laufen um die Ecke. Dort stützt eine Felssäule das mächtige Dach. Auf den dort fast waagerecht wachsenden Baumstam hat das Forstamt den Hinweis aufgesprüht, dass hier kein Feuer gemacht werden soll. Ich hoffe, dass sich alle daran halten, da es echt schade um dieses tolle Naturdenkmal wäre.

Ich bin immer wieder beeindruckt, was die Natur im Pfälzerwald für interessante „Kunstwerke“ geschaffen hat.

An dieser Stelle piepst mein GPS und weist mich darauf hin, dass ich hier den Tradi Felsen sterben nicht suchen kann. Dank des Listings und Spoilerbild kann ich die Dose im Steilhang mühelos finden. Hier sollte man aber sehr vorsichtig sein, da eine gewisse Absturzgefahr besteht. Anschließend folgen wir weiter dem Wanderweg, der an den immer größer werdenden Felsen des Flecksteins vorbeiführt.

Kurze Zeit später haben wir den nächsten Wow-Effekt: Unser Wanderweg läuft unter riesigen Felsdächern hindurch. Obwohl ich auch die Hohlen Felsen und die Altschlossfelsen schon besucht habe, sind diese Felsendächer meiner Meinung nach noch ausladender…

… und sie nehmen kein Ende.

Wir wandern an diesen besonderen Felsen vorbei, die sich über eine Länge von fast 300 Metern erstrecken. Ein echtes Erlebnis für uns!

Nachdem wir den letzten Felsen passiert haben, steigt unser Pfad kurz an und wir biegen anschließend in einen breiten Forstweg ein.

 

Die Mittagspause unter dem Felsen

In einem großen Bogen leitet uns der markierte Wanderweg in ein kleines Tal unterhalb der Fleckstein-Felsen. Dort wurde unter einem kleinen Felsdach eine Holzbank errichtet, die uns zur Mittagspause einlädt.

Wir packen unseren Rotwein und unsere belegten Brote aus und lassen es uns etwas gutgehen. Nach etwa einer halben Stunde setzen wir unsere Wanderung fort und folgen weiter dem Wanderpfad bergab.

Der Pfad bringt uns ins Tal. Nach der letzten Biegung verlassen wir an einer kleinen Wiese den markierten Weg und laufen hinüber zur Teerstraße.

 

Der verschlossene Bunker

Wir haben den Wanderweg verlassen, um auf der anderen Seite eines Weihers noch den Tradi Melkerplätzler-Weiher Cold War Bunker mitzunehmen. Er liegt auf dem Dach eines Bunkers und ist leicht zu finden.

Mehr als der Tradi interessiert mich jedoch das Innenleben dieses Bunkers. In der Vorbereitung dieser Tour habe ich mir das Video des Outdoor-Buddys auf YouTube angeschaut, der das Glück hatte auf einer seiner Touren diesen Bunker offen vorzufinden. Gleich zu Beginn des Videos könnt Ihr sehen, wie er die Tür am Bunker offen vorfindet und sich drinnen etwas umschaut. Leider war uns beiden diese offene Tür nicht vergönnt.

 

Durch das Storrbachtal

Da wir den Bunker nicht besichtigen können, setzen wir unsere Wanderung fort und folgen zunächst ein kleines Stück weiter der Teerstraße. An der Informationstafel am Wehr können wir wieder zurück zum markierten Wanderweg. Der Weg über den Bunker war nur ein sehr kleiner Umweg. An dieser Stelle beginnt auch die ehemalige Flößerstrecke. Die Informationstafeln berichten von dieser Zeit und stellen anschaulich dar, wie hart die Arbeit damals gewesen sein muss.

Wir folgen nun immer dem Bachlauf durch das Storrbachtal. Etwas weiter kommen wir zu einer schönen Picknick-Hütte, wo wir drinnen und draußen gemütlich sitzen könnten. Da wir aber gerade erst unsere Mittagspause hatten, verzichten wir auf diesen Stopp.

Wir laufen weiter durch das Tal. Links verläuft die ausgebaute Teerstraße und rechts ein kleiner Wanderpfad. Dazwischen ist der Storrbach, über den in vergangenen Zeiten Holz geflößt wurde.

Die Strecke durch das Tal ohne Anstiege ist etwa dreieinhalb Kilometer lang und wir sind hier recht schnell: Wir brauchen gerade mal eine Stunde, um gemütlich hindurch zu wandern.

 

Weiter nach Langmühle

An einem Ritterstein, der auf die Ruine eines ehemaligen Forsthauses hinweist, verlassen wir das Tal und biegen links in einen Wanderpfad ein.

Hier beginnt ein kurzer Aufstieg, dem ein Abstieg in das dahinterliegende Tal folgt. Daran schließt sich ein knackiger Aufstieg auf den nächsten Hügel an. Auf der Strecke werden so knapp hundert Höhenmeter überwunden. Im Aufstieg sind wieder einige größere Felsbrocken zu bewundern.

Oben angekommen finde ich einen „Steinpilz“. Ich will jetzt nicht schreiben, für was man das Ding noch halten könnte …

Danach folgt ein längerer Abstieg in ein kleines Dorf.

Dort angekommen, laufen wir durch eine verkehrsberuhigte Straße mit ein paar sehr schönen alten Häusern. Ich mag diese kleinen Pfälzer Dörfer.

Wir folgen der Straße bis zur Hauptstraße und überqueren diese. Anschließend laufen wir durch ein Wohngebiet leicht bergauf bis zum Waldrand.

 

Der letzte Aufstieg zum Parkplatz

Nun geht zunächst fast eben weiter bis zur Abzweigung, die ich ganz am Anfang der Tour schon mal erwähnt habe. Von dort wandern wir den gleichen Weg wie am Morgen zurück zu unserem Parkplatz … nur dieses Mal bergauf und das ist nach den 13 Kilometern nun echt anstrengend.

Als wir den Sportplatz erreichen, müssen wir feststellen, dass gerade ein Fußballspiel im Gange ist. Auf dem Parkplatz ist nun die Hölle los, da jeder Platz inzwischen belegt ist und sogar hinter den Parkbuchten noch Autos abgestellt wurden. Ich habe so meine Mühe mein Fahrzeug dort auszuparken …

 

Interaktive Karte der Wanderung

Auf der folgenden Karte könnt Ihr den genauen Verlauf unserer Wanderung entlang der Lemberger Flößertour sehen. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Bei den Geocaches öffnet ein Klick auf den Namen das zugehörige Listing auf geocaching.com.

Falls Euch unsere Tour interessiert, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei mit allen Wegpunkten und Geocaches herunterladen.

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Wie hat Euch diese Tourempfehlung gefallen? Seid Ihr selbst schon im Pfälzerwald unterwegs gewesen? Was sind Eure Empfehlungen für diese Region? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag!

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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