Ein verlängertes Wanderwochenende im Schwarzwald

Heute möchte ich Euch von unserem verlängerten Wanderwochenende im Schwarzwald berichten. Wir sind vier tolle und hoch bewertete Wanderwege gelaufen und haben dabei viel erlebt.

In diesem Beitrag stelle ich Euch die Wanderungen vor, gebe Euch einen Sightseeing Tipp und mache Euch einen Hotelvorschlag. Falls Ihr gerne wandert und es kein Powertrail sein muss, dann schaut doch mal rein …

 

 

Unsere Schwarzwald-Tour

Für das verlängerte Wochenende über Fronleichnam suchten wir (das erste Mal in diesem Jahr) eine schöne Region zum Wandern. Zum Glück ist der Corona-Inzidenzwert im Ortenaukreis soweit abgesunken, dass die Hotels wieder Touristen aufnehmen dürfen. Dort steckte mir schon lange der aktuell bestbewertete Premiumwanderweg Himmelssteig in der Nase. Er wurde im Oktober 2019 vom Deutschen Wanderinstitut mit 98 Erlebnispunkten ausgezeichnet. Mehr Punkte habe ich derzeit bei noch keinem anderen Premiumwanderweg gesehen. Der Himmelssteig gehört zur sogenannten Schwarzwälder Wandersinfonie, zu dem auch noch die Wanderwege Schwarzwaldsteig und Wiesensteig gehören, die ebenfalls jeweils mit knapp 90 Erlebnispunkten ausgezeichnet wurden. Alle diese Wanderungen liegen in oder in der Nähe von Bad Peterstal-Griesbach. Damit sind schon drei der vier Tage verplant. Für die Anreise suchte ich dann noch eine kürzere Wanderung und wurde bei dem Mummelsee Hornisgrindepfad fündig, der ebenfalls mit knapp 90 Erlebnispunkten ausgezeichnet wurde.

In der Vorbereitung dieser Tour ist mir dann noch ein neuer Multi an einer Sehenswürdigkeit aufgefallen: Eine kleine Wanderung rund um die Wasserfälle und die Klosterruine von Allerheiligen. Damit was unser Programm vollständig. Jetzt musste nur noch das Wetter passen!

 

Der Mummelsee-Hornisgrindepfad

Gegen viertel vor elf Uhr erreichen wir den großen kostenlosen Wanderparkplatz am Seibelseckle, wo noch genügend leere Stellplätze vorhanden sind. Wir nehmen unsere Rucksäcke und starten in die Wanderung. Der Mummelsee-Hornisgrindepfad hat eine Länge von 6,7 Kilometer und überwindet dabei 270 Höhenmeter. Er wurde mit 89 Erlebnispunkten ausgezeichnet.

Durch einen schönen Tannenwald wandern wir zum Mummelsee. Unterwegs legen wir an einer Sinnenbank mit Aussicht unsere Mittagspause mit belegten Baguettes und Rotwein ein.

Der Mummelsee ist so mit Touristen überfüllt, dass wir vergessen den gleichnamigen Virtual zu suchen. Nach einer Umrundung wandern wir weiter hinauf zur Honisgrinde.

Bei sehr sonnigem und heißem Wetter genießen wir dort oben die tolle Aussicht. Der Wanderweg führt uns in einem großen Bogen über das Gipfelplateau und über einen Steg durch das Hochmoor.

Danach steigen wir wieder zum Parkplatz hinunter. Gegen 14:30 Uhr erreichen wir wieder den Parkplatz, wo wir zunächst unsere Rucksäcke ablegen und uns anschließend ein kühles Getränk in der Rasthütte Seibelseckle gönnen.

Diese Wanderung hat uns sehr gut gefallen und sie eignet sich hervorragend als Eingehtour. Von den sieben Geocaches, die in Laufreichweite des Wanderwegs liegen, suchten wir nur die beiden Tradis, die unmittelbar auf der Strecke lagen.

 

Der Himmelssteig

Am nächsten Morgen fahren wir vom Hotel knappe zehn Minuten nach Bad Peterstal, wo wir auf dem großen Wanderparkplatz ebenfalls ohne Probleme einen freien Stellplatz finden. Das Wetter ist immer noch sonnig und warm. Der Himmelssteig wurde mit beachtlichen 98 Erlebnispunkten ausgezeichnet, hat eine Länge von 10,6 Kilometern und überwindet dabei 564 Höhenmeter.

Kurz vor halb zehn Uhr starten wir unsere Wanderung. Zunächst geht es mal steiler und mal weniger steil den Berg hinauf.

Trotz des kontinuierlichen Anstiegs ist der Wanderweg sehr abwechslungsreich. Unterwegs haben wir immer mal wieder tolle Aussichten in das unter uns liegende Tal.

Etwa eine Stunde später erreichen wir das erste Highlight des Tages: die Himmels-Bar. Dort gibt es gekühlte alkoholische und nicht-alkoholische Getränke und eine Vertrauenskasse. Eine Preisliste gibt es ebenfalls nicht, die Getränke werden gegen eine Spende abgegeben. Toll, dass das hier funktioniert. An dieser Art von „Tankstellen“ werden wir heute noch öfters vorbeikommen.

Wir wandern weiter über Wiesen und durch Wälder. Die Landschaft ist hier sehr abwechslungsreich. Dann folgt ein steiler Abstieg hinunter zum Paradiesfelsen und zum Holchen-Wasserfall. Auch dort gibt es wieder kühle Getränke und eine Vertrauenskasse.

Nach dieser Pause folgt ein langer Aufstieg hinauf nach Palmspring und anschließend wieder zurück zum Parkplatz. Meiner Meinung nach ist diese Wanderung jeden einzelnen Erlebnispunkt, den sie bekommen hat, wert. Es ist definitiv eine der schönsten Wanderungen, die ich bisher unternommen habe. Gegen 14 Uhr sind wir wieder zurück an unserem Auto. Leider war auf der kompletten Wanderstrecke kein einziger Geocache zu suchen.

 

Der Multi Wasserfälle und Klosterruine Allerheiligen

Da wir schon recht früh von unserer Wanderung zurück sind, ist noch genug Zeit den Multi Wasserfälle und Klosterruine Allerheiligen anzugehen. Wir fahren zum im Listing empfohlenen Parkplatz und finden dort gerade noch so eine Parkmöglichkeit. Der Multi ist mit einer kleinen Rundwanderung von etwa 4,5 Kilometern verbunden. Dabei werden laut meinem GPS 150 Höhenmeter überwunden.

Zu Beginn wandern wir durch die gut ausgebaute Schlucht entlang der Wasserfälle. Da dort der GPS-Empfang bescheiden ist, sollen wir auf dieser Strecke Bilder in eine Reihenfolge bringen und daran dann einen Teil der Koordinaten ablesen. Das funktioniert sehr gut.

Ab der zweiten Station an der Klosterruine Allerheiligen sind dann die Koordinaten aller folgenden Stationen angegeben. Dort ist jeweils eine Information abzulesen und in eine Zahl zu verwandeln. Auch das gelingt uns problemlos.

Die Stationen sind so angeordnet, dass der Rückweg oberhalb der Schlucht an einigen sehr schönen Aussichtspunkten vorbeiführt.

Nach knapp zwei Stunden sind wir wieder zurück an unserem Parkplatz und konnten das Final ohne Probleme finden. Für diesen Geocache gebe ich gerne einen Favoritenpunkt: Er zeigt eindrucksvoll, wie man Geocaching, Sightseeing und Wandern toll verbinden kann!

 

Der Peterstaler Schwarzwaldsteig

Am nächsten Morgen hat sich leider das Wetter etwas verschlechtert: Es sind für den Tag mehrere Schauer gemeldet. Wieder fahren wir nach Bad Peterstal und parken dieses Mal kostenlos am Bahnhof. Dort startet der über 11 Kilometer lange Schwarzwaldsteig, der 497 Höhenmeter überwindet. Gleich zu Beginn gibt es eine kleine Überraschung: Die Markierungen führen uns ins Flussbett und dort über Steine entlang des Wassers. Wer das nicht möchte, kann aber auch bequem oben lang laufen.

Anschließend geht es kontinuierlich durch den Wald nach oben. Unterwegs gibt es wieder einige „Tankstellen“ mit kühlen Getränken auf Vertrauensbasis. Leider fängt es an zu nieseln, weshalb wir auf größere Pausen verzichten.

Der höchste Punkt der Wanderung ist die Sattelplatzhütte, wo wir im trockenen eine ausgiebige Mittagspause mit unserem mitgebrachten Picknick einlegen. Danach machen wir noch einen optionalen Abstecher (der nicht zur Wanderung gehört) zum Renchtal-Panoramablick. Danach steigen wir über den Ibacher Schliff hinab ins Tal. Unterwegs gibt es immer mal wieder tolle Aussichten. In der Nähe dieser Holzschnitzarbeiten suchen wir den einzigen Geocache auf der kompletten Wanderung.

Danach setzen wir unseren Abstieg fort und erreichen nach ziemlich genau sechs Stunden wieder unser Auto, wo wir die Rucksäcke ablegen. Da noch etwas Zeit ist, unternehmen wir einen Stadtbummel in Bad Peterstal, gönnen uns eine Schwarzwälderkirschtorte und einen Kaffee to go und suchen zum Abschluss den empfehlenswerten Tradi TB-Hotel „Zur wilden Rench“.

 

Der Wiesensteig

Für den letzten Tag unseres Wanderwochendes habe ich uns den Wiesensteig herausgesucht. Er wurde mit 88 Erlebnispunkten bewertet, hat eine Länge von 13,4 Kilometern und überwindet dabei 545 Höhenmeter. Um zum Wanderparkplatz Weiherplatz zu gelangen, muss ich mit meinem breiten Cachemobil über eine kleine und enge Straße fahren. Vom Hotel aus benötigen wir dazu etwa eine halbe Stunde. Um  9:20 Uhr starten wir unsere letzte Wanderung für dieses verlängerte Wochenende. Auf der kompletten Wanderung habe ich keine Geocaches gefunden, die einfach „mitzunehmen“ wären.

Zu Beginn wandern wir entlang eines kleines Gebirgsbaches. Der Weg wechselt öfters die Seite. Dazu wurden große Steine als Furt in den Bach gelegt und an einer Stelle gibt es sogar eine kleine Stein-Brücke ohne Geländer.

Leider ist das Wetter an diesem Morgen recht feucht, es nieselt. Das verleiht dem dunklen Nadelwald jedoch etwas Mystisches.

Auch die Sicht ist wegen des schlechten Wetters recht eingeschränkt, was schade ist, da wir an einigen Aussichtspunkten vorbeikommen. Unterwegs gibt es wieder Trinkbrunnen mit Vertrauenskassen. Ich finde das echt toll – dass sollte es auf unseren Wanderwegen auch geben!

Die Landschaft ist wieder sehr abwechslungsreich – wir wandern durch dunkle Tannenwälder und über offene Wiesen. Anfänglich kommen wir auf breiten Wegen schnell voran. Es geht zunächst nach oben und dann recht lange nach unten. Gegen Ende wird es wellig mit recht knackigen Anstiegen. Dafür bietet der Wanderweg im Schlußteil wieder viele tolle Aussichten, verwunschene Bachläufe und mystische Steinwälder … trotz des bescheidenen Wetters hat uns dieser Weg ebenfalls sehr gut gefallen.

 

Mein Fazit

Wenn Ihr gerne wandert, dann solltet Ihr ein paar Tage in dieser Region verbringen und die Schwarzwälder Wandersinfonie erwandern. Uns haben diese Wanderungen sehr gut gefallen. Es gibt unterwegs viel zu sehen und die Wegeplaner haben sich die ein oder andere Überraschung einfallen lassen. Also, wenn es kein Powertrail sein muss und Ihr gerne in tollen Landschaften wandert, dann solltet Ihr mal diese Wege ausprobieren!

 

Hotelempfehlung für die Wandersinfonie

Da wir uns recht kurzfristig zu diesem verlängerten Wanderwochenende entschlossen haben, waren nicht mehr viele erschwingliche Hotels in der Region frei. Wir haben jedoch Glück und können noch ein Doppelzimmer im Hotel & Café Mühlenglück (Provisionslink) buchen, was sich im Nachhinein als Glücksgriff herausstellt. Das Hotel wurde von Grund auf renoviert und neu gestaltet und hat gerade erst ein paar Tage vor unserem Aufenthalt geöffnet. Wir gehören quasi zu den ersten Gästen, die hier übernachten dürfen.

Leider habe ich an den ersten Tagen vergessen ein Foto zu machen und so blieb mir nur am letzten Tag die Möglichkeit bei strömenden Regen diese Aufnahme zu machen.

Das Hotel verfügt über einen sehr großen kostenlosen Parkplatz, auf dem wir auch am frühen Abend mühelos einen Stellplatz finden können. Für die e-Mobil-Fahrer unter euch habe ich auch zwei Ladesäulen gesehen, mit denen vier Fahrzeuge gleichzeitig geladen werden können.

Die Zimmer sind geräumig und modern ausgestattet mit einem großen Bett, einem sehr großen Fernseher, auf dem Ihr euer eigenes Netflix (falls vorhanden) nutzen könnt. Das Badezimmer ist ebenfalls groß, modern und mit einer sehr schönen Dusche ausgestattet. Ein Schreibtisch zum Arbeiten ist auch vorhanden. Ein vernünftiges WLAN im Zimmer ist kostenlos verfügbar.

Das Hotel verfügt über einen großen Speisesaal, in dem ein üppiges warmes und kaltes Frühstücksbuffet angeboten wird. Wegen Corona haben wir auch alle unsere Abendessen im Hotel gegessen. Dazu steht der Speisesaal oder bei schönen Wetter ein großer Biergarten zur Verfügung. Die Speisekarte ist derzeit noch etwas übersichtlich – dennoch haben wir an allen drei Abenden etwas Leckeres samt Vorspeise gefunden. Nach Aussage des Hotels soll die Speisekarte in der nächsten Zeit zu einer umfangreichen Restaurantkarte ausgebaut werden.

Bei unserem nächsten Besuch in dieser Region würden wir dieses Hotel jederzeit wieder buchen!

 

Interaktive Karte der Wanderung

Auf der folgenden Karte könnt Ihr die interessanten Wegpunkte unserer Schwarzwald-Tour sehen. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken.

Falls Euch diese Wegpunkte interessieren, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei herunterladen.

** ** ** ** ** **

Wie hat Euch diese Tourempfehlung gefallen? Seid Ihr selbst schon im Schwarzwald unterwegs gewesen? Was sind Eure Empfehlungen für diese Region? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag!

 Facebooktwitterpinterest

Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.