Das kleine what3words Tutorial

Bei der Lösung eines Mysterys ist mir vor ein paar Tagen ein „komischer“ Text ins Auge gefallen und meine Recherche hat ergeben, dass es sich dabei um „what3words“ handelt, eine andere Möglichkeit Koordinaten zu beschreiben.

Was genau what3words ist und wie Ihr diese drei Worte wieder in Koordinaten zurückverwandelt, zeige ich Euch in dieser kleinen Anleitung. Schaut doch mal rein!

 

 

Was ist what3words?

what3words ist vergleichbar mit dem Mapcode, den ich Euch in der letzten Woche vorgestellt habe. Es ist ein System, welches die gesamte Oberfläche der Erde in ein drei mal drei Meter Raster unterteilt und jedem einzelnen dieser Rasterelemente eine eindeutige Bezeichnung gibt, die aus genau drei Worten besteht. So bezeichnet „tapfer.gebäude.verliehen“ die Stelle in Berlin, an der das Brandenburger Tor steht.

Wie ihr leicht sehen könnt, sind diese echte Worte, die in der deutschen Sprache vorkommen. Das System ist also sprachabhängig und existiert derzeit für mehrere Sprachen. Die what3words-Bezeichnung für das Brandenburger Tor in der englischen Sprache lautet „that.lands.winning“. Bitte beachtet, dass die englischen Worte nicht einfach Übersetzung der deutschen Worte sind, sondern ein eigenes System bilden, welches komplett verschieden vom deutschen ist. Aktuell ist what3words ist in mehr als 35 Sprachen erhältlich. In Kiswahili heißt die Bezeichnung für das Brandenburger Tor „kukichagua.ilizungumza.kwenyewe“.

Bei der vollständigen Schreibweise einer what3words-Bezeichnung werden den drei Worten noch drei Schrägstriche vorangestellt. Dir vollständige what3words-Bezeichnung für das Brandenburger Tor lautet somit „///tapfer.gebäude.verliehen“. Bei einem Mystery würde ich jedoch erwarten, dass die drei Schrägstriche fehlen, da der Owner sicherlich die Verwendung von what3words etwas verschleiern möchte …

 

Wer hat what3words erfunden?

Dieses System wurde von der Firma what3words Limited entwickelt, die laut ihrer Webseite ihren Sitz in Hinxworth nördlich von London hat. Ihre Vision ist es, das what3words ein globaler Standard für Ortsangaben wird. Menschen können diese Dreiwortadressen nutzen, um ihr Zelt auf einem Festival oder ihre Ferienwohnung zu finden und Rettungskräfte um bei Notfällen die Helfer an die richtige Stelle zu dirigieren. Dabei soll die Ortsbeschreibung leicht verständlich und gut zu merken sein. Laut eigenen Aussagen sind Dreiwortadressen einmalig, präziser als Straßenadressen und in mehr als 35 Sprachen erhältlich. Bei der Erstellung des jeweiligen Sprachsystems wurde darauf geachtet, dass ähnliche Dreiwortadressen möglichst weit voneinander platziert werden.

Leider ist dieses System nicht als kostenlose OpenSource verfügbar und um die verschiedenen Programmierschnittstellen, die von what3words Limited angeboten werden, nutzen zu können, ist ein sogenannter API-Key erforderlich. Mit einem kostenlosen Schlüssel können pro Monat 1000 Koordinaten in what3words-Bezeichnungen übersetzt werden. Für die Umwandlung von what3words-Bezeichnungen in Koordinaten gibt es keine Beschränkung. Für die Umwandlung ist eine Netzwerkverbindung notwendig.

 

Wie kann what3words in Koordinaten übersetzt werden?

Auf der Webseite von what3words Limited gibt es eine Karte mit einem Texteingabefeld. Dort kann ich die what3words-Bezeichnung eingeben und die Karte wird anschließend auf Ort mit der eingegebenen Bezeichnung zentriert.

Leider hilft das uns Geocachern recht wenig, da wir ja Koordinaten für unser GPS erhalten wollten. Für diese Umrechnung gibt es kostenlose Webseiten im Internet. Mir persönlich gefällt am Besten der Koordinaten-Umrechner:

Die Anzeige der verschiedenen Koordinaten rechts neben der Karte lässt sich nach unten scrollen.

Dort findet Ihr dann das Eingabefeld für die what3words Bezeichnung. Nach der Eingabe klickt Ihr in der gleichen Zeile rechts auf den kleinen Taschenrechner und die what3words-Bezeichnung wird in die verschiedenen Koordinatensysteme umgerechnet und auf der Karte dargestellt. Übrigens findet Ihr am oberen rechten Rand jeder Koordinaten-Zeile die jeweiligen dargestellten Koordinaten als Text, der sich kopieren lässt.

So lassen sich die ermittelten Koordinaten leicht nach geocaching.com übertragen.

 

Wie kann ich selbst ein what3words erzeugen?

Für den entgegengesetzten Weg möchte ich Euch eine andere Webseite vorstellen: die Geocaching-Toolbox. Damit könnt Ihr recht einfach Koordinaten in eine what3words-Bezeichnung umwandeln.

Als erstes stelle ich die Auswahlbox (1) auf „Koordinaten zu what3words-Adresse“ um. Dann stelle ich die Sprache (2) auf „Deutsch“ ein. Anschließend gebe ich die umzuwandelnden Koordinaten in das Textfeld (3) ein. Die Eingabe schließe ich mit einem Klick auf den Knopf mit der Aufschrift „Konvertieren“ (4). Nur sollte in der mittleren Zeile in Absatz Ergebnis die passende what3words-Bezeichnung angezeigt werden.

War doch gar nicht so schwer, oder?

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Wie hat Euch diese kleine Anleitung gefallen? Seid Ihr selbst schon mal mit what3words in Berührung gekommen? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag!

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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