Geocaching & Wandern: Slevogtweg mit Burgen und Aussichten

Am Pfingstmontag zog es saarzwerg und mich wieder in den Pfälzerwald: Wir wollen die Letterbox „Max Slevogt“ erwandern. Ihre Stationen führen uns zu der Burgruine Neukastel mit ihrer grandiosen Aussicht und zu drei weiteren sehr beeindruckenden Aussichtspunkten.

Auf der Wanderung können zusätzlich zur Letterbox noch ein interessanter Multi und vier weitere Tradis gesucht werden. Kommt mit auf die virtuelle Wanderung über einen Teil des Slevogtwegs …

 

 

Der Slevogtweg und die Letterbox Max Slevogt

Im Pfälzerwald in der Nähe von Annweiler am Trifels liegt das beschauliche Weindorf Leinsweiler, das gerade mal knapp 500 Einwohner besitzt. Dort startet der Wanderweg Slevogtweg, der mit Hilfe von 19 Informationstafeln einen Einblick in Slevogts Leben in Leinsweiler ermöglicht.

Franz Theodor Max Slevogt war ein deutscher Maler, der eine besondere Stellung in der Landschaftsmalerei einnimmt. Der komplette Wanderweg ist mit seinem Bild markiert.

Die komplette Wanderung hat eine Länge von 9,3 Kilometern und überwindet dabei knapp 400 Höhenmeter. Sie ist in Form einer Acht angelegt und startet am Slevogthof, der oberhalb von Leinsweiler am Rand der Weinberge liegt. Max Slevogt war auf diesem Hof künstlerisch tätig und gestaltete einige der Räume. Leider ist der Hof seit 2011 nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich.

Für die Letterbox Max Slevogt muss jedoch nur ein „Ring“ der Acht erwandert werden. Die Letterbox besteht aus acht Stationen und einem Final. Die Koordinaten der Stationen sind nicht angegeben, jedoch leicht zu finden, da es sich jedes Mal um einen Informationstafel handelt, an der eine bestimmte Information abgelesen werden muss. Die Tafeln sind eigentlich unübersehbar.

 

Der Slevogthof und die Familienbegräbnisstätte

Um zum Wanderparkplatz am Slevogthof zu gelangen, müssen wir durch die engen Straßen von Leinsweiler fahren und bei einem kleinen Wegweiser in eine kleine Straße einbiegen. Danach fahren wir über Serpentinen mit zum Teil wirklich sehr engen Kurven den Berg hinauf. Als wir gegen elf Uhr morgens dort ankommen, sind schon alle Stellplätze belegt. Dennoch haben wir Glück, unterhalb vom Hof kann ich unser Cachemobil am Rande der einspurigen Zufahrt auf einer Wiese abstellen. Von dort haben wir schon einen ersten tollen Blick in die Rheintiefebene.

Wir nehmen unsere Rucksäcke und folgen den Markierungen des Slevogtwegs. Sie führen uns hinter dem Hof in den Wald.

Auf dem Track, den ich mir vorher zu dieser Wanderung heruntergeladen habe, sehe ich, dass wir in Richtung der Begräbnisstätte der Familie Slevogt laufen. An einer mächtigen Baumwurzel biegen wir nach rechts ab.

Kurze Zeit später stehen wir schon auf dem Friedhof. Die Grabsteine sind beschriftet und nach etwas Suchen finden wir auch die letzte Ruhestätte des Malers.

Am Track erkenne ich, dass wir den gleichen Weg bis zum Hof wieder zurücklaufen müssen. Die Informationstafel, die wir unterwegs finden, wird nicht für die Letterbox benötigt. Daher rate ich Euch, die Begräbnisstätte erst nach der Wanderung zu besuchen!

 

Die Burgruine Neukastel

Nachdem wir wieder am Slevogthof vorbeigewandert sind, folgt nun der steile Anstieg hinauf zur Burgruine. Gleich am Parkplatz biegt rechts ein kleiner Wanderpfad nach oben ab. Schon nach wenigen Metern piepst mein GPS: In der Nähe befindet sich der Tradi Slevogthof, den wir schnell finden können. Gerade als ich wieder zum Weg zurück will, läuft mir ein Eichhörnchen über den Weg. Es dauert leider etwas, bis ich meine Kamera ausgepackt habe und so erwische ich das putzige Tierchen leider nur noch von der Seite. Es ist wohl gerade damit beschäftigt eine Nuss in Sicherheit zu bringen.

Wir folgen weiter dem markierten Wanderpfad nach oben. Die Strecke ist nicht sehr lang, dafür aber echt steil! Oben angekommen gönnen wir uns erst einmal eine kleine Pause an der Informationstafel des Slevogtwegs. Wir lesen uns die Geschichte der Burg Neukastel durch.

Danach biegen wir rechts in den kleinen Pfad ein, der zur Burgruine hinauf führt. Nach wenigen Metern stehen wir vor einem Felsen, an dem deutlich zu sehen ist, dass hier ein Steinmetz Löcher in den Fels geschlagen hat, um die Stufen einer Wendeltreppe aufnehmen zu können.

Ich schaue mir das Ganze von der Seite mal etwas genauer an: Oberhalb der ehemaligen Wendeltreppe setzt sich der Weg über normale Stufen fort.

Heute ist dieser Weg jedoch nicht mehr in Betrieb und so gehen wir rechts um den Felsen zu der neuen Eisentreppe, die uns nach oben zum Aussichtspunkt bringt. Wow – was für eine Aussicht! Auf dieser Plattform startet der Multi E008 00.000, dessen vier Stationen ebenfalls alle auf dem Slevogtweg liegen. Für die erste Station müssen wir hier oben auf der Aussichtsplattform eine bestimmte, in den Stein geritzte, Information finden. Nach etwas Suchen gelingt uns das.

Von den Resten des ehemaligen Bergfrieds, der heute als Aussichtsplattform dient,  haben wir eine tolle Rundumsicht. Zum Rhein hin, also in Richtung Osten, können wir bis zum Horizont Weinberge sehen.

In Richtung Süden erkenne ich in der Ferne die Madenburg …

… und in Richtung Westen ist gut der verbliebene Turm der Burgruine Scharfenberg (Münz) zu sehen, die zur Zeit wegen Renovierungsarbeiten nicht zugänglich ist.

Nachdem wir ausgiebig die Aussicht genossen haben, steigen wir wieder von der Aussichtsplattform herunter und laufen unten entlang zur Vorderseite der Burg. Dort wurde ein Keller in den weichen Sandstein gehauen, der zugänglich ist.

Leider ist er drinnen ziemlich mit Kreidezeichnungen vermalt worden. So haben wir unsere Mühe die benötigte Information für die zweite Station des Multis zu finden.

Dabei ist es – wie im Listing zu lesen ist – notwendig eine Lampe dabei zu haben. Ohne diese, so glaube ich, hätten wir sicher keine Chance gehabt, die gesuchte Information zu finden. Nachdem wir hier fertig sind, wandern wir wieder zurück bis zur Informationstafel und setzen unsere Wanderung über den Slevogtweg fort.

 

Die Aussicht vom Wettereck

Von der Burg Neukastel wandern wir nun gemütlich und leicht absteigend über einen breiten Forstweg. Unterwegs kommen wir an einer weiteren Station des Multis vorbei. Die nächste große Abzweigung ist dann schon der sogenannte Hexentanzplatz, an dem sich die letzte Station des Multis befindet. An der Bank in der Nähe rechnen wir die zugehörigen Finalkoordinaten aus.

Ebenfalls an dieser großen Abzweigung liegt noch der Tradi Hexentanzplatz an den Förläckern, der Dank der inzwischen vorhandenen Cacherautobahn auch ohne GPS gut zu finden ist.

Nach dem Loggen biegen wir anschließend nach rechts ab und folgen dem Forstweg leicht ansteigend bis zu einem Aussichtspunkt, dem sogenannten Wettereck. … und schon wieder WOW! Hier sehen wir das erste Mal auf unserer Wanderung die Reichsburg Trifels.

Neben der wirklich grandiosen Aussicht auf die Reichsburg gibt es am Wettereck eine schöne Picknick-Möglichkeit mit einem Tisch und zwei Bänken. Dort verbringen wir unsere Mittagspause mit belegten Baguettes und Rotwein. Ist das Leben nicht schön?

Mit meinem Zoom hole ich mir die Burg ganz nah heran. Irgendwie kann ich keine Besucher erkennen – ob sie wegen Corona noch geschlossen ist?

Falls Ihr bei eurem Besuch noch Lust habt, einen Tradi zu suchen, ganz in der Nähe liegt der Tradi Wettereck, den ich jedoch schon bei einer früheren Fototour hier geloggt hatte.

 

Weiter zum Slevogtfelsen

Nach unserer ausgedehnten Mittagspause wandern wir weiter und folgen den Markierungen des Slevogtwegs. Es geht weiter leicht ansteigend über den Forstweg bis zu einer großen Kurve. Dort steht eine weitere Informationstafel, deren Informationen wir für unsere Letterbox benötigen. Die Tafel weist auf einen kleinen Abstecher zum Slevogtfels hin, den wir machen. Dazu steigen wir über einen kleinen Weg rechts den Hang hinunter und laufen am nächsten Felsen links vorbei. Danach kommen wir zu einer großen Felsplattform. Aber Vorsicht, hier gibt es keine Geländer und es besteht Absturzgefahr!

Der Ausblick ist wieder traumhaft. Nach vorne kann ich den Turm der Burgruine Scharfenberg, auch Münz genannt, gut sehen.

Neben dem Felsen weist eine in den Stein gehauene Schrift auf den Maler Slevogt hin.

Auf der Plattform lädt eine Bank zum Picknick ein. Da wir aber gerade erst zu Mittag gegessen haben, verzichten wir auf eine längere Pause.

Seitlich vom Felsen liegt der Tradi Felsenland Pfalz: 28. Föhrlenbergfels (Slevogtf.), den ich aber ebenfalls schon auf der letzten Fototour loggen konnte.

Apropos Fototour – von dem Felsen haben wir einen traumhaften Blick auf die Reichsburg Trifels.

Auch hier hole ich mir die Burg mit meinem Zoom näher heran. Die Burg ist doch wirklich sehr fotogen, oder?


Auf der rechten Seite der Burg ist der Brunnenturm gut zu erkennen. Um eine Belagerung überstehen zu können, benötigt die Burg Trinkwasser. Der Brunnen liegt aber etwas vor der Burg und so wurde dieser Turm errichtet und so konnte aus der Burg ein sicherer Zugang zum Wasser gewährleistet werden.

 

Der Duddefliecher-Startplatz auf dem Förlenberg

Anschließend laufen wir wieder den Hang hinauf bis zur Informationstafel zurück und folgen dann weiter den Markierungen des Slevogtwegs. Wir wandern nun zum höchsten Punkt der Tour: auf den Förlenberg. Der Wanderweg verläuft einmal quer über den kompletten Bergrücken. Am anderen Ende gelangen wir so zu einem Aussichtspunkt. Von hier sehen wir die Weinberge und in der Ferne die Ausläufer des Odenwalds.

Ein Holzschild weist uns an der Abzweigung auf ein Panorama hin. Natürlich gönnen wir uns auch diesen Abstecher.

Nach wenigen Metern kommen wir zu einer freien Fläche mit einer grandiosen Aussicht.

An der Seite steht eine Windfahne. Hier wurden die Bäume beseitigt, um einen Startplatz für Gleitschirme (und Drachenflieger?) zu schaffen. Der Startplatz wird von den Duddefliecher, dem Südpfälzer Gleitschirmflieger Club,  genutzt. Leider waren bei unserem Besuch keine Gleitschirmflieger anwesend.

 

Der Rückweg zum Parkplatz

Wir laufen wieder zurück bis zur Abzweigung und folgen anschließend dem schmalen Wanderpfad nach unten. Der Pfad läuft einmal um den Aussichtspunkt herum und gibt immer wieder tolle Ausblicke frei.

An der nächsten Abzweigung folgen wir der Markierung über einen weiteren Pfad, der quer zum Hang verläuft, nach unten.

Der Pfad mündet in einen Forstweg. Von dort sind es noch etwa 700 Meter bis zum Hexentanzplatz und dann noch einmal 700 Meter bis zum Parkplatz. Unterweg lesen wir die letzte noch fehlende Information ab und berechnen das Final der Letterbox. Nun sind wir etwas überrascht. Das Final liegt nicht auf dem Weg zum Parkplatz. Leider haben wir auch keine Zeit mehr für einen Umweg und so nehmen wir uns den Logeintrag für den nächsten Besuch in dieser schönen Gegend vor!

 

Interaktive Karte der Wanderung

Auf der folgenden Karte könnt Ihr den genauen Verlauf unserer Geocaching-Tour entlang der Letterbox „Max Slevogt“ sehen. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Bei dem Geocache öffnet ein Klick auf den Namen das zugehörige Listing auf geocaching.com. Natürlich wurden die Koordinaten des Multis und der Letterbox nicht korrigiert und der Weg zu den beiden Finals aus dem Track entfernt.

Falls Euch unsere Tour interessiert, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei mit allen Wegpunkten und Geocaches herunterladen.

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Wie hat Euch diese Tourempfehlung gefallen? Seid Ihr selbst schon im Pfälzerwald unterwegs gewesen? Was sind Eure Empfehlungen für diese Region? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag!

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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