Lavendel Fluch – kein Geocaching-Krimi (Buchbesprechung)

Gerade ist von der Autorin Carine Bernard ein neues Buch veröffentlicht worden. Die Autorin ist selbst Geocacherin. Wie auch schon die ersten Bücher der Lavendelreihe hatte saarzwerg erneut die Gelegenheit dieses zu lesen.

Wir ihr das Buch gefallen hat, könnt Ihr nun in dieser Buchbesprechung lesen …

 

 

Die Buchbesprechung von saarzwerg

Im März erschien der neue Provence-Krimi von Carine Bernard und ich erhielt die Gelegenheit ein Rezensionsexemplar des Buches kostenlos zu bekommen und da habe ich gerne zugegriffen. An dieser Stelle eine Warnung: Bei diesem Krimi aus der Lavendelreihe handelt es sich nicht um einen Geocachingkrimi, auch wenn das Hobby auf Seite 199 des Romans mal kurz erwähnt wird – so eine cachende Autorin kann wohl schließlich nicht aus ihrer Haut. Wer also nur Bücher lesen mag, die was mit Geocaching zu tun haben, kann an dieser Stelle getrost zu lesen aufhören. Wer aber Interesse an gut geschriebenen Büchern von Autoren hat, die zufällig auch Cacher sind und nicht von Cachern, die sich einbilden zufällig auch gute Autoren sein zu können, der sollte jetzt weiterlesen, denn: Der Krimi Lavendel Fluch lohnt sich!

Krimis, deren Handlung in der Provence spielt, gibt es ja so einige. Ich habe der Neugierde halber mal die Suchbegriffe „Krimi“ und „Provence“ bei Amazon eingegeben und 769 Treffer bekommen. Das ist wirklich eine ganze Menge und ich habe auch bereits etliche davon gelesen, weil ich sowohl die Provence als auch Krimis mag. Sicherlich genauso viele habe ich aber mittendrin enttäuscht zur Seite gelegt  – das Label „Provence“ kombiniert mit Krimi und provenzalischer Lebensart, zu der auch ein gutes Essen und ein guter Wein gehören, zieht offenbar  und das tut der Krimihandlung nicht immer gut: Bei den Krimis, die ich nicht zu Ende gelesen habe, war mir die Handlung nämlich zu sehr auf Letzteres fokussiert: Ich möchte Krimis lesen und nicht seitenweise Beschreibungen von Kochrezepten  – das finde ich dann sterbenslangweilig. Nicht so erging es mir mit den Krimis um Lilou Braque, die als Kommissarsanwärterin zum Ende ihrer Ausbildung ein letztes Praktikum in der Provence absolviert. Ja, ihr Freund ist Koch und ja, im ersten der beiden Romane um Elève Commissaire Braque geht es sogar um ein Kochbuch und klar, dass da das ein oder andere Essen beschrieben wird und dass es auch um guten Wein geht. Aber für mich ging das beim Lesen nicht zu Lasten der Krimihandlung, sondern hat diese eher noch abgerundet, denn immerhin spielt die Handlung ja in der Provence und da gehört das schon irgendwie dazu.

Apropos Handlung: Worum geht es jetzt in Lavendel-Fluch, dem zweiten Krimi um Lilou? Alles fängt mit einem unbekannten Toten an. Dass es sich um einen Mord handelt, ist von Anfang an klar, schließlich wurde er aus nächster Nähe erschossen. Da man ihm auch das Gesicht zerschossen hat und er nichts bei sich trägt, anhand dessen man ihn identifizieren könnte, muss das Ermittlerteam zunächst herausfinden, um wen es sich handelt. Hier hat dann Lilou, die sich nicht immer an den Dienstweg hält, die entscheidende Idee und es stellt sich heraus, dass der Tote Privatdetektiv war – allerdings keiner, von dem man denken würde, dass ihn seine Arbeit in Gefahr brächte, wie auch seine Exfrau auf Seite 136 des Buches meint:

Er befasste sich mit dem Auffinden von vermissten Personen. Verschollene Erben, die leibliche Mutter, ein verschwundener Ehemann, solche Dinge. Viel Archivarbeit und Aktenwälzen. Dafür wird man doch nicht ermordet.

Warum er nun aber doch ermordet wurde und was ein verschwundenes Chateau damit zu tun hat, das erschließt sich Lilou und den Kollegen vom Kommissariat erst nach und nach. Die Handlung entwickelt sich konsequent und logisch weiter, hier wurde weder bemüht irgendwas Unlogisches beigebogen, damit es doch noch Sinn macht, noch ploppt zum Ende eine Lösung, mit der Niemand gerechnet hätte, auf. Das Ganze ist dann auch noch gut geschrieben – was will man mehr? Naja, vielleicht während des Lesens noch einen gut gekühlten Rosé aus der Provence trinken? Aber das lässt sich ja einrichten …

Wer sich beim Suchen im Internet jetzt fragt, warum es drei Krimis von Carine Bernard gibt, die unter dem Namen „Lavendelmorde“ zusammengefasst werden, wo doch nur zwei von ihnen Lilou Braque zur Hauptfigur  haben, während im ersten – Lavendel Coup von 2015, 2019 in überarbeiteter Form unter dem Titel „Lavendel Tod“ erscheinen – Molly Preston die Hauptfigur ist, der sollte Lavendel Fluch aufmerksam lesen: Hier findet er die Antwort darauf, dass die drei Bücher tatsächlich über die gemeinsame Autorin und die gleiche Location hinaus etwas mehr haben, das sie verbindet. Ob man daraus dann postulieren kann, es sei eine Reihe von drei Büchern, sei dahingestellt. Die beiden Bände um Lilou Braque sind unabhängig vom ersten zu lesen und sicherlich auch unabhängig voneinander. Ich habe dank Karin, die mir netterweise auch ein Exemplar des Buches Lavendel Gift zugeschickt hat, beide lesen können und kann euch auch Lavendel Gift sehr empfehlen.

Wie jetzt? „Karin“, nicht „Carine“? Ja, es handelt sich nicht um einen Schreibfehler: Hinter dem Pseudonym Carine Bernard verbirgt sich Karin Uhlig, die als Cacherin austriaka laut Geocaching.com Ownerin von 124 Caches ist – darunter vier  Mysteries um Molly Preston. Das habe ich ja bereits 2015 in meiner Rezension von Lavendel Coup geschrieben und seither habe ich Karin im Rahmen mehrerer Geocaching-Meisterschaften auch persönlich kennenlernen dürfen. Das beeinflusst meine Meinung zu den Büchern aber nicht: Lobhudelei, weil ich Jemanden kenne, ist nicht mein Ding.

 

Über das Buch

Lavendel-Fluch: Ein Provence-Krimi (Die Lavendel-Morde, Band 3)
Carine Bernard
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Knaur TB; 2. Edition (1. April 2021)
ISBN-13: 978-3426526675

 

Der Preis für das Buch

Das Buch gibt es bei Amazon als Paperback, als eBook für den Kindle und als Hörbuch. Aktuell kostet das Paperback 9,99 € und die Version für den Kindle ebenfalls 9,99 €.

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Transparenzhinweis

Dieses Buch wurde mir als Paperback für diese Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt und ich darf es anschließend behalten. Wer mich kennt, weiß, dass dies unsere Objektivität bei diesem Testbericht nicht beeinflusst. Die Besprechung beschreibt die ehrliche Meinung von saarzwerg zu dem Buch „Lavendel Fluch“.

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Kennt Ihr dieses Buch schon? Wie ist Eure Meinung darüber? Wie immer freuen wir uns über Eure Kommentare unter diesem Beitrag!

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saarzwerg

Claudia (saarzwerg) betreibt Geocaching seit 2008. Hier im Blog ist sie als Redakteurin meist für die Rezensionen der Geocaching-Bücher zuständig.

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