Wandermulti: Traumschleife Wehinger Viezpfad

Am Pfingstwochenende sind saarzwerg und ich einer der bestbewertesten Premiumwanderwege im Saarland gelaufen: die Traumschleife Wehinger Viezpfad.

Sie bietet schöne Aussichtspunkte, tolle und abwechslungsreiche Landschaften, sonnige Wiesen und viele Picknickmöglichkeiten. Auf der Strecke liegt ein Wandermulti und einige Tradis. Kommt mit auf die virtuelle Wanderung …

 

 

Die Traumschleife Wehinger Viezpfad

Im Nordsaarland, in dem kleinen 3700-Einwohner-Dorf Wehingen startet der Premiumwanderweg „Wehinger Viezpfad“, der vom Deutschen Wanderinstitut 2018 mit 78 Erlebnispunkten ausgezeichnet wurde. Damit gehört diese Wanderung zu den besten, was das Saarland aktuell zu bieten hat.

Startpunkt der Wanderung ist der Dorfplatz in Wehingen.

Dort stehen ein paar kostenlose Parkplätze zur Verfügung. Als wir dort um Viertel vor elf Uhr ankommen, ist der Parkplatz schon zur Hälfte gefüllt. Hinten rechts befindet sich ein kleiner Pavillion mit einem Verkaufsautomat für regionale Produkte und natürliche eine Informationstafel, die den genauen Verlauf der Wanderung darstellt.

Dabei fällt mir auf, dass sich scheinbar die Wegführung gegenüber dem Track, den ich beim Deutschen Wanderinstitut herunterladen konnte, leicht verändert hat. Neben der Informationstafel fällt mir eine kleine Box auf, aus der ein Zettel (zum Mitnehmen) entnommen werden kann, der ebenfalls die Wegstrecke zeigt.

Ich finde, das ist eine schöne Idee für Wanderer, die ohne GPS oder Karte unterwegs sind. Wie bei Premiumwanderwegen üblich, ist auch dieser vorbildlich markiert. Es gab unterwegs keine Stelle, an der wir uns über die Wegführung unsicher waren.

An vielen Abzweigungen sind zusätzlich zu den Wegmarkierungen Wegweiser aufgestellt worden, die Kilometerangaben enthalten. Dabei ist die Entfernung zum Ziel immer vorhanden. Der Wanderer weiß also, wie weit er noch ist.

Da der Wehinger Viezpfad eine Traumschleife ist, gibt es zusätzlich noch Kilometermarkierungen.

Auf der Informationstafel ist zu Lesen, dass dieser Wanderweg eine Länge von 14,1 Kilometer hat und dabei 322 Höhenmeter überwunden werden. Die angegebenen Höhenmeter empfinde ich persönlich als zuwenig – am Ende unserer Wanderung hatte ich14,9 Kilometer und 530 Höhenmeter auf meinem GPS. Für die komplette Wanderung mit Geocaching, Fotografieren und zwei Pausen benötigen wir sechseinviertel Stunden.

 

Hinauf zum ersten Aussichtspunkt

Wir wandern vom Dorfplatz an der Kirche vorbei zum Ortseingang. Kurz vor der Hauptstraße können wir das erste Mal an diesem Tag in die Ferne schauen. Obwohl der Wetterbericht für den ganzen Tag trocken vorhergesagt hat, schauen die Wolken nach Regen aus.

Dort wo unser Weg in die Hauptstraße mündet, steht rechts eine Obstpresse, an der wir den Tradi Willkommen in Wehingen suchen und loggen können. Anschließend überqueren wir die Straße, biegen in einen landwirtschaftlichen Weg ein und wandern leicht ansteigend an durch einen offene Landschaft mit Wiesen und Obstbäumen. Nachdem wir etwas an Höhe gewonnen haben, können wir weit über das Saarland schauen.

Nun biegen wir in eine Wiese ein. Im hohen Gras wurde nur genau der Wanderweg gemäht.

Allmählich wird unser Wanderpfad immer enger. auf der einen Seite ist ein Stacheldrahtzaun und auf der anderen dichte Hecken.

Recht idyllisch laufen wir durch einen Art „grünen Tunnel“. Unser Pfad wird nun wieder steiler und verläuft zwischen Hecken und kleinen Bäumen hindurch. Danach kommen wir zu einem Aussichtspunkt mit einer Sinnenbank.

Dort ist der Multi Wehinger-Viezpfad gelistet und schon seit September 2011 existiert. er besteht aus sechs Ablesestationen und einem Final. Wir machen uns auf die Suche nach „A“. Leider gibt es keine weiteren Informationen, was genau zu suchen ist und wie „A“ ausschaut. Nach einer Viertelstunde Suche geben wir genervt auf. zur Sicherheit fotografiere ich hier alles. Dann beginnt es auch noch zu regnen. Wir setzen unsere Wanderung fort und hoffen darauf, dass wir unter den Bäumen nicht nass werden …

 

Weiter durch den „Urwald“

Die Vegitatation wird immer dichter und für mich schaut es fast so aus, wie ein kleiner Urwald. Unser kleiner Wanderpfad schlängelt sich durch’s Grün.

Regenwald ist auch gerade die passende Beschreibung, da es immer noch regnet. Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht ausrutschen, da der Regen den Pfad in Schmierseife verwandelt hat. Scheinbar regnet es hier öfters, da die Äster der Sträucher und Bäume von einer Moosschicht überzogen sind.

Auf unserem weg kommen wir zu den Koodinaten des Tradis Schafe on the way, den wir jedoch nicht finden können. Ein Blick in die Logs zweigt mir, dass es den vorhergehenden Geocachern genau so ging. Also logge ich einen DNF. Dan öffnet sich die Landschaft wieder und wir kommen zu einem Picknickplatz mit Fernsicht.

Hier ist zum Einen das „B“ unseres Wandermultis versteckt, was wir trotz intensiver Suche nicht finden können. Mittlerweile bin ich von diesem Wandermulti nur noch genervt. Es gibt keinen Hinweis, was genau zu suchen ist. Ich setze einen Hilferuf beim Owner und in meinem Netzwerk ab.

Zum anderen ist an diesem Picknickplatz auch noch der Tradi Mach mal Pause zu suchen – auch diesen können wir nicht finden. Heute scheint nicht unser Tag zu sein! Wir wandern weiter durch den „Regenwald“.

In einer kleinen Serpentine piepst mein GPS: Wir nähern uns dem Tradi Auf dem Viezpfad. Eine wirklich schöne Bastelarbeit, die wir schnell finden können. Wären auf diesem Wanderweg doch nur alle Geocaches so schön gemacht, wie dieser!

Wir laufen weiter über unseren Urwald-Pfad. Nun geht es den Berg hinunter, was bei dem feuchten und schmierigen Untergrund ein schwieriges Unterfangen ist. Wir erreichen die nächste Station unseres Wandermultis: einen Aussichtspunkt.

Auch hier suchen wir uns den Elch und können die Information nicht finden. Ich verstehe die Welt nicht mehr – aus den Logs geht hervor, dass der Multi vor gerade mal einem Monat gewartet wurde???

 

Hinunter zur Semmerhütte

Wir verlassen den „Urwald“ und zum Glück hat es inzwischen aufgehört zu regnen. Ja sogar die Sonne spitzt manchmal hervor. Wir laufen hinunter zur Straße und überqueren diese.

Auf der anderen Seite biegen wir nach rechts in eine Teerstraße ein, die wir kurze Zeit später wieder verlassen. Über einen kleinen Pfad steigen wir zu einer kleinen Wanderhütte ab.

Da es gerade die richtige zeit für die Mittagspause ist, entscheiden wir uns den überdachten Picknickplatz für unser Mittagsessen zu nutzen. Es gibt belegte Baguettes und ein kleines Glas Rotwein. Ist das Leben nicht schön?

Nach dem Essen fällt mir auf, dass ich bei der Vorbereitung dieser Tour wohl etwas schlampig war. Auf meinem Smartphone sehe ich, dass an der Hütte der Nano Semmer Hütte versteckt wurde. Nach kurzer Suche halten wir den kleinen in der Hand.

Dann bekommen ich endlich Antwort aus meinem Netzwerk: Die gesuchten Zahlen sind an den Stationen an den Bänken versteckt. Bisher haben wir keine davon gefunden. Ich bekomme die Finalkoordinaten zugeschickt. Das bereitet mir kein schlechtes Gewissen, denn hier ist der Weg das Ziel!

 

Durch die Streuobstwiesen

Nach dem Essen wandern wir weiter: Wir laufen über Wiesen und durch den Wald.

Zunächst geht es ein gutes Stück abwärts und anschließend wieder steil nach oben auf einen breiten landwirtschaftlichen Weg. Dabei überlaufen wir zwei Tradis, die ich leider nicht auf meinem GPS hatte.

Diesem folgen wir, vorbei an den Obstbäumen, bis zu einem Wegweiser kommen, der uns anzeigt, dass es nun wieder über eine Weise in eine kleine Schlucht geht.

Auf der anderen Seite verlassen wir über Treppen die Schlucht wieder. Dabei rutsch der saarzwerg auf dem feuchten Untergrund aus und saut sich ein.

Wie gesagt: Heute ist nicht unser Tag! Kurze Zeit später erreichen wir den nächsten Picknickplatz.

Auf diesem Weg wurde echt viel für die Wanderer getan. Es gibt unzählige Bänke und manchmal auch Tische, die zum Rasten einladen.

 

Durch zwei Täler zur Mühle

Im Anschluß geht es wieder nach unten. Über eine Wiese wandern wir in den Wald. Die Markierungen führen uns hinunter in ein Tal, wo wir über einen breiten Forstweg parallel zu einem Bach wandern.

Obwohl wir nun genau wissen, was wir suchen müssen, können wir auch an der vierten Station unseres Wandermultis nichts finden. Dann steigt der Weg wieder an. Über eine große Serpentine gewinnen wir rasch an Höhe und biegen anschließend in einen kleinen Wanderpfad ein. Dieser führt uns zu einem Aussichtspunkt mit einer Sinnenbank, die aber gerade besetzt ist. Anschließend steigen wir durch einen Hohlweg wieder ins Tal hinunter und überqueren auf einer keinen Brücke einen Bach. Diesem Tal folgen wir nun ohne nennenswerte Höhenunterschiede.

Unterwegs „sammeln“ wir den Tradi Das Wandern ist des Müllers Lust 5 ein, der schon von weitem sichtbar ist.

 

Wieder hinauf auf die Höhe

An Ende des Tals liegt die Blechmühle. Außerhalb von Corona kann man hier wohl einkehren. Ich verlasse kurz den Wanderweg und will mir die Mühle anschauen. Enttäuscht gehe ich wieder zurück – die ist mir noch nicht einmal ein Foto wert!

Nun folgt ein langer und steiler Anstieg. Über einen Holhweg geht es wieder nach oben.

Am Ende des Aufstiegs befindet sich an einer Bank die fünfte Station. Diese Mal finden wir den Buchstaben E – nur leider ist die Zahl dahinter übermalt und für uns nicht mehr zu identifizieren. Was ist nur los bei diesem Multi?

 

Weiter durch den Wald und über Wiesen

Nach diesem Aufstieg geht es nur ein kurzes Stück eben.

An der nächsten Abzweigung verlassen wir den breiten Weg und steigen über einen schmalen Pfad in das nächste Tal hinab. Dort unten finden wir eine Sinnenbank mit Aussicht. Ein guter Platz für eine Rast!

Gut gestärkt wandern wir weiter durch den Wald. Als dieser sich öffnet stehen wir vor einem Hang, den wir wieder erklimmen müssen. Über eine schöne Wiese geht es nach oben, wo ein paar Kühe uns neugierig anschauen.

Unsere Vorahnung erweist sich als wahr: Auf der anderen Seite steigen wir wieder ins Tal ab. Dieser Wanderweg hat wirklich einiges an Anstiegen in petto. Über eine Wiese in der nur unser Wanderpfad gemäht ist, nähern wir uns dem nächsten Hang, den es nun zu erklimmen gilt.

Nach einem weiteren steilen Aufstieg kommen wir zu einer Bank. Auch die sechste und letzte Information, die hier versteckt sein soll, können wir nicht finden.

Dieser „Wandermulti“ ist definitiv kein schöner Muli, bei dem man sich auf die Wanderung konzentrieren kann. Hier sollte der Owner dringend nacharbeiten!

 

Vom Wegkreuz zurück nach Wehingen

Nach der Sinnenbank geht es weiter nach oben bis zu einer großen Wegkreuzung, an der ein Kreuz aufgestellt wurde.

Dort finden wir nach einer längeren Suche den Nano Wegekreuz 6 “ Auf Soolen „. Anschließend geht es auf der anderen Seite wieder den Hang hinunter. Gerade im Schlussteil erweist sich diese Wanderung als sehr wellig!

Nach dem sich der Wald wieder öffnet, wandern wir über schöne Wiesen zwischen Obstbäumen hindurch parallel zum Dorf.

Am Ende geht es dann wieder einen Steilen Hang hinauf und wir erreichen Wehingen. Nun sind es nur noch wenige Hundert Meter bis zum Parkplatz. An der Vierzehn-Kilometer-Markierung gönnen wir uns noch ein Selfie.

Von dort sehen wir schon unser Auto. Am Automaten kaufen wir uns noch ein Saarschleifenwasser und fahren anschließend nach Hause.

 

Der Wandermulti „Wehinger Viezpfad“

Die Dose haben wir unterwegs Dank den Koordinaten unseres Telefonjokers noch gefunden.

Bei einem Wandermulti erwarte ich leichte Ablesestationen, so dass ich mich auf die Landschaft und die Wanderung konzentrieren kann. Das ist hier definitiv nicht der Fall. Ich würde mir wünschen, dass der Owner das im Listing klarstellt oder noch besser die einzelnen Stationen leichter auffindbar gestaltet.

 

Interaktive Karte der Wanderung

Auf der folgenden Karte könnt Ihr den genauen Verlauf unserer Geocaching-Tour über den Schluchtenpfad sehen. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Bei den Geocaches öffnet ein Klick auf den Namen das zugehörige Listing auf geocaching.com. Das Final des Wandermultis und den Weg dahin habe ich natürlich aus dem Track entfernt.

Falls Euch unsere Tour interessiert, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei herunterladen.

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Falls Ihr auch gerne Geocaching mit Wandern verbindet, so werft doch mal einen Blick in den Saarland-Bereich der Reiseberichte. Dort findet Ihr noch viele weitere Empfehlungen für schöne Wanderungen im Saarland.

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Wie hat Euch diese Tourempfehlung gefallen? Seid Ihr selbst schon im Saarland unterwegs gewesen? Was sind Eure Empfehlungen für diese Region? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag!

 

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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