Garmin Montana 700 – Bedienung, Geocaching und 4-Wochen-Fazit

Inzwischen habe ich mein Garmin Montana 700 Testgerät schon auf einigen Geocaching- und Wandertouren dabei gehabt. Nach mehr als vier Wochen intensiven Gebrauches möchte ich nun ein weiteres Fazit ziehen.

Zusätzlich zeige ich Euch die Benutzeroberfläche dieses GPS-Gerätes und welche Geocaching-Unterstützung es bietet. Schaut doch mal rein!

 

 

Die Benutzeroberfläche des Montana 700

Nach dem Einschalten wird zunächst die Karte angezeigt. Auf dem GPS ist die Karte TopoActive Europe installiert, die aus zwei Teilen (Nord-Ost und Süd-West) besteht. Die Karte belegt etwa 7 GB Speicherplatz.

Am unteren Rand ist eine Zeile mit sechs Symbolen. Die drei Striche ganz rechts stehen für das Menü der aktuellen Ansicht, welche mit einer blauen Markierung unterlegt ist. Derzeit wird die Karte angezeigt, daher hat das Kartensymbol unterhalb einen blauen Strich. Das Montana 700 hat einen Lagesensor – halte ich das GPS quer, so wird die Anzeige wie folgt verändert:

Ich klicke auf die drei Striche, um das Kartenmenü zu öffnen …

… und dort auf Karteneinstellungen.

Hier kann ich beeinflussen, wie die Karte dargestellt wird. Mit einem Klick auf „Karten konfigurieren“ kann ich die aktiven Karten einstellen.

Wie ihr seht, habe ich mir zusätzlich ein paar OpenStreetMap-Karten selbst gebaut und auf dem Montana 700 installiert. Mit dem Schieberegler hinter der Karte kann ich die Karte zur Verwendung freigeben oder ignorieren lassen. Bei meinen selbstgebauten OSM-Karten funktioniert die Anzeige auf dem Montana am Besten, wenn ich immer nur eine Karte freigebe und alle anderen ignorieren lasse.

Inzwischen habe ich schon ein Update des Montana 700 in Garmin Express bei eingesetzter SD-Karte durchgeführt. Hierbei hat mich verwundert, dass nicht – so wie ich erwartet hätte – die im Speicher installierte TopoActive-Karte aktualisiert wurde, sondern die neue Version von TopoActive daneben auf die SD-Karte installiert wurde.

Nach dem Freigeben der OSM-Karte und dem Ignorieren der TopoActive-Karte schaut meine Kartendarstellung nun wie folgt aus, was mir persönlich besser als die TopoActive-Karte gefällt.

Zur TopoActive-Karte möchte ich noch anmerken, dass sie scheinbar nicht die neuen Wege der OSM-Karte zeigt. Sagen kann ich das deshalb, weil ich in der ersten Jahreshälfte von 2020 selbst Änderungen an den Wegen bei uns in der Nähe vorgenommen habe, welche in meiner OSM-Karte richtig angezeigt werden und in der neuesten TopoActive von diesem Herbst fehlen.

Ich klicke nun auf das Symbol mit dem Haus, welches die Home-Ansicht anzeigt.

In der Home-Ansicht habe ich die wichtigsten Funktionen im Zugriff, die ich oft unterwegs benötige. So kann ich einen Wegpunkt setzen oder gespeicherte Tracks auf der Karte anzeigen lassen. Auch die auf dem Gerät befindlichen Geocaches kann ich dort aufrufen und anzeigen lassen. Doch dazu später mehr.

Durch einen Klick auf das Kompass-Symbol wird der Kompass angezeigt.

Das Montana 700 hat einen elektronischen Kompass, der die Richtung auch dann anzeigt, wenn ich meine Position nicht verändere.

Neben dem Kompass-Symbol befindet sich das Symbol für den Reisecomputer, auf dem alle Daten der aktuellen Tour dargestellt werden.

Eine Position weiter rechts findet Ihr das Symbol für die Höhenanzeige der bisher gelaufenen Strecke.

Habt Ihr einen Wegpunkt als Ziel eingestellt, so seht Ihr auch, welche Höhenunterschiede auf der berechnete Route noch vor Euch liegen.

Das letzte Symbol ist die Lupe, welche für die Zieleingabe steht. Hier könnt Ihr aus den verschiedenen im Gerät gespeicherten GPS-Daten wählen.

Da ich zum Zeitpunkt des Bildschirmabschusses das GPS auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt hatte, fehlen hier noch Wegpunkte und Geocaches als mögliches Ziel.

Ich klicke nun im Home-Bildschirm auf „Einrichten“ und gelange in die folgende Anzeige:

Dort kann ich alle wichtigen Einstellungen für mein GPS vornehmen. Wer schon mal ein Garmin-GPS in der Hand hatte, wird sich hier gleich zurecht finden. Um Geocaches zu suchen, ändere ich das Routing auf „Luftlinien-Routing“ (Schieberegler auf „an“).

Wenn Ihr unterwegs einen Wegpunkt markieren möchtet, so geht Ihr in die Anzeige des Home-Bildschirms und klickt darin auf „Wegpunkt markieren“.

Nun könnt Ihr dem gerade aufgezeichneten Wegpunkt einen Namen geben. Falls Ihr einen Wegpunkt anlegen möchtet, von dem Ihr die Koordinaten kennt (z.B. eine gerade berechnete Station eines Geocaches), dann könnt Ihr mit einem Klick auf die Koordinaten diese auch verändern. Etwas nervig finde ich die VIER Nachkommastellen bei der Eingabe, was ich als Geocacher nicht benötige. Leider habe ich bisher keine Möglichkeit in den Einstellungen gefunden, die vierte Nachkommastelle auszublenden.

Was mir auf dem großen Bildschirm auch gut gefällt, ist der Trackmanager, den Ihr im Home-Bildschirm als „gespeicherte Tracks“ anklicken könnt.

Ist Euch aufgefallen, dass der Hintergrund nun schwarz ist? Mein Montana 700 hat inzwischen in den Nachtmodus umgeschaltet. Im Trackmanager kann ich alle auf dem Gerät gespeicherten Tracks sehen. Ein farbiger Strich vor dem Namen bedeutet, dass dieser Track auf der Karte in dieser Farbe dargestellt wird. Ein Klick auf den Track zeigt die Details an.

Diese Anzeige hat insgesamt drei Tab-Reiter am oberen Rand. Oben wird der Informations-Reiter angezeigt. Hier bekomme ich die grundlegenden Daten zu diesem Track. Mit dem Schieberegler kann ich beeinflussen, ob der Track auf der Karte angezeigt wird. Darüber kann ich die Farbe des Tracks ändern. Ein Klick auf den mittleren Tab-Reiter zeigt den Track auf der Karte mit einem passenden Zoomfaktor, so, dass der komplett Track sichtbar ist.

Ein Klick auf den Tab-Reiter ganz rechts zeigt das Höhenprofil des Tracks an.

Ich nutze diese Funktionalität hauptsächlich zum Wandern.

 

Die Offline-Geocaching-Funktionen

Im Home-Bildschirm klicke ich auf das Geocaching-Symbol und öffne damit die Anzeige der auf dem Gerät gespeicherten Geocaches. Ein weiterer Klick auf einen Geocache zeigt diesen auf der Karte an. Ein Klick auf „LOS“ setzt diesen Geocache nun als aktuelles Ziel.

Nun kann ich auf den linken Reiter wechseln und bekomme dort die möglichen Funktionen für diesen Geocache angezeigt.

Ich kann mir die Beschreibung anzeigen lassen. Im Kopfbereich finde ich dabei alle wichtigen Daten über diesen Geocache.

Mit „Aktivität“ kann ich mir die auf dem GPS gespeicherten Logs dieses Geocaches anzeigen lassen.

Durch einen Klick auf „Tipp“ bekomme ich den Hinweis für diesen Cache angezeigt, sofern der Owner einen angegeben hat.

Klicke ich auf „Loggen“, so bekomme ich die üblichen Logmöglichkeiten für einen Geocache angezeigt. Eurer Log wird in eine Textdatei geschrieben, die Ihr später vom GPS nach geocaching.com oder nach GSAK hochladen könnt.

Bei den Geocaching-Funktionen findet Ihr auch den Punkt „Chirp“, mit dem Ihr die Suche nach einem Chirp starten könnt. Befindet sich ein solcher Sender in der Nähe, so bekommt Ihr seine Informationen angezeigt.

Übrigens kann man das Geocaching-Symbol im Home-Bildschirm (nach einem längeren Gedrückthalten) auch unten in die Symbolzeile ziehen. Dabei wird das bisher dort platzierte Symbol durch das Geocaching-Symbol ersetzt. Damit sind künftig die Geocaching-Funktionen ohne den Umweg über den Home-Bildschirm erreichbar …

 

Preise für das Montana 700

Das Montana 700 ist derzeit bei Amazon verfügbar zu dem unten dargestellten Preis. Außer einem Display-Schutzglas habe ich aktuell im deutschen Amazon kein weiteres Zubehör für das Montana 700 gefunden.

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Weiteres Zubehör ist für dieses noch recht neue GPS ist derzeit scheinbar nur von Garmin lieferbar.

 

Transparenzhinweis

Garmin hat mir für diesen Test freundlicherweise ein Montana 700 kostenlos zur Verfügung gestellt. Nach dem Test kann ich das Produkt mit einem Rabatt erwerben oder zurückschicken. Wer mich kennt, weiß, dass dies meine Objektivität bei diesem Testbericht nicht beeinflusst. Dieser Artikel beschreibt meine ehrliche Meinung über dieses GPS.

 

Meine bisherigen Erkenntnisse

In nutze ein GPS-Gerät auf Geocaching-Touren und bei Wanderungen. Meine Abenteuer bereite ich zuhause am Rechner vor. Dazu nutze ich ein Apple MacBook Pro mit der Basecamp-Software von Garmin. Bei der Planung setze ich Wegpunkte, importiere Geocaches und erstelle Tracks, die ich vor meiner Tour auf mein GPS-Gerät übertrage. Alles das funktioniert auch mit dem Garmin Montana 700 ohne Probleme oder Einschränkungen.

Was mir sehr positiv aufgefallen ist, ist die Geschwindigkeit beim Erkennen der Satelliten nach einem Neustart oder gar einem Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen. Was bei meinen anderen GPS-Geräten eine gefühlte Ewigkeit gedauert hat, passiert nun recht fix. Die erste Positionsbestimmung (mit ca. 80m Genauigkeit) hat das Montana 700 in weniger als einer halben Minute geschafft. Noch keine halbe Minute später hat es (nach der eigenen Anzeige) die Position schon auf 6 Meter genau bestimmt.

In den zurückliegenden vier Wochen habe ich die Einstellung „GPS + Galileo“ verwendet und konnte dabei keine genauere Trackaufzeichung als mit meinem GPSmap 66s feststellen. Nervig empfinde ich persönlich, dass ich Koordinaten im üblichen „Geocaching“-Format mit VIER Nachkommastellen eingeben muss, was aber nach einem der letzten Updates bei meinem GPSmap 66s ebenfalls der Fall ist.

Sehr positiv überrascht bin ich von der Akku-Laufzeit des in der wechselbaren Rückwand verbauten Akkus. Die Hardware-Details des Montana 700 habe ich Euch ja schon in meinem Beitrag „Garmin Montana 700 – Unboxing und erster Eindruck“ erläutert. Selbst auf einer siebenstündigen Wanderung ist der Akku nicht unter 50% Ladung gefallen.

Ich bin ehrlich – an die Größe musste ich mich erst gewöhnen. Obwohl ich recht große Hände habe, ist das GPS nur recht schlecht mit einer Hand zu bedienen. Halte ich das Gerät in einer Hand und tippe mit der anderen, so spricht der Touchscreen präzise und flüssig an. Die Anzeige ist gestochen scharf. Die Bedienung mit Handschuhen funktioniert auch – allerdings sind dabei meiner Meinung nach die Buchstaben der Bildschirmtastatur zu nahe beieinander.

Problematisch finde ich auch die Darstellung der Geocaches auf der Karte: Die dort abgebildeten Symbole werden auf der Karte so klein dargestellt, dass sie mit dem Finger für mich kaum zu treffen sind.

Bisher habe ich noch keine sinnvolle und pendelfreie Befestigung für das Montana 700 gefunden. Es hängt bei mir immer noch an einem Karabiner am Brustgurt meines Rucksacks. Hier werde ich mich mal nach einer geeigneten Tasche umsehen.

Auch wenn ich es mir am Anfang nicht vorstellen konnte, so bin ich im Moment ernsthaft am Überlegen, mein Testgerät – trotz des relativ hohen Preises – zu kaufen.

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Wie hat Euch mein zweiter Beitrag zum Montana 700 gefallen? Habt Ihr selbst schon Erfahrungen mit diesem GPS gesammelt? Was ist Euer Geheimtipp für das Gerät? Welche Themen soll ich in zukünftigen Beiträgen zum Montana 700 noch behandeln? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag.

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

6 Kommentare:

  1. Hallo Jörg,
    danke für deine beiden Berichte. Ich nutze aktuell das Oregon 700 und überlege auf das Montana 700 umzusteigen.
    Hast du dieses Gerät zwischenzeitlich gekauft?
    Hast du eine bessere Lösung für den Transport (Gürteltasche oder ähnliches) gefunden?
    Gruß
    Stefan

  2. Hallo Jörg,
    danke für Deinen Bericht über das Montana 700. Selbst bin ich auf der Suche nach einem neuen Gerät. Meine Frage, nutzt das 700er auch das GGZ-Format und läuft dies Stabil? Selbst habe ich das Montana 610 und habe manchmal das Gefühl das der Speicher die Mengen an Caches, Wegpunkte nicht immer so verarbeitet wie es sollte, das heißt, oft Abstürze was im GPX-Format so gut wie nicht vorkommt. Und zuletzt, verarbeitet das 700er auch kostenlose freie Karten. Danke und Grüße aus dem Pott.

  3. Hallo,
    Erst einmal danke für diesen ausführlichen Bericht. Nachdem ich in den letzten 6 Jahren fast ausschließlich mit dem Handy unterwegs bin und mein Oregon 450 im Schrank verbleibt, bin ich immer mal wieder am überlegen mir doch wieder ein neues Garmin GPS zuzulegen. Hauptgrund für mein Wechsel zum Smartphone war, das ich mir auch unterwegs (ohne mir Pocket Querys am PC runterzuladen) Geocaches in einen Gebiet offline Speichen kann und alle Zusatzinfos zum Cache (auch Bilder) ohne Netzempfang dabei habe. Das Abrufen von Caches in einer Gegend ist ja seit dem Oregon 700 dank der Live Funktion verfügbar, jedoch konnte Ich nirgends herausfinden ob es auch eine Möglichkeit gibt (Spoiler)Bilder direkt mit zu laden. Gibt es bei dem Montana 700 eine solche Funktion?
    Vielen Dank
    Dirk

  4. Hallo Jörg, danke für die beiden ausführlichen Berichte zum Montana 700.
    Ich bin seit Jahren mit einem Oregon 650T unterwegs und habe eine Frage zum Thema Pocket Queries, kann ich diese, genau wie beim Oregon, in einen Order des Montana speichern?
    Danke für deine Info und viele Grüße vom Niederrhein
    Jörg

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