Geocaching und Sightseeing in Usbekistan: Taschkent – die neue Hauptstadt

Im fünften Teil meiner Artikelserie über unsere Rundreise über die große Seidenstraße besuchen wir heute die aktuelle Hauptstadt von Usbekistan: Taschkent. Dir Stadt ist noch geprägt von ihrer sowjetischen Geschichte.

Wir besichtigen einen historischen Gebäudekomplex mit Medrese, Mausoleum und Moschee. Anschließend machen wir im Zentrum Geocaching zwischen den Prunkbauten der Stadt. Zum Abschluss schauen wir uns die Metro an. Kommt mit auf die virtuelle Reise durch Taschkent!

 

 

Durch die Steppe und über den Syrdaria nach Taschkent

Wir starten in unserem Reisebus am frühen Morgen in Samarkand. Bis Taschkent sind es gute dreihundert Kilometer zu fahren. Zunächst geht es durch eine sehr karge Region.

Anschließend müssen wir einen großen Bogen fahren und den Weg durch ein Bergtal nehmen. Der Grund ist, dass an dieser Stelle ein „Zipfel“ von Kasachstan weit nach Usbekistan hineinreicht und wir die Grenze nicht mehrfach passieren wollen.

In den ländlichen Gebieten stehen viele Einheimische an der Straße und versuchen Ihre Agrar-Produkte zu verkaufen. Hier werden hauptsächlich Granatäpfel angeboten.

Langsam nähern wir uns dem großen Fluss Syrdarja. Er ist ein von zwei großen Flüssen, die den Aralsee speisen. Da für die Landwirtschaft viel Wasser den beiden Flüssen entnommen wird, ist der Aralsee am austrocknen. Kurz vor dem Fluss bieten Einheimische große geräucherte Fische an.

Unmittelbar vor der Brücke wechseln wir den Verwaltungsbezirk. Ein großes „Schild“ weist uns darauf hin, dass wir nun die Region Sirdarya verlassen.

Der Fluss ist sehr breit, die Brücke daher sehr lang. Kaum zu glauben, dass zu viel Wasser entnommen wird. Für die Länder am Fluss ist es ein beliebtes Streitthema.

Wir fahren nun in die Region Taschkent.

 

Ankunft in Taschkent

Taschkent ist eine Millionenstadt – im Jahr 2015 wurde die Einwohnerzahl auf 2,3 Millionen Menschen ermittelt. An der Stadtgrenze weist ein großes „Schild“ auf die Stadt hin.

Bei der Fahrt durch die Stadt fallen mir die vielen, meist hässlichen, Hochhäuser und Wohnblocks auf. Auf der Straße herrscht viel Verkehr.

Unser Bus fährt über breite mehrspurige Straßen in Richtung vom Zentrum.

Kurz nach Mittag erreichen wir unser erstes Sightseeing-Ziel. Wir verlassen unseren Reisebus am Hazrati Imam Gebäude-Ensemble.

 

Das Kaffal-Schaschi-Mausoleum

Wir laufen jedoch nicht direkt zu dem Gebäude-Ensemble, sonder machen noch eine kleinen Umweg durch den Park zum Mausoleum von Kaffal Schaschi. Er war ein Imam, der im Jahr 926 gestorben ist. Das Mausoleum hat wie üblich einen großen Pischtak, der dezent mit bauer Majolika geschmückt ist.

Gerade als wir dort ankommen, finden wir eine weitere deutsche Touristengruppe vor, die gerade von ihrem Guide das Mausoleum erklärt bekommt. Da wir nicht stören wollen, schauen wir usn zunächst im Gebäude um.

An der Tür muss ich hier meine Schuhe ausziehen. Das Mausoleum wird noch aktiv zum Beten genutzt. Am hinteren Ende des Gebetsraums ist eine große hölzerne Tür, die zu einem weiteren Raum führt.

Diesen betrete ich nicht mehr, da er auf mich recht „heilig“ wirkt und ich die darin anwesenden Betenden nicht stören möchte. Ich vermute dort ein symbolisches Grab, zu dem gebetet wird. Das Grab von Kaffal Schaschi ist heute nicht mehr erhalten.

 

Die Barak-Chan-Medrese

Vom Mausoleum spazieren wir durch einen Park. Schon von weitem ist die große Kuppel einer Medrese zu sehen. Wir gehen nach links und folgen der Mauer bis zum Eingang.

Dort stehen wir von einem reich verzierten Pischtak. Er kennzeichnet den Haupteingang in die Barak-Chan-Medrese.

Wir gehen hinein und Blicken auf das Gebäude mit der großen Kuppel. Es ist für Touristen nicht zugänglich. Verglichen mit den anderen Medresen, die wir schon in Usbekistan gesehen haben, gibt es hier drinnen nicht viel zu sehen.

Rechts und links vom Haupteingang gibt es ein paar Souvenirgeschäfte. Die haben aber auch nicht anderes im Angebot, wie die vielen anderen Geschäfte, die wir schon besucht haben.

So halte ich Ausschau nach ein paar schönen Fotomotiven. Der Blick durch den Haupteingang hinüber zum Museum und der Moschee dahinter hat es mir angetan. Gerne hätte ich dieses Bild ohne Besucher „geschossen“. Dieses Vorhaben musste ich jedoch nach fünfzehn Minuten erfolglos abbrechen, …

… als unsere Reiseleiterin signalisiert , dass wir nun zum Museum gehen.

 

Muyi Muborak Madrasah

Wir laufen über den großen Platz zu dem kleinen Gebäude auf de rechten Seite. Vor dem Eingang sind Gitter aufgestellt und die ehemalige Medese kann nur durch eine Sicherheitsschleuse betreten werden. Vor dem Gebäude müssen wir wieder unsere Schuhe ausziehen.

Drinnen ist leider jegliches Fotografieren streng verboten. Eine Aufpasserin ist in den Ausstellungsräumen unterwegs und achtet auf dein Einhaltung der Regeln. In der Mitte des Hauptraumes ist ein sehr großer Koran ausgestellt. Es soll früher auf dem großen steinernen Koranständer in der Bibi-Khanum-Moschee in Samarkand gelegen haben. Rund um den Hauptraum gibt es noch weitere kleine Ausstellungsräume, in denen recht viele (kleinere) Korane ausgestellt sind.

Nach gute zwanzig Minuten haben wir uns umgesehen und verlassen das Museum wieder.

 

Khazrati Imam Moschee

Wir spazieren weiter über den Platz zur Khazrati Imam Moschee, auf deren Rückseite wir gerade schauen.

Um zum Haupteingang zu gelangen, laufen wir einmal rechts vorbei. Auf der Vorderseite gibt es einen großen Park, durch den wir bis zum Haupteingang laufen. Die große hölzerne Eingangtür steht offen.

Wir gehen in den Innenhof. Dort liegt viel Baumaterial herum. Ich muss etwas suchen um eine schöne Stelle für ein Foto zu finden, auf dem man die Baustelle kaum sieht.

Da auch diese Moschee noch aktiv genutzt wird, ziehen wir vor dem Betreten unsere Schuhe aus. Drinnen ist die Moschee recht modern gestaltet.

Auf der, dem Eingang gegenüberliegenden Wand finde ich den Mirab (Gebetsnische), der stehts nach Mekka ausgerichtet ist. Während unserer Besichtigung sind nur wenige Betende anwesend.

Die Wände und die Decken sind mit Ornamenten verziert. In der Decke sind zwei kleine Kuppeln eingebaut, die besonders aufwendig verziert sind.

Nach einer guten halben Stunde haben saarzwerg und ich alles gesehen und wir verlassen wieder den Gebetsraum zum Innenhof.

Dort wartet unsere Reiseleiterin auf uns und informiert uns, dass dies nun die letzte Medrese und Moschee auf unserer Rundreise war. Anschließend bringt sie uns zu unserem Reisebus. Wir fahren ins Hotel und bekommen Freizeit bis zum Abendessen.

 

Geocaching zwischen den sowjetischen Prunkbauten

saarzwerg und ich nutzen die Freizeit um uns im modernen Zentrum von Taschkent etwas umzuschauen und einen nahen Geocache in Angriff zu nehmen. Von unserem Hotel laufen wir zunächst zum Amir Timur Museum. Das Gebäude schaut von außen schon toll aus.

Anschließend queren wir den großen Kreisverkehr. In seinem Zentrum steht ein großes Denkmal für Amir Timur. Ein weiteres haben wir ja schon in Samarkand gesehen.

Gegenüber vom Kreisverkehr steht der „International Forum Palace Uzbekistan“, ein Kongress- und Veranstaltungszentrum der Superlative.

Auf seinem Dach entdecke ich zwei große Vögel, die mich an Störche erinnern.

Wir laufen kreuz und quer entlang der breiten Straßen, bis wir zu den Koordinaten kommen, die ich für den Mystery „Tamerlane Scrabble (Tashkent)“ bestimmt habe. Sie scheinen richtig gewesen zu sein, denn saarzwerg wird fündig.

In Taschkent gibt es noch einen weiteren Geocache in der Stadt und einige mehr in Botanischen Garten. Da wird uns jedoch für den Nachmittag, den wir in Taschkent zur Verfügung haben, zuviel. Wir laufen zurück Richtung Timur-Denkmal und kommen am Außenministerium vorbei.

Es ist ein riesiges Gebäude, welches – wie ich annehme – noch aus der Sowjetzeit stammt. Im Hauptportal ist das Wappen von Usbekistan zu sehen.

Wir schlendern durch die Unterführung und erreichen wieder das Denkmal für den großen Herrscher und Feldherrn Amir Timur.

In seiner Blickrichtung liegt die große Fußgängerzone. Wir erreichen sie durch eine weitere Unterführung.

 

Durch die Fußgängerzone

Dort ist gerade eine Art Kirmes. Viele kleine Stände versuchen Ihre Angebote an den Mann oder die Frau zu bringen. Die Fußgängerzone ist recht voll an diesem Nachmittag.

Wir schlendern hindurch und entdecken diesen Schriftzug. Leider gelingt es mir nicht ein vernünftiges Foto zumachen, da rund herum irgendwelche Kunstwerke zum Verkauf aufgestellt wurden.

Nach einem gemütlichen Spaziergang durch die Fußgängerzone kehren wir in unser Hotel zurück.

 

Die Metro von Taschkent

Als letzter „Sightseeing-Punkt“ steht am nächsten Morgen ein Besuch der Metro auf dem Programm. In der Sowjetzeit wurde in jeder Stadt, die eine Million Einwohner erreicht, eine Ubahn gebaut. Durch einen unscheinbaren Eingang betreten wir die unterirdische Anlage.

Von unserer Reiseleiterin bekommen wir einen kleinen Platikchip. Damit darf man eine Fahrt unternehmen. Als „eine Fahrt“ zählt alles vom Betreten der Station bis zum Verlassen. Also ist auch Umsteigen erlaubt. Die Kontrolle erfolgt an einem automatisierten Durchgang.

Im Gegensatz zu den Europäischen Kontrollen, ist diese hier immer geöffnet. Geht man ohne den Chip einzuwerfen hindurch, wird jedoch ein Gitter ausgefahren, was zu einen schmerzhaften Zusammenstoß führen kann.

Die U-Bahnstationen sind sehr prunkvoll ausgestattet: Hohe Räume mit schmuckvollen Ornamenten.

Wir fahren eine Station und steigen wieder aus. Dort finden wir weiße Wände und tolle Lampen.

Am Eingang gibt es ein großen Mosaik, in dessen Zentrum das Wappen von Usbekistan zu sehen ist.

Jede Station hat ein eigenes Thema. Die nächste Station, an der wir aussteigen, ehrt die russischen Kosmonauten.

An den Wänden sind die Portraits vieler Russen und einer Russin angebracht, die in den Weltraum geflogen sind.

Wir fahren wieder zurück und schauen uns noch eine Station der anderen Linie an. Auch hier ist der Eingang mit einem großen Mosaik geschmückt.

Damit geht auch diese Besichtigung zu Ende.

 

Abschied von Usbekistan

Mit dem Besuch von Taschkent neigt sich unsere Zeit in Usbekistan dem Ende. Bis dahin haben wir viel gesehen und erlebt. Um die Mittagszeit fahren wir zum Flughafen von Taschkent. Nachdem unser Gepäck eingecheckt ist, gehen wir zur Sicherheitskontrolle und weiter zum Wartebereich. Dort fällt mir diese Werbung für die große Seidenstraße ins Auge.

Darauf kann ich unsere Stationen in Usbekistan nachvollziehen: wir sind in „Khiva“ gestartet, dann weiter nach „Bukhara“ und „Samarkand“. Als letztes besuchten wir „Tashkent“. Jetzt wird es Zeit Abschied von Usbekistan mit seinen tollen Baudenkmälern aus vergangenen Zeiten zu nehmen und nach vorne zu Blicken. Wir fliegen nach Bischkek in Kirgistan. Doch diese Geschichte erzähle ich Euch ein anderes Mal …

 

Hotelempfehlung für Taschkent

Das Hotel, welches unser Reiseveranstalter in Taschkent für uns gebucht hat, ist das Vier-Sterne-Hotel City Palace Hotel Tashkent (Provisionslink). Dabei handelt es sich um ein recht großes Hotel in der Nähe der Fußgängerzone und des Amir Temur Denkmals. Der Geocache im Zentrum ist zu Fuß erreichbar.

Die Zimmer sind groß und geräumig. Das Badezimmer ist modern. Leider wird nicht zwischen Raucher- und Nichtraucherzimmer unterschieden. Das von uns gerufene Servicepersonal versuchte das mit Raumspray zu „bekämpfen“.

Das Frühstück findet in Buffetform statt. Die Auswahl ist groß. Es gibt sogar Live-Cooking mit frischen Eiern und Omelettes. Ich würde wieder in diesem Hotel übernachten wollen.

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Dieser Blogbeitrag ist Teil einer Artikelserie über unsere Rundreise über die große Seidenstraße durch vier Länder: Turkmenistan, Usbekistan, Kirgistan und Kasachstan. Den Übersichtsartikel mit den Links zu den anderen Beiträgen findet Ihr unter „Geocaching und Sightseeing an der großen Seidenstraße“ .

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Wie hat Euch unser Reisebericht über unseren Besuch in Taschkent gefallen? Seid Ihr schon dort gewesen? Welche Caches oder welche Sightseeing-Spots hätten wir noch besuchen sollen? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag.

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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