SmartGeocache – Mein Test

Vor einiger Zeit bin ich in den Weiten des Internets auf den SmartGeocache gestoßen. Sofort habe ich den Entwickler angeschieben und um ein Testexemplar gebeten.

Ich habe eines bekommen und eine kleine Rätsel-Station damit programmiert. Vielleicht ist dieser High-Tech-Cache ja auch etwas für Euch?

 

 

Was ist der SmartGeocache?

Der SmartGeocache ist ein kleines Gerät, auf dem beliebige Webseiten abgelegt werden können. Um zu Funktionieren benötigt er Strom, der über einen Mikro-USB-Anschluß zugeführt werden muss. Das geht mit so ziemlich jeder Powerbank. Da die Webseiten frei gestaltbar sind, kann der SmartGeocache als Informations- oder als Rätsel-Station eingesetzt werden.

Zusätzlich verfügt er über ein elektonisches Logbuch. Es gibt in derzeit in zwei Modellen: eines mit einem Laser und eines mit einer Türveriegelung – beides kann über die Webseiten aktiviert werden.

 

Die Hardware

Die Basis des SmartGeocaches ist ein Wemos D1 Mini clone mit 4MB Speicher und Wifi. An den Chip wird je nach Modell entweder ein Laser oder eine Türveriegelung angelötet.

Nach dem Installieren der Software werden vom Entwickler zwei Widerstände auf dem Chip entfernt, dies verhindert, dass der SmartGeocache von einem neugierigen Geocacher über die USB-Schnittstelle ausgelesen oder gar umprogrammiert werden kann.

Der Chip ist mit einem Schrumpfschlauch vor Feuchtigkeit geschützt. Einen Test mit Feuchtigkeit oder gar Wasser habe ich nicht durchgeführt.

Auf dem Schrumpfschlauch befindet sich ein kleiner Aufkleber, der erklärt, wie sich der Geocacher mit seinem Smartphone mit dem SmartGeocache verbinden kann.

 

Die Software

Die Software ist quasi das Betriebssystem des  SmartGeocache und liegt bei meinem Test in der Version 3.0 vor. Sie wurde von Stefan, dem Schöpfer des SmartCaches, entwickelt.

Gleich vorweg: ich kann Euch keine Screenshots von dem ersten Start zeigen, da ich alle ursprünglichen Webseiten und Beispiele bei meinen Tests im SmartGeocache geöscht habe. Es gibt zwar eine Funktion zum Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen – diese stellt jedoch die Dateien nicht mehr her. Inzwischen habe ich von Stefan den Hinweis bekommen, dass alle Dateien, die standardmäßig auf dem SmartGeocache installiert sind, auch auf seinem öffentlichen GitHub-Repository zu finden sind. Dort findet Ihr auch noch weitere Beispiele …

Zum Glück hatte ich mir gleich zu Beginn meiner Tests die URL des Admin Portals abgespeichert und das funktioniert natürlich auch noch nach dem Löschen der Webseiten. Nachdem ich den SmartGeocache mit Strom versorgt habe, gelange ich über die URL http://192.168.4.1/adminlogin zum „Admin Portal“.

Über das Symbol mit den drei Strichen gelange ich in das folgende Menü:

Dort klicke ich den Homepage Editor an. Dies ist die zentrale Webseite um die einzelnen Webseiten des SmartGeocache zu gestalten, hochzuladen und zu verwalten. Da der Editor nur aus einem Textfeld besteht, bearbeite ich meine HTML- und CSS-Seiten in einem vernünftigen Editor auf meinem Laptop und lade die Dateien anschließend in den SmartGeocache. Das ist derzeit noch etwas mühsam, da jede Datei einzeln ausgewählt und hochgeladen werden muss. Bestehende Dateien mit dem gleichen Namen werden ohne Rückfrage überschrieben. Nach dem Hochladen wechselt automatisch die aktuelle Webseite im Admin Portal, was recht nervig ist, wenn mehrere Dateien hochgeladen werden sollen.

Auf der linken Seite finde ich eine Hilfe zum Homepage Editor. Darunter befindet sich ein Knopf, der zu einer kleinen Dokumentation führt. Dort erfahre ich, wie ich ein Eingabefeld für ein Passwort in meine Seiten einbauen kann.

Meine Final-Seite schütze ich anschließend über den Knopf „Passwort und Einstellungen.“

Im folgenden Dialog gebe ich das Passwort „161“ ein.

Mehr muss ich für mein Beispiel nicht tun. Ich könnte noch den Laser aktivieren oder die Türveriegelung entsperren. Dazu muss nichts programmiert werden. Auch ein digitales Logbuch könnte ich an meine Seite anhängen lassen.

Für meinen Test möchte ich eine Rätsel-Station mit einer Frage erstellen, die bei der richtigen Antwort die Finalkoordinaten anzeigt. Dazu benötige ich zwei Webseiten, mein Logo und eine CSS-Datei um das Ganze aufzuhübschen. Grundsätzlich können auf dem SmartGeocache mehrere Webseiten abgelegt werden, durch die sich ein Geocacher durchhangeln muss. Die Anzahl der Webseiten ist nur durch den Speicherplatz begrenzt.

Nachdem ich alle Dateien für meinen Test erstellt und hochgeladen habe, verbinde ich mich mit dem SmartGeocache über sein Wifi und die URL http://192.168.4.1/. Es erscheint die folgende Webseite.

Das Bild, die Überschrift und den Text habe ich selbst in HTML und CSS programmiert. Das Eingabefeld konnte ich aus der Dokumentation in meine HTML-Seite kopieren. Ich gebe die richtige Antwort „161“ in das Eingabefeld ein und es erscheint zunächst die folgende Webseite …

Nach wenigen Sekunden werde ich automatisch auf meine Final-Seite umgeleitet.

Na, das hat doch schon mal gut funktioniert. Nun teste ich noch, was passiert, wenn ich eine falsche Eingabe mache.

Leider ist das Ergebnis nicht so toll: der SmartGeocache bricht einfach die Verbindung zu meinem Browser ab. Dies könnte natürlich auch dem geschuldet sein, dass ich vorher alle vorhandenen Webseiten aus dem SmartGeocache gelöscht habe.

Meinen SmartGeocache teste ich anschließend noch mit meinen Smartphone – auch dort funktioniert er so, wie ich es programmiert habe.

 

Der Preis

Der SmartGeocache kann derzeit nur über den Internet-Shop des Entwicklers bestellt werden. Der Preis pro Gerät beträgt mit dem Laser 14,90€ und mit der Türveriegelung 17,90€ zuzüglich den Versandkosten von 3,70€.

 

Transparenzhinweis

Von Stefan, der den SmartGeocache vertreibt, habe ich zwei Testgeräte kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Wer mich kennt, weiß, dass dies meine Objektivität bei diesem Testbericht nicht beeinflusst hat. Die Besprechung beschreibt meine ehrliche Meinung über den SmartGeocache. Nach dem Test (unabhängig vom Ergebnis) darf ich beide behalten.

 

Mein Fazit

Grundsätzlich gefällt mir der SmartGeocache recht gut. Das Admin-Portal ist noch verbesserungswürdig – hier sollte es zumindest möglich sein, mehrere Dateien auf einmal hochzuladen.

Die Entscheidung, die beiden Widerstände zu entfernen und so zu verhindern, dass der SmartGeocache umprogrammiert werden kann, hat seinen Preis. Dadurch ist es natürlich auch nicht möglich die Software des SmartGeocache zu aktualisieren oder im Falle eines vergessenen AdminPasswortes diesen über die USB-Schnittstelle wieder herzustellen.

Um den SmartGeocache als Owner sinnvoll verwenden zu können, sollte gewisse Kenntnisse, wie HTML und CSS zur Programmierung von Webseiten vorhanden sein. Nutzt man nur den Webserver des SmartGeocache, so sind keinerlei Hardware-Kenntnisse notwendig.

Den Preis für den SmartGeocache empfinde ich persönlich als angemessen – neben den reinen Hardwarekosten muss auch die Entwicklung der auf dem Gerät installierte Software finanziert werden.

Ich bin neugierig zu sehen, wie sich der SmartGeocache noch weiter entwickeln wird.

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Habt Ihr selbst schon Erfahrungen mit dem SmartGeocache sammeln können? Habt Ihr ihn vielleicht schon draußen bei einem Cache vorgefunden? Wie immer freue ich mich über Eure Kommentare unter diesem Beitrag!

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

6 Kommentare:

  1. Es gibt einen in der Schweiz:
    https://coord.info/GC88C65
    Hat 76% FPs
    Hab ihn zwar noch nicht gemacht, kenne aber den Owner. Er ist hier bekannt für seine qualitativ hochwertigen Caches.

  2. Pingback:CF182 - Egoadvent - CacHeFreQueNz

  3. Danke für den interessanten Artikel.

    Verstehe ich das richtig? Der gesamte Kopier- bzw. Ausleseschutz besteht darin, daß zwei Widerstände entfernt wurden? Da wäre doch der Aufdruck „Bitte nicht kopieren oder nachbauen. Mit dem Kauf finanzierst Du die Weiterentwicklung“ wirksamer.

  4. Das finde ich sehr interesssant – gibt es schon Geocaches mit dieser Technik?

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