Dez 042017
 

Von Cusco fahren wir im Reisebus über Andahuaylillas zum höchsten Punkt unserer ganzen Tour: dem La Raya Pass. Weiter geht’s zum Titicacasee, wo wir die schwimmenden Inseln besuchen und Taquile einen Besuch abstatten. Dann geht es weiter Richtung Bolivien …

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Geocaching ist in dieser Region leider Mangelware. Dafür liegt der einzige Cache dieser Tour auf über 4300 Metern. Da freut sich das Statistiker-Herz. Kommt mit auf die virtuelle Reise zum Titicacasee!

 

 

Die Andenkapelle in Andahuaylillas

Nach knapp 40 Kilometern Busfahrt kommen wir im kleinen Dorf Andahuaylillas an. Unser Ziel ist der Dorfplatz mit der Kirche. Diese Kirche ist schon etwas Besonderes – nicht umsonst wird sie auch die Sixtinische Kapelle der Anden genannt.

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Das Eingangsportal ist reich verziert und sehr schön bemalt.

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Auch drinnen ist alles sehr aufwendig verziert und mit vielen Gemälden geschmückt. Leider darf ich auch in dieser Kirche im Inneren nicht fotografieren. Von unserer Reiseführerin erfahren wir, dass die Kirche in den Jahren von 1570 bis 1606 von den Jesuiten erbaut wurde.

Hinter der Kirche gibt es einen kleinen Laden, in dem Souvenirs und Handarbeiten aus der Region verkauft werden.

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Auch hier gibt es rund um den Marktplatz viele Händler mit ihren Verkaufsständen. Das ist in Peru wohl überall, wo viele Touristen vorbeikommen, so.

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Ich mag es diese Stände zu fotografieren, …

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… da ich dabei oft auch die örtliche Kultur etwas “einfangen” kann.

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Für die Mittagspause ist es zwar noch etwas früh – aber in der wärmenden Sonne kann ja ein kleines Nickerchen nicht schaden, oder?

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Nach einer guten Stunde geht es wieder weiter im Bus Richtung Titicacasee.

 

Pause in Raqchi

Nach weiteren 80 Kilometern Busfahrt erreichen wir das kleine Dorf Raqchi, wo wir wieder eine Pause einlegen. Auch hier ist auf dem Dorfplatz ein großer Markt aufgebaut mit allerlei Souvenirs und Handarbeiten für Touristen.

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Hinter dem Dorf erhebt sich eine große Mauer aus Lehm, die recht alt ausschaut. Als ich mir diese genauer anschauen möchte, werde ich dezent darauf hingewiesen, dass dies Eintritt kostet.

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Erst in dem Moment fällt mir das kleine Schild auf, das auf archäologische Ausgrabungen hinweist. Das Ganze ist ein Museum, welches jedoch nicht auf unserem Besichtigungsprogramm steht. Es handelt sich um eine recht große Ausgrabungsstätte: die Präinka-Ruinen des Tempels von Viracocha. Er wurde aus Vulkangestein und Lehm erbaut und erst beim Schreiben dieses Artikels wird mir klar, dass er in Peru einzigartig ist.

Hier habe ich mich mal wieder über unseren Reiseveranstalter geärgert, da es keine Möglichkeit für einen kurzen Besuch der Ausgrabung gegeben hat.

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Beim Warten am Bus kommen zwei Einheimische vorbei. Ihre Tücher sind nicht nur Dekoration – sie nutzen sie als Rucksack.

 

Der höchste Punkt der Tour: der La Raya Pass

Dann ist es endlich soweit – nach weiteren 60 Kilometern Busfahrt erreichen wir die Passhöhe von La Raya. Außer ein paar Parkplätzen rechts und links der Straße ist dort oben eigentlich nicht viel. Obwohl – wie schon öfter erwähnt: Überall, wo in Peru Touristen vorbeikommen, gibt es einen Markt! Selbst hier oben in 4300 Metern Höhe gibt es einen.

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Am Fenster meines Platzes habe ich mein GPSmap 64s liegen und der eingebaute Höhenmesser bestätigt mir, dass wir uns auf über 4300 Metern befinden.

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Und auch auf den Schildern am Pass ist die Meereshöhe aufgeführt. Ich stehe hier wirklich auf genau 4335 Metern.

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So hoch war ich bisher in meinem ganzen Leben noch nicht gewesen. Und auch nicht so bequem in dieser Höhe angekommen – mit dem Bus ist das Erreichen dieses Punktes keine wirkliche Herausforderung mehr. Am Horizont sehen wir schneebedeckte Berggipfel mit mehr als 5000 Metern Höhe.

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Mit dem Zoomobjektiv ist der Gipfel etwas besser zu erkennen.

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An einem der vielen Schilder an der Pass-Straße posiert eine Einheimische mit ihrem Lama. Für ein paar Münzen lässt sie sich gerne fotografieren.

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Zum Glück steht sie nicht unter dem Schild, dem mein aktuelles Interesse gilt. Wenn ich schon mal hier oben angekommen bin, dann möchte ich auch den Traditional Geocache “La Raya Pass” finden und loggen. Es handelt sich hierbei um einen Nano an einem Schild. Dazu muss ich auf das Betonfundament klettern und etwas suchen. Voilà – da ist der Kleine! saarzwerg quetscht unseren Logeintrag irgendwo dazwischen – das Logbuch ist schon recht voll!

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Hier oben gibt es nicht viel. Etwas weiter unten verläuft die Bahntrasse des “Andean Explorers“, eines Luxuszugs, für den Ihr (falls Ihr da mitfahren möchtet) so richtig tief in die Tasche greifen müsst. Daneben stehen noch eine kleine Kirche für die Fernfahrer und ein paar Bahnhofsgebäude.

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Und natürlich der Markt. In dieser Höhe ist es etwas kühler – während der Pause benötige ich meine Jacke. Wer es gerne etwas wärmer möchte, kann auch eine Mütze aus Alpakawolle käuflich erwerben.

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Und selbstverständlich gibt es auch hier wieder die Gelegenheit zu einen Foto mit einem Lama …

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… endweder mit einem echten oder mit einem aus Plüsch, die am Verkaufsstand dahinter angeboten werden!

 

Am Titicacasee

Am frühen Abend nach einer mehr als zehnstündigen Fahrt erreichen wir unser Hotel. Es bietet eine tolle Aussicht auf den Titicacasee und hat sogar einen eigenen Landungssteg.

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Das Hotel liegt ungefähr sechseinhalb Kilometer außerhalb von Puno. Außer dem Hotel und der Straße ist dort nicht viel. Trotzdem gefällt mir das Hotel “Jose Antonio Puno” (Werbelink) recht gut. Die Zimmer sind geräumig und modern eingerichtet. Das WLAN funktioniert überraschend gut. Das Frühstücksbuffet ist reichhaltig und das Abendessen schmackhaft. Wenn Ihr à la Carte bestellt, rate ich Euch jedoch von der Lasagne ab – die hat mir überhaupt nicht geschmeckt. Ihr solltet da besser etwas von der lokalen Karte bestellen – damit kennt sich der Koch scheinbar besser aus!

 

Die schwimmenden Inseln der Urus

Eigentlich war geplant am Steg des Hotels ein Boot für eine Fahrt über den See zu besteigen. Leider hat der Titicacasee in diesem Jahr zu wenig Wasser und der Wasserspiegel ist fast drei Meter tiefer als üblich. Daher müssen wir zum Hafen nach Puno fahren.

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Unsere Reisegruppe hat ein Boot für sich ganz alleine. Mit dem geht’s raus auf den See.

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So nach und nach nimmt der Binsen-Bewuchs auf dem See zu. Wir fahren durch einen Kanal zwischen den Binsen hindurch. Nach einiger Zeit öffnet sich der Kanal und wir erreichen einen “kleinen See” im Binsenmeer. In Wirklichkeit schaut das nur so aus, den dieser “See” ist nicht von Festland begrenzt, sondern von vielen kleinen schwimmenden Inseln, die aus Binsen und den Wurzelballen der Binsengewächse bestehen. Die Inseln sind jeweils von mehreren Familien bewohnt.

Unser Boot hält an einer dieser Inseln und wir werden freundlich von den Bewohnern begrüßt.

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Unser lokaler Reiseleiter erklärt uns den Bau der und das Leben auf diesen Inseln zusammen mit einem Bewohner.

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Dabei sehen wir auch, aus was diese Inseln gebaut wurden: Das Fundament besteht aus mehreren schwimmenden Wurzelballen, über die in mehreren Lagen gekreuzt Binsenhalme gelegt werden. Das Ganze wird mit Schnüren verbunden und so zusammengehalten.

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Unsere Insel hat einen Ausguck. Beim Hochklettern stelle ich fest, dass dieser recht wackelig ist.

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Von oben habe ich eine schöne Übersicht über die kleinen Binseninseln. Fast alles wird hier aus Binsen hergestellt. Selbst die Häuser und die Boote sind daraus gemacht.

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Mit dem Katzenboot werden wir von den Bewohnern gegen eine kleine Gebühr über den “kleinen See” gepaddelt.

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Auch ein Haus dürfen wir besichtigen – es ist quasi ein Einzimmer-Appartement. Der Strom kommt aus einer Solarzelle neben dem Haus. Das fließende Wasser wird aus dem Tikicacasee entnommen. In so einem Haus wohnt eine Familie.

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Die Bewohner verdienen sich etwas mit Handarbeiten hinzu. Bevor sie uns die präsentieren, singen sie noch ein kleines Lied.

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Auf einer anderen schwimmenden Insel schauen wir uns an, wie ein Boot aus Binsen gebaut wird. Die Urus sind perfekte Bootsbauer mit diesem Material.

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Daher ließ Thor Heyerdahl ein Binsenboot für seine Forschungen von Einheimischen aus dieser Region bauen. Mit der Ra II segelte er erfolgreich von Marokko nach Barbados (Karibik).

 

Mittagessen auf Taquile

Nach der Besichtigung der schwimmenden Inseln fahren wir mit unserem Boot auf den Titicacasee hinaus. Unser Ziel ist die Insel Taquile.

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Taquile ist bewohnt. Auf ihr leben ca. 1700 Menschen. Wir reihen unser Boot im Hafen neben den anderen schon “geparkten” Touristenbooten ein. Zum Aussteigen müssen wir über diese hinwegsteigen.

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Am Hafen begrüßt uns diese Hinweistafel mit einigen Vorschlägen (“Sugerimos”) – wir sollen vermeiden (“evite”) den Kindern Süßigkeiten zu geben und sie ohne vorher zu fragen zu fotografieren. Diese Tafel zeigt doch deutlich, dass man nicht überall (so wie in Deutschland) ein Verbotsschild aufstellen muss – es geht doch auch freundlicher!

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Am Weg auf die Insel steht ein kleines Pförtnerhäuschen. Unser Guide entrichtet die Eintrittsgebühr und wir machen uns durch das Tor auf den Weg nach oben.

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Der gepflasterte Weg wird immer steiler. An dieser Stelle wird führt mir mein Körper wieder vor Augen, dass ich es in dieser Höhe einfach ruhiger angehen lassen sollte. Ich muss etwas nach Luft schnappen. Der Titicacasee liegt in einer Höhe von 3800 Metern …

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Nach einer kurzen, aber anstrengenden Wanderung erreichen wir ein kleines Restaurant im Hang. Dort sind Tische und Bänke unter einem Sonnensegel aufgebaut. Die Aussicht auf den See von hier oben ist atemberaubend.

Zunächst bekommen wir als Vorspeise eine Suppe. Danach kommt das Hauptgericht: gegrillte Forelle – sie wurde im Titicacasee gefangen. Echt lecker, das Teil.

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Nach dem Essen zeigen uns unsere Gastgeber interessante Dinge: Auf Taquile ist Stricken reine Männersache. Sie stellen selbst ihre typische bunte Kleidung her.

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Die Frau zeigt uns, wie man aus auf der Insel wachsenden Kräutern eine Seife herstellen kann, mit der dann die Wolle gewaschen wird.

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Und das ist recht effektiv: Es schäumt und schmutzige Schafswolle wird im Nu wieder weiß. Mit dieser Vorführung geht unser Besuch auf der Insel zu Ende und wir wandern wieder zurück zum Hafen, wo unser Boot auf uns wartet.

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Nach einer guten Stunde erreichen wir Puno, wo wir die gesperrte Hafenstraße entlang spazieren. Dabei fallen mir diese Tretboote auf. Man hat die verschiedensten Figuren zur Auswahl … das hätte ich hier so nicht erwartet.

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Am Nachmittag sind wir wieder in unserem Hotel. Das passt ganz gut – für den Abend habe ich das Event “Meet and Greet in Peru” eingereicht und veröffentlicht bekommen. Ich hatte auch eine Anmeldung – jedoch scheint das Ganze an der Entfernung zu Puno gescheitert zu sein. Der interessierte Geocacher hat wohl keinen Transfer gefunden?

 

Unterwegs nach Boliven

Am nächsten Morgen geht es mit dem Reisebus immer am Titicacasee entlang weiter in Richtung Bolivien.

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Unterwegs gibt es einen Stopp an der ehemaligen Dominikaner-Kirche in Pomata. Sie ist bekannt für ihre barocke Sandsteinfassade.

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Und in der Tat ist vieles davon noch erhalten. Über den Eingang befinden sich diese aus dem Sandstein gehauenen Verzierungen.

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Aber auch Innen ist die Kirche schmuckvoll verziert.

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Besonders an der Decke und in der Kuppel sind die einfarbigen Sandsteinverzierungen noch gut erhalten geblieben.

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Nachdem wir uns in der Kirche umgeschaut und alles bewundert haben, wird es langsam wieder Zeit zum Bus zurückzukehren.

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Es liegt noch Einiges vor uns. Heute verlassen wir Peru und besuchen Bolivien. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich Euch noch erzählen werde …

 

Mein Fazit

Die Fahrt über den 4335 Meter hohen La Raya Pass hat mich sehr beeindruckt. Der Blick auf die schneebedeckten Berge ist schon toll. Leider scheine ich die Höhe nicht so gut zu vertragen. In den beiden Nächten im Hotel am Titicacasee in 3800 Metern Höhe kann ich kaum schlafen, da ich von argen Kopfschmerzen geplagt werde. Tagsüber ist zum Glück alles gut und ich kann die Ausflüge und Besichtigungen genießen.

Geocaches sind in dieser Region bisher leider noch sehr rar. In Puno sind zwar zwei gelistet – die scheinen aber selten gefunden zu werden? Dafür hat mich der Fund am La Raya Pass aber voll entschädigt.

Im Vergleich zu den vorhergehenden Touren in Peru fand ich den Besuch am Titicacasee am “schwächsten”: Schön, aber kein Muss!

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Wie hat Euch diese virtuelle Reise über den La Raya Pass zum Titicacasee gefallen? Möchtet Ihr mehr Bilder von dieser Tour sehen? Dann werft doch mal einen Blick in das zugehörige Webalbum.

Seid Ihr selbst schon mal dort gewesen? Was habt Ihr dabei erlebt? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Artikel.

Alle Touren unserer großen Südamerika-Reise findet Ihr unter “Geocaching in Südamerika – Touren-Übersicht“.

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  2 Antworten zu “Geocaching in Peru: Über den La Raya Pass zum Titicacasee!”

  1.  

    schöne bider, cooler bericht, wenn ich mal ein bisschen geld gespart habe, wäre so ein trip auch mal eine option. LG

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