Nov 032016
 

Am Mittwoch nach dem Megaevent in Berchtesgaden ist es endlich soweit: Zusammen mit tower27 wollen saarzwerg und ich unsere diesjährige Hüttentour in Angriff nehmen. Unser erstes Ziel ist die Besteigung des 2340 Meter hohen Berges “Hohes Brett”.

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Von dieser Bergtour der “schwarzen” Kategorie möchte ich Euch heute mit vielen Bildern berichten.

 

 

Anreise zum Carl-von-Stahl-Haus

Im Gegensatz zum vorigen Jahr ist unsere kleine Bergwandergruppe etwas geschrumpft. Bedingt durch Terminschwierigkeiten hat nur tower27 Zeit gefunden an unserer “Geobergtour 2016” teilzunehmen. Er kommt mit dem Zug und wir holen ihn am frühen Nachmittag in Freilassing am Bahnhof ab. Bedingt durch diverse Baustellen und Umleitungen macht mich die Fahrt zur Talstation der Jennerbahn zunehmend nervöser. Wir wollen die Seilbahn nehmen, um den ersten Tag gemütlicher  zu gestalten. Die letzte Bergfahrt ist um 16:30 Uhr …

Wir haben Glück – es passt – um 15:45 Uhr erreichen wir den großen Parkplatz am Königssee, wo wir sicherheitshalber das Parkticket für 4 Tage schon im Voraus bezahlt haben.

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Mit der Jennerbahn fahren wir zur Bergstation, die auf 1800 Metern am Hang des Jennergipfels liegt.

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Von dort geht ein breit ausgebauter und wirklich sehr steiler Fahrweg Richtung Stahlhaus abwärts, unserem heutigen Ziel. An der ersten Kehre machen wir schon Stopp für ein kleines Foto-Shooting. Von dieser Stelle sehen wir zum ersten Mal das Hohe Brett aus der Nähe, morgen wollen wir diesen Berg besteigen!

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Von hier oben ist der weitere Weg gut zu erkennen. Zunächst wandern wir über den Fahrweg weiter abwärts, bis nach einiger Zeit links ein Bergpfad zur Hütte abzweigt. Höhenmeter sind heute kaum noch zu überwinden.

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Nach einer knappen Stunde erreichen wir das Carl-von-Stahl-Haus, wo wir uns für zwei Nächte einbuchen. Wir haben Glück und bekommen zu dritt ein eigenes Vier-Bett-Zimmer, welches man schon “fast” als geräumig bezeichnen kann.

Vor dem Abendessen gehe ich noch mal kurz vor die Tür und genieße etwas den Sonnenuntergang.

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Leider geht die Sonne mittlerweile schon recht schnell unter, so dass dieses Schauspiel schon nach wenigen Minuten vorbei ist.

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Kaum ist die Sonne weg, wird es hier oben auch schnell sehr kalt. Ich gehe wieder in die Hütte und wir essen zu Abend. Bis zur Hüttenruhe spielen wir eine Abwandlung von Hornochse – ein Kartenspiel!

 

Der Aufstieg

Ich habe im Bett gut geschlafen, das Wetter ist immer noch sehr gut und stabil. Daher steht dem Projekt “Besteigung Hohes Brett” heute nichts im Wege. Der Morgen beginnt mit Sonnenschein und einem tollen Ausblick ins Steinerne Meer und zum großen Hundstod.

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Unmittelbar an der Hütte beginnt der markierte Bergpfad zum Hohen Brett. Der Weg ist auf dem Schild mit einem schwarzen Punkt ausgewiesen und gehört somit der schwarzen (= schweren) Kategorie an.

Wir erreichen einen Grashügel. Kurze Zeit wird es nun etwas flacher. Von hier kann man gut den Weg auf das Hohe Brett erkennen: zunächst flach, dann nach links steil bis auf die nächste Grünfläche. Danach nach oben bis zur Felswand und in einem Bogen nach links über Fels nach oben …

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Auch in die andere Richtung kann ich heute sehr weit sehen. Links zieht sich der Bergpfad auf den Schneibstein hinauf.

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Nur im Tal ist es noch etwas diesig. Die Berge weiter hinten verschwinden in einem blau-grauen Dunst und werden zu Silhouetten.

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Und weiter geht’s – immer nach oben! Unser Bergpfad wird steiler und schlängelt sich zwischen Geröll eine karge Almwiese hinauf.

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An einigen Stellen muss ich etwas aufpassen. Der Untergrund ist manchmal lose: zwei Schritte vor und schon geht’s wieder einen Schritt zurück.

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Im oberen Teil erklärt sich dann auch die schwarze Markierung: Unterhalb der Felswand wird der Bergpfad zum Steig. Mit Stahlseilen und wenigen U-Eisen gesichert geht es über eine kleine Steilstelle im Fels zu einer Rinne, die zum Jägerkreuz auf ein Hoch-Plateau hinauf führt.

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Hier oben hat man natürlich wieder eine grandiose Aussicht auf den Jenner und den dahinter liegenden Königssee.

 

Am Jägerkreuz

An diesem markanten Punkt liegt der erste Geocache auf unserer Tour. Hier in der Nähe wurde der gleichnamige T5er-Traditional “Jägerkreuz” versteckt. Wir suchen zu dritt und dank ausgedrucktem Spoilerfoto ist die Dose schnell gefunden.

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Diese Stelle eignet sich sehr für eine kleine Foto-Session. Das Kreuz ist ein schönes Motiv mit grandiosem Hintergrund.

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Tower27 macht ein schönes Foto von saarzwerg und mir – vielen Dank dafür!

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Von hier sehen wir auch den weiteren Weg, der noch vor uns liegt: Es geht einen “gerölligen” Hügel hinauf. Der Pfad ist nur aus der Nähe an den roten Punkten zu erkennen. Es geht zwar immer noch nach oben – aber die Schlüsselstelle im Aufstieg, die den Weg zu einem “schwarzen” macht, haben wir nun hinter uns gebracht.

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Den Hügel sollte man nicht unterschätzen: Er ist technisch zwar einfach – zieht sich aber ziemlich nach oben. Erst im letzten Moment zeigt sich das Gipfelkreuz vom Hohen Brett.

 

Am Gipfelkreuz “Hohes Brett”

Geschafft! Wir sind oben und haben das heutige Ziel erreicht. Ich mache schnell ein Beweisfoto von saarzwerg und tower27.

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Von mir muss ein Selfie genügen …

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Nun nehmen wir uns Zeit, den Gipfel zu genießen und das “Mittagessen” aus dem Rucksack anzuschließen: Es gibt gut haltbares Schwarzbrot und Mini-Salami. Das scheint auch die Bergdohlen zu interessieren – eine kleine Gruppe versammelt sich um uns und möchte etwas abhaben. tower27 zeigt Herz und teilt sein Essen.

Es ist ein Mittagessen mit Panorama-Aussicht. Wir haben klare Sicht bis zu den Schneebergen hinter dem Steinernen Meer.

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Wenn ich das so sehe, bekomme ich wieder Lust auf eine Hochtour! Eine Geobergtour über einen Gletscher wäre auch mal wieder nett.

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Wir überlegen, wie wir heute noch weiter machen wollen? Der Hohe Göll ist zwar nur mit eineinhalb Stunden von hier angegeben – aber das ist uns für den ersten Tag der Hüttentour zu anstrengend, zumal dieser Weg mit einem größeren Auf und Ab verbunden wäre und wir den kompletten Weg ja auch wieder zurück zum Sthalhaus gehen müssten …

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Wir schauen uns etwas um. Von hier oben sehe ich gut das Kehlsteinhaus auf dem vorderen Bergrücken. Da sind wir unsere “Geobergtour 2015” gestartet.

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Im Hintergrund erkenne ich den Untersberg, auf dem saarzwerg und ich am letzten Sonntag waren. Ich schaue auf mein Smartphone: Am Hohen Brett gibt es einen weiteren T5-Tradi, den “Hohes Brett – Gipfelkreuz“. Auch dieser Geocache ist schnell gefunden. Die T5-Wertungen dieses Caches und desjenigen am Jägerkreuz beziehen sich auf den schwarzen Weg vom Stahlhaus hier herauf, was ich durchaus gerechtfertigt finde.

 

Der Cache am Felsbogen

Der Blick aufs Smartphone hat mir noch einen weiteren Geocache in der Nähe gezeigt: den T4,5-Tradi “Arc d´Reißei“.

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Im Vergleich zu den beiden anderen Geocaches der heutigen Tour ist trotz der geringfügig geringeren T-Wertung doch mehr zu tun. Er liegt ca. 20 Meter abseits des Weges – die paar Meter haben es jedoch in sich. Wir müssen etwas klettern, um die Dose erreichen zu können.

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Und es ist sehr “geröllig” am Felsbogen. Jeder Tritt sollte mit Bedacht gewählt werden.

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Auf dem Bild ist der Bogen leider nur sehr schlecht zu erkennen. Aber man kann durch den Bogen durch gehen. Unter ihm liegt ein kleines Schneefeld.

 

Der lange Abstieg

Nun wird es langsam Zeit umzukehren. Zum Stahlhaus geht es den gleichen Weg wieder zurück, den wir heute morgen gekommen sind, also zurück zum Gipfelkreuz “Hohes Brett” und anschließend den Gras- und Geröllhügel hinab zum Jägerkreuz. Dort steht ein Eisenschild, welches den Weg weist.

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Ein letzter Blick zurück – ja, von hier oben sind wir eben herunter gewandert. Mit den guten Bergschuhen macht es Spaß über die Felsplatten zu laufen – die sind zwar steil, aber mit den Gummisohlen gut zu gehen.

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Ein letzter Blick auf zum Jägerkreuz und in die Ferne, bevor es wieder in die Rinne nach unten geht.

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Kurz danach kommt auch schon die Schlüsselstelle, die im Abstieg meiner Meinung nach noch etwas “fordernder” ist als im Aufstieg. Zumal wir im Abstieg auch schon etwas müde sind. Hier ist höchste Konzentration angebracht. Aber auch diese Stelle meistert unsere kleine Wandergruppe gut.

Gegen 16 Uhr erreichen wir wieder das Carl-von-Stahl-Haus und lassen den Abend bei einem guten Abendessen und einem Kartenspiel gemütlich ausklingen. Am nächsten Tag wollen wir weiter zur Gotzenalm, aber das ist eine andere Geschichte …

 

Die gpx-Datei unserer Tour

Auf der folgenden interaktiven Karte könnt Ihr nochmal den Verlauf unserer Tour “Hohes Brett” sehen. Die zugehörige .gpx-Datei könnt Ihr hier herunterladen.

 

Mein Fazit

Im direkten Vergleich zum Rinnkendlsteig, welches ebenfalls ein “schwarzer” Weg ist, empfinde ich diese Tour als etwas einfacher. Natürlich sollte man sie nicht unterschätzen. Von der Stecke her ist die Tour nicht sehr lang – sie hat noch keine sechs Kilometer. Jedoch sind fast 700 Höhenmeter zu überwinden. Bei gutem und stabilem Wetter ist diese Tour eine klare Empfehlung von mir! Ihr werdet mit grandiosen Aussichten belohnt und drei Geocaches könnt Ihr dabei auch noch einsammeln.

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Wenn Euch die Bilder gefallen haben und Ihr gerne noch ein paar mehr sehen möchtet, so werft doch bitte einen Blick in mein Webalbum.

Wie hat Euch dieser Tourbericht gefallen? Plant Ihr selbst eine Geocaching-Bergtour für das kommende Jahr? Wo wollt Ihr hin? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Artikel!

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