Okt 202016
 

Nach dem Geocoinfest in Berchtesgaden hängen saarzwerg und ich noch eine Woche Bergurlaub in den Berchtesgadener Alpen an. Als kleine “Eingehtour” habe ich eine Bergtour über den Untersberg herausgesucht, die wir beide – lange vor Geocaching – schon einmal gegangen sind. Da wir gemütlich mit der Bergbahn nach oben fahren wollen, geht es auf unserer ersten Tour fast nur nach unten …

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Schon bei der Planung freue ich mich auf die Highlights dieser Tour: die Überschreitung der verschiedenen kleinen Untersberggipfel mit toller Aussicht, den Thomas-Eder-Steig, unseren Besuch in der Schellenberger Eishöhle und die Pause in der Toni-Lenz-Hütte. Unterwegs gibt es ein paar Geocaches zu suchen!

 

 

Mit der Seilbahn nach oben

Bei der Vorbereitung dieser Tour ist mir der Multi “Schellenberger Eishöhle” aufgefallen, der sich sehr gut mit unserer Tour kombinieren lässt – und das sogar in der bequemen Variante mit der Seilbahn.

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In der Listing-Beschreibung finde ich die Koordinaten eines kostenlosen Parkplatzes in der Nähe. Leider ist heute Sonntag und tolles Bergwetter, so ist der Parkplatz bei unserer Ankunft kurz nach neun Uhr schon fast voll. Ich kann mich gerade noch auf den letzten freien Platz quetschen. Zunächst laufen wir zum Turm – die benötigen Informationen sind schnell gefunden.

Dann spazieren wir wieder zurück zum Parkplatz – an der Einfahrt ist eine Bushaltestelle für die Linie 840, welche von hier zur Talstation der Untersbergbahn fährt. Pünktlich um kurz nach halb zehn kommt der Bus, der uns in wenigen Minuten zur Untersbergbahn bringt.

An der Bergbahn haben wir Glück: Kaum haben wir die Tickets bezahlt, dürfen wir einsteigen und unsere Kabine fährt los und bringt uns auf den Untersberg …

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So erreichen wir schon kurz vor zehn Uhr die Bergstation.

 

Auf dem Untersberg

Oben angekommen genießen wir zunächst einmal die tolle Aussicht. Heute ist ein echtes “Kaiserwetter”: nicht zu kalt, aber auch nicht zu warm, sehr sonnig und klare Sicht bis weit ins Land hinein.

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Auf geht’s – wir wandern los. Die Wege hier oben sind gut ausgeschildert. Dennoch ist es kein Spaziergang im Park. Den Weg, den wir zur Schellenberger Eishöhle nehmen wollen, ist mit einem roten Punkt versehen. Dies bedeutet eine Bergwanderung der mittelschweren Kategorie, die man nicht unterschätzen sollte.

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Zunächst gehen wir zum Geiereck hinauf. Das Geiereck ist ein kleiner Gipfel in unmittelbarer Nähe der Bergstation. Bei meiner Vorbereitung der Tour habe ich mir dort den ersten Tradi für heute herausgesucht. Leider lese ich das Listing erst beim Gipfelkreuz und stelle fest, dass ich schon beim Verlassen der Bergstation einen kleinen Pfad als Zugang zum Cache hätte nehmen müssen. Da wir keine Lust haben nochmal zurück zu laufen, können wir heute nicht nach dem Tradi “TOP OF SALZBURG” suchen …

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Nach der kurzen Pause am Gipfelkreuz wandern wir über den Untersberg in Richtung des Salzburger Hochthrons. Im Anstieg zum höchsten Punkt unserer heutigen Tour blicken wir immer wieder zurück – ich bin überwältigt von dieser klaren und vor allem weiten Sicht heute.

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Der Anstieg ist nicht sehr lang – kurze Zeit später erreichen wir das Gipfelkreuz. Direkt daneben befindet sich eine Informationstafel, die auch die gesuchten Daten zum Earthcache “Untersberg Plateau” (Listing) enthält. So wird unser erste Geocache heute ein Earthcache.

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Aber im Gipfelbereich gibt es noch einen weiteren Geocache: den Traditional “Ganz Oben (BITTE SMALL DOSE MITNEHMEN!!!)“. Ich mache mich auf die Suche und werde an einer kleinen Felswand fündig. Auch von hier habe ich wieder eine tolle Aussicht.

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Vom Gipfelplateau des Salzburger Hochthrons, der heute mit 1853 Metern über dem Meeresspiegel unser höchster Punkt der Tour ist, blicken wir zum Watzmann-Massiv hinüber. Gut zu erkennen ist der Watzmann-Gipfel (höchste Erhebnung) mit (nach links) seinen Kindern und abschließend der Watzmannfrau. Im Vordergrund kann ich unseren Weg erkennen – er verläuft nun über einen mit Kiefernlatschen bewachsenen Hügel und steigt dann in die Mittagsscharte hinab.

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Nun geht es zunächst ein Stück steil bergab und der Weg wird langsam zum einem Bergpfad. Ausnahmsweise treffen wir hier auf alte Wegweiser. Die gefallen mir irgendwie besser als die neuen gelben Blechschilder, die fast überall auf dem Untersberg verteilt sind.

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Ab hier wären es angeblich nur noch 60 Minuten bis zur Toni-Lenz-Hütte. saarzwerg und ich wissen aber, dass wir beide nicht die Schnellsten sind und oft die Zeitangaben etwas überschreiten.

 

Abstieg in die Mittagsscharte

Nachdem wir den Latschenhügel überschritten haben, geht es steil hinab in die Mittagsscharte. Ein schmaler abschüssiger Bergpfad verläuft hier in Serpentinen durch den Hang.

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An wenigen Stellen gibt es ein kleines Hilfsmittel in Form eines Stahlkabels oder einer Holzleiter.

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Leider sind wir wieder so vertieft in diese atemberaubende Landschaft, dass wir erneut an einer Abzeigung vorbeilaufen: Mit einem kleinen Umweg hätten wir noch den Tradi “Gamshüttn” erreichen können. Aber bei der tollen Landschaft und dem traumhaften Wetter ist Geocaching heute nicht unsere Priorität!

 

Der Thomas-Eder-Steig

Am Ende der Mittagsscharte beginnt ganz plötzlich der Thomas-Eder-Steig. Um von der Untersbergbahn zur Eishöhle zu gelangen, muss eine Steilwand (weithin sichtbare Abbruchkante des Untersberg) passiert werden. Um das auch Bergwanderern wie uns zu ermöglichen, wurde dieser Steig in den Jahren 1934 und 35 gebaut. Aber keine Angst, er wurde 2004 generalüberholt!

Über viele steile Holzleitern und zum Teil über durch in den Fels gesprengte Tunnel verläuft die Steiganlage durch die Wand in Richtung der Toni-Lenz-Hütte. Bei Nässe und schlechtem Wetter würde ich von einer Tour über diesen Steig abraten. Bei Kaiserwetter ist es natürlich ein Erlebnis!

Hier ein paar Impressionen von unserem Abstieg.

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Unten angekommen blicken wir nochmal zurück auf den Steig. Von hier aus ist sein Verlauf gut zu erkennen. Der Thomas-Eder-Steig wurde “einfach” quer in die Wand gesprengt. Ohne diesen hätten wir heute wohl keine Möglichkeit gehabt von der Mittagsscharte die Schellenberger Eishöhle zu erreichen.

Obwohl der Steig nicht unterschätzt werden sollte, ist er meiner Meinung nach kein “echter” Klettersteig – den Sitzgurt und das Klettersteigset haben wir im Hotel gelassen.

 

Der Eishöhlen-Multi samt Besuch

Nach dem Steig wird das Gelände wieder einfacher und flacher. Kurze Zeit später erreichen wir das Gipfelkreuz an der Abzweigung zur Eishöhle. Da die Führung nur zu jeder vollen Stunde stattfindet, nutzen wir die Zeit zu einer ausgiebigen Mittagspause an dieser Stelle.

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Mit den Daten vom Kreuz haben wir nun alle Informationen zusammen, um die Koordinaten des Finals unseres Multis zu berechnen und siehe da, in der Wartezeit bis zum Beginn der Führung gelingt es mir sogar die Dose zu finden. Leider ist sie in einem sehr schlechten Zustand und das Logbuch ist total durchnässt. Daher mache ich nur wie viele meiner Vorgänger ein Fotolog der Dose. Das ist der Nachteil von Geocaches, die schwer zu erreichen sind: Hier ist die Cachewartung wirklich eine Herausforderung.

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Nach dem Log wandern wir weiter zum Treffpunkt der Führung durch die Eishöhle. Unser Guide hat es sich vor der Sonne geschützt in der kleinen Holzhütte gemütlich gemacht. Davor stehen zwei große Kisten mit Helmen, die hier Pflicht sind. Es ist auch nicht nötig vorher zur Toni-Lenz-Hütte abzusteigen – die Eintrittskarten können direkt an Ort und Stelle beim Guide für 7€ (mit Gästekarte 50 Cent billiger) gekauft werden.

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Pünktlich um 13:00 Uhr beginnt die Führung. Alleine darf man die Höhle nicht betreten. Am Eingang befindet sich ein weiterer Earthcache mit dem passenden Namen “Schellenberger Eishöhle“.

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Schon die Eingangshalle ist imposant. Da die Höhle nur diesen Eingang hat, kann die kalte Luft nicht nach unten entweichen und so herrschen hier unten ganzjährig Temperaturen um den Gefrierpunkt. Am Boden befindet sich eine dicke Eisschicht.

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Die Höhle wird in jedem Frühjahr touristisch ausgebaut. Über Holzstege und ins ewige Eis gehauene Treppen verläuft unser Weg. Vor jedem Winter wird dieser wieder zurückgebaut.

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Über eine Wendeltreppe steigen wir in die Tiefe. Hier ist überall Eis.

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Leider sind wir heute in einer sehr großen Gruppe unterwegs. Es sind bestimmt dreißig Leute zu dieser Führung erschienen. So wird unsere Gruppe im unteren Teil der Höhle geteilt.

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Nach fast einer Stunde geht es wieder nach draußen.

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Anschließend wandern wir weiter Richtung Toni-Lenz-Hütte und kommen auch wieder am Gipfelkreuz vorbei.

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Von hier sind es vielleicht noch 15 Minuten bis zur Hütte …

 

Pause in der Toni-Lenz-Hütte

Die Toni-Lenz-Hütte ist eine kleine private Hütte. Wegen des tollen Bergwetters ist die Hütte heute sehr voll. An der Essensausgabe muss ich lange anstehen. Eigentlich wollten wir eine Kaspressknödelsuppe essen – aber die ist aus.

So gönnen wir uns ein Zwetschgenteilchen und ein großes Radler.

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Das ist eine gute Stärkung für den nun folgenden langen Abstieg.

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So gegen viertel vor drei Uhr verlassen wir die Hütte und wandern nach unten.

 

Der lange Abstieg

Unser Bergpfad ist durchgängig steil. Von der Toni-Lenzhütte bei 1450 Höhenmetern müssen wir bis zum Parkplatz fast 1000 Höhenmeter absteigen. Zunächst geht es in Serpentinen nach unten. Der Weg ist gut markiert. Alle 100 Höhenmeter ist sogar ein Infoschild aufgestellt. So wird uns andauernd vor Augen geführt, wie weit und anstrengend dieser Abstieg noch ist.

Nach einiger Zeit erreichen wir das “Denkmal” – eine steil abfallende Wand, auf der dieses Schild steht.

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Von hier hat man einen tollen Blick nach unten. Auch ein Tradi wurde dort platziert, der “Absturz“. Leider können wir ihn nicht finden. Die offensichtliche Cachelocation ist leer. Mittlerweile wurde der Cache archiviert – er wurde wohl gemuggelt.

Allmählich geht das Gelände von felsig in bewaldet über. Unterwegs machen wir noch eine kleine Trinkpause an diesem Steinmännchen.

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Kurz danach erreichen wir einen Bachlauf und noch etwas später einen breiten und trotzdem steilen Forstweg. Nach ingesamt guten zwei Stunden kommen wir wieder am Parkplatz raus.

 

Die gpx-Datei unserer Tour

Auf der folgenden interaktiven Karte könnt Ihr nochmal den Verlauf unserer Tour über den Untersberg sehen. Die zugehörige .gpx-Datei könnt ihr hier herunterladen.

 

Mein Fazit

Für dieses Jahr war diese Tour unsere erste echte Bergtour in den Alpen. Bei dem tollen Wetter hatten wir atemberaubende Ausblicke bis zu den schneebedeckten Gipfeln in Österreich. Wir haben die weniger anstrengende Variante mit der Seilbahn gewählt, wobei man auch diese nicht unterschätzen sollte. Der Weg fällt in die rote Kategorie, was als mittelschwer zu bezeichnen ist. Mit Pausen und Höhlenbesichtigung haben wir für die komplette Tour über den Untersberg 7 Stunden benötigt. Der Thomas-Eder-Steig war mein persönliches Highlight – so etwas sollte man jedoch mögen: Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier Pflicht! Sein Klettersteigset kann man zu Hause lassen. Geocaching wurde für uns auf dieser Tour zur Nebensache …

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Falls Ihr  noch mehr Bilder von unserer Bergtour sehen möchtet, so werft doch bitte einen Blick ins Webalbum.

Kennt Ihr diese Gegend? Habt Ihr vielleicht dieses Jahr auch das Geocoinfest in Berchtesgaden besucht? Wie gefällt Euch diese Tour? Wäre das etwas für Euch? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Artikel!

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  Eine Antwort zu “Geocaching Alpin: Über den Untersberg zur Schellenberger Eishöhle”

  1.  

    Ein Traum … Danke für die Teilhabe und damit für Deinen umfangreichen Artikel. Irgendwann einmal muss ich diese Tour wohl selbst einmal erleben.

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