Okt 272014
 

Im September 2014 gab es in ganz Marokko nur 144 Geocaches. Eine dieser Dosen liegt vor einer historischen Kulisse: der ehemaligen römischen Stadt Volubilis. Seit 1997 ist Volubilis UNESCO-Weltkulturerbe und die besterhaltenste Ausgrabung aus dem römischen Reich in diesem Teil Nordafrikas. Der Geocache wurde 2009 von einem portugiesischen Geocacher gelegt und seitdem mehr als 150-mal gefunden.

Volubilis - Die Basilika von Innen

In diesem Artikel nehme ich Euch mit auf eine virtuelle Tour durch die Ausgrabung und auf Dosensuche in Volubilis…

Die Ausgrabungsstätte Volubilis

Am Eingang der Ausgrabungsstätte befindet sich ein Informationszentrum mit Kasse und Toiletten. Im Untergeschoss gibt es eine Ausstellung…

Volubilis - Informationszentrum

… und eine Karte der ehemaligen Stadt. Leider sind die Texte nur in Arabisch und Französisch vorhanden.

Volubilis - Übersichtskarte im Ausstellungsbereich

 Ist man in der heißen Jahreszeit unterwegs, sollte man den Schatten hier in der Ausstellung noch genießen… während des Rundganges durch die römische Stadt wird man kaum einen schattigen Platz finden.

Unser Weg führt uns von der Ausstellung über einen kleinen ausgetrockneten Bach hinauf zur ehemaligen Stadt. Von weitem können wir schon die Säulen des Kapitols sehen.

Volubilis - Erster Blick auf das Kapitol

 Aber auch im Bereich der Wohnhäuser gibt es noch viele gute erhaltene Säulen. Die Villen der Römer hatten in der Mitte des Hauses einen Innenhof, der von Säulen umrahmt war.

Volubilis - Säulen im Innenhof einer römischen Villa

In Volubilis findet man viele überwiegend vollständige Mosaike, die Geschichten aus dieser Zeit darstellen. Die Mosaike sind kunstvoll gestaltet und dienten als Fußboden.

Volubilis - Mosaik auf dem Fußboden einer römischen Villa

Die Außenwände einer römischen Villa waren fensterlos. Hier der Blick von Innen durch das Eingangstor zum Kapitol.

Volubilis - Blick aus einer römischen Villa durch die Eingangstür auf das Kapitol

Wir spazieren weiter durch das Wohnviertel dieser ehemaligen Stadt. Auch in dieser Villa gibt es prächtige Mosaike.

Volubilis - Ein weiteres Mosaik in einer römischen Villa

Verteilt über die ganze Stadt gab es Ölpressen. Die Oliven wurden auf Matten gelegt und diese gestapelt. Der Holzbalken wird auf den Matten nach unten gedrückt und  presst so das Öl aus den Oliven heraus.

Volubilis - Eine Ölpresse

Nur erreichen wir die Stadtmitte von Volubilis. Die Säulen und der Mauerrest gehören zum Kapitol.

Volubilis - Blick von Hinten auf das Kapitol

Direkt daneben befinden sich die Mauerreste der noch recht gut erhaltenen Basilika – einem Verwaltungsgebäude für Gerichtssitzungen und Handelsgeschäfte. Die restaurierten Mauern vermitteln uns einen guten Eindruck, wie groß die Gebäude damals schon waren. Hier der Blick aus dem Inneren der Basilika…

Volubilis - der Innenraum der Basilika

… und von außen auf den Bögen in der Mauer.

Volubilis - Der Blick von Außen auf die Basilika

Von der Basilika habe ich einen schönen Blick auf das Kapitol von Volubils. Die Treppe und die Säulen wurden wieder hergerichtet. Ich finde es beeindruckend, was die damaligen Baumeister schon imstande waren zu errichten.

Volubilis - Das Kapitol

Hier in der Mitte von Volubilis, wo sich die Hauptstraßen kreuzen, wurde ein Triumphbogen zur Ehren von Caracalla, einem römischen Kaiser, errichtet. Dieser Bogen wurde wieder fast vollständig restauriert.

Volubilis - Der Triumpfbogen zu Ehren des Caracalla

Vom Triumphbogen haben wir einen tollen Blick die Hauptstraße hinauf zum Stadttor. Hier kann man erahnen, wie groß Volubilis einmal war.

Volubilis - Die Hauptstraße mit Blick zum Stadttor

Diese römische Stadt wurde am Fuß eines Hügels auf einer kleinen Anhöhe erbaut. In der Nähe gibt es einen Fluß und einen Steinbruch – also alles Nötige, was man für eine Stadt braucht. An den Hängen des Hügels werden heute noch Oliven angebaut.

Volubilis - Basilika mit Blick auf die Olivenhaine an den Hängen der umliegenden Hügel

Wir folgen der Hauptstraße Richtung Stadttor und kommen durch ein weiteres Wohnviertel. Auch hier gibt es wieder eine römische Villa zu besichtigen. Der Innenhof ist von Säulen umrahmt.

Volubilis - Säulen umrahmen den Innenhof einer römischen Villa

Auch diese Villa hat ein tolles Mosaik zu bieten. Leider ist der rechte Teil nicht mehr ganz vorhanden.

Volubilis - Ein weiteres Mosaik in einer römischen Villa

Nun sind wir schon fast am Ende unserer Besichtigung, fast haben wir das Stadttor erreicht. Hier gibt es noch ein paar Säulen, die diese Straße schmücken. Vor hier geht ein kleiner Pfad zurück zum Café am Eingang. Es ist sehr heiß heute und ich freue mich auf eine eiskalte Cola!

Volubilis - Säulen entlang der Hauptstrasse

 

Der Geocache

Die  Dose liegt natürlich außerhalb der Ausgrabungsstätte. Vom kleinen Café am Busparkplatz sind es knapp 500 Meter die Zufahrtsstraße hinauf bis zu den Koordinaten des Traditionals “VOLUBILIS ( MAROCCO ) – M7“. Die Koordinaten sind sehr genau und der Cache damit sehr leicht zu finden. Hier handelt es sich um ein klenes Plastikröhrchen. Direkt daneben liegt noch eine Ersatzdose…

Volubilis - der Geocache

Auf dem Weg zurück zum Parkplatz hat man dann noch einen letzten schönen Blick auf die Ausgrabungsstätte.

Volubilis - Blick auf die Basilika vom Geocache aus

Mein Fazit

Auch wenn in Volubilis nur eine Dose zu heben ist, so lohnt sich meiner Meinung nach die Fahrt zur Ausgrabungsstätte. Volubilis hat für Fotografen und Geschichtsinteressierte viel zu bieten. Seine Größe hat mich beeindruckt. Unser sehr gut deutsch sprechender Führer hat uns mit viel Humor und Informationen durch die Stadt geführt. Für mich stand hier die Location und nicht der Cache im Vordergrund: Geocaching ist immer noch ein guter Reiseleiter!

Eine Übersicht über alle Geocaching- und Sightseeingziele unserer Marokko-Tour findet Ihr in meinem Blogartikel “Geocaching in Marokko: Berge, Meer und Wüste“.

 

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  2 Antworten zu “Volubilis: Geocaching bei den alten Römern”

  1.  

    Volubilis war sicher mit eines der Highlights unseres Marokko-Urlaubs. Nicht umsonst habe ich hier die meisten Bilder geknipst. Das Gelände ist schon ziemlich groß und relativ gut erhalten bzw. restauriert.

    Da es in Marokko relativ wenige Caches gibt und die Owner häufig nicht im Lande wohnen, um sie zu warten, sollte man darüber nachdenken, vorsorglich ein paar Ersatzdosen einzupacken. So habe ich am Cache in Volubilis eine davon ausgelegt. Den Bildern nach ist es allerdings keine von denen, die momentan vor Ort sind. Da herrscht wohl eine größere Dosenfluktuation…

  2.  

    Toller Tipp! Danke dafür, ich hoffe, ich kann es eines Tages mal selbst sehen ;-)

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