Labcaching in Nienburg an der Weser

145 Funde an einem Abend und einem Morgen: In Nienburg ließ sich Labcaching mit einem Spaziergang durch eine sehenswerte Altstadt verbinden.

Details zur Strecke, den Sehenswürdigkeiten und unseren Empfehlungen für Hotel und Restaurant findet ihr im Beitrag.

 

 

Die Labcaches von Nienburg

Bei der Vorbereitung unserer Tour zu den Kalendercaches in den Regionen Hannover und Bremen habe ich nach einem interessanten Zwischenstopp für unsere Übernachtung gesucht, wobei meine Wahl aufgrund der beeindruckenden historischen Altstadt auf Nienburg an der Weser fiel. Die Stadt blickt auf eine lange Geschichte zurück; sie wurde bereits im Jahr 1025 erstmals urkundlich erwähnt und war im Mittelalter eine bedeutende Festungsstadt an der Weser, wovon heute noch Reste der historischen Stadtbefestigung und die markante St.-Martins-Kirche zeugen.

Erst nach unserer Ankunft vor Ort und dem Starten der App stellten wir fest, dass hier eine massive Labcache-Ansammlung existiert, die auf der Karte die GeoArt „NI“ bildet.

Screenshot der Labcache-App mit der aus zahlreichen Icons geformten GeoArt NI im Stadtgebiet von Nienburg an der Weser

Einen Großteil dieser Labs absolvierten wir während eines etwa dreistündigen Stadtspaziergangs am Abend, während die verbleibenden Stationen am nächsten Morgen in einer guten Stunde abgearbeitet wurden. Insgesamt kamen so während unseres Aufenthalts in Nienburg 145 schnelle Funde zusammen, die sich auf lediglich zwei traditionelle Geocaches (Festung Nienburg – Hornwerk, Im Zentrum) und eine große Anzahl an Labcache-Stationen verteilen, wobei laut der Übersichtskarte sogar noch einige weitere Caches machbar gewesen wären.

 

Abend-Spaziergang durch die historische Altstadt

Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, machen wir uns auf, die historische Altstadt von Nienburg zu erkunden. Unmittelbar am Hotel suchen wir den traditionellen Geocache „Festung Nienburg – Hornwerk„, den wir schnell loggen können; die barocke Befestigungsanlage wurde ab 1632 während des Dreißigjährigen Krieges errichtet, wobei das Hornwerk die Stadtteile westlich der Weser schützte. Auf französischen Befehl erfolgte die endgültige Schleifung zum Anfang des 19. Jahrhunderts.

Anschließend schlendern wir in die Altstadt, wo wir gefühlt alle paar hundert Meter ein 5er LabAdventure spielen können, das meist aus einfachen Auswahlfragen besteht. Wir beginnen unsere Runde am Spargelbrunnen, der seit 1998 an den traditionellen Nienburger Spargelanbau in der Region erinnert.

Nahaufnahme des Nienburger Spargelbrunnens aus Bronze in der Fußgängerzone

Von dort geht es weiter zum Marktplatz mit Blick auf die evangelische Pfarrkirche St. Martin, deren markanter, 72 Meter hoher Turm das Stadtbild prägt und die als Hauptkirche der Stadt im Stil der Backsteingotik errichtet wurde.

Blick über den gepflasterten Nienburger Marktplatz auf die historische Backsteinkirche St. Martin

An der Ecke zum Marktplatz befindet sich das historische Rathaus, das im 14. Jahrhundert erbaut und im 16. Jahrhundert im Stil der Weserrenaissance mit einem prachtvollen Schmuckgiebel umgestaltet wurde.

Außenansicht des Nienburger Rathauses mit seiner markanten Fassade im Stil der Weserrenaissance

Wir folgen geradeaus der Langenstraße vorbei an einem riesigen Fachwerkhaus, welches ursprünglich als repräsentatives Wohnhaus gebaut wurde. Die ältesten Holzelemente dieses historischen Gebäudes wurden im Rahmen von Untersuchungen dendrochronologisch auf das Jahr 1541 datiert.

Fassade des großen, gut erhaltenen Fachwerk-Wohnhauses aus dem Jahr 1541 in der Langen Straße

Etwas weiter ist ein Storchennest auf einem Dach zu sehen.

Blick nach oben auf ein großes Storchennest auf einem Dachfirst in der Nienburger Innenstadt

Auf dem Schornstein des van Haarenschen Hauses in der Langen Straße befindet sich dieses Storchennest bereits seit 1885. Jedes Jahr im Frühjahr warten die Nienburger auf „ihr“ Storchenpaar, das fast jährlich erfolgreich brütet, wobei eine Plexiglastafel direkt am Haus über die Bruterfolge der letzten Jahre informiert.

Schornstein des van Haarenschen Hauses in der Langen Straße mit dem Storchennest

Langsam knurrt uns der Magen, weshalb wir durch die kleinen Gassen an den alten Backsteinhäusern vorbeigehen, die typisch für die norddeutsche Architektur dieser Altstadt sind.

Enge, kopfsteingepflasterte Altstadtgasse flankiert von historischen roten Backsteinhäusern in Nienburg

Wenig später erreichen wir den Fahrradweg, der direkt entlang des Weserufers verläuft. Dort spielen wir noch schnell ein paar Labs und kehren dann in den Hasbergschen Hof zum Abendessen ein, eine historische Hofanlage, die heute als Hotel und Restaurant genutzt wird. Details dazu findet ihr weiter unten in der Restaurantempfehlung.

Radweg an der Weser in Nienburg

Nach dem Abendessen setzen wir unseren Spaziergang durch Nienburg fort und schlendern zurück in die Fußgängerzone.

Blick in die abendliche, gepflasterte Fußgängerzone von Nienburg an der Weser

Dort schauen wir durch die Lange Straße hinunter zum Marktplatz mit dem historischen Rathaus, das mit seiner markanten Fassade im Stil der Weserrenaissance den Platz dominiert.

Perspektive durch die Lange Straße in Richtung Marktplatz und historisches Rathaus

Anschließend biegen wir in eine Seitenstraße ein und suchen an einem Parkplatz einen traditionellen Geocache, den wir recht schnell finden können. Danach kommen wir an einem großflächigen Graffiti vorbei, das „Dat Wählige Rott“ zeigt, eine historische Nienburger Bürgerkompanie, deren Traditionen bis in den Dreißigjährigen Krieg zurückreichen.

Buntes, detailreiches Wandgraffiti der historischen Bürgerkompanie Dat Wählige Rott an einer Hauswand

Etwas weiter kommen wir zum Freytag’schen Burgmannshof, einem der ältesten Adelshöfe der Stadt aus dem 16. Jahrhundert. Seinen heutigen Namen Posthof erhielt der Bau, da sich hier ab 1735 eine wichtige Poststation der kaiserlichen Reichspost der Familie Thurn und Taxis befand.

Außenansicht des historischen Freytag’schen Burgmannshofes, heute bekannt als Posthof

Dahinter biegen wir rechts ab und sehen schon den Kirchturm der großen Backsteinkirche St. Martin in der Ortsmitte, die als Hauptkirche der Stadt gilt.

Blick nach oben auf den markanten Backsteinturm der St.-Martins-Kirche

Rund um die Kirche entdecke ich einige recht alt wirkende Fachwerkhäuser, wie dieses, in dem sich heute eine Weinbar befindet.

Historisches, gut erhaltenes Fachwerkhaus mit einer gemütlichen Weinbar im Erdgeschoss nahe der Kirche

Richtung Marktplatz kommen noch einige weitere historische Häuser, die das geschlossene Altstadtbild Nienburgs prägen.

Reihe von restaurierten, historischen Bürgerhäusern am Rande des Marktplatzes

Unmittelbar vor der Kirche stehen zwei Bronzeskulpturen, die 1991 von dem Künstler Jürgen Weber geschaffen wurden. Der 2,27 Meter große Karl der Große hält einen Reichsapfel und ein scharfes Schwert in seinen Händen.

Monumentale Bronzestatue von Karl dem Großen mit Reichsapfel und Schwert vor der Kirche

Sein sächsischer Widersacher Herzog Widukind misst 2,20 Meter und hält eine Bibel sowie ein stumpfes Schwert.

Bronzestatue des Sachsenherzogs Widukind mit einer Bibel und einem stumpfen Schwert

Die Figuren symbolisieren die Aussöhnung der beiden einstigen Erzfeinde nach den Sachsenkriegen. Ich schlendere noch etwas um die Kirche herum und bewundere die historischen Häuser, die Zeugen der jahrhundertelangen Stadtgeschichte sind.

Fachwerkhäuser rund um die Kirche in Nienburg

Dann laufe ich über den Marktplatz durch die Lange Straße zum Spargelbrunnen zurück.

Der Nienburger Spargelbrunnen im ruhigen Abendlicht der Fußgängerzone

Hier biege ich rechts zur Weser ab, die um diese Zeit in ein warmes Abendlicht getaucht ist.

Blick auf die ruhig fließende Weser während des Sonnenuntergangs

Ich folge jetzt dem Radweg am Weserufer entlang zurück zu unserem Hotel.

Der Uferradweg direkt an der Weser im weichen Licht der Dämmerung

Damit geht ein ausgefüllter Abend in Nienburg zu Ende.

 

Kurze Runde am nächsten Morgen

Da wir am nächsten Morgen noch etwas Zeit haben, bevor wir zu unserem Kalendercache aufbrechen müssen, drehen wir noch eine weitere Runde durch die historische Altstadt von Nienburg. Wir beginnen in der Großen Kirchstraße, wo ich dieses gut erhaltene Fachwerkhaus fotografiere, das mit seinen Holzbalken typisch für die historische Architektur der Stadt ist.

Detailreiche Außenansicht eines historischen Fachwerkhauses in der Großen Kirchstraße

Auch das Haus gleich gegenüber ist noch sehr gut erhalten und zeigt die dichte historische Bausubstanz in diesem Teil der Altstadt.

Straßenszene in der Großen Kirchstraße mit Blick auf ein weiteres, restauriertes Fachwerkgebäude

Über die St.-Martins-Kirche und den Marktplatz schlendern wir weiter in die Lange Straße. Bei der Bäckerei Deicke holen wir uns noch etwas Reiseproviant für unterwegs, wobei uns die Nienburger Bärentatze ins Auge fällt, die wir als Dessert einkaufen; dieses traditionelle Biskuitgebäck geht auf das Wappen der Grafen von Hoya zurück, die Nienburg bis zu ihrem Aussterben im Jahr 1582 beherrschten.

Danach geht es in einem großen Bogen zum Weserufer, um weitere Labs zu spielen, wobei wir am historischen Stockturm vorbeikommen, dem letzten erhaltenen Überrest des ehemaligen Nienburger Schlosses, das im 13. Jahrhundert errichtet und während des Dreißigjährigen Krieges stark beschädigt wurde.

Der freistehende, historische Stockturm aus Backstein am Rande der Nienburger Altstadt

Wir folgen dem Radweg immer entlang des Weserufers und kommen unterwegs an einer Holzskulptur vorbei, die einen Kapitän an einem Steuerrad darstellt.

Rustikale Holzskulptur eines Kapitäns direkt am Weser-Radweg

Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zum Parkplatz unseres Hotels, wo unser Cachemobil fahrbereit für die Weiterfahrt steht.

 

Unsere Hotelempfehlung für Nienburg

Bei der Auswahl unserer Unterkünfte suche ich gezielt nach Hotels mit Parkplätzen, die in bequemer Laufreichweite der jeweiligen historischen Altstadt liegen, weshalb meine Wahl auf das Hotel Weserschlößchen (Provisionslink) für unseren Aufenthalt in Nienburg fiel. Das Haus liegt unmittelbar am Ufer der Weser und unweit der historischen Altstadtkerne.

Außenansicht des Hotels Weserschlößchen direkt am Weserufer in Nienburg

Wir haben ein geräumiges Zimmer mit großen Betten und ohne Balkon bezogen, welches einen direkten Blick in den Garten des Hauses bietet.

Innenansicht des geräumigen Hotelzimmers mit großen Betten und Blick durch das Fenster in den grünen Garten

Das Badezimmer ist recht klein, jedoch modern eingerichtet und verfügt über ein kleines Fenster zum Öffnen.

Modernes, kompakt gestaltetes Hotelbadezimmer mit hellem Fliesenspiegel und einem geöffneten Fenster

Das Frühstück wird am Morgen in Buffetform angeboten und beinhaltet warme Eierspeisen, Wurst, Marmeladen, Cerealien, Kaffee und Tee.  Für unsere Bedürfnisse hat das Angebot keine Wünsche offen gelassen, zudem ist der Parkplatz an der Seite des Hotels für Gäste kostenlos nutzbar.

Sollte ich in Zukunft für weitere Touren wieder nach Nienburg an der Weser kommen, würde ich jederzeit wieder in diesem Hotel absteigen.

 

Unsere Restaurantempfehlung für Nienburg

Für unser Abendessen fragen wir in unserem Hotel nach einem guten Gasthof mit regionalen Speisen, woraufhin uns der Hasbergsche Hof empfohlen wird. Diese historische Hofanlage liegt unmittelbar am Weserufer und verfügt über einen kleinen Biergarten direkt vor dem Eingang.

Außenansicht des Hasbergschen Hofs in Nienburg mit dem kleinen Biergarten im Eingangsbereich direkt an der Weser

Leider ist dort kein Platz mehr frei, als wir ankommen, und auch im Innenraum sind bereits alle Tische belegt. Die Wirtin bietet uns jedoch an, uns an einen großen Tisch zu anderen Gästen dazuzusetzen, was wir gerne annehmen. Ich bestelle mir warm geräucherte Forellenfilets mit Meerrettich, Bratkartoffeln und Salat.

Ein Teller mit warm geräucherten Forellenfilets, Meerrettich, goldbraunen Bratkartoffeln und einer Salatbeilage

Dazu trinke ich ein kühles Alsterwasser. Das Essen war durchweg schmackhaft zubereitet, weshalb ich den Gasthof für einen Besuch in Nienburg gerne weiterempfehle.

 

Interaktive Karte meiner Touren durch Nienburg

Auf der folgenden Karte könnt ihr die von mir besuchten Wegpunkte auf meinen beiden Touren durch Nienburg sehen. Leider habe ich nur den Track der Tour am Abend aufgezeichnet. Die Lab- und Geocaches, die ich geloggt habe, habe ich euch ebenfalls in die Karte eingezeichnet. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Bei den Lab- und Geocaches öffnet sich das Listing bei einem Klick auf den Cachenamen. Bitte beachtet, dass der Link zur Unterkunft ein sogenannter Provisionslink ist. Bucht ihr über diesen, bekomme ich eine kleine Provision, ohne dass ihr mehr zahlt. Damit unterstützt ihr meinen Blog!

Falls euch die Tour interessiert, so könnt ihr hier meine gpx-Datei herunterladen. Inzwischen habe ich diese Tour durch Nienburg auch in meinem Komoot eingestellt.

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Wie hat euch mein Bericht von meinem Besuch in Nienburg gefallen? Seid ihr selbst schon dort gewesen? Was habt ihr in der Stadt unternommen und angeschaut? Wie immer freue ich mich auf eure Kommentare unter diesem Beitrag.

Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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