Zwischen Schloss Hohentübingen, Stocherkähnen und Altstadtgassen zeigt dieser Artikel eine machbare Route für einen ausgefüllten Tübingen-Tag.
Alle Wegpunkte, die besuchten Caches sowie Hotel- und Restauranttipps sind am Ende des Beitrags übersichtlich zusammengefasst. Schau doch mal rein!
Unsere Anreise
Da wir eine Streckentour durch das Neckartal radeln möchten, entscheiden wir uns für die Anreise mit der Deutschen Bahn. Ursprünglich hatten wir den ICE von Homburg nach Stuttgart gebucht, doch dieser fällt knapp zwei Stunden vor unserer geplanten Abfahrt ersatzlos aus. Da wir beide das Deutschlandticket besitzen, weichen wir kurzerhand auf verschiedene Regionalbahnen aus und erreichen so ohne Aufpreis unser Ziel Tübingen, während wir uns die ICE-Fahrkarten samt Radreservierung erstatten lassen.
Gegen 13 Uhr treffen wir am Hauptbahnhof in Tübingen ein und rollen direkt über die Neckarbrücke. Die 1893 erbaute Brücke verbindet die Südstadt mit der historischen Innenstadt und bietet einen freien Blick auf die berühmte Front der Tübinger Altstadt am Neckarufer. Von hier aus gelingt mir eine sehr schöne Aufnahme des Panoramas mit den bunten Fachwerkhäusern.
Für das Einchecken in der nahegelegenen Jugendherberge ist es um diese Uhrzeit allerdings noch zu früh. Wir bringen unsere Räder daher erst einmal sicher in der geräumigen Fahrradgarage unter, ziehen die Radbekleidung aus und stellen unser Gepäck bis zum Spätnachmittag dort ab.
Rund um den Anlagensee
Für unser Mittagessen laufen wir zum Marktladen, einem regionalen Supermarkt mit Bistro, wo wir uns eine warme Quiche und ein kaltes Radler gönnen. Gut gestärkt brechen wir anschließend auf, um die ersten Adventure Labcaches in der Tübinger Altstadt zu absolvieren. Den Auftakt macht die Station an der Einfahrt zum unterirdischen Fahrradparkhaus direkt am Hauptbahnhof.
Natürlich nutzen wir die Gelegenheit und schauen uns im Inneren des Parkhauses um, das Platz für rund 1.100 Fahrräder bietet und über eine automatische Zufahrtsschleuse verfügt.
Danach spazieren wir durch den Tübinger Anlagenpark, der Mitte des 19. Jahrhunderts auf dem Gelände der ehemaligen Befestigungsanlagen und des alten Stadtgrabens als städtische Grünanlage angelegt wurde. Der Weg führt uns vorbei an dem zentralen Anlagensee mit seiner hoch aufragenden Fontäne.
Wir gehen weiter zum Platz der Partnerstädte am Parkhäuschen, wo Informationstafeln an die internationalen Verbindungen Tübingens erinnern.
Leider befindet sich direkt dahinter eine Baustelle, weshalb wir zunächst denselben Weg zurückgehen müssen, um über die andere Seite des Anlagensees zur Neckarbrücke zu gelangen. Von dort aus bietet sich uns der erste freie Blick auf das hoch oben thronende Schloss Hohentübingen.
Der Aufstieg zum Schloss beginnt unmittelbar neben dem Eingang des Schlossbergtunnels, einem rund 250 Meter langen Fuß- und Radfahrertunnel, der den Schlossberg seit 1978 unterquert.
Von dort aus steigen wir über einen Fußweg mit vielen Stufen hinauf in Richtung Schlossanlage. Kurz vor dem Ziel kommen wir an einer imposanten Villa der Burschenschaft Derendingia vorbei, deren weitläufige Terrasse einen hervorragenden Ausblick über die Dächer der Altstadt ermöglicht.
Dahinter biegen wir nach rechts ab und erreichen schließlich den Hintereingang des Schlosses Hohentübingen.
Im Schloss Hohentübingen
Von der Rückseite her wirkt das Schloss Hohentübingen eher wie eine mittelalterliche Burg. Die im 11. Jahrhundert erstmals erwähnte Anlage wurde ab 1507 von Herzog Ulrich zu einer Renaissancefestung umgebaut und kombiniert typische Elemente einer mittelalterlichen Höhenburg mit einem repräsentativen Schlossbau. Wir betreten das Burggelände schließlich durch ein großes hölzernes Tor.
Gleich dahinter steigen wir einige ausgetretene Stein-Stufen hinauf.
So gelangen wir auf eine breite Plattform, die früher mutmaßlich als Kanonenbastion zur Verteidigung diente. Von dort aus gehen wir durch einen schmalen Gang, der direkt in die extrem dicke Festungsmauer gehauen wurde, und erreichen schließlich den großen Innenhof des Schlosses.
Heute wird das Schloss hauptsächlich von der Universität Tübingen genutzt, die hier unter anderem Institute der Kulturwissenschaften sowie das Museum Alte Kulturen beherbergt. Wir steigen die Außen-Treppen hinauf und kommen zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf die massiven Burgbefestigungen, die Windungen des Neckars und die angrenzenden Wohnhäuser.
Danach gehen wir wieder hinunter in den Innenhof.
Dort steht eine etwa fünf Tonnen schwere monumentale Kopfskulptur eines römischen Kaisers Augustus.
Bevor wir das Schlossinnere verlassen, werfen wir noch einen Blick in die kleine Ausstellung zur Erforschung der menschlichen DNA, die hier am historischen Entdeckungsort von Friedrich Miescher eingerichtet ist und die ich sehr interessant finde. Der Schlossinnenhof und diese Ausstellung sind übrigens dauerhaft kostenlos sowie öffentlich zugänglich.
Anschließend verlassen wir den Innenhof und schauen uns den Vorhof mit seinen Aussichtspunkten an. Von hier aus bietet sich ein weiter Panoramablick über die Dächer der Tübinger Altstadt.
Schließlich verlassen wir die Schlossanlage durch das historische Haupttor.
Direkt dahinter befinden wir uns bereits in den verwinkelten Gassen der Altstadt.
Durch die Altstadt am Nachmittag
Wir laufen durch die steilen Gassen hinunter zur evangelischen Stiftskirche St. Georg. Der spätgotische Hallenbau wurde zwischen 1470 und 1490 unter Graf Eberhard im Bart errichtet und prägt mit seinem markanten Stiftskirchenturm das Stadtbild.
Von dort gehen wir weiter zum Brunnen auf dem Holzmarkt, der seinen Namen der historischen Nutzung des Platzes als Handelsort für Brenn- und Bauholz verdankt.
An der Kreuzung direkt hinter der Kirche fallen uns die gut erhaltenen historischen Fachwerkgebäude auf.
Unser Weg führt uns anschließend durch die Bursagasse zur Alten Burse, die 1478 als gemeinschaftliches Wohn- und Lehrgebäude der Artistenfakultät erbaut wurde. Hier lehrte unter anderem der Humanist Philipp Melanchthon Anfang des 16. Jahrhunderts Griechisch und Altgriechisch.
Von der Burse steigen wir vollends hinab zum Flussufer des Neckars, wo die traditionellen Tübinger Stocherkähne anlegen. Diese hölzernen Flachbodenschiffe werden seit dem 19. Jahrhundert von Studierenden und Fährleuten mit einer langen Holzstange über den Fluss gestakst.
Gerne wären wir eine Runde auf dem Neckar mitgefahren, allerdings bleiben wir etwa 20 Minuten lang die einzigen Interessenten vor Ort und eine Fahrt kommt erst ab einer Mindestteilnehmerzahl von sechs Personen zustande. Anschließend machen wir uns auf den Rückweg zur Jugendherberge, um dort endlich einzuchecken.
Abendspaziergang durch die Altstadt
Nachdem wir uns in der Jugendherberge eingerichtet haben, suchen wir im Internet nach einem Gasthof mit regionaler Küche für unser Abendessen. Welches Lokal wir reserviert haben, zeige ich weiter unten in meiner Restaurantempfehlung. Kurz nach 18 Uhr brechen wir in die Altstadt auf, die nur einen kurzen Fußweg von unserer Unterkunft entfernt liegt. Wir laufen durch die Neckargasse, über den Holzmarkt und anschließend rechts die Kirchgasse hinunter. An einer Ecke werfe ich einen genauen Blick auf die gut erhaltenen Fachwerkhäuser in der angrenzenden Seitenstraße.
Von dort ist es nicht mehr weit bis zum Gasthaus Bären, wo wir zu Abend essen. Nach dem Essen schlendern wir die Straße vom Gasthaus weiter hinunter und gelangen zum Fruchtkasten, einem der ältesten Fachwerkhäuser Tübingens.
Das Gebäude wurde 1474 erbaut und sein alemannisches Fachwerk besteht aus bis zu 800 Jahre altem Eichenholz. In den ersten Jahrzehnten dienten die weitläufigen Hallen als Getreidelager für die herzoglichen Abgaben, später lagerte man dort auch Hopfen.
Anschließend kehren wir um und biegen in die Ammergasse ein, durch die offen der schmale Ammerkanal geleitet wird.
Am Ende der Gasse erreichen wir einen kleinen Platz mit einem Brunnen und einem gepflegten Fachwerkhaus.
Wir laufen durch die Ammergasse zurück, da mir aufgefallen ist, dass sich am Bronze-Relief der Altstadt vor dem Kornhaus ein 5er LabAdventure befindet, das wir direkt absolvieren.
Auch das 1435 erbaute historische Rathaus am Marktplatz mit seiner aufwendig bemalten Sgraffito-Fassade wollen wir uns noch ansehen und schlendern dorthin.
Vor Ort beantworten wir die Frage zum dortigen Virtual Cache Der Drachenzeiger und machen jeweils das geforderte Beweisfoto.
Vom Marktplatz steigen wir die steinernen Treppen hinauf und schlendern durch eine enge Gasse weiter.
Zurück am Holzmarkt halten wir Ausschau nach dem dortigen Traditional Cache Geklaut in Köln, den wir nach genauerem Suchen schließlich entdecken und uns im Logbuch eintragen.
Zur Belohnung gönnen wir uns ein Eis beim Straßenverkauf direkt neben dem Versteck.
Wir werfen einen letzten Blick zurück auf die Stiftskirche St. Georg.
Damit beenden wir unseren abendlichen Rundgang durch Tübingen und gehen zurück in die Jugendherberge, wo am nächsten Morgen unsere Radtour entlang des Neckars nach Heidelberg startet. Aber das ist eine andere Geschichte …
Meine Hotelempfehlung für Tübingen
Für unsere Übernachtung buchen wir ein Zimmer für zwei Personen in der Jugendherberge Tübingen (Provisionslink), was angesichts des gehobenen Preisniveaus der hiesigen Hotels eine verhältnismäßig günstige Alternative darstellt. Unser Zimmer ist recht geräumig und mit einem Doppelbett sowie einem darüber angebrachten Einzel-Stockbett ausgestattet. Ergänzt wird die Einrichtung durch einen Schreibtisch mit zwei Sitzgelegenheiten.
Das eigene Badezimmer ist funktionell gestaltet und bietet eine Dusche, ein Waschbecken sowie ein WC.
Das Frühstück wird am Morgen in Buffetform serviert und ist für unsere Ansprüche vollkommen ausreichend.
Ein großer Pluspunkt für Radreisende ist die Zertifizierung der Unterkunft durch den ADFC als Bett+Bike-Betrieb. Wir können unsere E-Bikes in einer geräumigen, abschließbaren Fahrradgarage unterstellen, in der auch Lademöglichkeiten für die Akkus vorhanden sind, die wir so kurz nach der Anreise allerdings bisher nicht nutzen müssen.
Aufgrund des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses und der fahrradfreundlichen Ausstattung würde ich diese Unterkunft jederzeit wieder buchen.
Meine Restaurantempfehlung für Tübingen
Über das Internet reservieren wir uns vorab einen Tisch im Außenbereich des Gasthauses Bären in der Tübinger Altstadt.
Auf der Speisekarte werden schwäbische Spezialitäten im Tapas-Format zu fairen Preisen angeboten. Wir starten mit einer Portion schwäbischer Maultaschen und bestellen einen frischen Krautsalat als Beilage dazu.
Da die Teller als Tapas konzipiert sind, fallen die einzelnen Portionsgrößen überschaubar aus. Daher teilen wir uns im Anschluss noch eine Portion frisch zubereitete Käsespätzle, die uns ebenfalls geschmacklich überzeugen.
Dazu trinken wir einen regionalen württembergischen Wein direkt aus der Karaffe. So wird unser erstes Abendessen im Schwabenland zu einem gelungenen kulinarischen Auftakt der Reise.
Interaktive Karte meiner Tour durch Tübingen
Auf der folgenden Karte könnt ihr die auf meiner Tour durch die historische Altstadt von Tübingen von mir besuchten Sightseeing-Spots, meine Unterkunft und den Gasthof, in dessen Biergarten ich eingekehrt bin, sehen. Die Lab- und Geocaches, die ich geloggt habe, habe ich euch ebenfalls in die Karte eingezeichnet. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Bei den Lab- und Geocaches öffnet sich das Listing bei einem Klick auf den Cachenamen. Bitte beachtet, dass der Link zur Unterkunft ein sogenannter Provisionslink ist. Bucht ihr über diesen, bekomme ich eine kleine Provision, ohne dass ihr mehr zahlt. Damit unterstützt ihr meinen Blog!
Falls euch meine Tour interessiert, so könnt ihr hier meine gpx-Datei herunterladen. Inzwischen habe ich meine Nachmittags- und meine Abendtour auch in meinem Komoot eingestellt.
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Diese Tour habe ich im Rahmen meiner Radtour über den Neckartal-Radweg von Tübingen nach Heidelberg unternommen. Meinen Überblicksbeitrag zu dieser Tour findet ihr unter Radfahren & Geocaching: 5 Tage auf dem Neckartal-Radweg.
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Wie hat euch mein Bericht von meinem Besuch in Tübingen gefallen? Seid ihr selbst schon dort gewesen? Was habt ihr in der Stadt unternommen und angeschaut? Wie immer freue ich mich auf eure Kommentare unter diesem Beitrag.








































