Diese Traumschleife zeigt, dass auch eine kurze Runde von 5,5 Kilometern viel zu bieten hat – von der Nahequelle bis zum Blick auf den Schaumberg.
Wie sich die Tour für Familien eignet und was es mit dem etwas in die Jahre gekommenen Multicache auf sich hat, erfahrt ihr im Artikel. Schaut doch mal rein!
Die Traumschleife Nahequelle-Pfad
Wir starten unsere Tour im nördlichen Saarland am Ortsrand von Selbach, wo die nur 5,5 Kilometer lange Traumschleife Nahequelle-Pfad beginnt. Der Wegbetreiber gibt die reine Gehzeit mit 1:30 Stunden an, wobei auf der kurzen Strecke lediglich 111 Höhenmeter zu überwinden sind. Das Deutsche Wanderinstitut hat den Weg 2025 mit 90 Erlebnispunkten zertifiziert, womit er zu den am höchsten bewerteten Premiumwanderwegen der Region zählt. Die Orientierung fällt extrem leicht, da die Route durchgehend perfekt markiert ist. Ein Blick auf das GPS-Gerät ist für den Wegverlauf an keiner Stelle notwendig.
In kurzen Abständen stehen informative Wegweiser, die neben den nächsten Zwischenzielen stets die genaue Restentfernung bis zum Ende der Runde anzeigen.
Trotz der geringen Gesamtlänge bietet die Strecke eine hohe Dichte an Infrastruktur mit zahlreichen Holzbänken, Rastplätzen und Spielmöglichkeiten für Kinder. Für Geocacher ist die Runde ebenfalls interessant, da der Wandermulti „Der Nahequellepfad“ über den gesamten Routenverlauf führt und unterwegs zwei weitere Tradis gesucht werden können.
Rund um den Wanderparkplatz
Als wir sonntags kurz vor Mittag ankommen, ist die Zufahrt zum offiziellen Wanderparkplatz gesperrt. Wir stellen unser Auto daher am Rand einer Wiese ab, machen uns wanderfertig und folgen der Ausschilderung in Richtung des Wanderwegs.
Auf dem kurzen Fußweg zum eigentlichen Startpunkt kommen wir an einem kleinen Teich vorbei.
Etwas weiter passieren wir eine Streuobstwiese mit zahlreichen Obstbäumen, die bereits kräftig rote Äpfel tragen.
Der Grund für die Sperrung ist die aktuelle Erneuerung der Zufahrt zum Parkplatz. Da am Wochenende auf der Baustelle nicht gearbeitet wird, können wir den Bereich als Fußgänger problemlos passieren. Kurze Zeit später erreichen wir den Parkplatz, auf dem ein großer grauer Container mit einer Toilettenanlage steht.
Direkt dort ist auch der offizielle Startpunkt der Traumschleife ausgeschildert.
Vorbei an der Nahequelle
Kurze Zeit später erreichen wir das hölzerne Wanderportal, das den Beginn sowie die empfohlene Laufrichtung der Traumschleife anzeigt.
Gleich daneben fällt mir eine aufwendige Schnitzarbeit ins Auge, die direkt am Wegesrand platziert ist.
Da wir den Wandermulti absolvieren möchten, können wir nicht sofort in die reguläre Runde starten, sondern laufen zunächst ein kurzes Stück entgegen der empfohlenen Laufrichtung zu Station 1. Auf diesem Abschnitt kommen wir an einem hölzernen Bücherbaum vorbei, der als öffentliche Tauschbörse dient.
Die erste Station ist schnell lokalisiert und die benötigte Information abgelesen. Allerdings ist die Frage vor Ort nicht mehr völlig eindeutig zu beantworten, da der Zahn der Zeit bereits spürbar an der Krokodilfigur genagt hat. Wir kehren um, durchschreiten das Wanderportal und folgen ab jetzt der empfohlenen Route.
Schon nach kurzer Zeit erreichen wir die eigentliche Nahequelle, deren Einfassung optisch eher an einen gemauerten Brunnen als an einen klassischen Flussursprung erinnert.
Direkt neben der Quelle befindet sich eine interaktive Hör-Station. Wenn wir die integrierte Drehscheibe mit Muskelkraft antreiben, erhalten wir akustische Informationen zur Geschichte der Region.
Anschließend folgen wir dem schmalen Wanderpfad, der parallel zu einem derzeit ausgetrockneten Bachlauf führt.
Die zweite Station des Geocaches können wir trotz intensiver Suche nicht entdecken, was uns etwas frustriert, da wir diesen benötigen, um die Koordinaten der nächsten Station berechnen zu können. Wir setzen unsere Wanderung dennoch fort und halten unterwegs weiterhin aufmerksam die Augen offen.
Hinauf auf den Sengert
Wir laufen zunächst über einen schmalen Pfad, der bald in einen breiteren Forstweg mündet.
Unterwegs kommen wir an eine Holzkonstruktion, die wie ein Dachsbau gestaltet ist – so lautete der Name der Station, die wir nicht finden konnten. Obwohl der Ort nicht zu den Koordinaten passt, notiere ich mir die Werte, die für die Berechnungen der folgenden Etappen nötig sind und ermittle so die Koordinaten der nächsten Station. Kurze Zeit später passieren wir eine kleine hölzerne Schutzhütte.
Direkt daneben ist ein Seilklettergerüst in Form eines großen Spinnennetzes aufgebaut.
Von dort wandern wir leicht ansteigend entlang eines derzeit ausgetrockneten Bachlaufs. Exakt an den von mir berechneten Koordinaten entdecken wir die nächste Station, womit wir beim Wandermulti wieder im Rennen sind. Offensichtlich hat sich die Position des „Dachsbaus“ verändert, seit dieser Multi veröffentlicht wurde.
Etwas später öffnet sich der dichte Wald und der Pfad führt uns auf eine freie Wiesenfläche.
Von der Freifläche aus eröffnet sich ein weitläufiger Blick über die umliegenden Hügelketten und Ortschaften der Region.
Noch etwas weiter erreichen wir eine Rastbank mit Aussicht, neben der eine Holzschaukel und ein kleines Stelzenhaus stehen. Die Infrastruktur dieser Route hält gerade für Familien mit Kindern viele Stationen bereit.
Wir wandern weiter durch die offene Felder- und Wiesenlandschaft. Unterwegs zeigt sich in der Ferne der Schaumberg mit dem markanten Schaumbergturm, der mit seinem Aussichtsturm auf 568 Metern Höhe als die höchste Erhebung im Naturraum Prims-Blies-Hügelland gilt.
Nach einem kurzen Wegstück durch den Wald erreichen wir einen weiteren Aussichtspunkt samt Picknickplatz. Hier steht auch eine große, neu installierte Sinnenbank, die eine freie Sicht in Richtung Hunsrück bietet.
Direkt an dieser Stelle beginnt schließlich der Abstieg unseres Rundwegs.
Ein schöner Abstieg
Über einen schmalen Pfad geht es unter dem dicht geschlossenen Blätterdach schattig und allmählich bergab.
Nach kurzer Zeit wandern wir am Rand einer offenen Wiese entlang, von wo aus sich erneut ein weiter Blick über die umgebende Landschaft eröffnet.
Als der Weg anschließend wieder im Wald verschwindet, erreichen wir ein hölzernes Wigwam. Hier stoßen wir beim Wandermulti auf Probleme, da sich die für die Station benötigte Zahl nicht mehr zweifelsfrei bestimmen lässt. Offenbar hat sich die Anzahl der Bodenplanken im Zuge einer Reparatur verändert.
Etwas weiter unterhalb im Waldgebiet kommen wir an einigen niedlich gestalteten, bunt bemalten Holz-Kobolden am Wegesrand vorbei.
Nur wenige Schritte dahinter stehen noch einmal fünf weitere dieser Figuren exakt in Reih und Glied aufgestellt.
Auf einem recht welligen Naturpfad überwinden wir die letzten Meter und überqueren zunächst eine kleine Holzbrücke.
Direkt im Anschluss erreichen wir die Rückseite des Geheges, an dem wir zu Beginn der Tour den Wert für die erste Station ermittelt haben.
Im großen Bogen zurück zum Ausgangspunkt
Hinter dem Gehege kommen wir zur letzten Station des Wandermultis. Da auch hier vor Ort etwas fehlt, können wir die Finalkoordinaten nicht auf reguläre Weise berechnen. Da im Listing jedoch ein Spoilerbild hinterlegt ist, halten wir beim Weitergehen aufmerksam die Augen offen.
Nach einiger Zeit überqueren wir eine Wiese, die eine weite Aussicht bietet und einen gelungenen Abschluss der Runde bildet.
Da diese Fläche offensichtlich zur Gewinnung von Viehfutter genutzt wird, weist ein Hinweisschild eindringlich darauf hin, Hunde an der Leine zu führen.
Wir wandern über das offene Wiesengelände und passieren dabei einige einzeln stehende Bäume.
Erst dahinter geht der Weg wieder in ein Waldstück über.
Kurze Zeit später erreichen wir bereits wieder unseren ursprünglichen Ausgangspunkt am Startpunkt der Runde.
Unser Abschluss am Gehege
Es gibt hier verschiedene Gehege. In dem oberen Gehege sind Ziegen untergebracht.
Ich finde das untere, das sich gleich neben dem Kiosk befindet, interessanter. Hier sind Rehe und Schafe gemeinsam unterwegs.
Apropos Kiosk: Dort gönnen wir uns ein kaltes Radler, das hier überraschend günstig ist.
Danach verbringen wir noch einige Zeit am Gehege und schauen den Tieren zu.
Wenn Jemand am Futterautomaten etwas kauft, wird es eng am Zaun, weil alle etwas abhaben wollen.
Egal, ob Reh oder Schaf – sie stehen alle Schlange, um etwas aus der Tüte zu bekommen.
Nachdem ich unzählige Fotos gemacht habe, laufen wir zu unserem Auto zurück und treten die Rückfahrt an.
Der Multicache „Traumschleife Nahequelle-Pfad“
Der Wandermulti umfasst insgesamt neun Ablesestationen sowie ein Final. Allerdings ist der Cache inzwischen seit mehr als elf Jahren weit entfernt von regelmäßiger Pflege im Listing und vor Ort, was sich an den einzelnen Stages deutlich bemerkbar macht. Die Frage am Krokodil ist verwittert und nicht mehr eindeutig, der Dachsbau wurde offensichtlich an einen neuen Ort versetzt, die Igelpyramide weist mittlerweile eine veränderte Anzahl an Bodenplanken auf und das Uhuhaus ist gar nicht mehr auffindbar. Unter diesen Umständen lassen sich die Finalkoordinaten auf reguläre Weise nicht mehr berechnen. Glücklicherweise ist das hinterlegte Spoilerbild weiterhin aktuell. Es ermöglicht aufmerksamen Geocachern, das Versteck der Filmdose vor Ort dennoch ausfindig zu machen und sich erfolgreich im Logbuch einzutragen.
Es ist wirklich schade um diesen Geocache, da hier ursprünglich ein großartiger Wandermulti – gerade auch für Familien mit Kindern – auf einer landschaftlich ansprechenden Route angelegt wurde. Wenn der Pfad und die liebevoll gestalteten Stationen mit der Zeit verfallen und nicht mehr gewartet werden, geht unterwegs leider einiges an Potenzial verloren. Dennoch entschädigt der abwechslungsreiche Streckenverlauf der Traumschleife für die Frustration bei den Rechenaufgaben, und am Ende bleibt zumindest die Freude über den erfolgreichen Logeintrag dank des passenden Spoilers.
Interaktive Karte der Wanderung
Auf der folgenden Karte könnt ihr den genauen Verlauf meiner Geocaching-Wanderung über die „Traumschleife Nahequelle-Pfad“ sehen. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Bei dem Multi öffnet ein Klick auf den Namen das zugehörige Listing auf geocaching.com. Das Final des Wandermultis und den Weg dahin habe ich natürlich aus dem Track entfernt.
Falls euch meine Tour interessiert, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei herunterladen. Bei komoot habe ich unsere Wanderung ebenfalls eingestellt.
** ** ** ** **
Wie hat euch mein Bericht über die Wanderung gefallen? Kennt ihr diese Tour und wäre sie etwas für euch? Was sind eure Empfehlungen für die Region rund um Selbach? Wie immer freue ich mich auf eure Kommentare unter diesem Artikel.







































