Geocaching & Wandern: Die Traumschleife Hahnenbachtaltour

Auf der Suche nach dem schönsten Wanderweg Deutschlands waren saarzwerg und ich im Hunsrück in der Nähe von Idar-Oberstein unterwegs. Dort sind wir die hochbewertete, knapp 10 Kilometer lange Hahnenbachtal-Tour gelaufen.

Die Strecke überraschte uns positiv mit einer ehemaligen Schiefergrube, rekonstruierten Keltenhäusern, einer tollen Burg und vielen Felsen mit grandiosen Aussichtspunkten. Kommt mit auf die virtuelle Wanderung!

 

 

Die Hahnenbachtal-Tour

Laut Wegbetreiber ist die Hahnenbachtal-Tour insgesamt 9,6 Kilometer lang und dabei werden nur 219 Höhenmeter überwunden. Die Tour ist als mittelschwer bewertet und ihre Dauer mit vier Stunden reiner Gehzeit angegeben. Am Startpunkt befindet sich ein großer und kostenloser Parkplatz. Als wir dort Samstagmorgens gegen zwanzig nach zehn Uhr eintreffen ist er noch fast komplett leer. Gleich am Parkplatz wurde eine Informationstafel aufgestellt, die nützliche Informationen zum Wegverlauf liefert.

Der Premiumwanderweg Hahnenbachtal-Tour wurde im Jahr 2019 vom Deutschen Wanderinstitut mit 94 Erlebnispunkten ausgezeichnet und gehört damit zu den zehn am höchsten bewerteten Rundwanderwegen Deutschlands. Eine große Schiefertafel weist am Eingang der Tour darauf hin, dass dieser Wanderweg im Jahr 2012 zum schönsten Wanderweg Deutschlands gewählt wurde.

Wie es sich für einen Premiumwanderweg gehört, ist er perfekt markiert. Falls Ihr also nur wandern und nicht Geocaching machen wollt, könnt Ihr getrost Euer GPS zuhause lassen.

Da es sich bei der Hahnenbachtal-Tour um eine Traumschleife handelt, ist der Wanderweg mit Kilometermarkierungen versehen worden.

Apropos Geocaching: Bisher gibt es noch keinen Wandermulti, der über die komplette Strecke führt – vielleicht hat ja Jemand von Euch Lust hier einen zu legen? Bisher liegen nur vier Tradis und zwei Earthcaches auf dem Premiumwanderweg. Alle Tradis sind bei unserem Besuch gut zu finden gewesen!

 

Hinauf auf den Dickhecker Kopp

Am Start weisen zwei Waggons auf die Bergwerksvergangenheit dieser Region hin. Davon werden wir im Laufe unserer Wanderung noch mehr zu sehen bekommen.

Bevor wir richtig losgewandert sind, verlassen wir gleich am ersten Wegweiser den Premiumwanderweg und machen einen Abstecher auf den Dickhecker Kopp. Wir steigen über einen kleinen Wanderpfad ein kurzes Stück steil nach oben.

Dann sind wir auch schon oben angekommen. Ein Kreuz markiert den höchsten Punkt.

Der Aufstieg hat sich gelohnt, da wir von hier oben eine tolle Aussicht auf die Schmidtburg haben, die sich auf der anderen Talseite befindet.

Auch an der Burg werden wir im Laufe der Wanderung noch vorbeikommen. Ich freue mich schon! Danach schaue ich in die andere Richtung, wo ich bereits die ehemalige Schiefergrube sehen kann, die unser nächstes Ziel auf dieser Wanderung ist.

Bevor wir wieder hinuntersteigen, suchen wir noch schnell den Tradi Dickhecker Kopp – das Eventdöslein, der sich nicht lange vor uns verstecken kann.

Danach folgen wir den Markierungen und steigen über einen kleinen Wanderpfad, nun nicht mehr so steil, dafür aber etwas länger, nach unten.

 

An der Schiefergrube Herrenberg

Anschließend starten wir in die Wanderung und folgen den Markierungen leicht abwärts. Nach ein paar Minuten kommen wir auf eine kleine Teerstraße, die uns zur ehemaligen Schiefergrube Herrenberg bringt. Die ist aber leider geschlossen. Im Internet lese ich später, dass es hier im Februar wohl einen Steinschlag gab, weshalb das Besucherbergwerk auf unbestimmte Zeit geschlossen bleiben wird.

Durch das Gitter am Eingang kann ich wenigstens hineinschauen.

Auf dem Gelände der Schiefergrube befindet sich der Earthcache Schiefergrube Herrenberg/Slate Mine Herrenberg 🌍, dessen Fragen sich mittels der Informationstafeln vor Ort leicht beantworten lassen.

 

Vorbei an der Keltensiedlung

Nachdem wir den Earthcache beantwortet haben, wandern wir weiter zum Eingang der Keltensiedlung, welchen wir nur wenige Minuten später erreichen.

Die Informationstafel vor Ort zeigt nur eine leere Ausgrabungsfläche, weshalb wir uns entscheiden ohne einen Besuch weiterzuwandern. Das stellt sich später als Fehler heraus, da wir von der Schmidtburg aus die Dächer der Keltenhütten sehen können. Bei unserem nächsten Besuch werde ich mir die Siedlung auf jeden Fall mal näher anschauen.

 

Vorbei an den Überresten der Bergwerke

Wir verlassen den Wald und erreichen eine offene Hochfläche mit Feldern und Wiesen.

An der Stelle, wo wir den nächsten Wald betreten, piepst mein GPS – wir befinden uns in der Nähe des Tradis Insektenhotel, den wir gut und schnell loggen können. Danach folgen wir den Markierungen bergabwärts und kommen zu einem kleinen Aussichtspunkt mit ein paar Picknickbänken und -tischen.

Auch hier wurde eine Lore aufgestellt und eine Informationstafel weist auf ein Bergwerk hin, welches sich hier befunden hat. Im weiteren Verlauf des Weges kommen wir an alten Mauern vorbei, die dazu gehört haben.

Nachdem wir den Berg komplett hinunter gewandert sind, piepst mein GPS abermals: Wir haben den Tradi Achatschleiferei II erreicht. Ich hoffe hier einen Lostplace zu finden – aber außer ein paar alten Fundamenten gibt es hier nichts mehr zu sehen. Schade. Dafür finden und loggen wir den dort versteckten Geocache.

 

Am Hahnenbach entlang

Wieder ein paar Meter weiter erreichen wir den Hahnenbach, den wir auf einer neuen Brücke überqueren.

Auf der anderen Seite folgen wir dem Bach ein gutes Stück und wandern durch das offene Flusstal.

Nach einiger Zeit zeigt uns eine Markierung an, dass wir nun in den Wald abbiegen.

 

Hinauf zur Höllenkirche

Nun wird es etwas anstrengender: Zunächst laufen wir nur leicht ansteigend durch einen kleinen Nadelwald und anschließend flach weiter über einen breiten Forstweg, der sich an seinem Ende verengt und in einen echt steilen Wanderpfad übergeht. Nachdem wir die 50 Höhenmeter, die uns wie 100 vorkamen, geschafft haben, erreichen wir einen tollen Aussichtspunkt mit einem Picknickplatz und einer Sinnenbank.

Dahinter befindet sich die Ruine der Höllenkirche. Außer einer Wand mit einem Fenster ist hier aber nicht mehr viel übrig.

Wir nutzen die Gelegenheit zum Picknick und legen unsere Mittagspause ein. Nachdem wir uns gestärkt haben, suchen wir noch den Tradi Höllenkirche, der unterhalb des Aussichtspunkts versteckt wurde. Mit unserem Picknick und dem Geocaching verbringen wir hier eine Dreiviertelstunde.

 

Weiter durch das Hahnenbachtal

Auf der anderen Seite der Höllenkirche laufen wir wieder den Berg hinunter und wandern dann weiter durch den Wald, immer parallel zum Hahnenbach. Mal geht es leicht hoch und dann wieder leicht hinunter.

 

Nach einiger Zeit wird das Gelände offener, da der Wanderweg nun näher am Bach verläuft. Wir kommen an einem Weiher vorbei und finden dahinter diese tolle Schaukel vor.

… und da sie gerade frei ist, nutzen wir die Gelegenheit zu einer weiteren kleinen Pause und schaukeln eine Runde. Das macht echt Spaß. Wenn Ihr dort vorbei kommt, solltet Ihr das auf jeden Fall auch machen!

Danach folgen wir weiter unserem Wanderweg durch das offene Tal.

 

Durch die Schmidtburg hindurch

Ein paar Minuten später wird das Tal enger und unser Wanderpfad beginnt leicht anzusteigen. Wir laufen wieder durch einen kleinen Wald.

Unterwegs kommen wir an einigen Felsen vorbei. Bei einem schaut es so aus, als wäre dort ein Stollen begonnen worden. Dort in der Nähe befindet sich der Earthcache Bergbau im Hahnebachtal?, den wir aber leider überlaufen, da mein GPS nicht gepiepst hat. Naja, nicht schlimm – ist ja auch ein Grund mal wieder diese Tour zu wandern …

Dann öffnet sich der Wald und wir sehen, dass wir uns in unmittelbarer Näher zur Schmidtburg befinden. Übrigens, das kleine Holzhäuschen ist ein öffentliches WC – davon stehen einige rund um die Burg.

Wir folgen unserem Wanderweg und betreten die Burg über eine Brücke. Über eine Treppe steige ich zur Oberburg hinauf. Wow – was hier alles noch steht! Ich mache unzählige Fotos und schaue mir jeden Winkel genau an.

Dann steige ich über eine Treppe nach unten und schaue mir die noch erhaltenen Gewölbe und Bögen an.

Nachdem wir uns alles in der Oberburg angeschaut haben, laufen wir gemütlich über die breite Rampe hinunter zu Unterburg und schauen uns dort den Bergfried an.

Dann gehen wir vor zum vordersten Punkt der Unterburg und genießen dort noch etwas die Aussicht hinüber zur Schiefergrube. Danach setzen wir unsere Wanderung fort und verlassen die Burg durch einen anderen Ausgang. Unser Wanderpfad läuft nun ein Stück unterhalb der Burgmauer vorbei …

… und wechselt dann die Richtung und bringt uns wieder hinunter.

Unten angekommen, folgen wir weiter dem Hahnenbach bis zu einer kleinen Brücke.

 

Pause am Forellenhof

An der Kilometer -8-Markierung wechseln wir die Seite und überqueren den Hahnenbach.

Auf der anderen Seite befindet sich das Hotelrestaurant Forellenhof, welches über eine sehr schöne Terrasse verfügt.

Wir legen eine weitere Pause ein und gönnen uns eine kalte Apfelschorle auf der sonnigen Terrasse. So macht Wandern Spaß!

 

Zurück zum Parkplatz

Vierzig Minuten später wandern wir wieder weiter: Unser Wanderpfad “klettert” nun leicht den Hang hinauf. Unterwegs kommen wir durch zwei kleine Tunnel, die für ein Bergwerk angelegt wurden.

Für mich ist das eins der vielen Highlights dieser Tour. Wieder mache ich unzählige Fotos.

Kurz dahinter kommen wir an einigen Überresten des Bergbaus vorbei: Ein paar Schienen und eine Seilscheibe finden wir hier noch.


Der Wanderpfad steigt weiter an. Wir wandern durch einen Steilhang und kommen zu einem Aussichtspunkt, der einen tollen Blick auf die Schmidtburg frei gibt. Eine Sinnenbank lädt zum Verweilen ein.

An dieser Stelle befindet sich die 9-Kilometer-Markierung. Da es die letzte ist, die wir auf dieser Wanderung sehen werden, machen wir ein kleines Selfie davor.

Dann folgen wir weiter dem schmalen Pfad, der sich immer weiter den Hang hinauf zieht und an weiteren tollen Aussichtspunkten vorbeiführt.

Kurz vor dem Parkplatz wurde in einer kleinen Höhle die Heilige St. Barbara aufgestellt. Sie ist die Schutzpatronin der Bergleute.

Nach 5:20 Stunden stehen wir wieder vor unserem Auto. Wenn ich die knapp eineinhalb Stunden Pause abziehe, sind wir genau in der vorgegebenen Zeit geblieben. Allerdings meldet mein GPS 11,2 Kilometer und 400 Höhenmeter. Mein Fazit: Eine tolle Wanderung, die die 94 Erlebnispunkte verdient hat!

 

Interaktive Karte der Wanderung

Auf der folgenden Karte könnt Ihr den genauen Verlauf unserer Geocaching-Tour über den Premiumwanderweg Hahnenbachtal-Tour sehen. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Bei den Geocaches öffnet ein Klick auf den Namen das zugehörige Listing auf geocaching.com. Unseren Parkplatz, der auch gleichzeitig der Startpunkt der Wanderung ist, habe ich Euch ebenfalls markiert.

Falls Euch unsere Tour interessiert, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei herunterladen.

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Wie hat Euch diese Tourempfehlung gefallen? Seid Ihr selbst schon im Hunsrück gewesen? Was sind Eure Empfehlungen für diese Region? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag!

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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