Geocaching & Wandern: Die Traumschleife Manternacher Fiels

Vor zwei Wochen war ich zusammen mit saarzwerg in Luxemburg auf dem hochbewerteten Premiumwanderweg “Manternacher Fiels” unterwegs. Da der Wanderweg durch ein Naturschutzgebiet führt, sind leider nur wenige Geocaches unterwegs zu suchen.

Dafür wurden wir aber mit einer tollen Landschaft, bizarren Felsen und schönen Ausblicken belohnt. Kommt mit auf diese virtuelle Wanderung!

 

 

Die Traumschleife Manternacher Fiels

Derzeit gibt es elf Premiumwanderwege in Luxemburg, die entweder komplett oder zumindest teilweise über den Boden des Großherzogtums verlaufen. Der Premiumwanderweg “Manternacher Fiels” konnte bei seiner letzten Zertifizierung durch das Deutsche Wanderinstitut im Jahr 2021 genau 93 Erlebnispunkte erreichen, was eine sehr gute Bewertung ist. Seine Route verläuft durch das gleichnamige Naturschutzgebiet und ist laut dem Wegbetreiber 9,6 Kilometer lang und soll dabei nur 275 Höhenmeter überwinden. Die reine Gehzeit ist mit 3:30 Stunden angegeben worden.

Wie es sich für einen Premiumwanderweg gehört, ist der Streckenverlauf dank den Saar- Hunsrück-Markierungen leicht zu finden. Ein GPS ist für diese Wanderung nicht erforderlich.

Da es sich bei dieser Wanderung um eine Traumschleife handelt, ist die schon zurückgelegte Strecke mit Kilometermarkierungen versehen worden.

Am Beginn des Wanderwegs steht eine große Informationstafel, die den genauen Verlauf und das Höhenprofil des Wanderwegs zeigt.

Natürlich gibt es auch bei dieser Traumschleife ein Portal, das auf den Wanderweg hinweist. An diesem sind sogar deutlich die letzten Zertifizierungen zu erkennen. Alle drei Jahre muss ein Premiumwanderweg neu zertifiziert werden. Dies dient dazu die Qualität aufrecht zu erhalten und den Wegverlauf gegebenenfalls neu zu bewerten.

Hier sehe ich, dass bei der ersten Zertifizierung der Wanderweg 90 Erlebnispunkte bekam, bei der nächsten 91 und bei der letzten im Jahr 2021 dann schon 93 Erlebnispunkte erreichen konnte. Daran ist zu sehen, dass der örtliche Wanderverein sehr viel Herzblut und Engagement in diesen Weg steckt.

 

Durch Manternach zum Start

Kurz vor 10:30 Uhr erreichen wir die kleine Ortschaft Manternach. Unmittelbar hinter dem Bahnübergang finden wir in der Nähe der Bahnhaltestelle einen freien und kostenlosen Parkplatz. Nachdem wir unsere Rucksäcke geschultert haben, muss ich erst mal nach der Wanderroute auf meinem GPS schauen, da ich zu meiner Überraschung hier am “Bahnhof” keine Markierungen oder Hinweise auf die Traumschleife finden kann.

Laut meinem GPS müssen wir zunächst etwas der Straße in Richtung der Kirche folgen.

An der nächsten größeren Abzweigung auf der rechten Seite kann ich dann die ersten Markierungen der Zuwegung zum Startpunkt finden. Auf dem Weg dorthin kommen wir an einem kleinen Industriedenkmal vorbei.

Kurz dahinter biegen wir rechts in eine kleine Gasse ein und laufen durch einen  kleinen Tunnel …

… und dahinter über eine Fußgängerbrücke, die den Fluss Syre überspannt. Danach erreichen wir den offiziellen Startpunkt der Traumschleife Manternacher Fiels, der deutlich mit einem Holzportal gekennzeichnet ist.

Was mich hier jedoch total verwundert ist die Kilometermarkierung “9” – sollte die nicht etwas entfernt vom Portal stehen, da der Weg eine offizielle Gesamtlänge von 9,6 Kilometern hat? Dabei fällt mir auf, dass sich hier die Angaben der Webseite des Wegbetreibers (9,6km) und der des Deutschen Wanderinstituts (8,6km) deutlich unterscheiden. Aber was soll’s – der Weg ist das Ziel!

 

Unterwegs zur Wegteilung

Auf der Infotafel sehen wir, dass wir den ersten Teil des Weges, ca. 900 Meter, doppelt laufen müssen. Erst danach teilt sich der Weg und wird zu einem Rundweg. Zunächst führt uns unser schmaler Wanderpfad über eine Treppe leicht nach oben …

… und anschließend recht eben zwischen Viehweiden hindurch. Leider sind heute keine Tiere zu sehen.

Nachdem wir durch mehrere Gatter hindurch gelaufen sind, folgen wir unserem Wanderpfad in den Wald, wo gleich die ersten Felsbrocken am Wegesrand auftauchen.

Nur wenige Minuten später erreichen wir die Weggabelung, wo der Rundweg der Traumschleife beginnt.

saarzwerg und ich folgen der empfohlenen Laufrichtung nach rechts und wandern die Traumschleife Manternacher Fiels gegen den Uhrzeigersinn.

 

Weiter zur Michelslay

Kurz nach der Abzweigung folgt ein kleiner knackiger Anstieg durch ein schönes moosiges Waldstück, welches von einem ebenfalls knackigen Abstieg gefogt wird. Im Abstieg wurde ein Geländer angebracht.

Danach überqueren wir die Syre zum zweiten Mal für heute. Dieses Mal auf einer massiven Holzbrücke mit Steinpfeilern.

Wir folgen den Markierungen zunächst über einen kleinen Pfad und anschließend ein kurzes Stück an der Landstraße entlang.

Hinter der Unterführung biegen wir rechts in den Wald ein und folgen einem schmalen Wanderpfad in kleinen Serpentinen den Hang hinauf. Nach einem kurzen Anstieg öffnet sich der Wald und wir haben einen tollen Blick in die Weinberge. Hier gibt es auch einen Picknicktisch mit einer Bank. Für uns ist es jedoch noch zu früh für die  Mittagspause.

Wir folgen weiter dem Wanderpfad, der nun etwas flacher wird. Links über uns sind schon die ersten Felswände zu erkennen.

Wenige Minuten später stehen wir vor einer hohen Felswand. Eine Informationstafel erklärt uns die Entstehung dieser Muschelkalkwände.

Mit diesen Informationen können wir die Fragen des Earthcaches Muschelkalkfelsen im „Manternacher Fiels“ leicht beantworten.

Wir machen noch schnell ein Selfie für unser Log und steigen dann zur Felswand, die den Namen Michelslay trägt, hinauf.

 

Hinauf zum Aussichtspunkt

Nachdem ich einige Fotos von der Felswand gemacht habe, folgen wir weiter unserem Wanderpfad, der weiter unterhalb der Felswand entlang läuft.

Ein Hinweisschild kündigt uns Treppen an.

Über diese steigen wir hinauf zu einem tollen Aussichtspunkt mit einer weiteren Picknickgelegenheit.

Leider ist die Bank aber schon besetzt und so wandern wir weiter …

 

Durch das Tal des Schlammbachs

Vom Aussichtspunkt wandern wir auf dessen Rückseite hinunter in das Tal des Schlammbachs. Die Traumschleife folgt nun diesem Bach entgegen seiner Fließrichtung talaufwärts.

Nach kurzer Zeit erreichen wir eine Brück, auf der wir den Bach überqueren.

Unmittelbar dahinter ist ein Picknickplatz, der, als wir dort um 12:10 Uhr ankommen, noch frei ist. Wir entschließen uns hier unsere Mittagspause zu verbringen und packen unser Picknick aus.

Wir verbringen hier eine halbe Stunde, bevor wir wieder unsere Sachen packen und weiter dem Wanderweg durch das Tal folgen. Als der Hang etwas steiler wird, kommen wir an ein paar Felsen und einem kleinen Wasserfall vorbei.

Danach überqueren wir auf einer Brücke erneut den Bach und laufen durch einen kleinen Nadelwald, dessen Baumstämme von Efeu übersät sind.

Kurz danach verlassen wir den Bach.

 

Hinauf auf den Hügel

Nun folgt ein steiler Aufstieg – zunächst über ein paar Stufen …

… und später über eine kleine Teerstraße. Wir verlassen den Wald und laufen auf einen Hügel. Dabei haben wir eine tolle Aussicht über Felder und Wiesen bis zum Moseltal am Horizont.

Allmählich wird es flacher. Wir verlassen den kleinen Teerweg wieder und biegen in den Wald ein. Nach ein paar hundert Metern piepst mein GPS und wir erreichen die einzige Dose auf dieser Wanderung, den Tradi Chandelier, den wir gut und schnell finden können.

Wir folgen weiter den Markierungen, die uns über diesen Hügel führen.

Unser Wanderpfad geht in einen breiten Fahrweg über, dem wir noch ein gutes Stück bei toller Aussicht folgen.

 

Hinunter ins Tal der Syre

Ein gutes Stück weiter verlassen wir den Fahrweg und biegen in einen Wanderpfad ein.

Nach einiger Zeit tauchen Steinmauern am Wegesrand auf.

Dann öffnet sich der Wald und wir bekommen einen freien Blick auf einen alten und nun nicht mehr gepflegten Weinberg. Die Weinstöcke fehlen – es sind nur noch die Terrassen zu sehen. Unser Wanderpfad läuft nun über diese Terrassen. An den Mauern nutzen wir die alten Steintreppen, die mittlerweile mit Handläufen versehen wurden.

Der Abstieg ist ein kleines Abenteuer und gefällt uns sehr gut! Kurz danach erreichen wir den Fuussebau, der von einem ehemaligen Eisenbahningenieur errichtet wurde und nun besichtigt werden kann.

Wir folgen weiter den Markierungen nach unten und erreichen wieder die Straße.

 

Durch den ehemaligen Wasserkanal

Unten angekommen, folgen wir einer Art Hohlweg parallel zur Landstraße.

Diese queren wir an einer Unterführung, die für meine Größe ziemlich niedrig ist. Gleich dahinter ist eine merkwürdige Brücke, auf der wir die Syre erneut überqueren.

Kurz Zeit später erreichen wir ein Wehr.

Die dort aufgestellte Informationstafel löst unser Rätsel auf: Hier zweigte einmal ein Wasserkanal ab, welcher auf einer Brücke die Syre überquerte, unter der Landstraße hindurch floss und anschließend an dieser entlang bis zu einer Mühle verlief. Das war nötig, um an der Mühle einen größeren Höhenunterschied und damit mehr Wasserkraft erreichen zu können.

 

Zurück zum Startpunkt

Kurze Zeit später treffen wir wieder auf die Weggabelung und folgen dem nun schon bekannten Wegstück zurück nach Manternach.

Wieder am Start angekommen, tragen wir uns in das ausliegende Gästebuch ein …

… und machen noch ein Selfie an der 9-km-Markierung.

Auf unserem Weg zurück zum Parkplatz treffen wir durch Zufall auf den Präsidenten des örtlichen Wanderclubs, der für die Gestaltung dieses Wanderwegs zuständig ist und kommen ins Plaudern. Wir können deutlich heraushören, das er ein wenig stolz ist auf das, was sein Club hier geleistet hat!

Dafür möchten wir danke sagen – uns hat dieser Wanderweg gut gefallen!

Laut meinem GPS sind wir 9,8 Kilometer vom Bahnhof (also mit der Zuwegung von 465 Metern) über den Wanderweg gelaufen und haben dabei 370 Höhenmeter zurückgelegt. Insgesamt waren wir vier Stunden unterwegs gewesen und haben 30 Minuten Mittagspause gemacht. Von daher würde ich vermuten, dass die Angabe vom Deutschen Wanderinstitut die Länge ohne Zuwegung und der Wegbetreiber die Länge mit Zuwegung (2x) vom Bahnhof aus angibt.

 

Interaktive Karte der Wanderung

Auf der folgenden Karte könnt Ihr den genauen Verlauf unserer Wanderung über den Premiumwanderweg in Luxemburg sehen. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Bei dem Geocache öffnet ein Klick auf den Namen das zugehörige Listing auf geocaching.com.

Falls Euch meine Tour interessiert, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei mit allen Wegpunkten und Geocaches herunterladen.

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Wie hat Euch diese Tourempfehlung gefallen? Seid Ihr selbst schon in Luxemburg unterwegs gewesen? Was sind Eure Empfehlungen für diese Region? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag!

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

Ein Kommentar:

  1. Labradormix (Christian)

    Die gute Bewertung teile ich uneingeschränkt. Eine tolle Traumschleife. Gewandert bin ich sie im August 2019 – in entgegengesetzter Richtung. Die alte Weinbergslage, durch die ihr abgestiegen seid, wurde damals gerodet. Die Bäume waren schon sehr hoch. Da stand schon lange kein Wein mehr. Den Tradi gab es damals noch nicht.

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