Unterstützung beim Lösen von Verschlüsselungen

Heute möchte ich Euch eine Webseite vorstellen, die Euch meiner Meinung nach eine sehr gute Unterstützung beim Lösen von Verschlüsselungen bietet: kryptografie.de zeigt eine schöne Übersicht über sehr viele schriftbasierte Kodierungen und bietet Online-Tools zum Umwandeln derselben.

Darüber hinaus gibt es Online-Werkzeuge um die meisten bekannten Verschlüsselungen nach Eingabe eines Passwortes zu ent- oder verschlüsseln. In diesem Beitrag zeige ich Euch, wie Ihr diese Webseite nutzen könnt …

 

 

Einleitung

Kennt Ihr das: Ihr öffnet einen neuen Mystery und im Listing findet Ihr eine unbekannte Schriftart, die Ihr bisher noch nie gesehen habt. Ihr fragt Euch, wie ihr die Information lesbar machen könnt. Gerade bei unbekannten Schriftarten gestaltet sich die Suche in Google als nicht gerade einfach. Auf der Webseite kryptografie.de findet Ihr eine schöne und umfangreiche Übersicht über viele Schriftarten, von denen ich schon viele in Mystery-Geocaches gesehen habe.

Aber nicht nur bei den unbekannten Schriftarten kann Euch diese Webseite unterstützen. Sie enthält darüber hinaus noch eine sehr umfangreiche Sammlung mit derzeit sage und schreibe 1022 Chiffren. Zu allen, die ich strichprobenartig angeklickt habe, habe ich eine kurze Erklärung der Funktionsweise und ein Online-Werkzeug zum Ver- und Entschlüsseln gefunden.

Für diejenigen unter Euch, die sich mit dem Thema der Entschlüsselung von unbekannten Chiffren noch weiter beschäftigen möchten, findet sich auf der Webseite zusätzlich eine gute Wissenssammlung  zur Kryptoanalyse.

 

Schriftbasiere Kodierungen entschlüsseln

So, lasst uns beginnen: Nehmen wir an, Ihr findet in einem Mystery-Listing eine unbekannte Schriftart, der Ihr die Information entlocken wollt. In dem Fall werfe ich zunächst einen Blick auf die Übersichtsseite mit den Schriftarten und schaue, ob ich sie dort finden kann.

Mit etwas Glück finde ich die gesuchte Schriftart unter den 514 Schriften, die derzeit auf kryptografie.de dargestellt werden. Spielen wir das Ganze doch mal an dem folgenden Beispiel durch: Die folgende Schrift soll in einen lesbaren Text verwandelt werden:

Ich schaue mich also in der Liste um und muss schon ziemlich weit nach unten scrollen. Bei der Nummer 484 “Voynich” werde ich fündig. Ich klicke auf den Link mit dem Namen der Chiffre und die Seite zu dieser Chiffre öffnet sich.

Die Seite zur Voynich-Chiffre besteht aus mehren Rubriken. In den oberen drei Rubriken finde ich eine Erklärung über die Geschichte und den Aufbau dieser Verschlüsselung. Danach folgt die Darstellung eines Beispieltextes, welcher mit dieser Chiffre verschlüsselt wurde. Daran erkenne ich, dass diese Schrift doch meiner gesuchten sehr ähnlich ist. Nach dem Beispieltext folgt das für uns interessanteste, das Online-Werkzeug zum Ent- und Verschlüsseln.

Als Erstes (roter Pfeil) wähle ich zwischen den beiden Textfeldern aus, dass ich “per Mausklick” decodieren möchte. Daraufhin werden in der oberen Box die verschiedenen Zeichen dieser Schriftart dargestellt. Ich kann sie mit der Maus anklicken und das Schriftzeichen wird zusammen mit seiner Übersetzung in Klartext in der unteren Box angezeigt. Leider zeigt sich hier auch schon eine Schwachstelle in der Programmierung: Die Großbuchstaben werden nicht angezeigt und sind somit nicht per Mausklick auswählbar. Daher muss ich mich an der oberen Tabelle orientieren und für einen Großbuchstaben schauen, was der korrespondierende Kleinbuchstabe ist und diesen auswählen. Danach komme ich zu dem folgenden Ergebnis:

In der unteren Box kann ich ablesen, dass in dieser Voynich-Schrift das Wort “saarfuchs” dargestellt wird.

 

Texte in eine spezielle Schriftart umwandeln

Nun machen wir mal das Umgekehrte – wir wandeln einen Text in eine besondere Schrift um, in die Schriftart “Tengwar”. Dazu klicken wir in der Schriftwarenübersicht auf 445 – Tengwar und tragen in die obere Box den zu verschlüsselnden Text ein. Anschließend klicke ich auf “in englisches tengwar umwandeln”.

Nach dem Klick auf “ausführen” erscheint in der unteren Box der zu übersetzende Text in der Schriftart Tengwar.

 

Textuelle Verschlüsselungen

Falls ihr in einem Listing eines Mystery eine unlesbare Zeichenkette findet, so kann Euch unter Umständen diese Webseite ebenfalls weiterhelfen. Dazu ist jedoch notwendig, dass Ihr schon wisst oder zumindest eingrenzen könnt, um welche Verschlüsselung es sich handeln könnte. Manchmal gibt es ja im Listing Hinweise auf die Art der Verschlüsselung. Falls Ihr noch gar keine Idee habt, lohnt sich vielleicht auch ein Blick in den folgenden Artikel: CryptoCrack 3 – Verschlüsselungen in Mysteries brechen!.

kryptografie.de kennt derzeit 1022 verschiedene Arten von Verschlüsselungen. Auf der Webseite findet Ihr eine Gruppierung der Verschlüsselungen (Chiffren) nach den folgenden Kategorien:

Eine der bekanntesten Chiffren, die bei Geocaching in Mysterys genutzt wird, ist sicher die Vigenere Chiffre. Sie ist zu finden in der Kategorie “Klassisch / Substitution / Polyalphabetisch”. Klickt ihr dort Vigenere an, so öffnet sich die Seite dieser Chiffre:

Auch hier findet Ihr im oberen Teil wieder eine Erklärung über die Geschichte und den Aufbau dieser Verschlüsselung. Spannend wird es weiter unter, wo Ihr das Online-Werkzeug zum Ent- und Verschlüsseln findet. Um die Vigenere-Verschlüsselung nutzen zu können, benötigt Ihr ein Passwort. Manchmal ist es der Cachename, der GC-Code oder etwas Anderes, was Ihr im Listing findet müsst.

Angenommen, Ihr hättet im Mystery-Listing den folgenden unlesbaren Text “YEOTFWJPF CAIBUCJA MHIN EZNEP MZBNK ASKHPHKUZKR” gefunden und hättet weiter herausgefunden, dass das Passwort “geocaching” wäre. Dann könnt Ihr dieses Online-Werkzeug benutzen, um den Klartext zu ermitteln. Gebt dazu den Geheimtext und das Passwort in die beiden oberen Felder ein, wählt darunter “Eingabe entschlüsseln” aus und klickt dann auf “ausführen”.

Danach könnt Ihr in der unteren Box den entschlüsselten Klartext sehen (oder falls Euer Passwort oder die Chiffre falsch waren, anderen Zeichen-Müll).

Neben “Eingabe entschlüsseln” könnt Ihr auch in der oberen Box einen Klartext eingeben und darunter “Eingabe verschlüsseln” auswählen – damit könnt Ihr Eure eigenen Texte verschlüsseln und diese vielleicht in Eurem nächsten Mysterycache, den ihr legen wollt, nutzen?

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Wie hat Euch diese Vorstellung gefallen? Kanntet Ihr diese Webseite schon oder nutzt Ihr sie bereits? Was sind Eure Empfehlungen, um unbekannte Schriften und Verschlüsselungen in Mysterys zu lösen? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag!

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

Ein Kommentar:

  1. Hallo Saarfuchs,

    Danke für die Erwähnung und Empfehlung von Kryptografie.de
    Ich finde deinen Browser-Plugin Mystery Wizard auch eine tolle Sache und empfehle ihn regelmäßig weiter.

    Ich habe übrigens auch eine Anleitung zum Lösen von Mysterys geschrieben, bei dem Kryptografie.de zum Einsatz kommt, zu finden unter http://gps-cache.de/geocaching/mystery/mysterys-loesen-fuer-anfaenger-und-fortgeschrittene.htm

    Ist sozusagen der inoffizielle Nachfolger der Mystery-Löse-Anleitung auf Ninas Schmierblo(ck/g), falls die noch jemand kennt. Nur halt aktualisiert und mit besonderem Bezug auf die Tools, die es bei Kryptografie.de gibt. Aber auch mit vielen anderen interessanten Tipps und Tricks zum Mystery lösen. Vielleicht möchten deine Leser (und du natürlich auch) mal einen Blick darein werfen !?

    Viel Spaß damit und auf Kryptografie.de

    Wünsche Allen eine schöne Vorweihnachtszeit! Bleibt gesund!

    Doc Cool, Autor von Kryptografie.de

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