Geocaching & Wandern: Dunkle Felsspalten im Mullerthal

Durch einen Zeitungsartikel bin ich auf diese besondere Wanderung in Luxemburg aufmerksam geworden: Auf etwa 15 Kilometern wandern wir an grandiosen Felsformationen vorbei. Das Besondere sind jedoch die vielen tiefen Felsspalten und Höhlen, durch die unser Wanderweg verläuft.

Diese abenteuerliche Tour ist definitiv eine der besten Wanderungen, die ich bisher unternehmen durfte. Eine Taschenlampe ist Pflicht. Kommt mit auf die virtuelle Wanderung in die kleine Luxemburger Schweiz.

 

 

Der Felsenweg Mullerthal-Consdorf

In der kleinen Luxemburger Schweiz liegt das Mullerthal, welches für seine bizarren Felsformationen und Höhlen überregional bekannt ist. In unserer regionalen Tageszeitung las ich vor Kurzem einen Bericht über eine Wanderung, welche an vielen Felsen vorbeiführt und dabei auch durch einige kleine Höhlen und Felsspalten verläuft. Das weckte mein Interesse und ich machte mich in den Weiten des Internets auf die Suche nach einer geeigneten Tourbeschreibung und einem GPS-Track. Fündig wurde ich auf den Seiten des Eifelvereins Echternacherbrück. Dort konnte ich lesen, dass diese Wanderung eine Länge von 12,5 Kilometer haben soll und dabei nur 252 Höhenmeter überwindet.

Am Ende unserer Wanderung hatte ich auf meinem GPS jedoch 15,3 Kilomter und gute 500 Höhenmeter abgelesen. Mit Pausen und Fotografieren (ich habe dieses Mal unterwegs mehr als 200 Bilder gemacht) waren saarzwerg und ich sechseinviertel Stunden unterwegs.

Startpunkt der Wanderung ist die Heringer Mühle, wo es einen großen Parkplatz gibt.

 

Hinauf zur Rammerlay

Als wir Sonntagsmorgen gegen halb elf Uhr die Heringer Mühle erreichen, finden wir noch genügend freie Parkplätze auf der Wiese vor. Wir ziehen unsere Rucksäcke an und starten um zwanzig vor elf in die Tour.

Wir lassen die Heringer Mühle hinter uns und folgen ein kurzes Stück der Straße durch die kleine Siedlung Mullerthal. Dabei überqueren wir den Consdreferbach. Am Ortsausgang verlassen wir die Straße und biegen links in den Wald ein. Nach kurzer Zeit überqueren wir einen Bach, dem man die Unwetter der letzten Tage noch deutlich ansieht. Dahinter liegt dieser schöne Bauernhof.

Wir erreichen den Waldrand und biegen links in einen kleinen Pfad ein, dem wir nun folgen. Ich kann nicht erkennen, mit welcher Markierung unsere Wanderroute versehen ist. Dann kommen wir zu einem Bach mit einer Brücke, die wir überqueren. Nun geht es aufwärts durch das Tal, welches dieser Bach gegraben hat.

Ab und an gibt es ein paar Treppen, die die wenigen steilen Stellen angenehmer machen.

Dann tauchen die ersten hohen Felsen auf.

Oben angekommen, biegen wir nach rechts in den markierten Wanderweg ein. Ein paar Schritte weiter können wir die erste kleine Höhle anschauen.

Sie gehört zur Felsformation Rammerlay. Lay (Luxemburg) oder auch Ley (Eifel) ist eine im rheinischen und niederdeutschen Sprachraum häufig anzutreffende Bezeichnung für Fels und davon gibt es hier wirklich sehr viele.

 

Weiter zur Budelerkummer

Nach der Rammerlay geht es noch kurz nach oben und schon stehen wir in der Matière Grise, der grauen Materie – unser Wanderweg verläuft nun mitten durch die Felsen.

Mal geht es leicht nach oben und dann wieder nach unten – jedoch ohne nennenswerte Steilstellen. Der Weg verläuft immer dicht an den hohen Felswänden vorbei.

Ab und an steht eine Bank am Wegesrand, so wie hier unter einem großen ausladenden Felsdach, welches den Namen Schelmenlay trägt.

Wir wechseln nun die Seite des Tals und wandern auf der anderen Seite unterhalb der Felsen wieder zurück.

Die Felswände werden nun höher …

… und wir kommen zu einer Stelle, an der sich die Wanderwege trennen. Ein Teil der Wege verläuft nun oberhalb der Felsen und ein anderer (C5) unterhalb davon. Wir entscheiden uns den unteren zu nehmen, da ich hoffe dort mehr von den Felsen sehen zu können. Im Nachhinein stellt sich diese Entscheidung als goldrichtig heraus. Ich habe die Stelle als „Alternativer Felsenweg“ unten in der interaktiven Karte markiert. Zunächst geht es nun steil nach unten und anschließend über Treppen wieder steil nach oben.

Unser Wanderpfad verläuft jetzt zwischen den hohen Felsen hindurch.

Wir haben die Budelerkummer erreicht. Hier gibt es einige enge Passagen, die sich zwischen den hohen Felswänden befinden.

Es ist traumhaft hier – ich kann gar nicht mehr aufhören zu fotografieren.

Am Ende öffnen sich die Felswände und wir verlassen diesen tollen Wegabschnitt.

 

Vorbei an der Burgkapp

Im Anschluss an die Budelerkummer wandern wir in ein kleines Seitental, an dessen Ende wir einen Bach überqueren. Auf der anderen Seite laufen wir unterhalb von großen weißen Felsen talauswärts.

Da es inzwischen Mittagszeit ist, beschließen wir auf einer Bank unser Picknick einzulegen. Gerade als wir unsere belegten Baguettes ausgepackt haben, taucht ein Labrador Retriever auf und ignoriert die Rufe seines Herrchens. Wir können nicht verhindern, dass er uns eins unserer belegten Brote stiehlt. Die Entschuldigungen des Hundebesitzers helfen uns da auch nicht weiter. Ist es denn zuviel verlangt, seinen Hund auf einem viel begangenen Wanderweg an die Leine zu nehmen? Was wäre gewesen, wenn hier nicht ein Brot, sondern ein junges Rehkitz gewesen wäre? Hätte der Hundebesitzer seinen Hund dann besser kontrollieren können?

Nach einer halben Stunde und mit Hunger setzen wir unsere Wanderung fort. Wir wandern um die Burgkapp, einen Felsen, herum und steigen ab zum Wanderparkplatz an der Consdorfer Mühle.

 

Das Abenteuer in der Kohlscheuer

Nachdem wir die Landstraße CR118 erreicht haben, folgen wir ihr bis hinter die Brücke. Dort geht links ein breiter Forstweg in den Wald hinein. Im GPS-Track ist zu erkennen, dass wir nun eine Schleife laufen werden und danach an diese Stelle wieder zurück kommen werden. Nun könnte man auf die Idee kommen, sich diesen Teilabschnitt zu sparen – aber das wäre eine denkbar schlechte Idee, denn hier kommt – meiner Meinung nach – das Highlight der gesamten Wanderung!

Wir folgen dem Forstweg nun etwa 1,4 Kilometer bis zu einem aufgestauten Teich. Dort biegen wir rechts in einen kleinen Wanderpfad ein, der nach oben zu den Felsen führt. Dann erreichen wir den Wegweiser, der auf das Kohlscheuer Abenteuer hinweist.

Für den Rundkurs über vier Stationen benötigt Ihr eine Lampe, da gleich zu Beginn eine etwa 200 Meter lange dunkle Felsspalte (Höhle) zu durchwandern ist. Hinter diesen Stufen geht es um die Ecke und es wird stockdunkel.

Anschließend folgen wir einer engen Felsspalte. Immer mal wieder kratzt mein Tourenrucksack an den Felswänden vorbei.

Es ist angenehm kühl hier drinnen. Es empfiehlt sich der angegebenen Laufrichtung (1-4) zu folgen, da es hier drinnen keine Möglichkeit zum Ausweichen gäbe. Wir laufen um eine Kurve und stehen vor ein paar Treppenstufen. Ohne Licht hätte ich mir hier sicher abgelegt!

Nach einer gefühlten Ewigkeit verlassen wir den Felsspalt an der anderen Seite wieder. Man muss auf dem Foto schon genau hinschauen, um zu erkennen, wo wir den Berg verlassen haben.

Wir steigen nun etwas den Berg hinauf und gelangen so zur zweiten Station unseres Abenteuers. Wieder laufen wir durch ein Labyrinth aus Felsspalten.

Im Gegensatz zu der Passage eben benötigen wir hier keine Taschenlampe.


Am Ende der Engstelle laufen wir durch ein Felsentor.

Danach macht unser Weg ein paar Kurven und geht mal nach oben und dann wieder hinunter. Kurze Zeit später stehen wir am Fuß der dritten Station. Hier geht es durch eine große Felsspalte steil nach oben. Der Weg ist mit Stufen und einem Geländer versichert worden.

Die vierte Station ist dann wieder ein Felsentor, welches uns zum Ausgangspunkt am Wegweiser zurückbringt. Danach folgen wir den Markierungen zum Déiwepëtz.

 

Der Déiwepëtz

Kurze Zeit später erreichen wir die nächste Engstelle, den Déiwepëtz. An seinem Eingang prangt eine Warntafel, die darauf hinweist, dass die nächsten 50 Meter sehr eng sind und man eine Taschenlampe dabeihaben sollte.

Gerade als wir hinein gehen wollen, hören wir von drinnen ein Rufen. Also warten wir bis die Wanderer herauskommen. Drinnen wäre keine Möglichkeit gewesen aneinander vorbeizukommen. Danach gehen wir hinein.

Und ja, es ist noch enger als die Spalten in der Kohlscheuer. Hier habe ich wirklich von Anfang bis zum Ende mit meinem Tourenrucksack an der Wand vorbeigeschrammt. Aber es macht Spaß! Auf der anderen Seite verlassen wir den Déiwepëtz wieder.

Es folgt noch ein kurzes Stück durch die – hier mit Tageslicht beleuchtete – Spalte bis nach draußen.

Übrigens, wer sich hier unwohl fühlt, diese und die anderen Engstellen können umgangen werden. Der Tradi op den Spuren fun den Ritter am Ausgang der Höhle konnten wir trotz intensiver Suche nicht finden. Hier scheint es ein Problem mit den Koordinaten zu geben und der Owner kümmert sich leider nicht.

Anschließend folgen wir dem markierten Wanderweg, der uns wieder nach unten zum Forstweg bringt. Ab dort wandern wir den gleichen Weg bis zur Landstraße zurück.

 

Über die Goldkaul zur Goldfralay

Wir bleiben auf der linken Seite der Landstraße und folgen dem Mullerthal-Trail, der nun leicht ansteigend parallel zur Landstraße verläuft. Kurze Zeit später erreichen wir die nächsten Felsen.

Mit einem leichten Auf und Ab wandern wir unterhalb der Felsen vorbei und biegen anschließend wieder in ein kleines Seitental ab. Dort laufen wir an einer Felsformation namens Goldkaul vorbei, …

… die hohe Felswände und überhängende Dächer zu bieten hat.

Dann wird die Landschaft noch bizarrer. Vor einer senkrechten Wand wandern wir leicht nach oben …

… und erreichen die kleine Höhle an der Goldfralay. Wir gehen hinein und schalten erneut unsere Taschenlampen ein. In der Höhle gibt es eine Abzweigung, die mit „Belle Vue“ markiert ist. Wir folgen den Markierungen, klettern durch eine kleine Spalte und steigen über Treppenstufen und große Felsbrocken kontinuierlich nach oben zum Aussichtspunkt. Der Weg hinauf ist toll, doch oben ist die Aussicht wegen der hohen Bäume, die rund um den Aussichtspunkt stehen, eher bescheiden. Hier gilt die Devise: Der Weg ist das Ziel.

Danach steigen wir auf dem selben Weg wieder hinunter in die Höhle und verlassen sie am anderen Ende.


Wow – das war wieder ein Erlebnis!

Vom Ausgang steigen wir zum Wanderweg hinunter und folgen diesem weiter.

 

Durch die Eulenburg

Nur kurze Zeit später kommen wir schon zu der nächsten Engstelle: Wir haben die Eulenburg erreicht. Auch hier ist der Eingang mit einem großen Schriftzug auf blauem Untergrund versehen.

Hier brauchen wir keine Taschenlampe mehr – das Tageslicht scheint von oben in die Spalte.

Wir wandern durch die Spalte und genießen auf dieser Tour zum letzten Mal eine solch besondere Felsformation.

 

Am Schiessentümpel

Danach steigen wir hinunter zur Landstraße und überqueren diese. Dann wandern wir einen kleinen Hang hinunter und überqueren eine zweite Straße. Es wird voller: Viel Touristen tummeln sich hier an den Wasserfällen. Wir haben den Schiessentümpel erreicht, die Attraktion im Mullerthal.

Für den dort platzierten Virtual Schiessentümpel Virtual Reward 2.0 machen wir noch schnell ein Selfie und verlassen dann schnell den überfüllten Ort in Richtung Heringer Mühle.

 

Zurück zur Heringer Mühle

Von der Brücke am Schiessentümpel folgen wir den Wanderwegsmarkierungen, die an den Felsen parallel zum Bach verlaufen. An einigen Stellen gibt es sogar ein Geländer – scheinbar muss man die vielen Touristen in Badelatschen hier vor dem Absturz bewahren?

Dann beginnt unser Wanderweg anzusteigen. Der Pfad schlängelt sich nach oben und erreicht einen kleinen Aussichtspunkt mit Pavillon und ohne Aussicht. Dazu sind die Bäume rundherum einfach zu hoch.

Von dort ist es nicht mehr weit bis zum Tradi Una panchina, un uomo, un pensiero alla vita, den wir vor unserem Abstieg zur Heringer Mühle noch schnell loggen. Vom Pavillon verläuft der Weg in kleinen Serpentinen nach unten zum Bach. Von dort ist es nicht mehr weit bis zur Heringer Mühle und bis zu unserem Auto. Damit geht eine der eindrucksvollsten Wanderungen, die ich bisher machen durfte, zu Ende …

 

Interaktive Karte der Wanderung

Auf der folgenden Karte könnt Ihr den genauen Verlauf userer Wanderung über den Felsenweg Mullerthal-Consdorf in der kleinen Luxemburger Schweiz sehen. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Bei dem Geocache öffnet ein Klick auf den Namen das zugehörige Listing auf geocaching.com.

Falls Euch meine Tour interessiert, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei mit allen Wegpunkten und Geocaches herunterladen.

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Wie hat Euch diese Tourempfehlung gefallen? Seid Ihr selbst schon in der kleinen Luxemburger Schweiz unterwegs gewesen? Was sind Eure Empfehlungen für diese Region? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag!

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

3 Kommentare:

  1. Hallo Jörg,

    danke für den tollen Bericht über die interessante Wanderung. Da ich plane, für ein paar Tage in die Gegend zu fahren, nehme ich die Anregung gerne auf.

    Viele Grüße

    Sven

  2. Hallo Jörg ….
    am 2.9 habe ich mit einer dort ansässigen Begleiterin diese Tour ebenfalls absolviert …allerdings ohne den dunklen Höhlenpart …
    Wir blieben auf dem Blauen Dreieck .
    Wir waren Donnerstags gegen 13Uhr aufgebrochen und nach 3,5 Std wieder an der Mühle ….
    Hab auf der Tour auch nur gestaunt …und nur den Virtual mitgenommen , da meine Begleiterin keine Lust auf GC hatte :)

    bin schon seit längerem heute auf deiner Seite gefühlte Stunden …lach
    bei deinem Wizard komm ich nicht recht weiter ….
    aber macht nix ….
    durch deinen Hinweis auf den GC8NEAT , konnte ich heute loggen

    Dafür Vielen Dank …
    alles in allem
    eine tolle Seite ….

    Respekt

  3. Hallo Jörg,
    vielen Dank fürs virtuell mitwandern lassen, was dieses mal ganz besonders viel Spaß gemacht hat, weil ich vor sehr langer Zeit (vor Geocaching) sehr oft dort unterwegs war, vor allem mit Pfadfinder*innen.
    Vielen Dank für den Bericht und die schönen Fotos.

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