Das kleine Mapcode Tutorial

Sind Euch beim Lösen eines Mystery-Geocaches schon mal komische Buchstaben-Ziffern-Kombinationen aufgefallen, die durch einen Punkt in zwei Gruppen angeordnet sind? Wisst Ihr was sich bei „7J.LF“ in Deutschland befindet?

Nein? Dann könnte diese kleine Anleitung (Tutorial) vielleicht etwas für Euch sein. Im Folgenden zeige ich Euch, was ein Mapcode ist und wie Ihr diesen in Finalkoordinaten verwandeln könnt …

 

 

Was ist ein Mapcode?

Jede Stelle auf unsere Erde kann durch eine eindeutige Koordinate beschrieben werden, die aus einer Längen- und einer Breitenangabe besteht. Ein Mapcode ist eine weitere kostenlose und offene Möglichkeit, um jeden Ort auf der Erde mit einem kurzen Code zu beschreiben.

Bei der Entwicklung des Mapcodes war eine Zielsetzung, dass diese Codes kurz und einprägsam sind. Ein Mapcode besteht üblicherweise aus 4 bis 7 Buchstaben und Ziffern. Die Genauigkeit des Mapcodes soll nur ausreichend für den Alltag sein. Wenn „man“ bis auf ein paar Meter an das Ziel herangekommen ist, so ist das ausreichend. Kürzere Codes sind möglich im Kontext einer bestimmten Region. Mit einem neunstelligen Code kann jeder Quadratmeter der Erde eindeutig bezeichnet werden. Für jeden Quadratmeter in den Niederlanden sind jedoch nur sechs Stellen notwendig. Nicht jeder Mapcode hat die gleiche Länge – kürzere Codes sind für dicht besiedelte Bereiche reserviert.

So beschreibt der Code „7J.LF“ die Stelle in Berlin, an der das Brandenburger Tor steht. Bitte beachtet, dass der Mapcode nur innerhalb eines Kontexts (einem Land oder einer Region) eindeutig ist. „7J.LF“ steht also nur in Deutschland für das Brandenburger Tor – der vollständige international eindeutige Code ist „DEU 7J.LF“. Dieser wird gebildet, indem dem Mapcode noch der Drei-Buchstaben-Code (ISO 3166 ALPHA-3) des Landes vorangestellt wird.

 

Wer hat den Mapcode erfunden?

Das Mapcode-System wurde 2001, also kurz nachdem die GPS-Satellitensignale für die zivile Nutzung geöffnet wurden, von den TomTom-Mitarbeitern Pieter Geelen und Harold Goddijn entwickelt. Im Jahr 2008 wurde beschlossen, das Mapcode-System der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Die Algorithmen und Datentabellen werden von der Mapcode Foundation verwaltet, die den Quellcode und die Spezifikationen jeder Organisation, die Mapcodes unterstützen möchte, kostenlos zur Verfügung stellt. Das Mapcode-System ist Gegenstand einer Patentanmeldung und eines bei der Internationalen Organisation für Normung eingereichten Standards.

 

Wie kann der Mapcode in Koordinaten übersetzt werden?

Der einfachste und schnellste Weg, um einen Mapcode in Koordinaten zu übersetzen, ist die Nutzung der Webseite mapcode.com. Im unteren Teil dieser Seite befindet sich eine Google-Maps-Karte und darüber ein Eingabefeld.

Gebt dort den Code „7J.LF“ ein und klickt anschließend auf „search“.

Wie Ihr seht, sind wir nicht am Brandenburger Tor gelandet. Warum? Nun, diese Webseite ist standardmäßig auf die Niederlande eingestellt und wir haben den Mapcode ohne den Kontext (Länder- oder Regionskennung) eingegeben. Das ändern wir jetzt. Dazu können wir hinter dem Knopf mit der Aufschrift „search“ durch einen Klick auf den Link „Netherlands“ den Kontext verändern und „Germany“ für Deutschland auswählen. Eine schnellere Möglichkeit ist im Suchfeld einfach „DEU“ vor den Mapcode zu schreiben. Sobald ich nun auf „search“ klicke, ändert sich die Anzeige des Kontextes oben rechts und die Karte ist auf das Brandenburger Tor zentriert.

Unter der Karte könnt Ihr  die genauen Koordinaten ablesen, die diesem Mapcode entsprechen. Die Anzeige erfolgt in der Dezimalgrad-Schreibweise. Umrechnen könnt Ihr diese Koordinaten online, z.B. mit der Webseite koordinaten-umrechner.de.

Unter der Karte gibt es noch einen Link „alternative Mapcodes“ – ein Klick darauf öffnet eine Liste mit weiteren Mapcodes, die dem Ort entsprechen, den Ihr in die Suchzeile eingegeben habt.

Anscheinend gibt es verschiedene Möglichkeiten einen Mapcode zu berechnen.

 

Wie kann ich selbst einen Mapcode erzeugen?

Falls Ihr einen Mapcode in einem Eurer Geocaches verwenden wollt, so könnt Ihr die selbe Webseite nutzen, um beliebige Koordinaten in einen Mapcode zu konvertieren. Leider akzeptiert das Suchfeld nur Koordinaten in der Dezimalgradschreibweise. Der Kontext muss dabei nicht gesetzt werden, da er aus den eingegebenen Koordinaten eindeutig zu bestimmen ist.

Ein Klick auf „search“ zeigt Euch anschließend unter der Karte den Mapcode und den zugehörigen Kontext.

War doch ganz einfach, oder?

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Wie hat Euch diese kleine Anleitung gefallen? Seid Ihr selbst schon mal mit Mapcodes in Berührung gekommen? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag!

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

Ein Kommentar:

  1. Schöne ausführliche Anleitung – bitte „scheinbar“ durch „anscheinend“ ersetzen: https://bastiansick.de/kolumnen/abc/anscheinendscheinbar/

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