Geocaching und Sightseeing in Kasachstan: Almaty und die Berge

Im achten und letzten Teil meiner Artikelserie über unsere Rundreise über die große Seidenstraße machen wir einen Abstecher nach Kasachstan in die Millionenstadt Almaty.

Wie schauen uns in der Stadt um, fahren mit der Bergbahn auf einen 3000er und können im Zentrum einige Geocaches suchen und loggen. Kommt mit auf die virtuelle Reise!

 

 

Von Bischkek nach Almaty

Wir verlassen Kirgistan am Grenzübergang Kordai. Unsere Reiseagentur hat den Grenzübertritt gut vorbereitet – wir müssen nur noch einen Zettel unterschreiben. Damit gehen die Formalitäten recht schnell – nach einer knappen Stunde erreichen wir die andere Seite.

Und wieder ist Geld tauschen angesagt – unser viertes Land auf dieser Tour hat (wie auch alle vorhergehende) eine eigene Währung: den Tenge. Nachdem Alle Geld getauscht haben, steigen wir in unseren Reisebus und fahren Richtung Almaty. Von Kordai sind es noch gute 200 Kilometer über eine gut ausgebaute Straße.

Wir fahren immer längs der hohen Berge, die die Grenze zwischen Kasachstan und Kirgistan bilden.

Unterwegs kommen wir an frei laufenden Pferden vorbei. Auch in diesem Land wird gilt Pferd als etwas besonderes und wird gerne bei großen Feiern gegessen.

An der Auffahrt zur Schnellstraße überquert vor uns eine Schafherde unseren Weg. Hier muss man als Autofahrer echt aufpassen!

Aufpassen ist ein gutes Stichwort: an der Seite der Schnellstraße sehen Polizeifahrzeuge aus Pappe. Von weitem schauen die richtig echt aus und erreichen, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung eingehalten wird. Eine schöne Idee, wie ich finde …

Am Nachmittag erreichen wir die Vororte von Almaty. Die Stadt hat knapp zwei Millionen Einwohner und war bis 1997 die Hauptstadt von Kasachstan. Sie liegt unmittelbar am Rand der Berge in den Ausläufern des Berges Trans-Ili Alatau.

Das Ortsschild ist in russisch geschrieben …

… unmittelbar danach stehen wir im ersten von vielen Staus. Die Stadt ist total überfüllt mit Autos, LKWs und Bussen.

 

Die Christi-Himmelfahrt-Kathedrale

Wir werden am Park der 28 Panfilowzy abgesetzt und spazieren zur großen orthodoxen Kathedrale. Die Christi-Himmelfahrt-Kathedrale schaut sehr gepflegt aus und ihre Türme sind mit viel Gold verziert und tragen jeweils ein Kreuz.

Wir spazieren um die Kirche herum bis zum Haupteingang auf der Vorderseite. Ich versuche ein vernünftiges Foto hinzubekommen – scheitere aber am den vielen Besuchern, die heute bei diesem schönen Wetter hier im Park unterwegs sind.

Nun wollen wir uns die Kathedrale von innen anschauen. Sie kostet keinen Eintritt. Wie alle orthodoxen Kirchen ist sie drinnen sehr prunkvoll eingerichtet. Überall, wo ich hinschaue, sehe ich Gold. Viele Einheimische kommen (trotz der vielen Touristen) hier her zum Beten.

Die Wände und die Decke ist mit Gemälden von Heiligen verziert. Der große Kerzenleuchter in der Mitte wird von einem russischen Kreuz gehalten.

Wir verlassen die Kathedrale und schauen uns weiter im großen Park um.

 

Am Denkmal des Ruhmes

Nach einem kleinen Spaziergang kommen wir zum Denkmal des Ruhmes. Es wurde zum Gedenken an den Sieg Russlands über Nazi-Deutschland im zweiten Weltkrieg aufgestellt.

Vor einer sehr großen Statue mit russischen Soldaten brennt das ewige Feuer.

Auch an anderen Stellen in diesem Park finden wir Denkmäler, die an Kriegszeiten erinnern.

Auf dem Rückweg zu unserem Reisebus kommen wir an diesem Denkmal für einen kasachisch-sowjetischer Militäroffizier vorbei.

 

Am Denkmal der Unabhängigkeit Kasachstans

Wir fahren weiter ins Zentrum von Almaty. Gegenüber vom Rathaus steht ein weiteres bedeutendes Denkmal: das für die Unabhängigkeit Kasachstans. Nach dem Zerfall der Sowjetunion erklärte sich das Land am 16. Dezember 1991 als Republik Kasachstan unabhängig.

Von dem Denkmal habe ich einen tollen Blick auf die umliegenden schneebedeckten Berge. Das Denkmal besteht aus einer hohen Säule, ein paar Figuren und einem Zaun, mit individuell gestalteten Elementen, die jeweils eine Geschichte erzählen.

Auf der Säule befindet sich ober der goldene Mann. Eigentlich handelt es sich um eine Art Schmuckrüstung, die etwa 60 Kilometer östlich von Almaty ausgegraben wurde und seither zu den nationalen Symbolen Kasachstans gehört.

Mit dem Besuch dieses Denkmals geht unsere kleine Stadtrundfahrt zu Ende. Wir steigen in den Bus und fahren zum Hotel.

 

Ein Ausflug ins Shymbulak Mountain Resort

Am nächsten Morgen will unsere Gruppe einen kleinen Ausflug in die Berge machen. Wir fahren mit unserem Reisebus zum Medeu-Eislaufstadion.

Etwas unterhalb liegt die Talstation der Seilbahn ins Shymbulak-Skigebiet. Es ist das größte Skigebiet in Zentralasien. Da aber noch keine Saison ist, fährt auch die Seilbahn noch nicht. Zum Glück fahren im Sommer vom Eislaufstadion Minibusse hinauf zum Ski-Resort in 2300 Metern Höhe.

Eigentlich wollten wir dort nur etwas spazieren und ein paar Fotos schießen. Das Glück war uns jedoch hold: Die Seilbahn von hier ganz nach oben ist heute in Betrieb. Das lassen wir uns nicht entgehen verhandeln mit unserer Reiseführerin mehr Zeit. Dann kaufen wir die Tickets und steigen in einer der kleinen Kabinen nach oben. Auf 2800 Metern müssen wir von einer Bahn zur nächsten hinüberlaufen. Hier liegt schon Schnee und der Weg ist vereist.

Nach insgesamt gut 25 Minuten erreichen wir die Bergstation der Seilbahn auf 3200 Metern. Sie liegt auf einem Sattel, der an drei Seiten von den eisbedeckten Bergen eingerahmt wird.

Hier ist noch Winter. Leider sind wir nicht auf diese Verhältnisse vorbereitet – vor allem fehlen mir hohe Schuhe und Gamaschen. Der Schnee ist zum Teil knietief hier oben. An einen Spaziergang ist so leider nicht zu denken. Ich mache ein paar Fotos von der grandiosen Winterlandschaft.

Dann wechsele ich die Seite und schaue ins Tal nach Almaty. Vor den Bergen ist Flachland und dort unten liegt die Millionenstadt Almaty.

Schade dass es hier oben keinen Geocache gibt. Das wäre noch das Tüpfelchen auf dem i gewesen. Es wird Zeit den Rückweg anzutreten. Zunächst fahren wir mit den zwei Bergbahnen nach unten zu Ski-Resort und von dort wieder im kleinen Minibus hinunter zum Eislaufstadion. Von oben habe ich aus dem Minibus diesen tollen Blick auf das Stadion.

Nachdem unsere Reisegruppe wieder komplett ist, fahren wir mit unserem Reisebus zurück ins Zentrum von Almaty.

 

Mit Geocaching einmal durch Almaty

Wir haben nun einen halben Tag Freizeit, bevor abends im Hotel das Abschlussessen für unsere Gruppe serviert wird. Im Zentrum von Almaty gibt es insgesamt sieben Tradis und einen Virtual, die wir besuchen möchten. Wir lassen uns am Zentralen Staatlichen Museum der Republik Kasachstan absetzen und wollen zu Fuß zurück zu unserem Hotel und dabei Geocaching betreiben,

Im Park vom Museum suchen wir den Tradi „Central State Museum„, der trotz einiger Muggel gut zu heben ist. Danach wechseln wir die Straßenseite und spazieren hinüber zum Rathaus von Almaty. Hier müssen wir etwas Vorsicht walten lassen, da Sicherheitskräfte unterwegs sind. Dennoch können wir den Tradi „Republic Square“ recht schnell finden.

Wir spazieren durch die Park vom Rathaus hinunter zur Hauptstraße mit dem Unabhängigkeitsdenkmal.

Anschließend ist zunächst etwas laufen angesagt. In einem großen Bogen laufen wir zunächst zu einem kleinen Fluss um dort den Tradi „Terrainkur – Start“ zu loggen und anschließend die wenigen Hundert Meter bis zum Palast der Republik hinüberzulaufen.

Davor befindet sich die Statue von Abai Qunanbajuly. Er war ein kasachischer Dichter, Schriftsteller und Denker. Dort ist der Virtual „Abai Statue Cache“ gelistet, für den wir nur ein Foto von uns machen müssen.

Von dort sehen wir schon das bekannte Hotel Kasachstan. Davor in einer Mauer ist der Tradi „Hotel Kazakhstan“ versteckt. Leider dauert es recht lange, bis es saarzwerg gelingt den Nacro aus einem Loch zu ziehen. Der Vorfinder hat in leider mit dem Ring zuerst in das Loch eingesetzt – frei dem Motto: „Nach mir die Sinnflut“ …

Nun ist wieder Spazieren angesagt. Es ist ein Stück zu laufen bis zu dem Tradi „Academy of Sciences„. Von dort geht’s weiter zum Tradi „Eastern Calendar Fountain“ an einem interessanten Brunnen.

Anschließend müssen wir wieder etwas weiter laufen. Der Tradi „Theater of Almaty“ befindet sich an der Seite vom Theater. Auch ihn können wir gut finden. Schön, dass es in Almaty wenigstens ein paar Dosen zu Suchen gibt, die gut mit einem Stadtbummel verbunden werden können.

Gegenüber vom Theater beginnt die große Fußgängerzone von Almaty. Im Gegensatz zu Taschkent ist hier aber kaum was los.

Als wir an einer Metrostation vorbeikommen, werfen wir einen Blick hinein und entscheiden uns gegen eine Fahrt. Hier herrschen Sicherheitsvorkehrungen wie am Flughafen – das ist uns zu aufwändig. Und so beschließen wir auch den Rest der Strecke bis zu unserem Hotel zu Fuß zu gehen.

Bei der Kasachisch-Britischen Technische Universität queren wir die Hauptstraße, was ohne Ampel und Zebrastreifen kein einfaches Unterfangen ist. Die Straße hat sechs Spuren und sehr viel Verkehr. Irgendwann haben ein paar Autofahrer ein Einsehen und signalisieren uns, dass wir gehen sollen.

Von dort ist es nicht mehr weit bis zu unserem Hotel, dass wir gegen 17 Uhr erreichen.

 

Hotelempfehlung für Almaty

Das für uns gebuchte Hotel befindet sich etwa einen guten Kilometer außerhalb des Zentrums von Almaty in einem verkehrsberuhigten Hinterhof. Wir haben eineinhalb Nächte im 4-Sterne Hotel Kazzhol. Das Frückstück gibt es ein Buffetform. Die Zimmer sind groß und geräumig. Das Bad ist modern eingerichtet.

In diesem Hotel bekommen wir auch zwei Abendessen – die bei gut, wenn auch fast gleich waren.

Wir würden dieses Hotel wieder buchen!

 

Abschied von Kasachstan und der Seidenstraße

Gegen ein Uhr in der Nacht beginnt unsere Rückreise nach Deutschland. Wir fahren zum Flughafen von Almaty und checken unser Gepäck ein.

Für das Ganze Procedere mit mehreren Sicherheitskontrollen und der Ausreise aus Kasachstan benötigen wir eine gute Stunde. Der Flug zurück nach Frankfurt am Main dauert fast genau sieben Stunden. Am frühen Morgen landen wir und eine tolle Reise mit vielen Eindrücken geht zu Ende!

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Dieser Blogbeitrag ist Teil einer Artikelserie über unsere Rundreise über die große Seidenstraße durch vier Länder: Turkmenistan, Usbekistan, Kirgistan und Kasachstan. Den Übersichtsartikel mit den Links zu den anderen Beiträgen findet Ihr unter „Geocaching und Sightseeing an der großen Seidenstraße“ .

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Wie hat Euch unser Reisebericht von Almaty in Kasachstan gefallen? Seid Ihr schon dort gewesen? Welche Caches oder welche Sightseeing-Spots hätten wir noch besuchen sollen? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag.

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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