Geocaching und Sightseeing in Kirgistan: Rund um Bischkek

Im sechsten Teil meiner Artikelserie über unsere Rundreise über die große Seidenstraße wechseln wir das Land: wir fliegen nach Bischkek in Kirgistan. Zunächst schauen wir uns im Umland der Hauptstadt um, besuchen ein Dorf mit ehemaligen deutschen Auswanderern und schauen uns einen historischen Turm an.

Anschließend sehen wir uns uns die Hauptstadt Bischkek mit Ihren großen Plätzen, Denkmälern und Märkten an. Geocaching kommt natürlich auch nicht zu kurz. Kommt mit auf die virtuelle Reise nach Kirgistan!

 

 

Das Dorf Rot-Front

Wir starten am Morgen zu einer Besichtigung der Umgebung von Bischkek. Unser erstes Ziel ist das Dorf Rot-Front.

Das Dorf wurde im Herbst 1927 von von 25 Familien landloser, deutschsprachiger Russlandmennoniten gegründet. Damals hieß es noch Bergtal und wurde 1931 in Rot-Front umbenannt. Es liegt ca. 60 Kilometer von Bischkek entfernt. Unser Reisebus setzt uns am Ortseingang ab. Dass hier gute zwanzig Touristen durch den Ort spazieren kommt nicht so oft vor. Daher sind die Kinder recht neugierig auf uns …

Wir laufen die Hauptstraße entlang bis zum zentralen Versammlungsort, der Kirche.

Dort werden wir von örtlichen Pfarrer empfangen, der mit uns deutsch spricht. Auch die Liederbücher, die hier ausliegen, sind zweisprachig. Im hinteren Bereich der Kirche steht eine kleine Orgel.

In der Kirche sehe ich Texte aus der Bibel, sie sind in deutscher und russischer Schrift geschrieben.

Nachdem uns der Pfarrer viel über die Geschichte dieses Ortes erzählt hat, lädt er uns zu Kaffee und Kuchen ein. Im Gemeindesaal im Keller der Kirche haben die Frauen des Ortes alles vorbereitet. Zu Gesicht bekommen wir sie jedoch nicht. Außer dem Pfarrer bekommen wir aus dem Dorf keinen anderen zu sehen. Schade eigentlich.

Nach dem Besuch der Kirche bekommen wir noch etwas Zeit uns im Ort umzuschauen. Rot-Front ist sogar ans öffentliche Busnetz angeschlossen. Allerdings sollte man wissen, wie das funktioniert – den gekennzeichnete Bushaltestellen habe ich keine gesehen.

Das Dorf wirkt ärmlich. Die Häuser sind klein und alt. Trotzdem haben sie Ihren Charme behalten, wie ich finde.

Wir fahren mit unserem Bus an den Ortsrand. An einer kleinen Allee steigen wir aus.

Wir wollen uns den Friedhof dieser Gemeinde anschauen. Auf dem Weg dahin fallen mir die Berge ringsherum auf. Kirgistan ist ein Gebirgsland und ich freue mich auf die kommenden Tage, wo wir noch tiefer in die Berge hineinfahren werden.

Wir erreichen den Friedhof. Die Gräber schauen überwiegend gepflegt aus. Allen Grabsteinen gemeinsam ist das Bild des Verstorbenen. Es gibt Grabsteine mit russischer Schrift …

… und welche mit deutscher Schrift und typischen deutschen Namen.

Nachdem wir uns ausgiebig auf dem Friedhof umgeschaut haben, verlassen wir ihn wieder. Wir steigen in unseren Reisebus und fahren zum nächsten Sightseeing-Ziel.

 

Der Burana-Turm

Unser nächstes Ziel ist die ehemalige Hauptstadt des Reiches der Karachaniden aus dem neunten Jahrhundert. Dort steht heute nur noch der Burana-Turm, welche früher einmal ein Minarett gewesen sein soll.

Er wird auf 40 Meter geschätzt und wurde wahrscheinlich durch ein Erdbeben zerstört. Heute stehen noch 21 Meter des Minarettes. Das Ganze ist ein Museum und es ist ein Eintritt zu entrichten. Auf dem Geländen können zwei Geocaches gesucht werden: der Tradi „Burana Tower“ und der Virtual „Burana tower„. Der Tradi ist gut zu finden und für den Virtual sind nur zwei Fotos notwendig – Beides also recht einfach!

Der Turm darf bestiegen werden. Die Treppe im Inneren ist jedoch stellenweise recht steil und dunkel. Zumindest eine Handy-Lampe ist da von Vorteil. Der Aufstieg lohnt sich wegen der tollen Aussicht. Es dauert einige Zeit, bis ich die vielen Stufen hinauf auf den Turm erklommen habe.

Von ober sind auch die Überreste der ehemaligen antiken Stadt in Form eines Hügels zu sehen. Rundherum sind weitere Aufschüttungen, die eine Stadtmauer erahnen lassen.

Ich steige wieder hinunter und spaziere hinüber zu den Ausgrabungen. Von dort ist der Turm gut zu fotografieren.Ich mache  mein erstes Foto für den Virtual. Oben sieht man andere Touristen, die gerade den Turm bestiegen haben.

Für den Virtual muss ich noch mein zweites Bild machen. Dazu muss ich mich mit einem Balbal fotografieren. Bei den Ausgrabungen sind viele Balbals aufgestellt. Ein Balbal ist eine Markierung für ein Grab. Diese wurde in ganz Kirgistan entdeckt und hier ausgestellt. Sie sollten verhindern, dass zwei Tote irrtümlich übereinander bestattet wurden.

Sie sind zum Teil recht filigran gestaltet. Ich finde sie recht putzig und sehr fotogen!

Zum Schluss unseres Besuches beim Burana-Turm schauen wir uns die Jurte an. Darin ist ein Souvenir-Shop untergebracht. Es gibt viele Andenken aus Filz zu kaufen …

 

Die Hauptstadt Bischkek

Nach unserer Rundreise um Yssykköl (davon erzähle ich Euch das nächste Mal) kommen wir wieder nach Bischkek zurück. Nun ist auch Zeit die Stadt anzuschauen.

Bischkek ist die Hauptstadt von Kirgistan oder auch Kirgisistan. Die Stadt hat etwas 937.000 Einwohner und einen internationalen Flughafen. Von Taschkent mussten wir jedoch über Almaty in Kasachstan fliegen, da es zu diesem Datum keine Direktflüge gab.

 

Am Platz des Sieges

Wir starten unsere Stadtrundfahrt am Platz des Sieges. Dort steht ein riesiges Denkmal, welches dem Gestänge einer Jurte nachempfunden ist. Dieses ist auch in der Mitte der kirgisischen Fahne zu finden. Das Denkmal soll an die kirgisischen Gefallenen des zweiten Weltkrieg erinnern.

Daher brennt in der Mitte brennt eine Flamme – ein ewiges Licht.

Oben im Zentrum befindet sich ein Kranz mit einem Stern. Das Denkmal wurde 1984 gebaut, als Kirgistan noch eine sozialistische Sowjetrepublik war.

Der Platz ist recht beliebt bei den Einheimischen. Kinder nutzen die gepflasterte Fläche für Wettfahrten.

Kurz bevor wir den Platz wieder verlassen fällt mir eine Drohne auf. Ich frage unseren Guide und erfahre, dass das in Kirgistan kein Problem wäre. Hier ist fotografieren und selbst Drohnen fast überall erlaubt.

 

Am Ala-Too-Platz

Wir steigen wieder in unseren Bus und fahren weiter ins Zentrum von Bischkek. In der Nähe vom Ala-Too-Platz steigen wir aus. Unser erstes Ziel ist die große Reiterstatue des mythischen Manas, die zur Feier der 20-jährigen Unabhängigkeit Kirgisistans im Jahr 2011 aufgestellt wurde. Manas war ein kirgisischer Volksheld aus dem gleichnamigen Epos.

Hinter der Statue befindet sich das historische Museum von Kirgistan. Da wir nur wenig Zeit haben, verzichten wir auf eine Besichtigung.

Links daneben weht die Kirgisische Fahne. Sie wird bewacht von zwei Soldaten in Paradeuniform. Da diese Soldaten bei jedem Wetter dort stehen, wurde ein kleiner Unterstand aus Glas für sie gebaut. Die beiden sind recht entspannt – fotografieren ist hier kein Problem. In Turkmenistan sah das schon anders aus.

Wir laufen weiter, links am Museum vorbei in den Park dahinter. Unser Ziel ist die Lenin-Statue, die ursprünglich mal vor dem Museum stand und dem Manas weichen musste. Tja, die Zeiten der sozialistischen Sowjetrepubliken sind hier vorbei.

In der Nähe der Statue können wir den Tradi „Lenin Statue Bishkek“ suchen. Dank des Hints ist er gut und schnell an diesem belebten Ort zu finden.

Damit geht unsere Stadtrundfahrt in Bischkek an diesem Tag zu Ende. Wir fahren zurück ins Hotel.

 

Auf dem Osch-Basar

Am nächsten Morgen fahren wir zu einem Basar: dem Osch-Markt. Auf dem Weg dorthin fällt mir dieses Geschäft am Straßenrand auf. Da sind doch schon mal ideale Voraussetzungen für Geocaching!

Wir bekommen von unserer Reiseleiterin eine dreiviertel Stunde Zeit den Markt auf eigene Faust zu erkunden. Gleich am Eingang finde ich diese Backwaren. In Kirgistan bezahlt man mit kirgisischen Som. Ein Brot kostet 20 Som, was etwas 25 Eurocent entspricht.

Natürlich fallen Touristen mit Kameras auf diesem Markt, auf dem fast nur Einheimische unterwegs sind, auf. Diese Verkäuferin möchte fotografiert werden und zeigt mir das Peace-Zeichen.

Beim Einkauf von Fisch scheint man hier recht schmerzfrei zu sein – eine Kühlung wird nicht erwartet.

Wie schlendern weiter und kommen zu den Gewürzen. RoteGewürz ist ja ein üblicherweise scharf … naja hier wohl extra scharf!

… und am nächsten Stand gibt es wieder Fisch zu kaufen und das in größeren Mengen. Für das europäische Auge schaut das wirklich nicht hygienisch aus. Aber die Kirgisen haben wohl kein Problem damit?

Und weiter geht’s. Hier gibt es echt viel zu sehen. Wir wechseln die Halle und kommen zu großen Säcken mit weißen Kugeln. Auf Nachfrage erfahren wir, dass dies getrockneter Käse ist. Durch das Trocknen wird er sehr haltbar und leider auch recht hart. Ich bekomme ein Stück zum probieren – naja, was soll ich sagen – nicht wirklich mein Fall!

Langsam geht unsere Freizeit zur neige. Wir müssen zurück zum Treffpunkt. Unterwegs fällt mir dieser Einheimische ins Auge – er trägt den für Kirgistan typische Filzhut. Da muss ich doch schnell ein Foto machen.

Anschließend verlassen wir Bischkek in Richtung der Grenze zu Kasachstan. Aber das ist eine andere Geschichte …

 

Hotelempfehlung für Bischkek

Wir übernachten zwei Mal im Fünf-Sterne-Hotel Golden Dragon (Provisionslink). Das Hotel liegt leider etwas außerhalb vom Zentrum.

Die Zimmer sind sehr geräumig und modern eingerichtet. Warum auch immer liegt in jedem Zimmer im Schrank zwei Gasmasken. Unser Bad verfügt über einen Regendusche. Zum Frühstück gibt es ein großes Buffet mit kalten und warmen Speisen. Eier und Omelette werden beim Kellner bestellt und anschließend frisch gemacht. Das kostet keinen Aufpreis – nur etwas Geduld.

Auch das Abendessen hatten wir zwei Mal in diesem Hotel – beide Male war ich sehr zufrieden damit.

Ich würde wieder in diesem Hotel übernachten wollen!

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Dieser Blogbeitrag ist Teil einer Artikelserie über unsere Rundreise über die große Seidenstraße durch vier Länder: Turkmenistan, Usbekistan, Kirgistan und Kasachstan. Den Übersichtsartikel mit den Links zu den anderen Beiträgen findet Ihr unter „Geocaching und Sightseeing an der großen Seidenstraße“ .

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Wie hat Euch unser Reisebericht von unserem Besuch in Bischkek und seiner Umgebung gefallen? Seid Ihr schon dort gewesen? Welche Caches oder welche Sightseeing-Spots hätten wir noch besuchen sollen? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag.

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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