Geocaching und Sightseeing in Usbekistan: 1001 Nacht in Buchara (2/2)

Weiter geht’s. Heute möchte ich unseren Reisebericht fortsetzen und Euch erzählen, was wir noch alles in Buchara gesehen und erlebt haben.

Kommt mit auf den virtuellen Rundgang durch das historische Zentrum von Buchara!

 

 

Hinweis

Dies ist die Fortsetzung unseres Reiseberichtes über unseren mehrtägigen Besuch in Buchara. Den ersten Teil dieses Artikels findet Ihr im Beitrag „Geocaching und Sightseeing in Usbekistan: 1001 Nacht in Buchara (1/2)„.

 

Die Zitadelle (Ark)

Am nächsten Morgen starten wir mit der Besichtigung der Zitadelle. Auch hier ist der Eintritt und eine Fotogebühr zu zahlen. Da es laut unserer Reiseführerin nicht viel zu sehen gibt, verzichte ich dieses Mal darauf, zumal Fotografieren mit dem Smartphone immer erlaubt ist. Wir betreten die Festung über die Rampe durch den Haupteingang.

Diese Zitadelle diente als Residenz und Regierungssitz der Khane und Emire. Um die Besucher etwas einzuschüchtern und daran zu erinnern, wo ein Besuch beim Emir enden kann, befinden sich hinter dem Eingang einige Verliese. Der Weg führt steil nach ober in die Zitadelle, von der nur ein kleiner Teil restauriert wurde.

Oben angekommen schaue ich mich um. Von den Zinnen habe ich einen schönen Blick über die Stadt. Der alte Wasserturm, der von den Russen gebaut wurde, ist heute eine Aussichtsturm mit Aufzug.

Obwohl die Zitadelle von unten recht groß erscheint, so wird mir schnell klar, dass hier nur ein kleiner Teil zugänglich ist. Meine Hoffnung von oben eine paar schöne Bilder vom Poi Kalon machen zu können, zerschlagen sich schnell. Wir finden keinen Zugang zum östlichen und noch nicht ausgegrabenen Teil.

Wir beginnen unseren Rundgang mit dem Thronsaal, der in der Mitte offen ist. Wer mag, kann sich gegen eine Gebühr verkleiden und auf dem Thron fotografieren lassen …

Daneben gibt es ein kleines Museum. Im Sommerpalast gab es mehr zu sehen, wie ich finde. Daher mache ich in diesem Museum keine Fotos.

Zum Abschluss unseres Rundganges werfen wir einen Blick in die ehemalige Festungsmoschee. Der Eingangbereich ist mit einem großen Dach als Sommermoschee gestaltet. Links an der Wand ist der Mirab zu erkennen. Das Dach wird von schön geschnitzten Holzsäulen getragen.

Wir laufen zunächst einmal um die Moschee herum, bevor wir hineingehen.

Sie ist Innen sehr prunkvoll mit Holzschnitzereien und blauer Keramik geschmückt. Die Moschee dient heute als Ausstellungsfläche. Der Mirab ist leider mit einem roten Band abgesperrt, was das Bild etwas „verschandelt“.

Gerade, als sich unsere Gruppe am Eingang sammelt, sind zwei Touristen dem Fotografen in die „Falle“ gegangen. Sie lassen sich auf einem Kamel in „mir gehört die Welt Pose“ ablichten.

Übrigens: an der hohen Mauer der Festung liegt einer von zwei aktiven Geocaches in Buchara: der Traditional „The Ark“ , den wir recht gut finden können. saarzwerg hat hier gleich den richtigen Riecher.

Anschließend überqueren wir die Hauptstraße, was bei den vielen Verkehr gar nicht so einfach ist. Unser nächstes Ziel ist eine noch aktive Moschee.

 

Die Bolo Haouz Moschee

Nachdem wir auf der anderen Seite der Straße angekommen sind, müssen wir leider mitten durch eine Baustelle laufen. Vor der Moschee ist ein großer angelegter Teich mit einer Einfassung, an der gerade die Steine ausgetauscht oder neu ausgerichtet werden. Vor der Moschee ist schon einiges los – für mich sieht das nach vielen Touristengruppen aus.

Die Bolo Haouz Moschee stammt aus dem achtzehnten Jahrhundert. Der Teich davor ist jedoch schon älter und diente zur Wasserversorgung der Bevölkerung. Die Moschee hat eine prächtige offene Eingangshalle, deren Dach von verzierten Holzsäulen getragen wird. Vor dem Betreten der Vorhalle ziehen wir die Schuhe aus; ab hier ist Teppich ausgelegt.

Der Innenraum ist in blau-weiß dekoriert und wird von einer großen Kuppel überdacht, in deren Mitte ein riesiger Kronleuchter hängt. Aktuell ist noch nicht viel los. Zweidrittel der Fläche sind für die Touristen gesperrt – schließlich sollen die Gläubigen nicht gestört werden.

Die aktiven Moscheen müssen sich selbst tragen – daher werfen wir im Herausgehen einen kleinen Betrag in die große Spendenbox.

 

Die Madrasa Chahor Minor

Da wir an diesem Tag recht zeitig dran sind, macht unsere Reiseleiterin noch einen kleinen Umweg um eine weitere Medrese zu besuchen. Dazu fahren wir mit unserem Reisebus ein kleines Stück zur anderen Seite des Stadtzentrums. Grundsätzlich wäre diese Sehenswürdigkeit aber auch zu Fuß zu erreichen gewesen. Anschließend spazieren wir ein kleines Stück durch schlecht beschilderte Gassen, bis wir zu einem kleinen Park kommen. Darin steht ein besonderes Gebäude: die ehemalige Medrese Chahor Minor.

Von dieser ist nur noch das besondere Torhaus mit den vier kleinen Türmen erhalten, sowie ein eingeschossiger Anbau. Dieses Bauwerk gilt als eines der Wahrzeichen von Buchara und ist einzigartig im Orient. Heute ist (wie solle es anders sein) ein Souvenirladen im Torhaus untergebracht. Gegen die Zahlung einer kleine Eintrittsgebühr darf ich auf das Dach hinauf steigen. Der Ausblick von dort oben lohnt sich nicht wirklich, auch wenn ich Fotos aus einer interessanten Perspektive von den kleinen Türmen machen kann.

Nach dem ich die vielen Treppen wieder hinunter gestiegen bin, schaue ich mich noch etwas im Park um. Auch hier gibt es einen kleinen Wasserbassin. Bei Fotografieren fällt mir auf, dass sich auf einem der Türme ein Nest samt Storch befindet. Bei genauerem Hinsehen identifiziere ich das Ganze jedoch als Attrappe.

Wir steigen wieder in den Bus und fahren zu unserem letzten Ziel in Buchara …

 

Das Mausoleum der Samaniden

Vom Parkplatz unseres Reisebusses ist es nur ein kleiner Spaziergang durch einen Park bis wir das älteste Gebäude von ganz Buchara erreichen. Dieses kleine würfelförmige Bauwerk mit der großen Kuppel ist ein Mausoleum. Das Samaniden-Mausoleum ist die Grabstätte Ismail Samanis, einem Herrscher der Samaniden und Emir von Transoxanien (ab 892) und Chorasan (ab 900) jeweils bis zu seinem Ableben 907 n.Chr.

Das Mausoleum kann gegen eine kleine Gebühr besichtigt werden. Es ist sowohl Außen wir auch Innen mit besonderen Ziegeln geschmückt. Bunte Keramik wurde damals noch keine verwendet. Im Innenraum gibt es ein gemauertes Grab, welches aber nur symbolisch hier aufgestellt wurde.

Neben dem Mausoleum gibt es wieder einen großen Wasserbassin, in dem sich das Bauwerk spiegelt.

Hier suchen wir auch den einzigen uns noch fehlenden Geocache in Buchara. An einem Scheinwerfer neben dem Mausoleum finden und loggen wir den Traditional „Sumani Mausolem (Bukhara)“ . Damit haben wir alle Geocaches (genau zwei!) in Buchara gefunden.

 

Der (nicht ganz) verlassene Freizeitpark

Bevor wir die mehrstündige Busfahrt nach Samarkand beginnen, bekommen wir die Gelegenheit am Eingang des Parks in einem Restaurant ein Mittagessen einzunehmen. Da ich mit einer Suppe zufrieden bin, was sehr schnell geht, habe ich noch etwas Zeit mit den Freizeitpark vor dem Restaurant etwas genauer anzuschauen.

Es gibt ein Riesenrad und einen Freefall-Tower. Um die Mittagszeit ist hier aber überhaupt nichts los und ich möchte den Park fast als Lostplace bezeichnen.

Auch ein schnelles Karussell ist vorhanden …

… und das Ganze auch in einer langsamen und eher kindgerechten Variante!

Es macht Spaß zwischen den vielen Fahrgeschäften hindurch zu laufen und Fotos zu machen. Die Ticketverkäufer sind anwesend aber leider keine Kunden. Ich verbringe eine gute halbe Stunde im Park, bevor wir mit dem Reisebus nach Samarkand fahren. Aber das ist eine andere Geschichte …

 

Buchara bei Nacht

An unserem letzten Abend in Buchara unternehmen wir einen kleinen Spaziergang zum Poi Kalon und sind sehr überrascht zu sehen, dass dieser nun bunt beleuchtet ist. Wow!

Ich kann nicht mehr aufhören zu fotografieren. So wir mir geht es noch anderen Touristen: es sind viele Fotografen mit ihren Stativen hier unterwegs. Ich habe keins dabei und schieße alle meine Fotos aus der Hand.

Besonders der Pischtak der Moschee und der Medrese haben es mir angetan. Mit dieser Beleuchtung sind die doppelt so schön!

Ich versuche noch ein Foto von de Moschee und dem Minarett ohne Leute zu machen, aber es gelingt mir nicht. Irgendwann geht mir die Geduld aus und es kommt nur dieses Foto dabei heraus.

Wir laufen noch weiter zum Basar, aber dieser ist leider nicht mehr so schön bunt beleuchtet wie der Poi Kalon. Um diese Zeit ist dort auch nichts mehr los, die Verkäufer haben ihre Läden geschlossen und die Waren in den Gängen weggeräumt.

Daher drehen wir um und schauen bei der Festung Ark vorbei. Die ist zwar nicht bunt angestrahlt, dafür gibt es aber illuminierte Kamele – ist doch auch etwas, oder?

Gegenüber der Festung steht der ehemalige Wasserturm, der zu einem Aussichtspunkt umgebaut wurde. Auch dieser ist beleuchtet.

Aber nicht nur einfach beleuchtet. Die Farben wechseln und vermitteln den Eindruck, dass die Leuchtstreifen sich rund um den Turm bewegen. Diese Lichtinstallation gefällt mir sehr gut. Damit beenden wir unseren Rundgang und kehren ins Hotel, welches nur ein paar Schritte entfernt ist, zurück.

 

Hotelempfehlung für Buchara?

Wir Ihr gesehen habt, gibt es in Buchara viel zu sehen und zu entdecken. Ihr solltet Euch dazu mindestens zwei ganze Tage Zeit nehmen und wenn möglich ein Hotel im historischen Zentrum auswählen. So könnt Ihr (bis auf den Sommerpalast) alle Besichtigungen zu Fuß erledigen.

Hier habe ich bewusst ein Fragezeichen hinter die Hotelempfehlung gesetzt, da wir mit der Auswahl unseres Reiseveranstalters nicht so sehr glücklich waren. Das Caravan Hotel (Provisionslink) ist recht einfach. Es hat einen tollen Innenhof, der an einen kleinen Palast erinnert.

Der große Pluspunkt ist die wirklich sehr gute Lage zwischen der Festung Ark und dem Poi Kalon. Alle wichtigen Sightseeing-Ziele im Zentrum von Buchara sind so fußläufig zu erreichen. Leider müssen wir hier die Sauberkeit, den Komfort und vor allem das angebotene Essen bemängeln. Von daher möchte ich dieses Hotel nicht wirklich empfehlen!

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Dieser Blogbeitrag ist Teil einer Artikelserie über unsere Rundreise über die große Seidenstraße durch vier Länder: Turkmenistan, Usbekistan, Kirgistan und Kasachstan. Den Übersichtsartikel mit den Links zu den anderen Beiträgen findet Ihr unter „Geocaching und Sightseeing an der großen Seidenstraße“ .

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Wie hat Euch unser Reisebericht über unseren Besuch in Buchara gefallen? Seid Ihr schon dort gewesen? Welche Caches oder welche Sightseeing-Spots hätten wir noch besuchen sollen? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag.

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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