LP: Atlantikwall – MKB Noordwijk (Museum)

Mitte August konnte ich die ehemalige Marineküstenbatterie 7/201 Noordwijk besichtigen. Wir schauen uns das Museum an und besichtigen die unterirdischen Gänge mit Geschützbunker und Kasernen.

Kommt mit auf die virtuelle Reise zum Atlantikwall!

 

 

Die Vorbereitung

Bei der Planung unseres verlängerten Wochenendes in Holland ist mir ein Museum in Noordwijk aufgefallen: das Atlantikwall-Museum. Auf deren Webseite konnte ich lesen, das im ehemaligen Feuerleitbunker ein Museum eingerichtet wurde und Führungen durch die unterirdischen Gänge angeboten werden. Dazu ist jedoch eine Reservierung notwendig.

Das Museum hat nur von Mai bis September Sonntags geöffnet. Der Eintritt mit der Führung durch die unterirdischen Gänge kostet 7,50€ pro Erwachsener. Mir gelingt es sechs Plätze für unsere Gruppe an unserem letzten Tag in Holland um 10 Uhr morgens zu reservieren. In der Reservierung steht zu Lesen, dass wir mindestens 15 Minuten vor der Führung da sein müssen. Der Eintrittspreis muss ich vorher nicht überweisen.

 

Vor dem Eingang

Wir erreichen den Eingang des Museums so gegen 9:30 Uhr. Parken können wir bei N52 15.116 E004 26.386. Es ist nicht kostenlos, wir müssen am Parkautomaten ein Ticket bezahlen. Für den Besuch mit Führung solltet Ihr etwa zwei Stunden einplanen. Den Eingang findet Ihr bei N52 15.224 E004 26.370.

Noch ist die Tür zum Museum verschlossen. Von der Webseite ist mir das Logo mit dem großen Feuerleitbunker in Erinnerung. Ich wundere mich, dass ich nur einen kleinen Teil vom Betondach sehen kann.

Dann tut sich etwas: ein Mitarbeiter des Museums kommt heraus uns hisst die Fahnen.

Das scheint nicht so einfach zu sein und kostet Zeit. Wir müssen noch warten. Dann bekommen wir endlich ein Zeichen und dürfen den Feuerleitbunker durch eine gepanzerte Tür betreten

Drinnen geht es die Treppe nach oben in den Bunker, wo sich die Museums-Kasse befindet. Zum Glück hat mit der IT alles funktioniert, unsere Namen werden gefunden und wir bezahlen die Tickets für die Führung.

 

Im Feuerleitbunker

Wir haben noch etwas Zeit bis zur Führung und schauen uns im Museum um. Im ersten Raum finde ich dieses aufklappbare Modell des Feuerleitbunkers. Insgesamt gab es drei schräg übereinander angeordnete Beobachtungsräume. Darunter befinden sich auf zwei Stockwerken die Auswertungsräume, Mannschaftsunterkünfte und Versorgungsräume.

Im nächsten Raum gibt es eine Leiter nach oben in den Beobachtungsraum. Dieser Zugang ist aber leider für Besucher gesperrt.

In einem weiteren Raum entdecke ich diese Rechenmaschine. Damit konnten mechanisch die Winkel der Kanonen eingestellt werden um die Geschosse auf ein bestimmtes beobachtetes Ziel einzurichten. Quasi ein Vorläufer des Taschenrechners!

Über Treppenstufen gelange ich in die beiden unteren Beobachtungsräume. Leider kann ich nicht mehr aus ihnen aufs Meer schauen. Die Sehschlitze wurden verschlossen. Über ein paar U-Eisen kann ich hinauf in den obersten Beobachtungsraum klettern. Dort ist ein großer optischer Entfernungsmesser ausgestellt.

Als nächstes schaue ich mir den Keller an. Dort ist ein kleines Kraftwerk untergebracht mit Dieselmotor und Generator.

An der Seite steht ein großer Kasten mit mehreren Anzeigen mit Zeigern. Ich vermute das hier die erzeugte Spannung und Stromstärke angezeigt wird.

Der Motor erinnert mich an die kleinere Ausführung eines Schiffsdiesels, so wie ich ihn auch in größer aus der Maginotlinie kenne.

Im nächsten Raum finde ich die Kohlefilter, die die Soldaten vor einem Gasangriff schützen sollten. Bei einem Stromausfall konnte die Ventilation mit einer Kurbel betrieben werden. Ich darf es ausprobieren und man braucht echt viel Kraft um das Ganze in Bewegung setzen zu können.

Ich schaue mich weiter in diesem riesigen (Museums-) Bunker um. Es wurde sich sehr viel Mühe gegeben die Räume auszustatten – ich bekomme eine gute Vorstellung, wie das Leben eines Soldaten hier in der MKB Noordwijk gewesen sein muss.

Die Mannschaftsräume sind recht eng. Es gib Stockbetten, Schränke und einen Tisch mit Hockern.

Einen Raum weiter wurden Regale an den Wänden angebracht. Darauf reihen sich die Behälter mit den Gasmasken und darauf liegt jeweils ein Stahlhelm.

Langsam wird es Zeit diesen Bunker zu verlassen. Der Treffpunkt für unsere Führung ist vor dem Eingang. Es werden Führungen in niederländisch, englisch und deutsch angeboten.

 

Die unterirdischen Gänge

Rechts und links hinter dem Eingang und vor der Treppe zum Kassenraum gehen die unterirdischen Gänge zu den Kasernen und Geschützbunker ab. Sie sind durch schwere Türen verschlossen.

Aktuell darf man diese Korridore nur zusammen mit einem Museumsmitarbeiter betreten. Von ihm erfahren wir, dass das Museum gerade daran arbeitet die Gänge so herzurichten, dass sie von jedem Museumsbesucher auf eigene Faust erkundet werden dürfen. Die Gänge sind nicht sehr hoch – mit meinen 1,83 Meter kann ich gerade noch aufrecht stehen.

Wir kommen zu einer Stelle, an der die Decke mit einem Fischgrätenmuster aus Metall überzogen ist. Von unserem Guide erfahren wir, dass früher an der Stelle nach oben offen war. Das Gitter hat damals verhindert, dass ein Feind eine Handgranate in die Gänge werfen konnte, da diese nicht hindurch passt. Auch konnte so Rauch oder eine Druckwelle aus den Gängen abziehen. Heute wurde über dem Gitter zugemauert. Darüber befindet sich jetzt eine Düne.

Unser Gang hat nun ein Abzweigung, die wir nehmen. Kurze Zeit später erreichen wir eine kleine Mannschaftsunterkunft. Diese ist nicht besonders gepanzert. Im Falle eines Angriffs mussten die Soldaten in die Geschütz- und Munitionsbunker zurückziehen.

An der Wand hängt ein Karte, auf der uns unser Guide die Ausmaße dieser Marineküstenbatterie zeigt.

In der Ecke steht noch ein kleiner Ofen, mit dem diese Unterkunft im Winter wenigstens etwas geheizt werden konnte.

Wir gehen wieder zurück in den Hauptkorridor und laufen diesen entlang. Plötzlich merke ich eine sehr strengen Geruch, der aus einer Abzweigung kommt. Wir nehmen diesen Weg und erreichen einen Geschützbunker. In seinem Eingang reift gerade Bunkerkäse. Das besondere feuchte Klima hier unten scheint einen besonderen Käse für Liebhaber zu schaffen.

Durch eine Panzertür erreichen wir den Raum mit dem Geschütz.

Leider wurden die Geschütze schon vor langer Zeit entfernt. Dort, wo die Kanone einst hinaus geschossen hat, ist die Öffnung heute mit einem Berg von Sandsäcken verschlossen.

Von unserem Guide erfahren wir, dass im Rahmen von Landsicherungsmaßnahmen die Dünen erhöht wurden und so nun fast die komplette Küstenbatterie Noordwijk unter Sand begraben ist. Um zu verhindern, dass dieser in die Bunker eindringt, wurden die Sandsäcke hier gestapelt.

Wir gehen über eine Treppe in einen tiefer gelegenen Raum. Hier wurde damals kleinere Mengen Munition für die Geschütze aufbewahrt.  An der Rückwand ist eine Öffnung mit dem Notausgang.

Damit ist unsere Führung schon fast zu Ende. Auf dem Rückweg schauen wir uns noch eine anderen Mannschaftsunterkunft an. Dort erfahren wir viel über die Fledermäuse die im Winter hier „wohnen“. Das ist auch der Grund, warum diese Gänge von September bis April nicht betreten werden können.

 

Am Strand

Nach fast zwei Stunden verlassen wir das Museum und machen noch einen kurzen Abstecher zum Strand.

Ich blicke zurück in Richtung der Marineküstenbatterie. Von dieser ist nichts mehr zu sehen. Von der Meerseite aus wird sie komplett von den Dünen verdeckt.

 

Der große Munitionsauffüllbunker

Da ich heute noch keinen Geocache gefunden habe, werfe ich einen Blick auf die Karte. In der Nähe befindet sich der Tradi „#12 Keun of niet keun – Atlantikwall Noordwijk“ bei einem anderen Museum. Dort angekommen stellen wir fest, dass es in einem Bunker untergebracht ist. Der Tradi kann auch gefunden werden, wenn das Museum schon geschlossen ist.

Ich erinnere mich, dass unser Guide erwähnt hat, dass die großen Geschützbunker dieser Stellung an den Flanken platziert waren. Bis dahin ging also die Marine Küstenbatterie Noordwijk. Die war echt groß!

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Wie hat Euch diese virtuelle Führung durch die MKB Noordwijk gefallen? Wäre das auch etwas für Euch? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag!

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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