Geocaching & Sightseeing auf Yucatán – Yaxchilán

Heute möchte ich Euch von unserem Besuch in den Maya-Stadt Yaxchilán berichten, die mitten im Regenwald in einem Flußbogen liegt. Die Anreise geht nur mit dem Boot.

Wir besuchen die verschiedenen Tempel, die an einem Rundweg liegen und können dabei noch einen Geocache mitten im Urwald heben. Kommt mit auf dieses virtuelle Abenteuer!

 

 

Die Anreise von Palenque

Die archäologische Zone von Yaxchilán liegt in einer großen Flussschleife des Rio Usumacinta, der die Grenze zu Guatemala bildet. Da diese Flussschleife mitten im Urwald liegt, ist sie nur mit dem Boot von Frontera Corozal aus erreichbar. Von Palenque sind es 164 Kilometer bis zu diesem kleinen Grenzdorf am Fluss.

Wir starten schon vor Sonnenaufgang in unserem Hotel. Für ein Frühstück ist es noch viel zu früh – ein bereitgestellter Kaffee muss genügen. Google-Maps gibt die Fahrzeit mit zweieinviertel Stunden, was aber viel zu wenig ist. Auf dieser Strecke gibt es in der Straße, um den Verkehrsfluss zu verlangsamen, sehr viele (zum Teil selbstgebaute) Schwellen. Unser Reisebus erreicht so eine Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp über 50 Stundenkilometern.

Während der langen Fahrt geht langsam die Sonne über dem Grenzland zu Guatemala auf.

Die Landschaft ist von Wald und Viehweiden geprägt. Hier gibt es viele Farmen mit Rinderzucht.

Etwa in der Hälfte der Strecke machen wir eine Pause am Restaurant „Yax-Lum“, wo wir ein warmes Frühstücksbuffet mit einheimischen Speisen genießen dürfen. Echt lecker und zu empfehlen. Leider habe ich keinen Link zu diesem Restaurant im Internet gefunden. Es befindet sich etwa bei N17° 10.532′ W91° 29.037′.

Unmittelbar hinter dem aufgebauten Buffet befindet sich die Küche mit dem Herd, wo wir sogar Show-Cooking erleben können!

Nach einer knappen Stunde Pause setzen wir unsere Fahrt im Reisebus fort. Vom Hotel bis zum Grenzdorf Frontera Corozal benötigen wir mit dem Reisebus und der Frühstückspause ziemlich genau vier Stunden.

Bei der Einfahrt in das Dorf müssen wir zunächst bei der Nationalparkverwaltung den Eintritt in den Nationalpark Lacandonischer Wald bezahlen. Anschließend ist noch der Besuch in die archäologische Zone gesondert zu entrichten.

 

Die Einschiffung nach Yaxchilán

Vom Busparkplatz führt ein kleiner betonierter Weg hinunter zum Fluss. Am Anleger liegen viele Boote. Ich bin froh, dass wir heute wieder so gutes Wetter mit Sonnenschein haben, da die Boote einen nur recht dürftigen Schutz gegen Regen bieten.

Unsere Reisegruppe verteilt sich auf zwei Boote. Ein Boot ist für etwa zehn Personen vorgesehen. Recht gemütlich fahren wir über den Rio Usumacinta.

Wenigstens schützt uns das kleine Dach des Bootes vor der heute recht knalligen Sonne. Beim Fotografieren merke ich direkt auf der Haut, wenn ich mich aus dem Schatten heraus bewege.

Die Bootsführer haben einen guten Blick für die Natur. Plötzlich wechseln wir die Richtung und fahren Richtung Ufer. Wir werden langsamer. Unser Bootsführer weißt uns auf ein großes Flusskrokodil am Ufer hin. Es genießt die Sonne und wartet auf Beute …

Wenig später sehen wir diese Viehherde am Fluss. Einige Tiere trinken gerade daraus. „Mutig“ denke ich mir!

Etwa eine dreiviertel Stunde dauert unsere Bootsfahrt.

Ich wundere mich, dass ich vom Boot aus keine großen Maya.-Gebäude sehen kann. Die hohen Bäume des Regenwalds verstecken auch diese ehemalige Mayastadt recht gut!

 

Die Mayastadt Yaxchilán

Vom Bootsanleger führt ein kleiner Weg zum einem kleinen Gebäude wo unser Reiseleiter den Eintritt für die archäologische Zone entrichtet. Dort gibt es einen Kiosk für kalte Getränke und die einzigen sanitären Anlagen im Umkreis von zwölf Kilometern.

Von dort spazieren wir mitten durch den Regenwald. Es ist schön schattig, heiß und wenigstens nicht schwül.

Alles ist hier etwas größer als „normal“. An einem Baum eindecke ich diese riesigen Pilze.

Nach kurzer Zeit entdecke ich einen kleinen Pfad, der auf einen Hügel führt. Neugierig, wie ich bin, laufe ich die wenigen Meter hinauf. Auf der anderen Seite kann ich den ersten Tempel entdecken.

Ich gehe wieder zurück auf den Hauptweg.

 

Das Labyrinth von Yaxchilán

Unsere Weg geht in einen Hohlweg über. Rechts und links türmen sich Mauern auf. Wir haben die Stadtmauer mit dem Eingang erreicht.

Von unserem Reiseführer erfahren wir, dass wir von einem Labyrinth stehen. Der Eingang in die Stadt führt durch einige verwinkelten und abzweigenden Gänge, von denen manche eine Sackgasse bilden.

Wir dürfen selbst einen Weg erkunden. Mit Taschenlampen bewaffnet starten wir ins Dunkel. Zunächst entdecke ich an der Decke einige Fledermäuse, die sich hier von den Touristen nicht aufschrecken lassen. Ich glaube, die haben sich inzwischen daran gewöhnt.

Dann tauchen riesige Spinnen auf, die zum Glück aber nur reglos da sitzen und keine Anstalten machen uns als „Beute“ zu sehen.

Es macht mir großen Spaß diese Gänge zu erforschen. Ich habe ja einen Faible für die Unterwelt. Natürlich erwischen auch wir die ein oder andere Sackgasse und müssen umdrehen.

Nach einiger Zeit und ein paar Richtungswechseln entdecken wir Licht in der Ferne.

Wir haben es geschafft und den Ausgang gefunden!

 

Die große Akropolis

Hinter dem Labyrinth beginnt ein großer Platz. Um diesen reihen sich die Gebäude der großen Akropolis von Yaxcilán. Das Gebäude mit den vielen Eingängen ist der unscheinbare Ausgang des Labyrinthes.

Ich schaue mich etwas auf dem großen Platz um. Hier wurde dem Regenwald eine große Fläche abgerungen um mit fast „englischem“ Rasen bedeckt.

Über mir raschelt es im Blätterdach. Ich schaue nach oben und kann einen Brüllaffen entdecken. Bei genauerem Hinsehen entdecke ich eine kleine Gruppe von ihnen, die auf der Suche nach Nahrung ist. Ab und zu reißt einer ein Blatt ab und frisst es.

Ich laufe über den großen Platz. Rechts und links sind nur noch kleine Gebäude erhalten.

Dazwischen steht immer mal wieder ein großer Baum, der Schatten spendet. Diese „Urwald-Riesen“ sind schon recht imposant. Seine Brettwurzeln sind riesig und bieten einen Lebensraum für weitere Pflanzen.

Am hinteren Ende des großen Platzes steht ein Dach auf vier Stützen. Darunter verbirgt sich, gut geschützt vor Wind und Wetter, eine Stele. Darauf befindet sich ein recht gut erhaltene Maya-Inschrift.

Gegenüber der Stele  führt eine kleine Treppe über zwei Ebenen zu einem kleinen Gebäude hinauf.

Die archäologische Zone von Yaxcilán ist bekannt für die besonderen Türstürze, die hier an den Gebäuden gefunden wurden. Sie sind aus Stein und mit Maya-Schriftzeichen versehen.

Auch an den Türstürzen des benachbarten Gebäudes sind solche Schriftzeichen zu sehen.

Es wird Zeit den großen Platz zu verlassen.

 

Der Große Tempel (Templo Mayor)

An dieser Stelle ist unsere offizielle Führung zu Ende. Unser Reiseleiter gibt uns eine Stunde Zeit auf eigene Faust die weitläufige Tempelanlage zu erkunden. Wir steigen die vielen Treppenstufen, an deren Beginn eine weitere Stele aufgestellt ist, zum „Großen Tempel“ hinauf.

Unterwegs veranstalten wir noch eine „kleine Fotosession mit Frosch“.

Oben angekommen müssen wir zunächst einmal Luft schnappen. Die Treppenstufen sind bei der aktuellen Mittagshitze echt anstrengend. Die Innenräume des „Templo Mayor“ können besichtigt werden, der Durchgang ist als Einbahnstraße konzipiert. Durch die Linke Türöffnung geht es in den Tempel hinein und durch die rechte wieder hinaus.

Im Moment ist gerade recht viel los. saarzwerg und ich müssen uns in die Schlage einreihen und warten, bis wir den Innenraum betreten können. Innen ist eine gute erhaltene Maya-Statue zu sehen. Sie ist leider in zwei Teile zerbrochen. Im mittleren Raum ist der filigrane Kopf ausgestellt.

Der Aufstieg hat sich für die Besichtigung des Großen Tempels gelohnt.

 

Der Geocache

Als Rückweg nehmen wir den ausgeschilderten oberen Weg zur kleinen Akropolis. Es ist ein kleiner Pfad durch die dichte Pflanzenwelt des Regenwaldes. Nicht weit von diesem Pfad wurde der Tradi „Yaxchilán“ an einer verfallenen Mauer eines alten Maya-Gebäudes versteckt. Ich kann die Dose Dank recht genauen Koordinaten und eines guten Spoilerbildes recht schnell finden. Da Ihr mit dem Boot anreisen müsst, ist der Geocache als T5 gelistet.

 

Die kleine Akropolis (Pequera Akropolis)

Wir gehen wieder zurück auf den Dschungelpfad und setzen unsere kleine Wanderung fort. Der Weg steigt an und wir gelangen auf eine große Plattform mit mehreren Maya-Gebäuden. Alle haben große breite Treppen die zu kleinen Tempel führen.

Plötzlich wird es laut. Hinter der Tempelanlage ist das laute Brüllen einer Herde Brüllaffen zu hören. Wir laufen auf den Lärm zu. Und wirklich, im dichten Blätterdach über uns entdecke ich eins dieser Tiere, welches gerade damit beschäftigt ist, Blätter abzureißen und zu fressen.

Von der kleinen Akropolis zurück zum Kiosk am Bootsanleger ist es nicht mehr weit. Der Pfad geht ab dort recht steil in kleinen Serpentinen den Hang zum Hauptweg hinunter. Es ist feucht und rutschig. Wir müssen sehr aufpassen um uns nicht der Länge nach hinzulegen.

 

Interaktive Karte vom Rundgang

Auf der folgenden Karte könnt Ihr den genauen Verlauf unseres Rundganges durch die archäologische Zone von Yaxchilán sehen. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken.

Falls Euch dieser Rundgang interessiert, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei herunterladen.

 

Die Rückfahrt

Nach dem anstrengenden Abstieg habe ich Durst. Am Kiosk kaufen wir uns eine eisgekühlte Cola. Das ideale Getränk bei dieser Hitze. Nach einer kurzen Pause geht es weiter, wie besteigen unsere Boote für die Rückfahrt nach Frontera Corozal.

Auch auf dem Rückweg macht unser Bootsführer einen kurzen Stopp. Er hat wieder ein Flusskrokodil entdeckt. Und nein, es ist nicht das selbe wie am Morgen. Dieses hier ist nochmal etwas größer. Als es uns kommen sieht, lässt es sich lautlos ins Wasser gleiten und geht auf Tauchstation. Unser Bootsführer dreht daraufhin das Boot und vergrößert den Abstand. Ich glaube er will hier kein Risiko eingehen.

In Frontera Corozal steigen wir in unseren Reisebus und treten die lange Rückfahrt an. Zum Glück hat uns das Hotel Lunchpakete mitgegeben. Unterwegs habe ich keine Möglichkeit für einen Einkauf gesehen. Auch die Rückfahrt dauert wieder um die vier Stunden mit einer größeren Pause am gleichen Restaurant wie am Morgen. Dieses Mal nutzen wir nur die sanitären Anlagen. Im Dunkeln erreichen wir wieder unser Hotel und ein langer und erlebnisreicher Tag neigt sich dem Ende …

** ** ** ** **

Die Übersicht über alle Tourempfehlungen in Yucatán findet Ihr im Artikel „Geocaching & Sightseeing auf Yucatán ? meine Tourempfehlungen“ .

** ** ** ** **

Seid Ihr selbst schon in Yaxcilán oder im Nationalpark des Lacandonischen Waldes gewesen? Wie hat es Euch dort gefallen? Wäre das etwas für Euch? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Artikel.

 Facebooktwitterpinterest

Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.