Geocaching & Sightseeing auf Yucatán – Palenque

Im Süden von Yucatán am Rande des Tieflanddschungels liegt Palenque. Die ehemalige Maya-Stadt ist seit 1987 UNESCO-Welterbe.

Wir schauen uns die Tempelanlage an, machen einen Abstecher in seine Unterwelt, führen eine Cachewartung durch und laufen anschließend durch den Dschungel wieder zu unserem Bus zurück. Kommt mit auf diese virtuelle Reise!

 

 

Ankunft in Palenque

Von Campeche sind es 370 Kilometer und zwei Grenzen mexikanischer Bundesstaaten. Die Fahrt mit dem Bus dauert mit Pausen fast acht Stunden. Am Nachmittag erreichen wir die archäologische Zone von Palenque. Es gibt zwei Parkplätze: einen unten beim Museum und einen weiteren am oberen Eingang, welchen wir nehmen. Am Parkplatz reihen sich die Souvenirhändler dicht an dicht. Sanitäre Anlagen sind am oberen Parkplatz und am Einstieg zum Wanderweg verfügbar. Wir nutzen sie während unser Reiseleiter die Eintrittskarten für uns besorgt.

Am Kassenhäuschen begrüßt uns die mexikanische Flagge. Auch hier bekommen wir wieder Eintrittskarten, auf deren Rückseite eine Mayastadt mit Foto aufgedruckt ist. Wir sammeln die Karten und tauschen die doppelten mit den anderen Reiseteilnehmern.

Unmittelbar hinter dem Eingang weist eine Metalltafel auf den UNESCO-Welterbe-Status hin, den diese Tempelanlage schon 1987 zuerkannt bekommen hat.

Auf einer weiteren Informationstafel finde ich eine Karte der archäologischen Zone. Palenque muss schon in der Mayazeit riesig gewesen sein. Für uns Touristen ist jedoch nur ein kleiner Teil der Bauten zugänglich – der Rest schlummert noch unter dem Bewuchs des Dschungels. Eine gute Karte des aktuellen Ausgrabungsstandes dieses „Mega-City“ findet Ihr bei LatinAmericanStudies. Dort seht Ihr auch gut, wieviele Gebäude noch unter dem Regenwald schlummern. Mittlerweile ist Palenque einer der weltweit bekanntesten Orte der Maya-Welt.

Wir haben Glück mit dem Wetter: es ist heiß, aber zum Glück nicht so schwül. Trotz des schattigen Regenwaldes benötige ich Sonnencreme. Auf dem Weg zum nächsten Tempel hat es eine sehr dichte Vegetation mit interessanten Pflanzen. Besonders diese rote Blüte hat es mir angetan. Kennt jemand von Euch diese Pflanze?

Die Bereiche um die Tempel wurden jedoch großzügig vom Urwald befreit und gleichen nun einem englischen Rasen.

 

Der Palast

Vom oberen Eingang bis zu den ersten Gebäuden sind es nur wenige Meter durch den Wald. Der Weg ist leicht ansteigend. Als wir aus dem Wald herauskommen, bietet sich uns dieser tolle Anblick: der Palast mit dem kleinen Turm liegt in der Nachmittagssonne …

Rechts davon schließt sich der Tempel der Inschriften an und noch weiter rechts ein bisher noch nicht ausgegrabener Tempel. Gemeinsam reihen sich diese drei Gebäude um den freien Platz in der Mitte.

Der Tempel der Inschriften darf von Touristen nicht bestiegen werden. 1949 entdeckte der mexikanische Archäologe Alberto Ruz Lhuillier auf der Dachplattform einen Eingang und dahinter einen verschütteten Gang. Drei Jahre später hat er diesen und die darunterliegende Grabkammer vollständig ausgegraben. Darin befand sich eine reichhaltig dekorierte Grabplatte und ein Sarkophag. In den Darstellungen auf der Grabplatte erkannte Erich von Däniken Raketen, woraus er schloss, dass die Maya Verbindungen zu den Außerirdischen gehabt hatten.

Für Touristen ist die Besteigung der Pyramide und die Besichtigung der Grabkammer nicht möglich.

Ich steige die Treppen zum Palast hinauf. Von dort oben habe ich einen schönen Blick auf die Tempel auf der anderen Seite des Bachlaufs.

Das Markanteste am Palast ist sein vierstöckiger Turm. Man vermutet, dass er als Wachturm oder als Observatorium genutzt wurde. Solch einen Turm habe ich bisher in keiner anderen Mayastadt, die wir besucht haben (oder noch besuchen werden) gesehen.

Manche Räume und Gänge des Palastes dürfen die Touristen betreten. Bei diesem Gang ist die Decke spitz zulaufend. Die Maya haben diese „Bögen“ selbsttragend gebaut, d.h. die Schlusssteine am oberen Ende können entfernt werden, ohne dass der Bogen einstürzt. Das war bei der römischen Bauweise der Bögen nicht der Fall.

Der Palast hat einen großzügigen Innenhof. Einige Bereiche sind bei unserem Besuch abgesperrt: Archäologen sind gerade mit Restaurierungsarbeiten beschäftigt. Zum Schutz vor der Sonne spannen sie einige Sonnensegel, was das Fotografieren dieser Tempelanlage erschwert.

Über den Eingängen gibt es Steinornamente.

An manchen Stellen wurden ganze Geschichten in den Stein gehauen, die noch recht gut erhalten sind.

Ich gehe in den Innenhof hinunter. Auch hier wurde ein großer Bereich von den Wissenschaftlern abgesperrt.

Im Sockel dieses Palastgebäudes finde ich mehrere Maya-Schriftzeichen. Rechts und links davon sind Maya-Krieger zu sehen.

Dann wird’s besonders interessant. Eine Treppe führt nach unten in das Untergeschoss des Palastes. Zwei Gänge dürfen von den Touristen betreten werden. Es macht mir Spaß, ohne meine Reisegruppe, die Gänge zu erforschen und zu fotografieren.

Dann sind wir fertig mit Sightseeing am Palast. Unser Reiseleiter führt uns zu der Tempelgruppe auf der anderen Seite des Bachlaufs.

 

Die Kreuzgruppe

Da Bachlauf ist an einer Stelle unter die Erde verlegt. Diese Überbrückung stammt schon aus der Maya-Zeit. Auf der anderen Seite führt der Weg in einem großen Bogen einen Hügel hinauf. Von oben ist der Turm des Palastes gut zu sehen.

Wie so oft sind die Tempel der Kreuzgruppe um einen Platz angeordnet. Wegen der großen Kreuzdarstellungen in den drei Tempeln auf den Pyramiden wird diese Tempelansammlung die „Kreuzgruppe“ genannt. Zum Blätterkreuztempel führt eine lange Treppe hinauf. Der Tempel wirkt recht klein und eine gute Aussicht verspreche ich mir von seiner Lage auch nicht. Daher schenke ich mir den Aufstieg.

Links daneben thront der Kreuztempel, dessen breite Treppen über mehrere Ebenen unaufhörlich nach oben führen. Da ich dort oben eine schöne Aussicht über die archäologische Zone erwarte, laufe ich die vielen Stufen nach oben. Da es immer noch recht heiß ist, ist das echt anstrengend!

Aber es lohnt sich! Ein wirklich tolle Aussicht über den Palast und die dahinterliegende Tiefebene.

Mittlerweile steht die Sonne schon recht tief. Sie strahlt in einem warmen Licht. Der Sonnentempel kommst so besonders vor dem „grünen Vorhang“ zur Geltung.

Bei dem tollen Licht wird es Zeit den Frosch von saarzwerg etwas in Szene zu setzen.

 

Fotosession mit Frosch

saarzwerg hat von Ihrer Klasse, die sie im letzten Jahr zur Abschlussprüfung geführt hat, einen Frosch geschenkt bekommen. Der soll die Welt bereisen. Daher lichte ich ihn vor dem Sonnentempel ab.

Danach verschwindet er wieder im Rucksack!

Und ja, es ist kein „Signal“ – dem Frosch von saarzwerg fehlt die gelbe Antenne!

 

Die Cachewartung

Es wird Zeit, so langsam den Rückweg anzutreten. Der Palast liegt schon im Schatten. Neben dem Bachlauf ist es feucht. Hier wachsen Pflanzen mit besonders großen Blättern.

In der Vorbereitung dieser Tour war mir aufgefallen, dass der Tradi „Mailers – Palenque“ in der archäologischen Zone von Palenque wohl abhandengekommen ist. Also habe ich den Owner angeschrieben und gefragt, ob ich einen neuen Petling im leeren Versteck platzieren soll. Ein paar Tage später war die Zustimmung da.

Während meine Reisegruppe gemütlich vom Sonnentempel zur Nordgruppe spaziert, gebe ich etwas Gas und kann so in Ruhe und ohne Zuschauer den neuen Petling im alten Versteck platzieren.

 

Die Nord-Gruppe

Auf dem Weg von der Kreuzgruppe zum Einstieg des Wanderwegs, der zum unteren Eingang führt, kommen wir, nach dem wir den Palast passiert haben, zu der Nord-Gruppe. Wie bei allen Maya-Städten ist auch hier ein Ballspielplatz vorhanden.

Dahinter liegt ein weiterer Platz, der von Gebäuden umsäumt ist. Links führen viele Stufen zum „El Conde“ hinauf. Der Tempel ist nach dem Grafen von Waldeck benannt, der in diesem Gebäude ab 1831 n.Chr. während seiner Untersuchungen für zwei Jahre darin lebte.

Rechts daneben steht ein weiterer Tempel. Davor, unter einem kleinen Strohdach, vor Wind und Wetter geschützt, ist eine tolles Maya-Relief zu finden.

Nun drängt unser Reiseleiter zur Eile. Den Weg durch den Regenwald darf man nur bis eine Stunde vor Schluss nehmen.

 

Der Wanderweg durch den Tieflanddschungel

Wie schaffen es gerade noch rechtzeitig zum Einstieg in den Wanderweg zu gelangen. Nach unserer Gruppe stellt ein Parkangestellter ein Verbotsschild auf. Der Wanderweg ist ein breiter Weg, der gerade am Anfang an den Steilstellen Stufen aufweist. Der Weg führt an dem Bachlauf entlang, der an einer Stelle in einen kleinen Wasserfall übergeht.

Unterwegs kommen wir an weiteren Maya-Gebäuden vorbei, die von den Archäologen mühsam dem Regenwald abgewonnen wurden. Bei dieser Ruine sind schön die selbsttragenden Bögen zu sehen.

Bis auf wenige Bäume, die angenehmen Schatten spenden, wurde die dichte Vegitation zwischen den Gebäuden entfernt.

Unser Weg führt uns weg von den Gebäuden. In einer kleinen Serpentine geht es weiter den Hang hinunter bis zu Bach. Mittels einer recht langen Hängebrücke queren wir diesen.

Als ich die Brücke überquere wippt sie passend zu meinem Schritt. Das Pärchen, das gerade auf der Brücke eine Pause macht, läßt sich davon nicht stören.

Selbst als ich am tieferliegenden Aussichtspunkt angekommen bin und die Brücke von unten fotografieren möchte, sitzen sie noch immer auf der Brücke. Dieser Bach hat viele schöne und idyllische Stellen. Es macht mir viel Spaß hier zu fotografieren.

Weiter unten komme ich an diesem imposanten Baum vorbei. Mit seinen riesigen Wurzeln krallt er sich am Boden fest.

Der Weg durch den Regenwald ist toll! Falls Ihr mal die Gelegenheit habt, Palenque zu besuchen, solltet Ihr auf jeden Fall mindestens einmal diesen Weg ablaufen. Am bequemsten ist es natürlich von Oben nach unten, so wie es unser Reiseveranstalter vorgesehen hat. Ihr benötigt etwas 30 bis 40 Minuten reine Gehzeit von oben nach unten.

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Die Übersicht über alle Tourempfehlungen in Yucatán findet Ihr im Artikel „Geocaching & Sightseeing auf Yucatán – meine Tourempfehlungen“ .

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Seid Ihr selbst schon in Palenque gewesen? Wie hat es Euch dort gefallen? Wäre das etwas für Euch? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Artikel.

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

Ein Kommentar:

  1. Ein Glückspilz, wer dorthin mal reisen darf / kann. Und dann auch noch in Sachen GC. Danke fürs teilhaben lassen!

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