Nov 212016
 

Und wieder hat mich ein vollständig ausgefülltes Interview erreicht. Heute möchte ich Euch den Blog “…noch ein Geoblog” vorstellen, der von Ingmar betrieben wird.

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Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen seines Interviews …


Ingmar, wie heißt Dein Blog und wo findet man ihn im Internet?

…noch ein Geoblog ist unter der einprägsamen Adresse blog.nordic-style.de zu finden

Seit wann bist Du Geocacher und wann hast Du angefangen zu bloggen?

Klare Frage, klare Antwort: 2009 habe ich meinen ersten Cache gefunden und 2014 kam mir die Idee, ein eigenes Blog zu veröffentlichen.

Wie bist Du auf die Idee zu Deinem Blog gekommen?

Ich bin ein begeisterter Log- und Listingleser. Irgendwann fiel mir auf, dass immer wieder Cacher diverse Probleme bei der Schatzsuche haben, und immer öfter dachte ich mir “Mensch, das ist doch ganz einfach, Du musst bloss…” Dazu kamen noch ein paar Entwicklungen beim Geocachen, die mir gar nicht gefielen. Und so wuchs in mir die Idee, meine Gedanken, Anregungen und Ideen einfach mal einer möglicherweise interessierten Leserschaft zu präsentieren. Das war dann die Geburtsstunde meines Blogs.

Gab es von der Idee bis zur Umsetzung irgendwelche Schwierigkeiten und wenn ja, wie bist Du damit umgegangen?

Das Aufsetzen des Blogs war unkritisch, den Webspace hatte ich schon, also setzte ich ein WordPressblog auf und konfigurierte es, das hat dann insgesamt vielleicht einen halben Tag gedauert, wobei die meiste Zeit für die Oberfläche draufging.

Blogs über Geocaching gibt es ja inzwischen viele. Wie unterscheidet sich Dein Blog von den anderen?

Der Titel sagt es ja schon: “…noch ein Geoblog” ist eben noch ein weiteres Geoblog, nur dass ich mir dessen bewusst bin, das Rad nicht neu erfunden zu haben. Die Selbstironie im Titel ist durchaus gewollt.
Der Unterschied zu vielen anderen Blogs und Podcasts ist, dass ich das Thema “Geocaching” nicht nur, aber eher auf Meta-Ebene behandele, also weniger “Ich, ich, ich” oder die neuesten Eventnews und Souvenirs, sondern mehr zum Kern hin. Deswegen blogge ich auch nicht unter meinem GC-Nick, um gar nicht erst in Versuchung zu gelangen.

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Was kostet Dich Dein Blog im Jahr? Wie finanzierst Du den Blog? Wie stehst Du zu Werbung auf Deinem Blog? Hast Du Partner oder Sponsoren?

Die Kosten sind überschaubar, das ist nur der Webspace, der ein paar Euro im Monat kostet, fürs Geocaching gebe ich wesentlich mehr Geld aus. Werbung oder Sponsoren gibt es bei mir nicht, aber wenn es einmal ein derartiges Angebot gäbe, wäre ich nicht sofort abgeneigt.

Wie schaut das Team hinter Deinem Blog aus? Bist Du ein Einzelkämpfer oder hast Du Unterstützung?

Ich cache meistens alleine und so halte ich es auch im Blog. Soviel Arbeit macht es ja nicht, außerdem ist es ja auch ein Hobby.

Wieviel Zeit investierst Du/Ihr in den Blog?

Das kann ich gar nicht so genau sagen, beim Cachen schaue ich ja auch nicht auf die Uhr. Es ist einfach ein Aspekt eines meiner Hobbys. Allerdings kann ich auch länger als einen Tag an einem Artikel sitzen.

Wie findest Du die Themen für Deine Artikel?

Die besten Geschichten schreibt immer noch das Leben, in diesem Fall die Watchlist oder auch Logeinträge, manchmal auch nur Listings. Manchmal werde ich auch auf etwas aufmerksam gemacht, entweder von befreundeten Cachern oder diverse soziale Kanäle.

Wann schreibst Du Deine Artikel? Hast Du einen bestimmten Rhythmus oder schreibst Du nur, wenn Dir gerade danach ist?

Die Artikel schreibe ich abends oder am Wochenende. Manchmal gucke ich mir das Blog an und denke mir, “Eigentlich müsstest Du mal wieder…”, aber ähnlich wie beim Cachen lege ich nicht los, weil ich “muss”, sondern wenn mir danach ist. Ich schreibe die Artikel auch nicht immer in einem Rutsch durch, sondern arbeite oft auch an mehreren Artikeln gleichzeitig.

Hast Du bestimmte Schwerpunktthemen? Wenn ja, warum liegen Dir gerade diese Themen am Herzen?

Die meisten Artikel handeln von Cachequalität, Locations und dem teilweise merkwürdigen Verhalten erwachsener Menschen beim Dosensuchen.
Ein weiterer Bereich sind Praxistipps, die ich nach und nach schreibe und veröffentliche, die waren ja eine der Grundmotivationen für das Blog.
Dazu kommen eher allgemeine Artikel über Geocaches, zum Beispiel eine Artikelserie über die verschiedenen Arten von Mysteries und wie man sie löst. Hier gibt es dann Überschneidungen zu dem Praxisteil. Aktuelle Entwicklungen greife ich auf, wenn ich der Meinung bin, dass diese relelvant genug sind.
Daneben schreibe ich – leider viel zu selten – kleine Geschichten über ein fiktives Geocacherpärchen, welches das besagte sonderbare Verhalten an den Tag legt. Teilweise schreibe ich zum Zeitvertreib, zum Teil möchte ich meine Leser – und mich selbst auch – einfach mal zum Nachdenken anregen, ob diese oder jene Verhaltensweise nicht vielleicht doch sonderbar ist.

Wie gehst Du beim Schreiben Deiner Artikel vor? Alles „frei Schnauze“ oder verfolgst Du ein bestimmtes Konzept?

Ich bin schon darauf bedacht, meine Meinung zum Ausdruck zu bringen, das gibt dann auch schon mal eher weniger begeisterte Reaktionen. Aber ein bestimmtes Konzept verfolge ich nicht. Es kann auch durchaus sein, dass ich zwischen zwei Artikeln zu einem Thema meine Meinung wechsele, beispielsweise wenn sich neue Fakten ergeben. Allerdings erblickt nicht alles, was ich eintippe, das Licht der Öffentlichkeit, vieles landet auch im Papierkorb oder steht ewig im Bearbeitungsmodus.

Welche Medien nutzt Du in Deinem Blog? Bevorzugst Du kurze oder lange Texte? Machst Du Deine eigenen Bilder oder gar Videos?

Erwischt: Meine Artikel sind in der Tat recht textlastig, manchmal auch ausschweifend, aber ich schreibe generell sehr gerne. Ein paar Bilder gibt es bei mir auch, das Headerbild wird praktisch bei jedem neuen Artikel jahreszeitlich passend getauscht. Und wenn sich ein Symbolbild oder ein Screenshot anbietet, baue ich das auch ein.

Wie ist das bisherige Feedback Deiner Nutzer? Gibt es viele Kommentare zu Deinen Artikeln? Gibt es Wünsche oder Verbesserungsvorschläge?

Das meiste Feedback kommt über Kommentare herein, die in der Regel auch veröffentlicht werden. Generell empfange ich aber nicht viele Kommentare, dazu ist das Blog wohl nicht groß genug.

Schaust Du auch nach den anderen Geocaching-Blogs und -Podcasts? Wenn ja, welche liest Du? Wie hältst Du Dich im Thema Geocaching auf dem Laufenden?

Ich bin viel in den sozialen Medien unterwegs und habe ein paar wenige Stammblogs, jr849 zum Beispiel oder FerrarigirlNr1. Aber auch den Saarfuchs, wegen des Blogaggregators. Die meisten Informationen bekomme ich wohl über Twitter und meine Watchlist.

Wie gefällt Dir die aktuelle Geocaching-Blogger-Szene?

Die aktuelle Bloggerszene ist schon sehr professionell und es gibt nur wenige Blogs, die ich meide. Meistens sind das die weiter oben erwähnten “Ich-ich-ich”-Blogs, bei denen sich die Akteure in den Vordergrund drängen, das passt einfach nicht zu einer Aktivität, die auf Diskretion baut. Mir gefällt in der Geobloglandschaft die Diversität, dass eben nicht alle gleich ticken und auch andere Themenbereiche wie Taschenlampen, Fotografie und dergleichen angeschnitten werden. Und dass ich mit meinen komischen Ansichten doch nicht ganz allein auf weiter Flur stehe.

Bei Berichten und Kommentaren zu kritischen Themen liest man oft das Killer-Argument „Hört auf zu diskutieren und geht lieber raus Dosen suchen.“ Wie ist Deine Antwort darauf?

Killerphrasen dienen dazu, Diskussionen im Keim zu ersticken, warum also darauf eingehen? Aber eine Antwort könnte lauten: “Wenn da draußen nicht so viele komische Dinge geschähen, müssten wir nicht so viel über komische Dinge bloggen” – nicht sehr spontan, ich weiss.

Gibt es bei Dir eine Netiquette für Kommentare oder darf jeder alles schreiben? Wie gehst Du damit um, wenn sich jemand daneben benehmen sollte?

Bei mir darf jeder seine Meinung sagen. Einmal habe ich mich über eine besondere Form von Logs ausgelassen und das hat der Verfasser des geposteten (anonymisierten) Beispiels gelesen und ist dann ausführlich und sehr ironisch in seinem Kommentar darauf eingegangen, das fand ich großartig.
Sobald sich jemand zu sehr im Ton vergreift, wird der Kommentar nicht freigeschaltet, das ist bis jetzt aber noch nicht vorgekommen.

Was glaubst Du, wie sich Geocaching in den nächsten fünf Jahren verändern wird? Welche Auswirkungen wird das auf die Geocaching-Blogs haben?

Augmented Reality ist ja gerade ein großes Thema, Ingress und vor allem Pokémon Go haben das Thema sehr in den Fokus gerückt. Geocaching ist im Grunde genommen schon ein AR-Spiel: Über die reale Welt wird eine Schatzkarte gelegt, und die Eingeweihten wissen sie zu nutzen. Groundspeak hat seinerzeit mit Wherigos einen großen Schritt zum Ausbau des AR-Aspektes getan, dann aber offenbar das Interesse daran verloren. Ich denke aber, dass das Thema AR in Zukunft eine größere Rolle beim Geocachen spielen wird. Abseits von Groundspeak tut sich da schon einiges, auch wenn das nicht alles unter dem Label ‘Geocaching’ läuft. Und natürlich werden sich dann auch spezialisiertere Blogs auftun.
Auf jeden Fall wünsche ich mir eine gewisse Rückbesinnung auf die Wurzeln des Cachens, weniger, aber dafür bessere Caches, die nicht alle am Straßenrand liegen. Ich meine auch dort schon gewisse Tendenzen in diese Richtung zu erkennen.

Nun noch zu Dir – ganz kurz, wie bist Du zum Geocaching gekommen und was machst Du so, wenn Du nicht gerade eine Dose suchst?

Zum ersten Mal habe ich Mitte der 2000er von diesem “Geocaching” gehört. Das fand ich damals recht interessant, konnte mich aber nicht dazu aufraffen, “es” einmal auszuprobieren.
Später erzählte mir ein guter Freund sehr begeistert von diesem “Geocaching”, und ich beschloss, das einmal auszuprobieren. Ein paar Jahre später war es dann soweit und ich fand meinen ersten Geocache, ganz ohne GPS-Gerät übrigens. Später nahm besagter Freund mich zu einem LPC-Multi mit, da war ich dann angefixt und zog – wiederum einige Zeit später – alleine los.
Wenn ich nicht gerade geocache oder darüber blogge, spiele ich Ingress, blogge aber nicht so viel darüber. Daneben arbeite ich in einem bekannten deutschen Medienunternehmen, und sehe die Bewegung in freier Natur als guten Ausgleich zur Arbeit an, das schließt auch Gartenarbeit herein. Dort strebe ich an, die T-Wertung unter 3 zu halten und wenn im Sommer die Igel durchs Unterholz toben, weiß ich, dass ich vieles richtig gemacht habe.

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Ingmar, ich danke Dir für dieses Interview. Möchtest Du noch einen Gruß loswerden?

Einen schönen Gruß an alle, für die Qualität vor Quantität geht.

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Falls auch Ihr Euren Blog oder Podcast hier vorgestellt haben möchtet, so füllt doch einfach den Onlinefragebogen für Blogger & Podcaster mit den Interviewfragen aus und drückt anschließend auf senden. Ich freue mich schon auf Eure Beiträge!

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