Nov 242016
 

Heute möchte ich Euch von der nächsten Station der Indochina-Reise berichten, die saarzwerg und ich im letzten Jahr unternommen haben: die ehemalige Kaiserstadt Huế mit ihrer verbotenen Stadt, mit Tempeln und Kaisergräbern.

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Von dort reisen wir über den Wolkenpass durch die DMZ des Vietnamkrieges weiter nach Đà Nẵng. Unterwegs suchen wir den ein oder anderen Geocache …

 

 

Hotel und Restaurants

Zum Essen haben wir in Huế einen echten Glücktreffer gelandet: Durch Zufall bleiben wir im “Stop & Go Cafe” hängen. Sowohl die Essensauswahl als auch der Geschmack gefallen uns sehr gut.

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Falls Ihr individuell unterwegs seid, könnt Ihr dort auch geführte Touren buchen. Da wir in einer Reisegruppe unterwegs sind, ist das für uns nicht interessant.

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Die Wand des Cafes  dient als Gästebuch – natürlich lasse ich es mir nicht nehmen, mich dort auch einzutragen. Nun gibt es meinen kleinen Fuchs auch in Huế.

Wie schon erwähnt, sind wir mit einer Reisegruppe unterwegs und haben so das Glück im Saigon Morin (Werbelink), einem 4-Sterne Hotel aus der Kolonialzeit, absteigen zu dürfen. Die Zimmer, das Frühstücksbuffet im Innenhof und das Buffet am Abend sind uns eine Empfehlung wert! Das Hotel liegt zentral in der Innenstadt direkt am Parfümfluss. Die verbotene Stadt befindet sich in Laufreichweite.

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Bedingt durch die wenigen Geocaches, die es hier zu finden gibt, hat saarzwerg noch ein Event vor dem Hotel hinzugefügt: Leider war jedoch außer uns niemand zum “Meet and Greet in Vietnam” gekommen – schade!

 

Die Thien Mu-Pagode

Die höchste Pagode Vietnams wurde 1601 etwas außerhalb von Huế direkt am Parfümfluss errichtet. Am Morgen bringt uns unser Reisebus zur Thien Mu-Pagode.

Leider sind an der fotogenen Haupttreppe gerade Filmarbeiten im Gange. Ein buntgekleideter Paradiesvogel ist dabei ein vietnamesisches Liedchen zu trällern. Da ein Ende der Aufnahmen nicht absehbar ist, muss ich Vietnams höchste Pagode wohl oder übel mit diesem “grünen Etwas” fotografieren.

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Irgendwann macht er dann mal eine kleine Pause, so dass ich den Turm wenigstens von der Seite noch einmal ohne diesen Sänger fotografieren kann.

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Obwohl unsere Reisegruppe früh dran ist, sind hier schon recht viele Touristen unterwegs. Am westlichen Ende der Anlage gibt es ein rotes Tor. An diesem soll sich der Tradi “Thien Mu Pagoda / Chua Thien Mu – Hue” befinden.

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In einer abenteuerlichen Verrenkungs- und Streckaktion kann ich die kleine Blechdose bergen.

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Nachdem der Geocache für heute erledigt ist, kann ich mich nun voll und ganz auf das Sightseeing und die Informationen unseres Reiseführers konzentrieren. Da es eine Studienreise ist, hat er sehr viel über die Pagode und das frühere Leben der Mönche hier zu erzählen.

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Der Tempel in der Anlage wird heute noch zum Beten genutzt. Innen ist alles prunkvoll gestaltet und mit viel (Blatt-) Gold verziert.

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Im Inneren der Thien Mu-Pagode gibt es ein paar abgetrennte Innenhöfe und einen großen Garten. Die kleinen Bonsai-Bäume haben es mir angetan.

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Am hinteren Ende der Anlage bewundern wir noch dieses kleinen Turm mit einem großen Kupferbecken.

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Damit geht unser mehrstündiger Besuch der Thien Mu-Pagode schon zu Ende.

 

Die Fahrt über den Parfümfluss

Um wieder in der Altstadt von Huế zurückzukommen unternehmen wir eine Bootsfahrt in einem der vielen Drachenboote, die hier vor der Thien Mu-Pagode vor Anker liegen.

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Ich schaue mir die Drachenköpfe der Boote mal etwas genauer an und bin verwundert – diese sind nicht aus Holz, sondern aus bemaltem Blech. Das erinnert mich irgendwie an die alten Fahrattraktionen auf dem Rummel.

Unser Boote passiert den Turm der Thien Mu-Pagode – so kann ich noch ein letztes Bild von dieser Sehenswürdigkeit machen.

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Auf dem Weg zurück in die Stadt kommen wir an einem Fischerboot vorbei. Mit einem Netz versucht dieser Fischer ein paar Fische aus dem Parfümfluss zu fangen. Auf die Entfernung kann ich leider nicht erkennen, ob er erfolgreich ist.

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Verwundert betrachte ich die neue Betonbrücke, die sich kurz vor dem Stadtkern befindet. Obwohl sie recht neu zu sein scheint, so wurde doch etwas Wert auf ein paar vietnamesische Elemente gelegt. Das finde ich ganz schön.

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Wir haben unser Ziel erreicht. Am Bootsanleger an der verbotenen Stadt verlassen wir unser Drachenboot.

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Unmittelbar neben uns ankert die ehemalige Yacht des vietnamesischen Kaisers. Da es schon lange keinen Kaiser mehr gibt, dient das Boot nun als Besichtigungsobjekt.

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Vom Anleger ist es nur ein kurzer Fußmarsch zur verbotenen Stadt und noch keine anderthalb Kilometer bis zu unserem Hotel.

 

Die verbotene Stadt

Um den kompletten historischen Stadtkern von Huế verläuft eine Stadtmauer, die ähnlich einer Zitadelle aufgebaut ist. Zwischen der verbotenen Stadt und dem Parfümfluss befindet sich eine Festung, über der die vietnamesische Fahne weht.

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Wir schlendern zu einem der wenigen Stadttore.

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Da hier sehr viele Autos über die Brücke und durch das Tor fahren, müssen wir als Fußgänger arg aufpassen und den richtigen Moment anpassen, um nicht überfahren zu werden.

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Von dort geht es über den großen Platz vor der Festung zum Haupteingang der verbotenen Stadt, in der früher der Kaiser wohnte. Sie wurde nach dem großen Vorbild in Peking errichtet. 1993 wurde die verbotene Stadt zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.

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Obwohl Vietnam inzwischen sehr modern geworden ist, so sieht man in Huế auch noch die traditionellen Transportarten.

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Unser Reiseführer besorgt uns die Eintrittskarten und so gelangen wir schnell ins Innere.

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Obwohl vieles im Vietnamkrieg zerstört wurde, so bin ich doch überrascht, wie viel inzwischen schon wieder aufgebaut wurde. Der restaurierte Teil der verbotenen Stadt ist riesig und für jeden Fotografen ein lohnendes Ziel.

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Leider spielt das Wetter heute nicht so mit. Immer mal wieder geht ein Regenschauer herunter. Zum Glück ist meist ein Gebäude in der Nähe, in dem wir uns unterstellen können.

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Es gibt viele kleine Tempel. Die Gebäude sind meist mit rotem Holz vertäfelt und mit goldenen Schriftzeichen geschmückt.

Langsam erreichen wir den nordöstlichen Teil der Anlage. Hier treffen wir das erste Mal auf Mauern und Tore, die bisher noch nicht restauriert worden sind.

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Die Farbe ist am Abblättern und am Verblassen. Natürlich dürfen auch die Verbotsschilder nicht fehlen.

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Wenigstens machen die Sprayer vor diesem Kulurgut halt und beachten das Schild. Von hier gehen wir weiter in das Zentrum der verbotenen Stadt zum Can Chanh Palast, wo es bis 1945 noch einen Kaiser gab.

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Bevor ich mich auf die Ausführungen unseres Reiseleiters konzentrieren kann, will ich nach einem Virtual schauen, der sich hier in unmittelbarer Nähe befindet.

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An der dem Palast gegenübergelegenen Mauer befindet sich eine Steintafel mit den Informationen, die ich für den “Can Chanh Palace” benötige.

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Die Schrift auf der Tafel ist noch gut zu erkennen und ich kann mich wieder der Reisegruppe anschließen, die inzwischen den Palast betreten hat.

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Im Palast erklärt uns unser Guide die Geschichte der Kaiser in Vietnam und führt uns durch das Gebäude, welches wir durch einen langen und überdachten Gang wieder verlassen. Es kostet mich doch Einiges an Zeit diesen Gang ohne Touristen ablichten zu können – aber für dieses Foto hat sich das Warten dann doch gelohnt, oder?

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Zum Abschluss unseres Besuches in der verbotenen Stadt laufen wir noch zum Theater.

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Hier hat sich der Kaiser ein prunkvolles Gebäude errichten lassen.

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In der Mitte ist der der große Saal, wo früher die Aufführungen stattgefunden haben.

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Damit geht unser Besuch der verbotenen Stadt zu Ende. Am Ausgang warten kleine Elektrobusse auf uns, die uns wieder zurück zum Hotel bringen. Eigentlich wäre das nicht nötig gewesen, da es zum Saigon Morin nicht weit zu laufen wäre …

 

Das Kaisergrab des Minh Mang

Etwa 12 Kilometer außerhalb von Huế im Süden befindet sich das Kaisergrab des Minh Mang, welches ebenfalls ein UNESCO-Weltkulturerbe ist. Es liegt an einem See.

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Leider gibt es zur Zeit von unserem Besuch im November 2015 dort noch keinen Geocache. Während ich diesen Artikel schreibe, fällt mir jedoch der Tradi “Minh Mang Tomb” ins Auge, der dort im April 2016 versteckt wurde.

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Die komplette Anlage, die erst 1843 vollendet wurde, ist von einer Mauer mit wenigen Toren umgeben.

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Auf einer langgestreckten Achse führt der Weg durch mehrere tempelähnliche Gebäude bis zum Grabhügel des Kaisers Minh Mang.

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Die Gebäude sind innen mit Holz vertäfelt und vergoldet.

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Manchmal ist ein Gebäude etwas erhöht gebaut – so kann man nicht die komplette Achse überblicken.

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Als letzes Gebäude vor dem Grabhügel befindet sich hier ein Teehaus.

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Von drinnen haben wir einen wunderschönen Blick auf die Brücke, die zum Grabhügel führt.

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Der Grabhügel selbst wirkt auf mich recht unscheinbar. Dort gibt es nichts zu besichtigen – das Grab selbst ist für unsere Gruppe nicht zugänglich. Um zu unserem Bus zurückzugelangen, laufen wir nicht den gleichen Weg durch die Gebäude zurück, sondern wählen den Weg am See entlang.

 

Über den Wolkenpass

Nun ist es Zeit Huế zu verlassen. Wir nehmen die Straße nach Süden. Schnell wird es ländlich.

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Am Straßenrand weist uns ein Kilometerstein darauf hin, dass es von hier bis Saigon, welches seit der Revolution Ho-Chi-Minh-Stadt heißt, noch über 1000 Kilometer sind. Zum Glück werden wir ab Đà Nẵng fliegen – 1000 Kilometer im Bus wären nichts für mich!

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Bevor es in die Berge geht, kommen wir am Meer vorbei. Es ist heute recht windig …

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Danach steigt die Straße plötzlich an. In unzähligen Serpentinen windet sich unser Weg nach oben. Es dauert ca. eine halbe Stunde bis wir die Anhöhe erreicht haben. Hier oben auf dem Wolkenpass halten wir an und bekommen eine gute Stunde Zeit uns umzusehen.

Im Vietnamkrieg war hier die Grenze zwischen dem kommunistischen Nord- und dem amerikanisch kontrollierten Südvietnam. Einige alte Bunkerreste zeugen noch von dieser Zeit. Die Anhöhe wurde ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

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Da ich mich sehr für Bunker und Militärgeschichte interessiere, schaue ich mich die vom Verfall bedrohten Gebäude an.

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Als Erstes ein großer Beobachtungsbunker, der auf einem großen Bogen errichtet wurde: Dort kann ich den D3T3 Tradi “Hai Van Pass / Deo Hai Van” suchen. Ohne Leiter hab ich mich in der Vorbereitung dieser Tour gefragt, ob ich das hinbekomme. Aber die Stelle ist gut zu klettern und so komme ich an die Dose, die ein Besserverstecker auch noch ein Loch höher gelegt hatte. Da frage ich mich, warum der Owner solch tolle Hints in sein Listing einfügt, wenn es keinen interessiert?

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Nachdem auch dieser Geocache geloggt ist, schauen wir uns noch bei den restlichen Bunkern um.

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Gerade als wir umdrehen wollen …

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… fällt mir diese Braut auf: ein interessanter Ort, um Hochzeitsfotos zu machen, denke ich mir.

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Aber es wird noch besser. Die haben eine Leiter! Mit der besteigt das Brautpaar einen kleinen Bunker und läßt sich vor dieser Kulisse ablichten. Eine schöne Idee!

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Hier oben gibt es viele Bunker – kleine und große. Sie geben eine vage Vorstellung, was die  Amerikaner hier oben erdulden mussten, um die Grenze zu halten, was ihnen letztendlich dann doch nicht gelungen ist. Gegen die Vietnamesen hatten sie keine Chance.

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Bevor wir in den Bus einsteigen, schaue ich mir noch diese Tafel an. Sie zeigt eine Karte vom Wolkenpass. Leider fehlt die englische Übersetzung dazu …

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… und unser Reiseführer hat zu dieser Teil der vietnamesischen Geschichte auch nicht wirklich viel zu erzählen gehabt.

 

Đà Nẵng

Nach einer langen Abfahrt und vielen Serpentinen erreichen wir Đà Nẵng. Dieser Teil von Vietnam war im Krieg von den Amerikanern besetzt. Wir haben nur wenige Stunden Zeit in Đà Nẵng bevor unser Flieger nach Saigon geht. Auf dem Besichtigungsprogramm steht nur das Museum der Vham-Skulpturen. Vor dem Museum fällt mir diese besondere Brücke auf, die einem Drachen nachempfunden wurde.

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Im Museum gibt es viele Skulpturen zu bewundern und unser Reiseleiter hat zu jeder eine Erklärung parat.

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Bis auf wenige Fotos reizt mich dieses Museum nun so gar nicht. Wie gerne hätte ich doch in der Stadt noch ein paar Geocaches gesucht. Aber zum Einen gibt es hier kaum welche und zum Anderen wären die nicht in Laufreichweite vom Museum aus – so muss ich auf diese verzichten.

Dann erfahren wir noch, dass sich unser Flug etwas verschiebt wegen schlechtem Wetter – na toll! Wenigstens haben wir so Zeit für ein Mittagessen in einem Fischrestaurant am Strand.

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Hier durften sich früher die GIs in den Kampfpausen vom Vietnamkrieg erholen.

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Nach etwas Sonnenbaden kommt von unserem Guide das Signal zum Aufbruch. Wir fahren zum Flughafen, um nach Saigon zu fliegen. Doch das ist eine andere Geschichte …

 

Mein Fazit

Mir hat unser Besuch in Mittelvietnam sehr gut gefallen. Es war sehr abwechslungsreich. In Huế gab es viel Historisches zu bewundern. Auf dem Wolkenpass kam die jüngere Militärgeschichte nicht zu kurz. Und der Kurzbesuch in Đà Nẵng mit seinem langen Sandstrand rundete das Ganze ab. Bei den Spaziergängen in unserer Freizeit habe ich mich jederzeit sicher gefühlt. Die Vietnamesen, mit denen wir in Kontakt kamen, waren freundlich und zuvorkommend.

Nur beim Geocaching muss man in dieser Region Abstriche machen. Es gibt nur wenige Caches, deren Wartung den Ownern oft schwer fällt. Eine Ersatzdose oder -logbuch wird daher meist gerne gesehen. Die Owner, die ich im Vorfeld kontaktiert habe, waren froh darüber …

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Von unserem Besuch im Mittelvietnam habe ich noch viele Bilder mehr. Wer sich dafür interessiert, findet sie im Webalbum.

Wie hat Euch diese virtuelle Reise gefallen? Was ist Euer nächstes Urlaubsziel? Habt Ihr auch schon Fernreisen mit Geocaching verbunden? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Artikel!

 

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