Okt 142013
 

Vor ein paar Wochen bot sich erneut eine gute Gelegenheit die Maginotlinie zu besuchen. An dem Wochenende von 14. bis zum 15. September fanden wieder die “Journées européennes du patrimoine 2013” statt, die europäischen Tage des Denkmals… Das war eine gute Möglichkeit für mich, das Artilleriewerk Galgenberg in der Maginotlinie zu besichtigen. Am frühen Nachmittag bin ich vor dem Munitionseingang dieses Sperrwerks angekommen.

Munitionseingang Artilleriewerk Galgenberg

Irgendwie war mir das Glück hold und ich traf das Team Winnetou, welches sich ebenfalls dieses Artilleriewerk in Galgenberg anschauen wollte und schon eine deutsche Führung klar gemacht hatte. Um 14:00 Uhr sollte es lo gehen. Von dieser Führung möchte ich Euch nun mit vielen Bildern berichten.

Auf dem Vorplatz steht ein Schild, welches das Artilleriewerk Galgenberg erklärt. Darauf sind auch die Öffnungszeiten und der Link zu der Webseite des Festungsvereins zu finden: “http://www.forticat.com“. Hier merkt man schnell, dass die Mitglieder an der Erhaltung dieser Festung interessiert sind und sehr viel Arbeit und Herzblut investieren.

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Dass sie für uns vier Deutsche extra einen deutschsprachigen Führer organisieren, ist schon toll. Er macht seine Sache sehr gut, erzählt viel Interessantes und Neues und lässt uns immer genug Zeit ein Foto zu machen.

Wir beginnen unseren Rundgang durch das Artilleriewerk Galgenberg hinter dem Munitionseingang. Hier wurden früher die Munition und die sonstigen Versorgungsgüter von LKWs auf Waggons umgeladen. In diesem Werk gab es keine elektrifizierte Eisenbahn – alle Waggons mussten von den Soldaten mit der Hand geschoben werden.

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Bevor wir tiefer in die Festung hineinlaufen, machen wir noch einen kurzen Abstecher in den Kampfraum des Munitionseingangs. Von diesem Raum aus wurde der Eingang vor möglichen Angreifern verteidigt.

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Hier können wir noch eine Zieloptik bestaunen…

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… die filigranen Skalen sind ein schönes Ziel für meinen Fotoapparat.

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Auch alte Munitionskisten mit der Aufschrift dieses Artilleriewerkes sind noch vorhanden. Der Festungsverein hat hier beim Sammeln ein glückliches Händchen gehabt.

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Nun verlassen wir den Munitionseingang und dringen tiefer in die Unterwelt dieser Festung ein. Wir laufen durch die Hauptgalerie. Dieser Tunnel liegt 30 bis 40 Meter unter der Erde.

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Nach kurzer Zeit erreichen wir das Hauptmagazin M1, in dem die Munition für die Kampfblöcke gelagert wurde. Die Munitionskisten wurden mit Flaschenzügen, die an einem Schienensystem angebracht waren, transportiert.

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Wir folgen unserem Führer immer weiter in den Berg. Ab und an zweigt ein weiterer Tunnel von der Hauptgalerie zu einem Kampfblock ab.

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Nun erreichen wir die unterirdische Kaserne. Hier gab es auch eine Poststelle, die die Briefe und Pakete an die Soldaten verteilte.

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Dort in der Nähe befindet sich auch die Telefonzentrale. Alle Festungen der Maginotlinie waren mit Telefonkabeln miteinander verbunden. In diesem Raum wurden die Verbindungen hergestellt.

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Als Nächstes erreichen wir die Küche. Durch diese Durchreiche wurde das Essen an die Soldaten ausgegeben.

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Die Herde in diesen großen Festungen wurden schon damals elektrisch betrieben. Die Küche war gut ausgestattet mit eben einem solchen Herd, Backofen, Warmwasserboiler und einer großen Kaffeemaschine.
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Hier ein Blick auf den großen Herd. In den drei Töpfen konnte gleichzeitig gekocht werden.

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Wir verlassen nun die Kaserne und zweigen durch eine massive Stahltür von unserem bisherigen Tunnel in einen weiteren ab.

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Nun kommen wir zum großen Filterraum. Hier wurde die Luft in großen Kohlefiltern von Kampfgasen gereinigt.

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Die Filter wurden nur in einer konkreten Kampfsituation verwendet – in der übrigen Zeit wurde die Luft an den Filtern vorbei geführt.

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Nun kommen wir zu einem der interessantesten Räume in der ganzen Festung: dem Kraftwerk.

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Auch hier funktionieren noch einige der großen Schiffsdiesel. Sie werden von den Mitgliedern des Festungsvereins liebevoll gepflegt.

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Sogar die Ölkännchen sind noch vorhanden!

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Und wieder laufen wir durch lange Tunnel, nun zurück Richtung Munitionseingang.

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Unterwegs kommen wir noch an den Räumen der Krankenstation vorbei. Die große Lampe ist noch vorhanden.

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Wir folgen weiter dem Gang. Nun kommen wir an einem kleinen Kommandoposten vorbei. Hier wurden die Befehle für einen Kampfblock erteilt.

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Mit diesem Gerät wurden – wie auch auf Schiffen – die Befehle an den Kampfblock übertragen und von diesem bestätigt.

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Wir folgen wieder weiter dem Tunnel. An einer Stelle gibt es Hohlräume. Im Falle eines Angriffs konnten diese mit  Sprengstoff befüllt werden. Auf diese Weise hätte der Tunnel zum Einsturz gebracht werden können. Das war das letzte Mittel sich vor Angreifern zu schützen, falls diese es geschafft hätten, bis in die Tunnel vorzudringen.

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Damit geht auch langsam unsere Führung zu Ende. Wir laufen wieder durch die Hauptgalerie Richtung Eingang.

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Wir erreichen die Umladestelle im Munitionseingang…

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… kurz vor dem Ausgang hängt noch eine Tafel mit dem Verlauf der Tunnel. Hier kann man gut die Größe dieses Artilleriewerkes erkennen.

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Damit ist unsere fast zweistündige Führung zu Ende. Sie hat mir sehr gut gefallen. Obwohl ich mich gut in der Materie auskenne, gab es doch noch das ein oder andere Neue zu sehen und zu hören…

Um die Außenanlagen des Artilleriewerkes Galgenberg führt auch ein Multicache: “(1EF) Le G.O. du Galgenberg“. Eine Einführung in die Maginotlinie gibt’s bei Wikipedia.

Wer gerne noch etwas mehr von diesem Werk sehen möchte, dem empfehle ich einen Blick in mein Webalbum oder noch besser eine Besichtigung dieses Werkes. Die Öffnungszeiten findet man auf der Webseite.

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