Cacheempfehlung: Back to the Future – The Geocache

Wer einen Spielnachmittag plant, für den sich die Anreise wirklich lohnt: Der Beitrag beschreibt konkret, was die 2,5 Stunden in Einhausen so besonders macht.

Wer schon immer wissen wollte, wie sich ein Kinofilm als Geocache anfühlt, findet im Beitrag dazu eine ehrliche Einschätzung.

Der Geocache: Back to the Future – The Geocache

Etwa auf der Hälfte der Strecke zwischen Darmstadt und Ludwigshafen liegt das beschauliche Dorf Einhausen, welches dem einen oder anderen von Euch sicherlich durch die bekannten „Heldencaches“ im angrenzenden Waldgebiet ein Begriff ist. Dort hat der Owner staubfinger0702, der bereits für mehrere mit zahlreichen Favoritenpunkten ausgezeichnete Kalendercaches wie „Dexter 1–3“, „The Witch“ oder „Dracula 2.0 NC“ verantwortlich zeichnet, seit Mitte 2021 einen weiteren aufwendig gestalteten Geocache platziert.

Es handelt sich um den Kalendercache „Back to the Future – The Geocache„. Laut dem Listing schlüpfen die Spieler in die Rolle von Marty McFly am Samstagvormittag des 28. September 1985. Die Ausgangssituation beschreibt, wie Marty und Jennifer auf einer Parkbank vor dem Rathaus sitzen, die warmen Sonnenstrahlen eines milden Herbsttages genießen und Softeis essen, bevor sich der Tag kurz darauf als äußerst denkwürdig entpuppt. Um diesen Geocache überhaupt spielen zu können, ist eine vorherige Buchung über einen Terminkalender notwendig. Zu meiner Überraschung war dieser Kalender zum Zeitpunkt unserer Planung derzeit fast überwiegend leer.

Gemeinsam im Vierer-Team, bestehend aus saarzwerg, Linus2170, marky_de und mir, brachen wir schließlich nach Einhausen auf. Am empfohlenen Parkplatz P1 fanden wir mühelos einen freien Stellplatz. Von dort aus ist es bis zum eigentlichen Startpunkt des Geocaches nur ein knapper halber Kilometer über einen ebenen Teerweg.

An den Zielkoordinaten angekommen, standen wir vor einem kleinen Tor, welches auf ein Privatgelände führt. Nach dem Scannen des QR-Codes und dem Starten des digitalen Geocache-Planners auf dem Smartphone ging es direkt los. Der Geocache selbst spielt sich in mehreren Räumen ab, die detailreich und thematisch passend zur Filmvorlage ausgestattet sind. Um von Station zu Station zu gelangen, müssen meist die Kombinationen von Zahlenschlössern ermittelt werden, die sich als Ergebnis der verschiedenen Rätsel ergeben.

Dieser Geocache hat uns im Team ausgesprochen gut gefallen, da er faire, abwechslungsreiche Rätsel mit interaktiven Elementen verbindet. Sollte es während des Spiels einmal haken, hat der Owner ein gut strukturiertes Hilfesystem inklusive der finalen Lösungen direkt in den Geocache-Planer implementiert. Bis wir uns schließlich in das Logbuch eintragen konnten, benötigten wir gute 2,5 Stunden.

Logfoto von saarzwerg, Linus2170, marky_de und Saarfuchs

Frust stellte sich während der gesamten Zeit nie ein, da der Spielspaß durchgehend hoch blieb. Bis auf eine einzige Stage, an der unsere verschiedenen mitgebrachten Powerbanks jeweils zu früh abschalteten, funktionierte die gesamte Technik tadelos. Dank eines entsprechenden Hinweises im Hilfesystem war uns diese potenzielle Fehlerquelle jedoch vorab bewusst, sodass wir diese Situation überbrücken konnten.

Nach diesem erfolgreichen Durchlauf mit den vielen positiven Eindrücken wird dieser Geocache auf jeden Fall einen festen Platz in meiner persönlichen Top-20-Liste finden.

Falls ihr euch nach eurem Eintrag ins Logbuch noch mit einem Eis belohnen möchtet, so findet ihr in der Nähe des Parkplatzes (roter Pin auf der interaktiven Karte) einen Softeisautomaten. Uns hat das Eis dort sehr gut geschmeckt!

Das Interview zur Cacheempfehlung

Da mir dieser Geocache so gut gefallen hat, habe ich Kontakt zum Owner staubfinger0702 aufgenommen und ihn um ein schriftliches Interview gebeten.

Porträt des Owners staubfinger0702

Owner staubfinger0702

Erzähl uns zunächst etwas über dich

Stell dich kurz vor: Wer bist du abseits des Geocachings – und seit wann bist du im Hobby aktiv?

Ich bin seit 2009 beim Geocaching aktiv. Hatte dann auch als sozusagen „Sucher“ meine heiße Phase, die aber mittlerweile ziemlich erloschen ist. Ich suche selbst nur noch sehr selten, habe aber weiter Lust, mich um meine Geocaches zu kümmern. Abseits des Hobbys bin ich selbstständig. Ich habe eine Werbeagentur und Druckerei. Erstelle Gestaltung und drucke vor allem Schilder und Folien. Aber auch jegliche Geschäftsdrucksachen.

Ursprung & Vision

Die Initialzündung – Wie kam dir die Idee zu „Back to the Future“? Gab es ein spezielles Erlebnis oder einen Film, der dich zu diesem Szenario inspiriert hat?

Ich kann das gar nicht mehr genau sagen, wie es zu der Idee kam. Hier kommt ja auch der Co-Owner TX-Tracker ins Spiel, mit dem ich bei diesem Cache sehr viel gemeinsam umgesetzt habe. Auf jeden Fall beziehen wir uns natürlich auf die Filmreihe der Achtzigerjahre.

Location-Scouting – Der Ort trägt massiv zur Stimmung bei. Wonach hast du gesucht und wie hast du letztlich diesen speziellen Platz für den Cache gefunden?

Bei dem Ort hatte ich extremes Glück. Der Landwirt, der dieses Grundstück mir verpachtet hat, hatte irgendwann mal seine Halle für eine Geburtstagsfeier meines Sohnes vermietet. Dann habe ich ihn einfach mal angesprochen, ob er irgendwo Platz für sowas hat. Dann hat er mir auch noch das Hauptutensil des Caches verkauft, weil er es zufällig gerade irgendwo herumstehen hatte 😉

Teamwork – Bist du Einzelkämpfer oder hast du ein Team im Rücken? Wer war für welche Bereiche zuständig – Technik, Basteln, Story?

Bei diesem Cache gibt es wie gesagt mit TX-Tracker einen Co-Owner. Wir hatten auch ein weiteres Team (Nuuskamuikkunen_01), welches uns beim Bau sehr geholfen hat. Es ist aber schon so, dass ich bei diesem Cache sozusagen der Projektleiter war. Als Erstes finanziere ich das komplett selbst. Da kommt ja schon einiges zusammen. Hier war es aber dann so, dass beim Bau vor allen Dingen das Team Nuuskamuikkunen_01 sehr viel gemacht hat und die Rätsel und die Story von TX-Tracker und mir umgesetzt wurden.
 Normalerweise baue ich aber meine Caches von vorne bis hinten alleine. Natürlich habe ich Lieferanten, die vor allen Dingen Elektrostation für mich bauen. Manchmal frage ich auch andere Leute, ob sie für einen größeren Cache eine Idee haben.
 Im Team würde es sicher immer mehr Spaß machen. Aber es ist schwer, jemanden mit so einem Herzblut zu finden. Die Wartung des Caches übernehme zum Beispiel ich komplett alleine

Bauphase & Technik

Vom Reißbrett in den Wald – Wie viel Zeit verging vom ersten Gedankenblitz bis zum „Publish“-Klicken – und wie viele Arbeitsstunden stecken schätzungsweise in dem Projekt?

4-5 Monate. Die genauen Stunden kann ich schwer greifen. Das waren schon einige …

Es werde Licht – Viele Cacher sind von den technischen Spielereien beeindruckt. Wie hast du die Stromversorgung technisch gelöst, damit überwiegend alles ohne mitgebrachte Stromversorgung funktioniert?

Der Vermieter hat mir zusammen Strom zur Location gelegt. Ein befreundeter Elektriker hat mir dabei geholfen.

Atmosphäre & Requisiten – Die Liebe zum Detail in der Deko ist beeindruckend. Wo hast du die ganzen thematischen Relikte und Requisiten aufgetrieben? Flohmarkt, Schrottplatz oder Eigenbau?

Flohmarkt und Eigenbau.

Game-Design & Testing

Die Balance finden – Wie gehst du an das Balancieren der Schwierigkeit heran – hast du dabei eine Faustregel, damit der Frustfaktor niedrig, aber der Stolz beim Lösen hoch bleibt?

Nein. Bei mir gibt es ja immer Hilfen und auch Lösungen, die jeder ohne Aufwand lesen kann. Meiner Meinung nach sollte jeder Sucher bzw. jede Sucherin selbst entscheiden wie viel Aufwand sie in das Lösen der Rätsel steckt.

Der Härtetest – Was waren die wichtigsten Erkenntnisse aus deinen Betatests? Gab es eine Station, die du nach dem Feedback komplett umwerfen musstest?

Nein, bei den Betas geht es meist um Details. Um Formulierungen der Aufgabenstellung zum Beispiel. Am Ende kann ich auch nicht auf alles eingehen, was Beta-Tester sagen 😉

Rückschläge & Wartung

Hürdenlauf – Was war das größte technische oder bürokratische Problem während der Bauphase und wie hast du es schlussendlich gelöst?

Der Stromanschluss. Da es aber Privatgelände ist, gab es sonst keinerlei Schwierigkeiten.

Ewige Jugend – Trotz 2166 Funden in fünf Jahren ist dein Geocache immer noch gut spielbar. Wie oft bist du zur Wartung vor Ort und was ist dein Geheimnis für diese Langlebigkeit?

Da ich eine gewisse Erfahrung bei dem Bau von Geocaches habe, weiß ich mittlerweile, wie ich basteln und bauen muss, damit die Sachen lange halten. Ich verwende zum Beispiel sehr stabile Materialien und habe vor allem bei Elektrostationen wirklich sehr gute Leute, die das für mich bauen. Denn ich selbst möchte eigentlich nur sehr selten eine Wartung durchführen. Wenn etwas so instabil ist, dass es immer wieder defekt ist, dann baue ich es um oder nehme es aus dem Geocache heraus. Bei diesem Geocache sind Wartungen sehr selten.

Der menschliche Faktor

Persönlicher Tiefpunkt – Gab es einen Moment während des Baus, an dem du kurz daran gezweifelt hast, ob das Projekt fertig wird – und was hat dich weitergemacht?


Nein.

Ausklang

Die skurrilste Geschichte – Was war das seltsamste Logfoto oder die lustigste Geschichte, die dir ein Cacher im Nachgang erzählt hat?


Ich muss gestehen, dass ich Logs selten bis kaum lese. Das schaffe ich zeitlich nicht. Wenn es um etwas Gravierendes geht, sollen die Leute auch mich direkt anschreiben.

Ausblick

Hast du schon Ideen für ein nächstes Projekt – oder hat dich „Back to the Future“ erst mal für eine Weile ausgepowert?

Nach diesem Cache habe ich ja den „Frankenstein“ sowie „Indiana Jones“ gebaut 😉

Schlusswort

Magst du noch einen Schlusssatz für unsere Leser formulieren?


Ich bedanke mich für dieses Interview und freue mich auf weiterhin viele Besuche bei meinen Caches 😊

Vielen Dank für deine Zeit und die Einblicke in dieses beeindruckende Projekt!

Die Interaktive Karte zur Cacheempfehlung

Auf der folgenden Karte könnt Ihr die Lage von „Back to the Future – The Geocache“ und weitere hilfreiche Wegpunkte sehen, die ich beim Spielen dieses tollen Geocaches besucht habe. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Ein Klick auf den Geocache öffnet seine Beschreibung.

Falls Euch den Geocache und die Wegpunkte interessieren, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei herunterladen.

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Habt ihr „Back to the Future – The Geocache“ schon gespielt, oder steht er noch auf eurer Wunschliste? Schreibt es in die Kommentare – ich bin gespannt, wie es euch dort ergangen ist!

Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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