Lab- und Geocaching in der Altstadt von Ilmenau

Ilmenau hat mehr zu bieten als man auf den ersten Blick vermuten würde – Bergbaugeschichte, Goethe-Bezüge und einige gut versteckte Geocaches in einer kompakten Altstadt.

Wer die Kombination aus Stadtbummel und Schatzsuche mag, findet hier eine lohnende Route mit konkreten Tipps zu Unterkunft und Gastronomie.

 

 

Durch die Gassen mit Bergbaugeschichte

Nachdem wir den Kalendercache bei Neumarkt in der Oberpfalz erfolgreich absolviert hatten, fahren wir nach Ilmenau, wo wir am Nachmittag ankommen. Unser Hotel liegt unmittelbar am Rand der Altstadt, was ein idealer Ausgangspunkt für unsere kombinierte Lab- und Geocaching-Runde durch den historischen Ortskern ist. Wir passierten zuerst den Marktplatz, auf dem gerade der Töpfermarkt aufgebaut wurde. Diese Tradition geht auf die historische Bedeutung der Keramikherstellung in der Region zurück, wobei Ilmenau im 18. und 19. Jahrhundert vor allem für sein Porzellan bekannt war.

Marktstände aus Holz während des Aufbaus zum Töpfermarkt in Ilmenau

Im verkehrsberuhigten Bereich konnten wir unseren ersten Labcache loggen. Dabei fielen uns die architektonischen Besonderheiten der hiesigen Häuser auf, insbesondere die reich verzierten, oft hölzernen Balkone. Diese Elemente sind charakteristisch für die Zeit des späten 19. Jahrhunderts, als Ilmenau durch den Kurbetrieb und die industrielle Entwicklung im Bereich Glas und Porzellan florierte.

Detailansicht eines historischen, verzierten Holzbalkons an einer sanierten Fassade in der Ilmenauer Fußgängerzone

Nur wenige Schritte weiter entdeckten wir an einem Nachbarhaus einen weiteren markanten Balkon, der das Stadtbild prägt.

Außenansicht eines mehrstöckigen Stadthauses mit markanten architektonischen Balkonelementen

Anschließend widmeten wir uns der lokalen Bergbaugeschichte, die bis in das 15. Jahrhundert zurückreicht, als hier Kupfer und Silber abgebaut wurden. Geleitet vom entsprechenden LabAdventure Historische Stätten des Bergbaus in Ilmenau beginnen wir den Aufstieg in Richtung der höher gelegenen Stadtteile.

Blick bergauf in eine gepflasterte Straße am Stadtrand von Ilmenau

Auf diesem Weg passierten wir die Prellervilla, ein herrschaftliches Gebäude, das 1891 für den Industriellen Friedrich Preller errichtet wurde und heute als Seniorenbetreuungseinrichtung dient.

Die Prellervilla in Ilmenau, ein repräsentatives historisches Gebäude mit gepflegter Fassade

Die Route führte uns weiter durch schmale Gassen zurück in Richtung des Rathausplatzes.

Eine schmale, kopfsteingepflasterte Gasse in der Altstadt von Ilmenau

Den Abschluss dieses speziellen Adventures mussten wir jedoch vertagen, da einer der erforderlichen Standorte deutlich außerhalb des Stadtkerns liegt und nicht mehr in unseren Zeitplan passte.

 

Rund ums Rathaus

Wir erreichen das Rathaus von Ilmenau zunächst von der Rückseite her. Hier widmen wir uns der Beantwortung einer spezifischen Frage des LabAdventure Ilmenauer Sehenswürdigkeiten, das uns direkt an die Rückfassade des Verwaltungssitzes führt.

Rückansicht des Ilmenauer Rathauses mit Fokus auf die architektonischen Details der Fassade

Anschließend laufen wir um das Gebäude herum und gelangen auf den großzügigen Marktplatz. Das Rathaus selbst blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: Nachdem der Vorgängerbau beim großen Stadtbrand von 1752 zerstört wurde, entstand das heutige Gebäude zwischen 1768 und 1786 im barocken Stil.

Weitwinkelaufnahme des Ilmenauer Marktplatzes mit dem barocken Rathaus im Hintergrund

Besonders die massive Eingangstür fällt uns ins Auge, über der das Stadtwappen prangt.

Detailaufnahme der historischen Holzeingangstür des Rathauses mit dem steinernen Stadtwappen darüber

Wir verlassen den Marktplatz schließlich in östlicher Richtung. Ein Blick zurück bietet eine interessante Perspektive auf das Goethe-Stadt-Museum im Amtshaus, in dem Johann Wolfgang von Goethe während seiner zahlreichen Aufenthalte zwischen 1776 und 1831 oft wohnte und arbeitete, während im Hintergrund die Fassade des Rathauses aufragt.

Blick über den Marktplatz auf das Goethe-Museum im Amtshaus mit dem angrenzenden Rathauskomplex

Als wir unmittelbar am Museum vorbeilaufen, suchen wir noch den dort platzierten Traditional-Cache Der alte Mann auf der Bank. Die Dose lässt sich gut finden und wir können uns zügig im Logbuch eintragen.

 

Im großen Bogen zur Fußgängerzone

Kaum haben wir den Marktplatz verlassen, fällt mir mitten in der Stadt ein Wanderwegweiser ins Auge, dessen Gestaltung mit den typischen Entfernungsangaben und Zielmarkierungen charakteristisch für diese Wanderregion am Übergang zum Thüringer Wald ist.

Nahaufnahme eines hölzernen Wanderwegweisers in der Innenstadt von Ilmenau mit Richtungsangaben zu lokalen Wanderzielen

Gleich gegenüber beantworte ich die Frage für einen Labcache und schlendere dann weiter zum nächsten Wegpunkt. Unterwegs komme ich an einer repräsentativen Villa vorbei, die durch ihre Architektur die bürgerliche Bauweise der Jahrhundertwende widerspiegelt.

Fassadenansicht einer historistischen Villa in Ilmenau mit architektonischen Verzierungen

Etwas weiter steht das beeindruckende Schachthaus, ein markantes Fachwerkgebäude, das als eines der ältesten Zeugnisse des Ilmenauer Kupfer- und Silberbergbaus gilt und einst als Huthaus der Schachtanlage „Gottes Gabe“ diente.

Historisches Schachthaus in Ilmenau, ein zweigeschossiger Fachwerkbau mit steilem Satteldach

An der nächsten Kreuzung stoße ich auf ein weiteres historisches Gebäude, das „neue Technikum“, welches heute von der Technischen Universität Ilmenau genutzt wird.

Außenansicht Faradaybau, der heute als Universitätsgebäude dient

Kurz davor biege ich nach rechts ab und laufe wieder in Richtung der Fußgängerzone zurück.

 

Rund um den Wetzlarer Platz

Nach einem kurzen Spaziergang erreiche ich den Wetzlarer Platz, der als zentraler Knotenpunkt in der Ilmenauer Innenstadt fungiert. Dort finde ich ein bronzenes Stadtmodell von Ilmenau, an dem ich die letzte erforderliche Frage des LabAdventures beantworte.

Detailaufnahme eines bronzenen Tastmodells der Stadt Ilmenau auf dem Wetzlarer Platz

Damit kann ich zumindest dieses LabAdventure erfolgreich in der App abschließen und loggen.

Screenshot der Geocaching Adventure Lab App mit der Bestätigung für den Abschluss am Wetzlarer Platz

Danach quere ich die Straße und werfe noch einen letzten Blick zurück auf das Ensemble des Platzes, der nach der hessischen Partnerstadt Ilmenaus benannt ist.

Rückblick über die Straße auf den Wetzlarer Platz in Ilmenau mit Blick auf die umliegenden Gebäude

Anschließend führt mich mein Weg zurück in die Fußgängerzone, um die restlichen Stationen unserer heutigen Runde zu erreichen.

 

Durch die Fußgängerzone

Gleich auf der anderen Straßenseite steht eine historische Wettersäule, die im Jahr 1894 im Zuge des aufblühenden Kurbetriebs in Ilmenau errichtet wurde. Diese meteorologische Station diente den Kurgästen damals zur Information über Temperatur, Luftdruck und Feuchtigkeit.

Historische gusseiserne Wettersäule aus dem Jahr 1894 in der Innenstadt von Ilmenau

Anschließend schlendere ich durch die Fußgängerzone, um weitere Details der Stadt zu erkunden.

Blick in die gepflasterte Fußgängerzone von Ilmenau mit Passanten und Ladengeschäften

Dabei fallen mir die Kanaldeckel ins Auge, die individuell mit dem Wappen von Ilmenau gestaltet sind: einem geviertelten Schild auf silbernem Grund, der von zwei roten Türmen umrahmt wird. Gekrönt wird es von einem markanten, grünen Blattwedel. Das Wappen symbolisiert die historische Bedeutung des Bergbaus und die verschiedenen Adelsgeschlechter der Region

Nahaufnahme eines gusseisernen Kanaldeckels mit dem offiziellen Stadtwappen von Ilmenau

Am Eckhaus gegenüber entdecke ich beeindruckende weiße Statuen an der Fassade der ehemaligen „Löwenapotheke“, die symbolische Darstellungen aus der Heilkunde zeigen. Am Apothekerbrunnen, der 1987 zum Gedenken an die Ilmenauer Apothekerfamilien eingeweiht wurde, wechsele ich die Richtung und biege rechts ab.

Detailansicht der weißen Fassadenfiguren am Eckhaus gegenüber dem Apothekerbrunnen

Auf meinem Weg durch die Altstadt passiere ich die Stadtkirche Sankt Jakobus, ein spätgotischer Bau, der nach dem Stadtbrand von 1752 unter Einbeziehung älterer Reste im barocken Stil wiederaufgebaut wurde.

Außenansicht der Stadtkirche Sankt Jakobus mit ihrem markanten Kirchturm in der Altstadt von Ilmenau

Langsam kommt der Rathausplatz wieder in Sicht, womit sich meine heutige Runde durch den Stadtkern dem Ende neigt.

 

Zum Abendessen zurück zum Rathaus

Da wir langsam Hunger bekommen, setzen wir uns an einen der freien Tische am Rande des Platzes. Unsere Einkehr stelle ich euch weiter unten in meiner Restaurantempfehlung im Detail vor. Nach dem gemütlichen und leckeren Essen vertreten wir uns noch etwas die Beine. Zunächst gehen wir zum Goethe-Stadt-Museum im Amtshaus, das an die Aufenthalte des Dichters erinnert, der hier oft im Auftrag des Weimarer Hofes tätig war.

Die Fassade des historischen Amtshauses in Ilmenau, in dem sich heute das Goethe-Stadt-Museum befindet

Dann laufen wir am Rathaus vorbei, einem barocken Bau, der nach dem Stadtbrand von 1752 auf den Grundmauern des Vorgängerbaus neu errichtet wurde.

Seitenansicht des barocken Ilmenauer Rathauses mit Blick auf die architektonischen Fassadendetails

Zum Schluss kommen wir am Hennebrunnen vorbei, der 1752 als Ersatz für einen zerstörten Brunnen entworfen wurde und das Wappentier der Stadt, die Henne der Grafen von Henneberg, als wasserspeiende Figur zeigt.

Der historische Hennebrunnen auf dem Marktplatz von Ilmenau mit der charakteristischen Tierfigur

Zum Abschluss des Tages suchen wir nun noch eine Letterbox.

 

Tolle Letterbox in der Altstadt

Wir laufen durch die inzwischen beleuchtete Fußgängerzone von Ilmenau, in der die Abenddämmerung die historischen Fassaden in ein ruhiges Licht taucht.

Blick in die beleuchtete Fußgängerzone von Ilmenau bei Dämmerung mit Laternenlicht

Durch eine kleine Gasse erreichen wir die Parkplatzflächen, die unmittelbar an die Fußgängerzone angrenzen. Dort befindet sich im Bereich einer Laderampe das Versteck der Letterbox Spieglein an der Wand, deren Koordinaten uns direkt zum Ziel führen.

Detailaufnahme des geschlossenen Behälters der Letterbox Spieglein an der Wand

Nach kurzer Zeit können wir den Behälter öffnen und sind positiv überrascht vom liebevoll gestalteten Inhalt, der dem Cachenamen und dem Thema der Dose alle Ehre macht. Nach dem erfolgreichen Logeintrag beenden wir unsere Tour für heute und gehen zurück in unser Hotel am Altstadtrand.

 

Meine Hotelempfehlung für Ilmenau

Für unsere Geocaching-Tour zu den besonderen Dosen von Steinbach-Hallenberg und dem Lostplace bei Döschnitz bietet sich Ilmenau als strategisch günstiger Übernachtungsort an, da die Stadt genau zwischen diesen Zielen liegt. Mit dem Hotel Tanne Ilmenau (Provisionslink), einem Traditionshaus am Rande der Altstadt, das bereits seit dem 19. Jahrhundert besteht, finden wir schnell eine passende Unterkunft.

Die Zimmer sind modern eingerichtet und bieten ausreichend Platz.

Modern gestaltetes Hotelzimmer im Hotel Tanne Ilmenau mit hellem Holzmobiliar und Doppelbett

Das Badezimmer ist ebenfalls geräumig und zeitgemäß ausgestattet. Selbst eine bodengleiche Regendusche ist in dem sanierten Bereich vorhanden.

Modernes Badezimmer mit Glasduschkabine und Regenduschkopf im Hotel Tanne

Das Frühstück wird als Buffet angeboten und ist sehr reichhaltig gestaltet. Die Auswahl umfasst kalte und warme Speisen, Cerealien, Marmeladen sowie frisches Mett und diverse hausgemachte Salate.

Parken kann ich im hauseigenen Parkhaus gegen eine Gebühr von 9 € pro Tag, was ich angesichts der zentralen Lage fair finde. Ich würde diese Unterkunft für einen weiteren Trip in die Region jederzeit wieder buchen.

 

Meine Restaurantempfehlung für Ilmenau

Wir verbringen insgesamt zwei Abende in Ilmenau. Am ersten Abend kehren wir im Pub & Bar Aqui ein und finden einen der letzten freien Tische unmittelbar vor der Gaststätte. Hier herrscht ein bodenständiges Biergartenflair direkt am historischen Marktplatz.

Außenbestuhlung des Pub & Bar Aqui auf dem Ilmenauer Marktplatz mit Blick auf die historischen Fassaden

Als Vorspeise bestelle ich mir Würzfleisch, eine regionale Spezialität, die in der ehemaligen DDR als Standardgericht in der Gastronomie galt und meist aus Schweinefleisch in einer hellen Sauce mit Käse überbacken sowie mit Zitrone und Worcestersauce serviert wird.

Serviertes Würzfleisch in einer Keramikschale mit Zitronenscheibe und Toastbrot auf einem Holzbrett

Als Hauptspeise wähle ich Thüringer Rostbrätel, eine marinierte Nackenscheibe vom Schwein, die traditionell über Holzkohle gebraten wird und zu meiner Überraschung Ähnlichkeiten zum saarländischen Schwenkbraten aufweist. Dazu trinke ich ein regionales Bier aus der Umgebung.

Klassisches Thüringer Rostbrätel mit Röstzwiebeln und Beilage

Das gesamte Essen ist handwerklich gut zubereitet und weist ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis auf.

Am zweiten Abend bleiben wir angesichts unserer späten Rückkehr direkt im Hotel Tanne und nehmen auf der großen Außenterrasse Platz. Dort wird eine leicht gehobene Küche angeboten, bei der mich sowohl die Bruschetta zur Vorspeise als auch die Leber mit Kartoffelstampf als Hauptgericht überzeugen. Die Preise sind hier höher angesetzt, bleiben aber der gebotenen Qualität der Zutaten und der Zubereitung angemessen.

 

Interaktive Karte meiner Tour durch Ilmenau

Auf der folgenden Karte könnt ihr die auf meiner Tour durch die historische Altstadt von Ilmenau von mir besuchten Sightseeing-Spots, meine Unterkunft und das Pub, in dessen Biergarten ich eingekehrt bin, sehen. Die Lab- und Geocaches, die ich geloggt habe, habe ich euch ebenfalls in die Karte eingezeichnet. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Bei den Lab- und Geocaches öffnet sich das Listing bei einem Klick auf den Cachenamen. Bitte beachtet, dass der Link zur Unterkunft ein sogenannter Provisionslink ist. Bucht ihr über diesen, bekomme ich eine kleine Provision, ohne dass ihr mehr zahlt. Damit unterstützt ihr meinen Blog!

Falls euch meine Tour interessiert, so könnt ihr hier meine gpx-Datei herunterladen. Inzwischen habe ich diese Tour auch in meinem Komoot eingestellt.

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Wie hat euch mein Bericht von meinem Besuch in Ilmenau gefallen? Seid ihr selbst schon dort gewesen? Was habt ihr in der Stadt unternommen und angeschaut? Wie immer freue ich mich auf eure Kommentare unter diesem Beitrag.

Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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