Steinbach-Hallenberg hat mehr zu bieten als hübsche Fachwerkhäuser – wer die richtige Kombination aus Geocaches wählt, bekommt einen abwechslungsreichen Tag, der sich wirklich lohnt.
Welche Caches das sind und in welcher Reihenfolge man sie angehen sollte, lest ihr im Beitrag.
Inhaltsverzeichnis
Der Multicache „Der Grafenschatz der Hallenburg“
Von unserer Unterkunft in Illmenau bis nach Steinbach-Hallenberg im Thüringer Wald sind es exakt 37 Kilometer, was eine vierzigminütige Fahrt mit dem Auto in Anspruch nimmt. Gegen 10 Uhr morgens erreichen wir den großen Wanderparkplatz Knüllfeld, wo wir um diese Uhrzeit mühelos einen freien Stellplatz bekommen.
Nicht weit vom Parkplatz entfernt liegt die traditionelle Waldschenke Knüllfeld, die bei unserem Besuch jedoch geschlossen erscheint.
Eine detaillierte Informationstafel direkt am Wegrand weist auf die zahlreichen Wandermöglichkeiten und markierten Routen in der umliegenden Region des Haseltals hin.
Auf dem Weg zur ersten Station des Geocaches kommen wir an einer weiten Wiese vorbei, die uns einen freien Blick auf die bewaldeten Höhenzüge bietet.
Kurz darauf erreichen wir den Beginn des Multis Der Grafenschatz der Hallenburg vom mittlerweile für seine besonderen Caches recht bekannten TeamZensationell.
Hier gibt es vorerst keine Aufgabe zu lösen, da dieser Einstiegspunkt lediglich in die historische Hintergrundgeschichte des Caches einführt. Die Erzählung besagt, dass bei Einbruch der Nacht ein wertvoller Schatz aus der Schatzkammer der Hallenburg geraubt wurde, woraufhin Augenzeugen dreizehn mit Goldsäcken beladene Gestalten auf dem nahegelegenen Knüllfeld bei Bermbach sichteten. Bei der anschließenden Verfolgung kam es an einer Weggabelung zu einem heftigen Kampf zwischen den Dieben und den ritterschaftlichen Verteidigern der Burg, bei dem zwar ein Schild des Ritters zurückblieb und ein Schurke verhört werden konnte, diesem jedoch später wieder die Flucht gelang. Für diesen Multi-Cache sind dir Koordinaten aller Wegpunkte bereits von Beginn an bekannt, wobei die Strecke den insgesamt 12 Stationen eines lokalen Fitnessparcours folgt.
Gleich zu Beginn kommen wir an einem für diese Wanderregion typischen, hölzernen Wegweiser mit Richtungsangaben vorbei.
Die gesamte Strecke führt durch dichten Nadelwald und verläuft größtenteils über gut ausgebaute, breite Forstwege.
An den einzelnen Stationen angekommen, muss jeweils eine bestimmte Zahl vor Ort gefunden, gezählt oder ermittelt werden.
Teilweise sind die Sportgeräte des Fitnesspfads auf kreative Weise in die historische Rittergeschichte rund um den Raub der Hallenburg eingebunden, was den Spielverlauf auflockert.
Laut meinem GPS-Gerät sind wir am Ende exakt 3,4 Kilometer gelaufen und haben dabei gute 100 Höhenmeter überwunden, wobei die Steigungen leider fast ausschließlich im letzten Drittel des Rundwegs liegen und den Rückweg etwas anstrengender gestalten.
Mir persönlich hat die Kletteraufgabe an einer der Stationen im Verlauf des Parcours am besten gefallen.
Für uns als Team waren alle Aufgaben fair und ohne unlösbare Hürden machbar. Lediglich zu Beginn hatten wir etwas Mühe, uns in die Geschichte einzufinden und die Logik der gestellten Aufgaben zu durchdringen, was sich von Station zu Station jedoch deutlich besserte. Aus den zwölf gesammelten Zahlen werden am Ende die finalen Zielkoordinaten sowie die Schlosscodes für den Cache berechnet, sodass sich kleinere Fehler direkt an den Zahlenschlössern erkennen und eigenständig korrigieren lassen. Nachdem wir uns erfolgreich in das physische Logbuch eingetragen und ausgiebig die im Final versteckte Überraschung getestet haben, machen wir uns auf den Rückweg zum Parkplatz. Insgesamt waren wir auf diesem Multi-Cache genau 2 Stunden zu Fuß unterwegs, bevor wir wieder den Parkplatz erreichen. Unterwegs konnten wir noch weitere vier Tradis suchen und loggen.
Stadtbummel durch Steinbach-Hallenberg
Da wir noch knapp drei Stunden Zeit bis zu unserem Startzeitpunkt beim Kalendercache haben, fahren wir zur Ortsmitte, um dort noch ein paar Labs und Geocaches zu spielen. Ich parke mein E-Auto auf dem großen Parkplatz vom Edeka, wo ich die Zeit zum Laden nutze. Anschließend machen wir uns auf, den thüringischen Ort im Haseltal zu erkunden, und kommen dabei direkt am Rathaus vorbei.
Hier im direkten Umfeld befinden sich einige der insgesamt 40 Labcaches, die in Steinbach-Hallenberg platziert wurden. Die historische Ortsmitte mit den vielen gut erhaltenen Fachwerkhäusern gefällt mir ausgesprochen gut.
Exakt 35 dieser Labs gehören zu den insgesamt sieben LabAdventures des lokalen Powertrails mit dem Namen „LABkalation“. Dabei befinden sich die fünf jeweils zusammengehörenden Labcaches kompakt an einer Stelle, wodurch sie sich relativ schnell nacheinander beantworten lassen.
Das LabAdventure „Eine kleine Tour durch Steinbach-Hallenberg“ hingegen führt uns gezielt durch den Ortskern und zeigt geschichtsträchtige Stellen, wie beispielsweise das ansässige Metallhandwerksmuseum.
Nach und nach laufen wir geleitet von den Labs durch den kompletten Ort und beantworten an den Stationen die geforderten Fragen.
Dabei kommen wir auf unserer Runde immer wieder an gut gepflegten, historischen Fachwerkhäusern vorbei.
Aus dem Tal heraus bietet sich uns während des Spaziergangs auch regelmäßig der Blick auf die nahe, hoch oben auf einem Porphyrfelsen thronende Ruine der Hallenburg.
Selbst die historische Gottesackerkirche am Friedhof wurde hier in der Region im typischen Fachwerkstil errichtet.
Eigentlich hatten wir gehofft in Steinbach-Hallenberg einen schönen Biergarten oder doch zumindest eine Imbissbude mit Thüringer Rostbratwürsten für unser Mittagessen zu finden. Da wir jedoch nichts Passendes finden können, gehen wir zurück zum Edeka und kaufen uns dort etwas vom Bäcker.
Die besonderen Geocaches in der Ortsmitte
Doch nun zu den klassischen Geocaches vor Ort: Diese Dosen wurden alle vom mittlerweile überegional bekannten „TeamZensationell“ ausgelegt und verzeichnen auf der Plattform bisher sehr viele Favoritenpunkte mit hohen Quoten zwischen 66% und 90%. Alle diese Geocaches stellen noch eine kreative Mitmach-Aufgabe an den jeweiligen Finalkoordinaten, um zum Logbuch zu gelangen.
Wenn bei einem Besuch nur wenig Zeit zur Verfügung steht, empfehle ich den Geocache „Wa(a)gst du dich an den Lab-Bonus?„, wofür lediglich das eine 5er-LabAdventure „Eine kleine Tour durch Steinbach-Hallenberg“ absolviert werden muss, um an die nötigen Finalkoordinaten zu gelangen.
Danach lohnt es sich, den „Zens-O-Mat“ samt dem dazugehörigen „Bonus hEISs oder kalt?“ anzugehen, da für diese beiden Caches vorab keine Labs gelöst werden müssen.
Falls im Anschluss noch ausreichend Zeit und Motivation vorhanden sind, bietet es sich an, die 35 Labs des großen Powertrails zu absolvieren, die schlussendlich mit dem Bonus-Cache „kolLABierung – der LABkalations Bonus“ belohnt werden.
Der Kalendercache „“ in Viernau
Das Hauptziel unseres Ausflugs nach Steinbach-Hallenberg ist natürlich der Kalendercache „Das LABOR“ im thüringischen Viernau, welches gerade Mal fünf Kilometer von Steinbach-Hallenberg entfernt ist. Auch dieser Kalendercache stammt aus der Werkstatt von TeamZensationell. Leider ist der Buchungskalender in den kommenden Monaten bis auf ganz wenige Ausnahmen komplett ausgebucht. Ab November wird die Terminsituation unter der Woche erfreulicherweise etwas besser. Um sich in den Kalender eintragen zu können, muss das kleine, jedoch knackige Einstiegsrätsel gelöst werden.
Wir parken unser Auto auf dem offiziell empfohlenen Parkplatz und laufen zu Fuß zur ersten Station. Dort angekommen erhalten wir über den bekannten Geocache-Planer, der von vielen Kalendercaches für die Koordination genutzt wird, alle weiteren Informationen für die nächste Station.
In diesem anspruchsvollen „Cold Case“-Krimi-Geocache schlüpft ein Team von 2 bis 4 Spielern in die Rolle von Spurensicherern. Ausgerüstet mit technischem Equipment wie UV-Lampen und Code-Tabellen müssen die Ermittler in einem Labor-Einsatz Beweismittel neu analysieren, eine Exhumierung auswerten und Rätsel lösen. Das Ziel des Caches ist es, die Identität des damaligen Mordopfers zu lüften, um den Fall endgültig abzuschließen und sich im Logbuch zu verewigen.
Insgesamt gute drei Stunden benötigen wir vor Ort, bis wir das Rätselfinale erfolgreich abschließen und uns in das physische Logbuch eintragen können. Dieser Geocache ist handwerklich perfekt konstruiert und verfügt über ein integriertes, gestuftes Hilfesystem. Dieses gibt bei Bedarf sowohl einen kleinen Schubs in die richtige Richtung als auch die komplette Lösung aus, falls man einmal komplett auf dem Schlauch stehen sollte. Es muss also kein Team die Angst haben, den Cache am Ende nicht erfolgreich abschließen zu können.
Die einzelnen Rätselstationen empfinde ich als überwiegend fair und wirklich sehr kreativ umgesetzt. Lediglich an einer einzigen Stelle mussten wir im Verlauf die bereitgestellte Lösung zu Rate ziehen, obwohl uns vom Prinzip her genau bewusst war, was eigentlich zu tun ist. Leider haben unsere eigenen, mobilen Tools und die genutzten Webseiten die dort spezifisch gestellte Aufgabe nicht fehlerfrei lösen können. Der Owner hat bei der Ausarbeitung dieser Installation wirklich an alles gedacht, denn selbst eine nutzbare Toilette war für uns während des Aufenthalts verfügbar.
Dieser aufwendige Cache hat mir persönlich sehr gut gefallen und wird sich in meiner persönlichen Top-20-Liste platzieren.
Interaktive Karte meiner Tour durch Steinbach-Hallenberg
Auf der folgenden Karte könnt Ihr den Kalendercache und die weiteren Lab- und Geocaches sehen, die ich während meiner Tour besucht habe. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Ein Klick auf die Lab- und Geocaches öffnet die jeweilige Beschreibung. Bei dem Multi habe ich natürlich den Weg zum Final aus dem Track entfernt.
Falls euch diese Wegpunkte interessieren, so könnt Ihr hier meine gpx-Datei herunterladen.
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Wie hat euch diese Cacheempfehlung gefallen? Welches Caches habt Ihr bei eurem Besuch in Steinbach-Hallenberg besucht? Ich hoffe, ich habe nicht zu viel gespoilert? Wie immer freue ich mich auf euer Feedback unter diesem Artikel!























